Seile 2 Freitag, 22. Mai 1938 Nr. 128 Vas Werk eines Bezlrkshauptmannes 700.000 Kt für den Erzgebirgsnotstandsbezirk Neudek aufgebracht/ Vorbildliche humanitäre Tätigkeit - punkt Dimitrows,, daß die Erhaltung der Demokratie dem Sieg des Faschismus vorzuziehen sei, durch die Tat zu bekräftigen. Ihre Verantwortung läßt sich diesmal nicht mehr auf das agitatorische Geleise abschiebey. Ein offenkundiger Versuch in dieser Richtung war der Brief, den Tho- r e z und Cachin im Namen der KP Frank reichs an das Präsidium der Exekutive der SAJ richteten. In diesem Schreiben wurde die internationale Aktionseinheit gefordert und behauptet, daß sich nur eine„Minderheit" der der SAJ angeschlossenen Parteien gegen die Einheitsfront stelle. Thorez und Cachin verlangten, dieser Minderheit solle das Gesetz der Mehrheit aufgezwun- gcn werden. Die Begründung dieses Vorschlages steht im Widerspruch mit' den Tatsachen. Es existiert nicht eine Minderbeit, sondern eine Mehrheit von Parteien in der Internationale, die mit den kommunistischen Sektionen-ihrer Länder so schlechte Erfahrungen gemacht haben, daß sie von einem Zusammengehen mit ihnen keine Stärkung, sondern eine Schwächung ihrer Positionen erwarten. Auch wenn die Führer der französischen Kommunisten eine Annäherung der beiden Internationalen anstreben und mit ihrem Schreiben nicht einen Spaltungsversuch verbanden, so konnte die Methode nicht ungeschickter gewählt werden. Sie unterschätzen jedenfalls das Selbstbewußt- sein der englischen Arbeiterpartei und der sozia listischen Parteien Skandinaviens , welche die Demokratie und die Arbeiterrechte immerhin mit Erfolg verteidigt haben. Im Schoße der Exekutive wurde zu diesem Problem der Vorschlag gemacht, eine Dreierkonferenz der sozialistischen Parteien Frankreichs , der englischen Arbeiterpartei und der KP der Sowjetunion anzuregen. Darüber konnte kein formeller Beschluß gefaßt werden, weil zur Entscheidung darüber nicht die Exekutive, sondern die Vorstände der beteiligten Parteien zuständig sind. Grundsätzlich, herrschte Uebereinstimmung darüber, daß zur Verteidigung des Weltfriedens eine enge Zusammenarbeit vor allem Frankreichs , Englands und der Sowjetunion erforderlich sei. Strittig bleibt zunächst, ob es zweckmäßiger sei, mit Vertretern der Komintern oder mit den Trägern der russischen Staatspolitik zu reden. Dieser letztere Weg steht vor allem den sozialistischen Regierungsparteien Frankreichs offen, umgekehrt auch Stalin , und so besteht volle Gewähr, daß der aus den gemeinsamen Fliedensinteressen erforderliche Kontakt nicht fehlen wird. Jeder Versuch von kommunistischer Seite, einen Gegensatz zwischen der demokratischen Orientierung, der Bolksfrontpolitik oder der revolutionären Illegalität der sozialdemokratischen Parteien zu konstruieren»' ist mit dem Stigma eines neuen Spaltungsversuches belastet. Die mit der Exekutivsitzung verbundene Beratung der Hilfskommission für die-politischen Gefangenen ergab, daß auf sehr wesentlichen Gebieten eine .ausgezeichnete.. Zusammenarbeit- zwischen- den legal wirkenden und den illegal arbeitenden Parteien besteht. Sozialistische Staatspolitik in den Ländern der Demokratie und'revolutionäre Illegalität in den Ländern des Faschismus stellen keinen Gegensatz dar, sondern die Verpflichtung zu gegenseitigem Verständnis. Im Interesse der Opfer des Faschismus muß diese Zusammenarbeit in'Zukunft'noch intensiver gestaltet werden. Aus der Sehnsuchtder Rechtlosen, ausder P e i n d e r G e f o l t e r t e n i n d e n f a s.ch i st i s ch e n Konz e n t r a- t. i o ns lagern erwächst den Parteien derJntexna t.i. o nahe i h r e gemeinsame Ve r p fl i ch tu n g und ihre g r p.fj e F. reihei t s m i s s i o n. Aus Karlsbad wird uns geschrieben: Der Bezirkshauptmann von Neudek , Doktor Skramlik, ist Mit Energie,daran gegangen, der Notlage breiter Bevölkerungsschichten in dem von ihm betreuten Erzgebirgsgebiet zu steuern. Die von ihm ins Leben gerufene„Bezirks- N o t st a n d s a k t i o n", deren Wirksamkeit im November 1933 begann, hat einen über alle Erwartungen hinausgehenden großartigen Erfolg gehabt. Zu Beginn des Winters.1933/34 wendet sich .erstmals der Neudeker Bezrrkshauptlnann mit einem Appell, der entsetzlichen Notlage der Erzgebirgsbevölkerung zu steuern, an die Oeffentlich- keit. 2m Winter 1933/34 gehen an Geldspenden rund 338.000 XL ein, im Winter 1935/36 260.000 XL zuzüglich 80.000 XL die zugunsten der im Zusammenhang mit der Bezirksnotstandsaktion ins Leben gerufenen Ernährungsaktion der Stadt Neudek erzielt werden können, zusammen daher also bisher nahezu an 700.000 Xc, eine im Hinblick auf die gegebene Sachlage außerordentlich beträchtliche Summe, mit welcher die Inangriffnahme umfangreicher humanitärer Werke ermöglicht wurde: es wurden für arme Erzgebirgler. dafür angeschafft über 2700 Paar feste Schuhe, Mäntel für einen Betrag von 91.177 Xc, 23. Waggons Kohle usw., außerdem wurden verschiedene Suppenaktionen durchgeführt, für die Hellfürsorge 7000 XL verausgabt, für Brot, Kar- toffeln usw. rund 20.000 Xc, und an Bargeldzuweisungen für Bedürftige kamen 34.000 XL zur Auszahlung. Europäische Gesinnung In der„Nase Do ba", der vom Abg. Prof. Dr. Macek redigierten Revue(vor .dem Weltkrieg war ihr Redakteur Mäsaryk), schreibt Genosse Wenzel Jaksch einen längeren' Aufsatz über das Thema„Was die Deutschen und Tschechen trennt und was sie vereint". Tschechen und Deutsche trennt vorläufig noch die, Verschiedenheit der raumpolitischen Betrachtung. Der Tscheche denkt vorwiegend im Raum der historischen Länder. Hier hat sein Volk die Mehrheit. Hier sind die Deutschen eine Minderheit. Die illegale Nationalitätenpolitik, wie sie von den diversen nationalen Kampf- vereinen betrieben wird, zeigt in der Nachkriegszeit die offenkundige Absicht, den Lebensraum Böhmens und Mährens für die tschechische Nation zu erobern. jedenfalls besteht auf der deutschen - Seite der Eindruck, daß an vielen Punkten, eine zielbswußte nationale'Durchdringungspolitik betrieben wird. Der Jubel, welcher sich bis in die tschechische Linkspresse über die Eroberung bisher vorwiegend deutscher Gemeinden erhebt.(Liboch, Prachqtitz), legt trauriges Zeugnis davon ab, daß.in weiten Kreisen die Existenz des deutschen Bevülkcrungsteiles als ein Provisorium betrachtet -wird, welches schrittweise beseitigt werden muß. Soweit sich durch populationistische Ursachen nationale Verschiebungen ergeben, können sie nicht Gegenstand eines politischen Streites sein. Wenn sich aber die stärkere Ration zur Zurückdrängung det schwächeren Nation noch der Machtmittel des Aber damit war'das Werk der um die Durchführung der' Bezirksnotstandsaktion bemühten Menschen nicht erschöpft: sie ermöglichten begabten Kindern den Besuch der höheren Schulen, beschützten eine Anzahl von Mietparteien vor der Delogierung, verschafften anderen Menschen, die in entsetzlichen Hütten unter den furchtbarsten Le» bensbedmgüngen zu hausen gezwungen waren, eine menschenwürdige Unterkunft und verhalfen vielen Arbeitslosen zu Brot und Verdienst durch die Einstellung bei den vom Bezirke in Angriff genommenen Straßenrekonstruttionsarbeiten. Und wer sind die Spender? Die Geldzuweisungen für die Neudeker Notstandshilfe kommen aus dem gesamten Gebiete des Staates, von den deutschen Siedlungsgebieten angefangen über das Landesinnere bis in die äußersten Ausläufer der Republik , bis in die Slowakei und nach Karpatho - rußland. Es spendet der Deutsche , der Tscheche und der Slowake. Die Regien der Bezirksnotstandsaktion sind gering: sie beziffern sich auf rund drei Prozent der gesamten aufgebrachten Summe, obwohl die riesige Agenda die ständige Beschäftigung von zwei Angestellten erfordert. Man muß dem Bezirkshauptmann von Ncu- dek, Dr. Skramlik, das Zugeständnis machen, daß er mit der von ihm ins Leben gerufenen Humani tären Aktionen allen jenen ein leuchtendes Beispiel gegeben hat, denen an der Linderung der Notlage des Volkes im sudetendeutschen Randge- l biete gelegen ist! Staates und seiner Wirtschaftskraft bedient, dann wird unbewußt einem Punkte zugesteuert, wo die nationale Zusammenarbeit den Boden verliert und offenen nationalen Kämpfen weichen muß. Wer einer Stärkung des tschechischen Elements in den Randgebieten auf Kosten einer dichtgedrängten und durch die Krise furchtbar verelendeten deutschen Bevölkerung das Wort redet, sündigt gegen die höchsten staatspolitischen Interessen. Das ist die Kehrseite der sogenannten Grenzerpolitik, welche ihre Erfolge zum größten Teil auf Kosten der staatlich denkenden deutschen Mitbürger erntet. Es wäre im Interesse einer ruhigen Entwicklung des Staates, wenn man die tschechischen Minderheiten in den deutschen Gebieten nicht als Vorhuten eines nationalen Eroberungsfeldzuges benützte, sondern als Träger de? Verständigungsgedankens, wobei allerdings auch auf deutscher Seite dieselbe Bereitwilligkeit Unterstützung finden muß. Darüber' sollte auch aÜf tschechischer Seite Klarhell sein: je stärker der nationale Druck an der Sprachgrenze und hinter ihr ist, und je mehr dieser Druck noch künstlich durch Mißbrauch der Staatsgewalt erhöht wird, desto mehr wird die deutsche Bebölkerung ideologisch über die Staatsgrenzen gelenkt. Jedes Voll braucht einen gewissen Liensraum. In diesem Puillt sind alle Böller sehr empfindlich. Jeder Staat hat Grund, sich zu bemühen, daß seine Bürger innerhalb der Grenzen das Gefühl der Sicherheit und der Möglichkeit sich auszuleben, haben. Die Sudetendeutschen sollen in dem kleineren Raum der historischen Länder den Boden ihrer Existenz und ihre staatliche Heimat sehen, sie sollen ihr politisches Selbstbewußtsein nicht aus der Beobachtung des Kräfteverhältnisses im größeren mitteleuropäischen Raum schöpfen, wo Tschechen und Slowaken unter Deutschen , Polen und Ungarn eine Minderheit darstellen. Wenn dann derartige Unterschiede der Gesichtspunkte dazu führen, daß die Tschechen zu ihrer Beruhigung den Blick auf die großen russischen und ftanzüsischen Verbündeten richten, dann kommt es zu einer Ueberdimen- sionierung der lokalen Gegensätze, welche jede Verständigungspolitik zweifelhaft macht. Der Ausgangspunkt liegt auf beiden Seiten in dem Uebergang zu einer europäischen Gesinnung. Geht man von einem europäischen Gesichtspunkte aus, dann ist die Frage der Mehrheit oder Minderheit von untergeordneter Bedeutung. Auf dem Kontinent sind sowohl Slawen als auch Germanen und Romanen Minderheiten. Die Europäer selbst sind eine Minderheit in dem Weltmeer der Völker und Rassen. Deshalb müssen alle strittigen nationalen Fragen von dem Gesichtspunkt einer unlösbaren Schicksalsgemein- schaft in der europäischen Völkerfamilie betrachtet und gelöst werden. 8elbstven^s!tungsl<ongrsk Im Gemeindehaus der Hauptstadt Prag fand am Donnerstag, den 21. Mai, Vormittag die Generalversammlung der böhmischen Landes- zentrale der Gemeinden, Städte und Bezirke statt. Der Vorsitzende der Landeszentrale Landcs- ausschußbeisitzer K y p r betonte, daß es den Bemühungen der böhmischen Selbstverwaltung gelungen sei, die innere Ruhe und Ordnung zu festigen und daß sich die Selbstverwaltung eine Menge öffentlicher Arbeiten beschafft habe, wodurch die lastende Arbeitslosigkeit systematisch gemildert wurde. Redner stellte sodann die Forderung nach einer Regelung des gesamten Systems der Arbeitslosenunterstützung, wobei er an dem guten Erfolg nicht zweifelt, falls das Problem durch gemeinsames Zutun gelöst werden wird. Hierauf erwähnte Redner die Aufgaben, die dec Selbswerwaltung noch bevörstchen. Nach den Tätigkeitsberichten des PräsidiuiUs (Referent Kypr), der Gemeindesektion(Referent Beisitzer MachäLek), der Bczirksscktiou (Ref. Fuksa), des Sanitätsausschusses(Ref. Tichy), des Finanzreferenten(Landesausschuß- beisitzer K r o u j e l) wurde dem abtretenden Ausschuß das Absolutorium erteilt und zu den Wahlen geschritten. Zum Vorsitzenden der Lan- deszcntrale der Gemeinden, Städte und Bezirke Böhmens wurde Landesausschußbeffitzer O. Kypr wiedergewählt. Ministerialrat Abgeordneter JIlDr. Klapka, sprach über die Finanzbedürfnisse der territorialen Selbstverwaltung. Er betonte, daß. ein selbständiges System der Selbstverwaltungssinanzen geschaffen werden müsse. Den Deckungsbedarf der Selbstverwaltung schätzt Dr. Klapka auf rund sechs Milliarden XL jährlich. Aus diesem Bedarf wurden im Jahre 1926 durch Zuschläge eine Milliarde 567,900.000 XL im Jahre 1933 eine Milliarde 444,651.000 XL gedeckt, so daß' das-Erträgnis der Gemeinde-, Bezirks- und Landcszu- schläge um mehr als 100 Millionen XL zurück- gegaNgen ist. Redner sprach sich für eine Hilfe für die Selbstverwaltung und für öffentliche Investitionen aus. Hierauf wurde eine Resolution angenommen, in der die böhmische Selbstverwaltung ihre Forderungen stipuliert. 14 Oer Ruhm dex Kämpfen Don Ja* London Copyright by Universitas Berlin, durch Dr. Präger Pressedienst, Wien . Glendon brach das Schweigen zuerst. „Wie leicht könnte ich Sie zerbrechen", sagte er, und im selben Augenblick fühlte sie, wie sein harter Griff sich lockerte und fast liebkosend sanft wurde. Sie erinnerte sich der Vorliebe des alten preußischen Königs für Riesen und lachte über diese ungereimte Gedankenverbindung, während sie ihm die Hand entzog. „Ich freue mich,. daß Sie heute kamen", sagte er. Dann wurde er verlegen und sagte schnell— und seine Worte widersprachen der warmen Bewunderung, die aus seinen Augen leuchtete: „Ich meine, weil Sie mir vielleicht die Augen geöffnet haben." „Sie haben mich wirklich überrascht", behauptete sie.„Sie müssen ganz anders als andere Boxer sein." Er nickte. „Es war nicht schwer, mich an der Nase herumzuführen. Das beißt, es soll sich erst zeigen, ob man das getan hat. Jetzt will ich es nämlich selbst heraüskriegen, wissen Sie." „Und es ändern?" fragte sie fast tonlos, völlig überzeugt, daß er imstande war, alles zu tun, was er sich vornahm. „Nein, Schluß machen", antwortete er. „Wenn es kein ehrliches Spiel ist, will ich nichts mehr damit zu tun haben. sind so viel ist sicher: dieser Kampf mit Nat Power wird nicht in der sechzehnten Runde enden. Wenn dir Äeußerung des Redakteurs begründet Ist, dann sollen sie alle angeführt werden. Das werden Sie sehen." „Und ich darf dem Redakteur nichts davon erzählen?" Sie war aufgestanden und schickte sich zum Gehen an. „Auf keinen Fall! Wenn er nur geraten hat, so lassen Sie ihm seine Chance. Und wenn etwas faul an der Geschichte ist, dann verdient er es, seine Wette zu verlieren. Es soll ein kleines Geheimnis zwischen uns Heiden sein. Ich will Ihnen sagen, was ich tue: Ich lasse den Kampf nicht bis zur zwanzigsten Runde dauern, sondern erledige Nat Powers in der achtzehnten." „Und ich werde keinem etwas davon verraten", versicherte sie ihm. „Ich möchte Sie um einen Gefallen bitten", sagte er zögernd.„Vielleicht ist es ein großer Gefallen, den Sie mir erweisen können." Ihre Miene drückte eine Fügsamkeit aus, als hätte sie schon alles bewilligt, und er fuhr fort: „Ich bin selbstverständlich überzeugt, daß Sie in Ihrem Interview nichts von unserer Verabredung erwähnen werden. Aber ich gehe noch weiter. Ich möchte, daß Sie überhaupt nicht schreiben." Sie sah ihn mit einem forschenden Blick ihrer grauen Augen an und war beinahe selbst erstaunt über die Antwort, die sie ihm gab. „Gewiß", sagte sie.„Es wird nichts veröffentlicht. Ich werde nicht eine Zeile darüber schreiben." „Das wußte ich", sagte er einfach. Einen Augenblick war sie enttäuscht, daß sie keinen Dank empfing, gleich darauf aber freute sie sich darüber, daß er ihr nicht gedankt hatte. Sie fühlte, daß er sich in dieser Stunde, die er mit ihr verbrachte, eine ganz neue Grundlage schuf, und es drängte sie, alles zu erfahren. „Wie konnten Sie das wissen?" fragte sie. „Das weiß ich nicht." Er schüttelte den Kopf.„Erklären kann ich cs nicht. Aber mir ist. als wüßte ick vieles über Sie und mich." „Aber warum soll ich das Interview nicht veröffentlichen? Wie Ihr Manager sagt, ist es doch eine gut« Reklame?" „Das weiß ich", antwortete er langsam. „Aber ich möchte Sie nicht auf diese Weise kennen. Ich glaube, es würde mir weh ttin, wenn Sie es veröffentlichten. Ich möchte Sie nicht von der geschäftlichen Seite kennenlernen. Ich möchte mich an diese Unterredung am liebsten erinnern als an eine Unterredung zwischen einem Mann und einer Frau. Ich weiß nicht, ob Sie verstehen, was ich meine. Aber so fühle ich nun einmal. Ich möchte es in der Erinnerung behalten als etwas, das zwischen Mann und Frau vorging." Und während er sprach, lag in seinen Augen alles, was ein Mann auszudrücken vermag, wenn er eine Frau anblickt. Sie fühlte seine Kraft und seinen Willen und merkte, daß sie nichts sagen konnte. Sie war verlegen vor diesem Manne, von dem sie gehört hatte, daß er schweigsam und verlegen sei. Wenn ein Mann überzeugend zu reden verstand, so war er es. Er begleitete sie zu ihrem Wagen, und es durchzuckte sie noch einmal» als er sich verabschiedete. Ihre Hände trafen sich» und er sagte: „Eines Tages sehe ich Sie wohl wieder. Ich möchte Sie Wiedersehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß das letzte Wort zwischen uns noch nicht gefallen ist." Und als der Wagen fortrollte, bemerkte sie bei sich selber ein ähnliches Gefühl. Sie hatte diesen sehr beunruhigenden Pat Glendon, den König der Boxer, nicht zum letztenmal gesehen. Als Glendon wieder den Trainingsraum betrat, stieß er auf seinen bestürzten Manager. „Warum haben Sie mich hinausgcwor- fcn?" fragte Stubener.„Wir find fertig mft- einander. Sie haben was Schönes angerichtet. Sie sind noch nie mit einem Reporter allein gewesen, und jetzt werden Sie ja sehen, was herauskommt." Glendon, der ihn kühl aber belustigt betrachtet hatte, machte Miene, ihn stehenzulassxn, dann aber änderte er seinen Entschluß und sagte: „Gar nichts kommt dabei heraus." Stubener sah ihn scharf an. „Ich bat sie, nichts zu schreiben",, erklärte Glendon..... Da konnte Stubener sich nicht länger beherrschen. „Als ob sie sich einen solchen Bissen- entgehen ließe!" Glendon wurde noch kälter, und seine Stimme klang hart und schneidend. „Es wird nicht veröffentlicht. Tas hat sie gesagt. Und daran zu zweifeln, hieße sie zur Lügnerin stempeln." Die irische Flamme loderte in seinen Augen, und Stubener, der es sah uüd der auch bemerkte, wie beide Fäuste sich vor Zorn ballten, Stubener, der die Kraft dieser Fäuste und auch den Mann, der ihm gegenüberstand, kannte, wagte nicht mehr zu zweifeln. VN. Stubener brauchte nicht lange um heraus« zufinden, daß Glendon die Absicht hatte, die Entscheidung des Kampfes hinauszuschieben, wenn er auch trotz allen Versuchen nicht die Zahl der Runden feststellen konnte. Er verlvr jedoch keine Zeit, sondern traf entsprechende Verabredungen mit Nat PowerS und dessen Manager. Powers hatte ein getreues Gefolge von Wettenden, und dieses Wettsyndikat durfte nicht um seine Ernte gebracht werden. .(Fortsetzung folgt.).
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16 (22.5.1936) 120
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