Nr. 21
Danzig muß nachgeben Verfassungsmäßiges Regime versprochen
Genf . Im Völkerbund wurde in der Danziger Angelegenheit zwischen dem Berichterstatter Minister Eden und den Vertretern der Freien Stadt Danzig ein lebereinkommen erreicht.
Aus dem Bericht des Ministers Eden geht hervor, daß fch der Danziger Senat ver= pflichtet hat, alle Empfehlungen zu erfüllen, welche vom Völkerbundrat im Septem= ber v. 3. an ihn gerichtet wurden. Der Bericht schließt mit einer Resolution, welche der Rat nach kurzer Debatte annahm und in der der Danziger Senat aufgefordert wird, im Geiste der Verfassung zu regieren. Die Resolution stellt weiter fest, daß sich der Senat den Aussprüchen der Juristen unterordnet, welche fanden, daß einige Danziger Gesetze, welche der Verfaffung nicht entsprechen, a b geändert und ergänzt werden müssen.
Für den Fall, daß der Danziger Senat auch diesmal die Empfehlungen des Rates nicht ers füllen würde, zieht der Rat in Betracht, ob es nicht angebracht wäre, eine Sonderkom mission nach Danzig zu entfenden.
Labour Party gegen Einheitsfront
London . Die englische Arbeiterpartei ht den Vorschlag der kommunistischen Partei, eine „ Einheitsfront" zu bilden, zum zweitenmal innerhalb eines Jahres abgelehnt.
Samstag, 25. Jänner 1936
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Sudetendeutscfier Zeitspiegel
Eine Abrechnung
Redakteur Pfeifer gegen Sebekowsky:
15 Jahre wurde gearbeitet-seid Ihr die größte Partei seid, wird nur geschwätzt...
Donnerstag abends fand in Rumburg die| Versammlung der SdP statt, in der sich Sebe towity dem Redakteur der„ Rumburger Zeitung", Heinrich Pfeifer , zu einer Diskussion über die Politik und die Kampfmethoden der SdP stellte. Die Versammlung, zu der nur geladene Gäste Zutritt hatten, in die aber auch einzelne Gegner der SdP Einlaß fanden, war sehr starf besucht. Wenn sie auch ohne eine sichtbare Entscheidung endete, so war sie doch ein bemerkenswertes Symptom für das langsame Erwachen der Sudetendeutschen aus dem Rausch der Henleinschen Totalität.
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Die Partei habe troß ihrer Stärke keine Grfolge. Die größte Blamage sei die Präsidentenwahl gewesen.
Ueberaus wirkungsvoll war es, als Pfeifer in den vollen Saal rief, es solle jemand einen Erfolg nennen und als der Saal darauf st um m blieb.
tet, während der Zeit, da sie die größte Partei darstellen, wurde nur geschwätzt!" Beachtung verdient auch die Tatsache, daß furs fand. Einige Debattenrednerkri tisierten die SdP und bezeichneten die Ver: sammlung selbst und die Methoden der Hauptleitung als würdelos und als eine nationale Schande. Seit zwei Jahren, meint ein Redner, habe sich alles gewandelt. Man habe kein Vertrauen mehr zu den Führern, die Hauptleitung sei schuld daran. Die offiziellen Redner der SdP, Frank und Sebefotosfy, wurden in den Schlußworten ordinär und beschimpften Pfeifer und seine Freunde.
Wäre die Opposition besser organisiert gewesen, so hätte die Versammlung leicht mit einer offenen Niederlage der SdP enden können. Aber auch in der Form, in der sie sich abspielte, beweist diese Diskussion, daß es mit dem Traum von in denen nichts geschehen sei.„ Nein Die SdP spreche immer von den 15 Jahren, Gleichschaltung und Totalität vorbei ist. Das Sudetendeutschtum erwacht, langsam freilich, aber
in diesen 15 Jahren wurde gearbei unaufhaltfam.
Sieben Sdp- Männer als Einbrecher verhaftet
mir:
Bisher 35 Einbrüche eingestanden
In der Volksstimme"-Warnsdorf lesen falls wollen viele wissen, daß damit die Liste noch nicht erschöpft sein soll. Interessant ist, daß einer der Verhafteten noch vor kurzem gegen einen Rennersdorfer Einwohner eine Ehrenbeleidigungsflage einbrachte, zu der er durch die Sdp fostenlos einen Anwalt erhielt.
Denn das wichtigste Ergebnis der VersammInng bleibt, daß ein scharfer Kritiker der SdP sich in einer längeren Rede durch zu- fehen vermochte, daß Pfeifer die Politik Henleins, die Methoden der Hauptleitung aufs schärffte verurteilen konnte, ohne daß die Verfammlung ihn- wie es noch vor drei Monaten unausweichlich geschehen wäre niederschrie oder blutig schlug. Seit langem wurde Rennersdorf ( Bezirk B.- Kamnis) und Umgebung von einer Sebekowity richtete in seiner Rede heftige Einbrecherbande heimgesucht, die ungeheuer rafAngriffe vor allem gegen die von Dr. Beneš be- finiert arbeitete, so daß sie nie zu fassen war. Am gründete Außenpolitik der Tschechoslowakei . Wir tollsten war es 1934 und 1935. Fast alle 14 seien ein Vasallenstaat Frankreichs , unser Goid Tage ein Einbruch. Mit einem Male kam der fließe in die Keller der Bank von Frankreich und Stein ins Rollen. Hausdurchsuchungen der Genwir seien ein Bollwerk des Bolscheivismus. In darmerie, Verhaftungen, nochmals Haussuchun unserer Heimat sollen die Schüßengräben gegen gen, die immer überraschendere Ergebnisse brach Deutschland aufgerichtet werden. Er forderte ten, und plößlich gab es eine Sensation: ein Bündnis mit Hitlerdeutsch= land gegen den Bolschewismus. Dann sprach er von der Not der Sudetendeutschen ( die man bekanntlich in der Henleinvilla und in den Lurusbüros der SdP- Leitung am besten fennt). Die Tschechoslowakei sei die Insel der Not".
Redakteur Pfeifer ist kein geübter Versamm Tungsredner und wurde durch systematische Zivi schenrufe nervös gemacht. Troßdem vermochte er in seiner kurzen Rede eine vernichtende Kritik der SdP zu geben.
nen.
Wirtschaftstendenz
Seite 3
mäßig ansteigend
Günstige Auswirkungen der Präsidentenwahl
Im letten Monatsbericht der Tsches choslowakischen Nationalbank heißt es u. a.: Die internationale politische Unsicherheit dämpft zwar noch immer die Entwicklung der Weltwirtschaftsbelebung, die Dynamik dieser Belebung dringt jedoch überall dort durch, wo sich thr ein etwas freierer Weg bietet.
Die Situation in der Tschechoslowakei ge= wann in den letzten Wochen durch das Manifestationsergebnis der Präsidentenwahl bedeutend cn innerer Ausgeglichenheit und Ruhe. Die Grundtendenz der Wirtschaftsentwicklung ist ständig mäßig ansteigen d, ansonsten komt= men eher nur die zu dieser Zeit üblichen Saison= anregungen zum Ausdruck.
Auch die letztbekannten Daten über die Finanzeingänge der Staatsverwaltung reflektieren die allmähliche Umfassteigerung der Nationalproduktion.
Der Produktion und dem Handel wurde der Hauptcharakter durch die Saison verliehen. Die Gesamtzahl der nicht untergebrachten Arbeitswers ber erfuhr zum Dezemberultimo zwar eine Ers höhung, in der Industriebeschäftigung fanden je= doch gegenüber dem verflossenen Zeitabschnitt teine bemerkenswerten Aenderuna gen statt. Die Geschäftsergebnisse der Weihnachtssaison waren in den größeren Städten bes ser als im Vorjahre, ansonsten waren fie in den einzelnen Orten ungleich. Es herrschte Interesse für billigere Bedarfsartikel vor.
Die Kursentwicklung der Devise der tschecho slowakischen Krone blieb auch im vergangenen Monat unverändert stetig.
In der Sitzung des Bankrates, in der der vorstehende Bericht erstattet wurde, wurde auch der Rechnungsabschluß für 1935 genehmigt, der einschließlich des Uebertrages aus dem Vorjahre einen Reingewinn von 30,088.628 Kč aufweist. Es wurde beschlossen, der für den 29. Feber einberufenen Generalversammlung die Auszahlung einer 6prozentigen Dividende( Kč 202.50) vorzuschlagen.
Ueberfall auf das Gemeindeforsthaus von Staab
Dienstag abends saßen in dem Gemeindeforsthaus von Staab die Frau des Försters Tonath, ihr Schwiegersohn und das Dienstmädchen; der Förster selbst war abwesend. Neben der Mutter lagen Zwillinge im Alter von 20 Monaten auf einem Bettchen. Plößlich gingen die Fen ster in Trümmer und große Steine teiner der Steine einen Menschen. Nachdem das famen in das Zimmer geflogen. Zum Glüd traf Zwillingspaar in Sicherheit gebracht worden war, trat der Schwiegersohn Steiner mit einer Flinte an das Fenster und schoß in die Luft. Da setzte aber schon im gleichen Augenblick eine Auge I= falbe der Angreifer ein. In der Wand des Hauses finden sich die Spuren von vier Ginschüssen vor, die sehr tief in das Mauerwerk eindrangen. Zum Glück verfehlten auch die Schüsse ihr Ziel. Von dem Vorfall wurde die Staaber Gendarmerie verständigt, welche die Verfolgung der Täter aufnahm. Sie scheint ihnen bereits auf der Spur zu sein.
Die Prager deutsche Sendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 26. Jänner, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 45: Vor sechzig Jahren( Paul Malle 3); Mittwoch, 29. Jänner. 18 Uhr 20 bis 18 Uhr 40: Krisennot und Krisenhilfe in Westböhmen ( Heinrich Wondrat Karlsbad) Der Bundeswinter Sporttag des Atus( Franz Myfura falfenau);
Die Honoratioren des Ortes hängen die Köpfe; es paẞt eben gar zu schlecht ins Konzept, daß die Sop nun fast im eigenen Dreck erstickt. Wie die Leitung der SdP in Böhmisch- Kamnik darüber denkt, zeigen nachstehende Tatsachen: Am Dienstag, den 17. Dezember, fand in Vaters die ,, Herren " Wagner und Krasse, Spit- Gasthaus" in Rennersdorf eine Mitgliederverzenfunktionäre der SdP in Rennersdorf, wa- sammlung der SdP statt, die sich auch mit diesem ren die Organisatoren und Instrukteure, die Falle beschäftigte. Der Referent aus BöhmischHäuptlinge einer großen Einbrecherbande, Stamnitz hoffte auf eine Amnestie für seine Schäfchen". Ein Hinauswurf der Gesellen aus Sonntag, 2. Feber, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 45: der SdP wurde nicht beschlossen. Dem Herrn Referenten genügten wahrscheinlich 35 bis= her eingestandene Einbrüche noch nicht. Dabei soll dies, wie wir hören, noch längst nicht alles sein!
welche jahrelang die ganze Umgebung unsicher gemacht hatte. Mit ihnen wurden
noch weitere Mitglieder der SdP, insgesamt sieben, von der Gendarmerie hinter Schloß und Riegel gebracht!
Ob das schon alle sind, wissen wir nicht, jeden
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Vor einer neuen Konjunktur?( Friz Freys berg).
Unsere Bezirksorganisation Znaim hielt am vergangenen Sonntag ihre Jahreskonfe renz ab, die ungewöhnlich stark beschickt war. Die Er legitimierte sich zunächst als einen Mann. Schlägerei in einer SdP- Ver- Als Referent trat der sattsam bekannte Ab- politischen Referate erstatteten die Genossen Seder ein Recht habe, in einer nationalen Sache zu geordnete Hollube auf. Als ihm in Zwischen- nator Nießner und Wellan. Die Berichte sprechen. Sein Blatt ſei drei Monate eingestellt sammlung in Holeischen rufen vorgehalten wurde, daß er ein Dieb sei, über den Stand der Organisation und der Presse gewesen und er hätte es durch einen Bittgang vor Für Sonntag, den 19. Jänner, hatte die gab der Staaber SdP- Bezirksführer Rüb a Be- lauteten durchaus günstig; im letzten Jahre wurdem schweren finanziellen Verlust bewahren tön sdp nach Holeischen eine Versammlung fehl zum Angriff. Einige unserer Genossen wur- den 270 neue Leser des„ Volkswille" ge= Er habe das nicht getan, sondern für die einberufen. Um den Anschein zu erwecken, als ob den blutig geschlagen. Aber obzwar die Gen- wonnen. Die Konferenz nahm" einstimmig eine nationale Sache das finanzielle Opfer gebracht. fie nur für ihre Anhänger zugänglich sei, wurden darmerie eingreifen mußte, ließ der Re- Entschließung an, in der dem Parteivorstand und Auch im alten Oesterreich sei er schon eingeitelli am Samstag nachmittag Einladungen nach§ 5 gierungsvertreter sonderbarerweise unseren Abgeordneten dafür gedankt wird, daß sie worden. Er habe ein Recht zu kritisieren. des V.-G. ausgetragen, auf welchen ausdrücklich die Henleins im übrigen ruhig gewähren. Unsere stets und erfolgreich die Interessen der ArbeitenDie Politik der SdP nannte Pfeifer I ä chr vermerkt war, daß der Zutritt nur gegen Vor- Genossen blieben auch nach der Schlägerei in der den vertreten haben und daß sie die Notaushilfe I ich. Er lehne sich aber vor allem gegen die dit weisung dieser Einladungen bewilligt wird. Bei Versammlung, in der dann Genosse Otta, der für die Arbeitslosen durchsetzten. Zum Obmann tatorischen Methoden auf, mit denen die Mitgites der Bezirksbehörde aber hatten sie die vorher ebenfalls zu Boden geschlagen wurde Genosse Friz Urbane t gewählt. der niedergehalten werden. Versammlung als öffentlich angemeldet und worden war, sehr wirksam zu Wort kam. Hollube Die 40 Punkte des Parteistatuts seien nichts als solche auch bewilligt erhalten! Erst Sonntag begnügte sich mit einem Schlußwort von DreiFescher SdP- Betrieb in Znaim . Vor wenials Befehle und Drohungen der Haupt- gegen Mittag erfuhren unsere Genossen, daß es minutendauer. gen Tagen wurde die Führerin der Znaimer Hen leitung. Die Mitglieder haben keine Rechte. In sich um eine öffentliche Versammlung handelte Teinfrauen, eine Frau Jellinek, aus der SdP allem befehle die Hauptleitung, fie se- und sie gingen daher ohne jedwede Vorbereitung Die Zukunft" fündigt den Henleins an, ausgeschlossen. Ueber die Gründe dieses Ausstimme alle Funktionäre, fie kommandiere das hin. Es ist aus dem oben angeführten Umstande daß ihnen der Schwindel mit der§ 5- Versamm- schlusses schweigt sich die„ Partei der Reinheit Schiedsgericht. Auch die Barlamentarier" eien begreiflich, daß unsere Leute in der Minderheit lung kein zweites Mal gelingen werde und wenn und Ehre" aus. Jedenfalls setzt die SdP auch in waren. Es waren etwa 200 Henleinanhänger aus Alles Reden von Demokratie in der Henlein dem ganzen Bezirke zusammengetrommelt wores in Holeischen noch einmal blutige Köpfe geben verlautet, daß in der demnächst stattfindenden an, denn es vartei sei Bluff, aber Bluff feien auch die Ber - den, wogegen von unseren Genossen nur etwa 50 sollte, so werden sie bestimmt nicht unsere Ge- Jahresversammlung der Ortsgruppe deren Zeis noffen davontragen!
nicht frei in ihren Entscheidungen.
fprechungen gewesen.
anwesend waren.
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ter, Theodor 3illy, abgesetzt werden soll,