«r. 187. Mittwoch, S. Ault 1936 Seite tudctendeutsdier Zeitspie&et An alle Eltern I Wendet Buch an die Stf'Jugendschutz* stellen Taguni der deutschen sozialdemokratischen Herzte in Komotau Während des Atus-Bundesfestes fand in Komotau.die Jahresversammlung der deutschen sozialdemokratischen Aerzte statt. Am Samstag fanden sich unsere Aerzte-Genossen in den städtischen Parlsälen zusammen. An die- fer Zusammenkunft nahmen auch die Minister Genossin Dr. C z e ch und Jng. NeöaS teil, welche mit großer Freude begrüßt wurden. Ver­treten waren auch die sozialdemokratischen Juri­sten durch den Genossen Dr. Wiener, begrübt wurde die Versammlung im Namen der Bezirks­behörde durch Herrn Dr. Klaus. Als erster referierte Genosse Doz. Dr. Grüsch- la überAktuelle Fragen des Gesundheitswesen»". Er führte aus, daß wir im Gesundheitswesen in einer UebergangSepoch« stehen, in der man sich ge­wöhnlich nicht der erreichten Fortschritte, sondern nur der Unzulänglichkeiten bewußt wird. Die sozialisti­ schen Aerzte müssen bei schärfster Kritik alle Ereig­nisse mit den für die Gesellschaft anzustrebenden Zielen prüfen. Der Mick In die Vergangenheit ist unfruchtbar, unwissenschaftlich und unärztlich. Die Freiheit der BerufSauSübung früherer Zeiten würde bei der groben Zahl der jetzt wirkenden Aerzte un­möglich sein- Der frühere Hausarzt war nur für die Besser-Situierten da, seine Leistung würde dem heutigen Stande der Diagnostik und Therapie nicht mehr entsprechen; hier gilt nur die ärztliche Koope­ration, welche an modernen Krankenhäusern und KrankenversicherungSanstaltcn schon durchgeführt ist. Die sozialistischen Aerzte bekennen sich unbedingt zum Versicherungswesen, müsse» aber tadeln, dab ärztliche Gesichtspunkte bei der Gesetzgebung und Verwaltung zu wenig berücksichtigt werden. Er führt« weiter au», dab«» im Bereiche de» ärztlichen Wirken» nur eine wirksame Methode de» Sparens gibt, da» ist die vollkommene zureichende ärztliche Leistung. Da» gilt übrigen» für alle Gebiete des Gesundheitswesen». Die Forderungen der sozialisti­ schen Aerzte'beschränken sich nicht auf da» Gebiet der Sozialversicherung. Seit jeher wird der Grundsatz der Unteilbarkeit de» Gesundheitswesen» Verkünder. Auf zwei Gebieten wird zu der grundlegenden Neu­gestaltung geschritten werden müssen und ztvar auf dem Gebiete de» Krankenhaus wesen » und auf dem Gebiete der Gesundheitsfür­sorge. Der Redner wie» darauf hin, dab die sozialistischen Aerzte der Ganzheitsbestrebung in der Medizin die kollektive.ärztliche Arbeit entgegensetzen, und bezeichnete die'üon Ministcc'Gcnosfcii Dr. Czcch in seinem Expose hervorgehobene Aufgabedie Sorge um den unbekannten Kranken" al» die wichtigste. Seine Ausführungen schloß der Referent mit der Aufstellung einer Reih« von Grundsätzen, von wel­chen nur folgende hervorgehoben werden sollen: Das Gesundheitswesen ist unteilbar. Für die Gesund» heitsfürsorge sind die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Der Träger des Gesundheitswesen» ist die örtliche Selbswerwaltung. Die Gesundheitsfürsorge hat al» pflichtgemäßer Bestandteil der öffentlichen Verwaltung zu gelten. In den Vordergrund der aktuellen Aufgaben find zu stellen: dt« ärztliche Ge­werbeaufsicht und die Regelung der Behandlung der Arbeitslosen und ihrer Familien. Auch auf dem Gebiete der Beruf-erkrankungen kann nur die Früh­erkennung und Behandlung Erfolg haben. Die Arbeitslosen sollen im Falle der Erkrankung die Behandlung und Beistellung von Arznei- und Heil­mitteln nicht erbetteln, sondern rechtmäßig erhalten. Man kann nicht ungestraft einen Sektor der Volks­gesundheit vernachlässigen. Zu dem Referat des Gen. Dr. Gruschka .meldete sich sofort der Minister für das Gesund­heitswesen, Gen. Dr. Ezech zum Wort. Er teilte mit, dah er in allen Punk­ten mit den von Gruschka aufgestellten Richtlinien übereinstimme und verwies auf sein Expose im GesundhettSauSschutz. Die Vorarbeiten für ein neuen GesundheitSgesetz das bis­her bestehende stammt au» dem Jahre 1870 und entspricht keineswegs mehr den heutigen Kennt­nissen und Verhältnissen werden getroffen. Die Vorarbeiten zu einem neuen Kranken- hauSgesetz sind im Gange. Auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge erwähnt der Minister di« Versuche der amerikanischen Lebensversicherungs­gesellschaften zur Früherkennung und Behand­lung von Erkrankungen und die Wichtigkeit dieser Aufgabe im Gesundheitswesen unserer Republik . Für die g e w e r b l i'ch e Inspektion fehlen noch genügend vörgebildet« Fachärzte und es wäre daher dringend notwendig, durch Errichtung einer LehrkanzelfürBerufser krankun- g e n geeignete, qualifizierte Fachärzte vorzubil­den. Auf dem Gebiete der Heilfürsorge für Arbeitslose zeigt der Minister die ungeheuer­lichen Schwierigkeiten aus, die sich ihm bei dem Versuch der Organisierung dieser Heilfürsorge entgegenstellcn. Der Minister weist daraus hin, daß er nur in Zusammenarbeit mit der Aerzte- schaft und insbesondere mit dem Minister Genos­sen Jng. NeLaS diese Probleme lösen will. Minister Genosse NeLaS dankt für die Begrüßung und unterstreicht beson­ders die Zusammenarbeit mit dem Gesundheits­ministerium. Genosse Dr. Popper lobt die Tätigkeit Dr. CzechS in der Frage der Kinder- Fabrlkbesetzung In Kunau Erfolgreicher Abschluß eines Kampfes Wir haben schon berichtet, daß in der Hanf­spinnerei in Kunau die Arbeiterschaft infolge der herrschenden unerträglichen Verhältnisse und niedrige» Löhne gezwungen war, die Arbeit einzustellrn, ohne den Betrieb zu verlassen. Dieser Zustand dauert von Mittwoch, den 1. Juli, bis SamStag, den 4. Juli, abend». SamStag gelang e» nach recht schwierigen Berhandlungen im Bei­sein der Vertreter der Bezirksbehörde und deS GewerbeinspektorateS endlich nach zehnjähriger vertragSlofer Zeit, einen Kollektiv- und Lohn­vertrag abzuschließen. Somit endete dieser in mustergültiger Disziplin gesührte Kampf mit einem vollen Erfolg für diie Arbeiterschaft. Bor zehn Jahren haben die Kommunisten in Kunau al» Alleinherrschende alle» zertrampelt und ruiniert, habe» die Arbeiterschaft verwagloS gemacht und haben sie durch gehn Jahre hindurch dem Angriff und Wüten der Betriebsleitung ge­genüber wehrlos gemacht. Diese» Unrecht wurde nun durch da» mustergültige Zusammenarbeiten der Arbeiterschaft mit de» BertrauenSleutrn der Union wieder gutgemacht. So geschloffen, wie die Arbeit niedergelegt wurde, hat die Belegschaft Montag, den 6, Juli, die Arbeit wieder ausgenommen. Machtvoller Bezirksarbeitertag In Wigstadtl Das rote Wigstadtl erlebte SamStag und Sonntag eine wuchtige Veranstaltung der sozial­demokratischen Arbeiterschaft. Die BezirkSorgani- aktionen und hebt besonders hervor, daß Ezech im Verein mit den Genossen R e m e 6 und Meißner die Forderungen der Aerzte in der Frage der Erwerbsteuer unterstützt hat und ihnen die Möglichkeit gibt, mit seinem Ministerium zu­sammen für die Volksgesundheit zu arbeiten. Zur Diskussion sprachen noch die Genossen Dr. Gat­termann- Prag und Dr. Singer-Boden­bach. Sehr interessant waren die Ausführungen de» Genossen Prof. Dr. OSkar Fischer Uber traumatische und Rentenneuro­sen, in welchen er das große Problem für, die Sozialversicherungsanstalten nach dem heutigen Stande der wissenschaftlichen Erkenntnisse behan­delte. In der Diskussion sprach Genosse Dr. S a- j e t h, Amsterdam , welcher zu dem Vortrage«ine Kasuistik aus seinem Lande beibrachte. Am Sonntag fand die Generalver­sammlung des Vereines dec deutschen sozialdemokratischen Aerzte in der Tschechoslowa­ kei statt, in der zuerst Genosse Dr. H o l i t s ch e r über die Arbeiten des Vereines Im vergangenen Jahre berichtete,.Genosse Dr. Neumann sei­nen Bericht als Kassier erstattete und Genosse Dr. Fabian mit besonderer Freude die Voc- wärtsentwicklung der einzelnen Sektionen der sozialistischen Aerzte-Jnternationale mitteilen konnte. Genosse Dr. Popper al» Vertreter der tschechischen sozialistischen Aerzte gab ein Bild von den Arbeiten seiner Sektion. In der Debatte sprach noch Genosse Dr. Fried, Brünn , Genosse Dr. Gruschka, Aussig , Genosse Dr. Gattermann, Prag . Nach einer eingehenden Debatte Uber die nächsten Aufgaben des Vereines schritt man zu den N e u w a h l e n, in denen einstimmig der alte Ausschuß wieder ein­gesetzt wurde. Die Aerzte beieiligten sich dann an dem Festzuge des AtuSfesteS, wo sie mit Freude be­grüßt wurden. sation hatte"zu einem Bolkstag aufgerufen, zu dem viele Hunderte Sozialisten aus der nahen und weiten Umgebung erschienen waren. Sams­tag abends war im Garten des Arbeiterheims«in Begrüßungsabend, an dem sich 800 Personen be­teiligt hatten. Ein Arbeilerorchester, die Arbeiter­sänger und die Turner und Turnerinnen bestrit­ten das Programm. Der Festzug, der sich Sonn­tag morgens durch die Straßen bewegte, hatte 1500 Teilnehmer. Die Stadt war festlich ge­schmückt. ... Auf dem Marktplatz fand eine politische Kundgebung statt, bei der der rot« Bür­germeister von Wigstadtl , Karl Mader, und der roten Bürgermeister von Jägerndorf , Ernst Rich­ter, unter stürmischem Beifall der Anwesenden Ansprachen hielten. Am Nachmittag war im Garten des Arbei­terheims frohes Festtreiben. Auch dieser Bolkstag hat bewiesen, wie stark und lebenskräftig unsere Bewegung in Schle­ sien ist. Da» Kellner-Wettrennen. In dem allzu krampfhaften Bemühen, die Karlsbader S a i s o n zu beleben, ist ein findiges Vergnü- gungskomite« auf den ausgefallenen Gedanken gekommen, zur Belustigung der exklusiven Kur­gäste einKellner-Wettrennen nach Pariser Mu st er" zu veranstalten. Ob da die in tiefem Elend steckenden Karlsbader Kellner ihren gesunkenen Einnahmen nachjagen sollen und ob sich die arbeitslosen Kell­ner an diesem Saison-Clou beteiligen werden, haben die genialen Renn-Manager bisher nicht mitgeteilt. Wieder haben sich die Schultore hinter tau­senden Jungen und Mädeln geschlossen, von denen doch in den nächsten Wochen sehr viele Lehrstellen antreten werden. Leider werden beim Eintritt in die Lehre von vielen Eltern nicht die geschlichen Bestimmungen beachtet, die den Schutz des Ler­nenden im Auge haben. Schwere Unzukömmlich­keiten, Verlust einer jahrelangen Lehrzeit ent­stehen aus dem Nichtabschluß oder der mangel­haften Durchsicht der Lehrverträge usw. I» tau­senden Fällen haben dann die Funktionäre des Sozialistischen JugendverbandcS eingreifcn müs­sen, leider oftmals als es bereits zu spät war, um die Benachteiligung ganz oder wenigstens teil­weise verhindern zu könne». Deshalb der Mahnruf an alle Arbeiter­eltern: Wendet Euch vor Antritt erirer Lehrstelle durch Eure Kinder an die nachstehenden Jugend- schntzstellen des Sozialistischen Jugcndverbandes: Franz M a t e r n a, Brünn , Merhaniova 13; Kreiösekretariat der SJ. Karlsbad, Volkswille; Kreissekreiariat der S2, Bodenbach , Am Gra­ben 1043; Sozialistische Jugend, Prag II., Närodni 4, (DSAP); Laci Rubin, Preßburg , Jägerzeile 29; Georg Ml n aiik, Reichenberg, Johannes- gasse Nr. 5; Kreissekreiariat der S8, Sternberg, Arbeiter­heim; Karl Korschinsky, Choteschau Nr. 325 bei Pilsen ; Rudolf P r ok o p, Kaplih-Bahnhof, Südböh­mischer Konsumverein; Kreissekretariat der SJ, Teplitz- Schönau , Uherrstraße 7; Franz Schober , Trautenan, Kreuzplah 2; Leo Z a h e l, Troppau , Ottendorferstraße 10, V- Millien Jugendfürsorgekarten verkauft! Ein Jahr ist kaum vergangen, seitdem die Deutsche Lan- derkommiffion für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Reichenderg die Kinderpostkarten der Deutschen Jugendfürsorge herauigab. In dieser kurzen Zeit sind wett über 800.000 Stück verkauft worden. 800.000 Stück bedeuten eine Roheinnahme von Kfi 150.000. und wenn wir die Erzeugungskosten, Porto, Verpackung und alle ähnlichen Ausgaben ab­ziehen, Ki 100.000. Reingewinn. Dieser Betrag mag manchen, der die Gesamtleistung der Deutschen Jugendfürsorge kennt, gering erscheinen. Und doch, wer sich die Mühe nimmt zu errechnen, wieviel Kin­der durch diese ttö 100.000. ein warmes Essen bereitet werden kann, wieviel Schuhe, Kleider, Wä­sche sie bedeuten, in welchem bedeutendem Maße durch sie die Mütterberatungen, die Mutterschulung oder die anderen Fürsorgemaßnahmen gestützt wer­den können, der begreift ganz, welchen großen Anteil die kleinen Postkarten beim Jugendschuhwerke haben I Wer die Jugendfürsorgekarten verwendet, hilft mit am großen Werke, ohne eine besondere Ausgabe machen zu müssen. 50 Heller kostet eine Karte in Kupferttefdruck, Weltpostsormat und Büitenschnitt. Soviel kostet jede andere Postkarte auch. Erhältlich sind die Karten bei allen Äezirksjugendfürsorgen, Mütterberatungsstellen und bei der Deutschen Lan« deSkommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Reichenberg , Waldzeile 14. Ein Dutzend kostet Ki 6.. Eine einfache Bestellkarte genügt. Nach­nahme oder Geldbetlage sind nicht notwendig. Wer nur«inen kleinen Versuch machen will, erhält von der Deutschen LandeSkommission gegen Einsendung von 70 Heller in Marken eine Probekarte. Fahrpreisermäßigungen zur Relchenberger Mu­stermesse. l!6. bis 28. August.) Den Ausstellern und Eiükäufern der 17. Reichenberger Messe wer­den folgende Fahrpreisermäßigungen gewährt: Auf den tschechoslowakischen Bahnen 88%, für ausländische Messebesucher bei Fahrten über 100 Kilometer 50%. Auf ausländischen B a h n e n: In Bulgarien , Dänemark , Deutschland , Schweiz 25%, Italien 80%, Litauen , Oesterreich, Polen , Ungarn 88%, Estland , Griechenland , Jugo- > slawien, Lettland , Rumänien 50%. Prager deutsche Sendung Im Juni ' In den dreißig Abendsendungen wurde eine Füll« von Material dem aufmerksamen Hörer gebo­ten. Er konnte sich ebenso gut bei dem leichten musi- kalischen Sendungen unterhalten, wie bei den R e- portagen au» dem mit allen modernen Mitteln der Meldeübertragung auSgestatteten Presse bü­re au in Prag und au» unseren großen, westböh- mischen Kurorten. Hier bildet sich ein beson« derer Stil der Sendungen au». So klein unsere deutschen Städte im Vergleich mit denen Deutsch­ land » sind, so stark, ist da» kulturelle Leben in ihnen aulgeprägt. Die vielen Theater, mit den eigenen Orchestern, die^gut geleiteten Gesangvereine erge­ben ein Bild pulsierenden kulturellen Leben». Nur möchten die.bürgerlichen Gesangverein« ihre Lieder« täfel«! endlich aufgeben und ihre Programme revi­dieren, sonst wirsen Konzerte, wie das de» Jglauer MänNerg«'sang verein es.un­interessant. Prof. Leo Franz vermittelte'mit dem Verhältnis mäßig kleinen Chor der deutschen Mustkäkqdemte Webers G-dur-Missa in aller Schönheit, tvobei ein klarer Sopran besonder» auf­fiel. Sehr schön war auch die für, den Rundfunk bearbeitet« Straußssche Operette: Da» Spitz«'n« tuch d«.r Königin. Wir hätten aber«in« wichtiger« künstlerisch« Aufgabe auf diesem Gebiet zu erfüllen. Offenbach ist au»,dem reichsdeutschen Sender' verbannt. Er hat soviel Schöne»' geschaffen, da» wert M dem Vergessen des deutschen Hörer» entrissen'zu werden." Wir sind dankbar, wenn wir echt« Kunst aus dem Lautsprecher hören, wie wir un» freuen, daß ui;» Shakespeare » Sprache au »Li« be, Lustund Lied" so glücklich klang. In der Handlung war das Spiel nicht ganz klar, da der Szenenwechsel nicht immer deutlich verständlich wurde. Frantisek SrameksSomme r" fand gleichfalls eine aus­gezeichnete Wiedergabe. Interessant war die Erst­aufführung von Geisha-G«dichten Kla­hn nd» mit der einfühlenden Musik Holländers, von Frau Freu d-M a r 11 hinreißend gesprochen. Nur möchte die Rundfunlleitung. anordnen, daß durch nachfolgende Schallplattensendungen die- Stimmung solcher Sendungen nicht zerstört werde. Unsere Arbesiersendungen bleiben nach wie vor führend. ES ist nütwendig, daß gerade unser« Volks­wirtschaftler öfters zu Worte kommen, die unsere Auffassungen anhand«Ine» großen Wissens ver­dolmetschen, wie es Genosse Schwarz verstand/ der, in klaren, jedem verständlichen Worte» von der^ Notwendigkeit der Umgestaltung der Wirtschaft zu, überzeugen vermochte. Seine Definition von der, volksfeindlichen und vollsfreündlichen Wirtschafts­politik und die Gegenüberstellung von Kapitalsrente' als volksfeindlich und Sozialrente als volksfreund­liche Wirtschaftspolitik wird-wohl jeder begriffen­haben.-Auf'Grund unleugbarer Tatsachen setzte et: sich gerade mit dem Wirtschaftssystem de» drittens Reiche», auseinander, da» er al» volUfeindlich dar­stellte. Aber auch seine Forderungen nach Hebung der.' Massenkauflraft und de» Massenverbrauches warem ausgezeichnet. mit Material-fundiert. Ein Portragj Prof. Rauchbergs über unsere sozialen- Versicherungen in der Krise war span, nend wie ein Roman. Die Fülle de» Material» und die moralische Kraft der Tatsachen ergaben ein Bild Überragender sozialer Leistung, aber auch die Über­zeugung, daß unsere Sozialinstitui« kostbar« Güter für den arbeitenden Menschen und den Staat sind, di« wir mit allen Mitteln schützen müssen. Franz Schön, ein Mann au» einem Selbstverwaltungs­körper, schilderte die Sorgen, die heute all« unsere öffentlichen Funktionäre zu tragen haben und seine Forderung an die Bürokratie, nicht der Aufbauarbeit unnötige Hindernisse entgtgenzustellen, sei gern un» tersttzt. Edmund' Reichl au» Komotau erswttete Bericht Über die Fülle freiwillig und opfermütig geleisteter Vorarbeiten für da» Atu»-Bundes- s e st. M« lebendig daS geistige Leben in der deut­ schen Sozialdemokratie ist, bestätigten zwei Bücher­referate/ Da» eine hielt Archivrat Dr. Moucha über das Buch de» Geaossen I ak s chVolk und Arbeitet". Dr. Moucha» grsindliche, sich tief in da» Werk de» zu besprechenden Buche» einlebende Art erwies sich -gerade bei JakschenS Buch al» wertvoll. Nicht we­niger ernst, in rethorisch und sprachlich ausgefeilter Form sprach Genosse Goldschmidt über Men. Dr. Emil FranzelS BuchHie abendländische Re- volution". Besonders wertvoll HI« offen«, vor dem. Mikro­phon ohne Konzert durchgeführte Diskussion zwischen unserem Genossen,Wenzel Jaksch mit den beiden tschechischen Politiker!! Prof. Kozäk und Dr. Kaplar. Das Problem der geistigen Einstellung der Deutschen zum Staat ifnd seinen Bedürfnissen jvap'hie Grundlage der Aussprache, die damit endete, daß' Man gemeinsam konstatieren konnte: wir wollen alle» unterstützen; waS unS tn der Gegenwart vor, bindet; wir wollen aber auch alle ReibungSflächen vermindern zu dem einen Ziel: Erfüllung der un» gestellten sozialen Aufgaben I Hoffentlich finden solche Aussprachen recht oft statt. Notwendig wäre e», den Diskussionspartnern de» Rat erteilen, sie mögen jeweils in wenigen Worten in ihrer Muttersprache daS wiederholen, was der Vorredner in dec anderen Sprach« ausführte, damit auch jeder Hörer, der nur eine der Sprachen versteht, der Diskussion folgen kann. Wir hören gern, wenn uns die Landwirt« von ihren Sorgen erzählen, ivir würden gern ein­mal hören, wi« sie sich ihre politische Zukunft vor­stellen- Wir hören gern, wenn un» z. B.-Männer dec christlichen Gewerkschaftsbewegung von ihrer Arbeit erzählen, aber fehl am Platze sind solche Vorträge, wie die eine» Bertreter» der christlichen Bergarbeiter. Wenn die eigene Leistung an arbeitslose Bergarbeiter in einem Jahr nur Kk 56.000. betrug und dann die Einheitlichkeit der Gewerkschaftsbewegung al» notwendig im sozialen Kampf gefordert wird, führt sich diese Spsitter- Gewerkschaftsbewegung selbst ad absurdum. Unser Rundfunk ist beweglich geworden. Er gibt dem Wissenschaftler/ wie dem Politiker, dem Arbei­ter wie dem Künstler Betätigungsmöglichkeit, und: wir wollen unsere Betrachtung mit der freudigen Zustimmung zu den Worten der großen Schauspiele­rin E l s« L« h m ä n n schließen, die sie als Siebzig­jährige allen Deutschen dieses Staates durch den Äther zurief:.Sie mögen begreifen, wie gut e» sich hier leben läßt, in Freiheit und Demokratie! i Richard Bäuml,