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gen verfolgen. 4. Mit den Deutschen ( wenn es überhaupt notwendig ist) sich polnisch unterhalten. 5. Keinem Deutschen irgendeine Arbeit geben. 6. Keinem Deutschen auch nur einen Fußbreit polnischer Erde abtreten. 7. Den deutschen Ueber­mut durch Besuch deutscher Lokale nicht unter­stüßen. 8. Deutsches Geschreibsel weder abonnie ren noch lesen. 9. eine deutschen Was ren taufe n. 10. Seinen deuts schen Arbeiter beschäftigen."

Das sind also die Ergebnisse der deutsch polnischen Zusammen= arbeit gegen Rußland !

Mittwoch, 26. August 1936

Nr. 198

Regierungstruppen in Cordoba

Der Ring um Saragossa schließt sich

Aus Paris wird gemeldet, daß die Regierungstruppen bereits in die Stadt Cor doba eingedrungen sind. In den Vorstädten wird bereits heftig gekämpft. Die Nachrichten, daß Rebellentruppen massenhaft in das Regierungslager überlaufen, bestätigen fich. Mit der vollständigen Besetzung Cordobas ist für die nächsten Stunden zu rechnen. Die Regierungs­truppen haben Artillerie gegen das Zentrum der Stadt eingesetzt. Amtliche Berichte aus Madrid besagen, daß auch der Fall Oviedo 8 unmittelbar bevorstehe.

Standgerichtsurtelle

befindet sich auch der Sohn Primo de Ris beras.

Havas meldet ferner, daß drei Stammes­häuptlinge aus der Nif- Gegend auf Befehl Ge­neral Francos füfiliert worden seien, um auf die Stämme Eindruck zu machen. Diese Woche sind auch zwei Eingeborenenführer der Gegend von Die einzige innerpolitische Folge, die eine Reuter meldet: Kapitän Ab yo, Kom­Dieb Allas füfiliert worden. Pascha Remiki wurde Abkehr der Tschechoslowakei von ihren Bündnissen mandant der Regierungstruppen, die den Angriff und eine Wendung nach Berlin haben könnte, auf Mallorca unternehmen, teilte dem Präsiden­Montag wurden im Gefängnis von Malaga vom Kriegsgericht von Tetuan zu lebenslänglicher wäre ja wohl in weiterer Sicht ein scharfer ten Companys mit, daß die Aktion einen zehn Marineoffiziere des Torpedobootzerstörers Haft verurteilt, und der Führer der nationalisti­Rechtskurs in der Tſchechoslowakei . Nun, die Her- günstigen Fortgang nehme. Fünf Regierungs- Churruga" und des Torpedobootes Sanchez fchen Partei in Tetuan, Mohamed Benani, ist an ren Preiß, Stříbrný, Vraný, Gajda, würden uns flugzeuge haben gestern mit großem Erfolg die Barcaistegi", die vom Kriegsrat wegen Teilnahm den Verletzungen, die er sich bei einer körperlichen nicht anders behandeln als die polnischen Ober- Stadt Huesca bombardiert. Der Kriegs- an der Aufstandsbewegung zum Tode verurteilt Strafe zuzog, gestorben. Diese Borkommnisse rie­fen in ganz Spanisch- Marokko bei der Einge­ſten ihre Minderheiten. Die Národni Politika" minister teilte gestern nachmittags durch den waren, hingerichtet. und die Stříbrný- Blätter würden als Regie- Madrider Rundfunk mit, daß die Regierungs- Kriegsgericht in Madrid nach Untersuchung über Bis jetzt sind schon etwa 400 Freiwillige aus Ma­Nach einer Blättermeldung hat das Oberste borenenbevölkerung eine gewiffe Erregung hervor. rungsblätter nur noch gehässiger schreiben als truppen eine Sturmkolonne der Aufständischen heute und nicht anders, als auch die polnische zurückgeschlagen haben, die aus Saragossa einen den Brand in einem Madrider Gefängnis meh- rokko nach Malaga zu den Regierungstruppen Presse gegen die deutsche Minderheit schreibt. Ausfall unternommen und versucht hatte, den sie rere Todesurteile gefällt. Unter den Verurteilten gereist. umschließenden Kreis der roten Miliz zu durch­brechen. Die Regierungstruppen haben vier Ge­schütze sowie zahlreiche Munition erbeutet und einige Gefangene gemacht.

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Nach einer Havas- Meldung hat die Bom­bardierung der Stadt Jrun durch Flugzeuge nur geringe Schäden verursacht.

Franco meldet Sieg

Kritik an Baldwins Spanien- Politik

Englische Blätter gegen die Preisga be demokratischer und englischer Interessen

Die ganze große Mobilmachung" der Sude­tendeutschen durch den Trommler Konrad Hen­ lein , der ganze Straftaufwand der reaktionären Sammlung iſt, vom sudeten deutschen Standpunkt gar nicht etwa von einem reinen Parteistandpunkt aus geschen cine beispiellose Kraftverge u dung. Er setzt die politischen Energien eines Während die äußerste Rechte in England[ ben von Sir Abe Bailey Beweis, das der ,, Daily Großteils unseres Volkes nicht für unsere sude­wie in allen anderen Ländern ihre Sympathie Telegraph" veröffentlicht. Es heißt darin: tendeutschen Lebensinteressen, sondern für die In­Die Siegesmeldungen des Senders in Se- mit den spanischen Rebellen offen bekundet und teressen des preußischen Imperialismus ein, die villa werden um so eifriger wiederholt, je weni- Rothermeres Daily Mail" soweit geht, zu be- Mussolinis Traum, das Mittelmeer in einen_ita­,, Ein Erfolg des Generals Franco würde den sudetendeutschen gerade entgegengesetzt sind. Dieselben nationalistischen Politiker, die jetzt, der sie die Bevölkerung glaubt. So behauptet Ge- haupten, daß die spanische Regierung das Chri- lienischen See zu verwandeln, der Verwirklichung neral Franco, daß die Regierungstruppen bei stentum vernichte und den Pöbel bewaffne und näher bringen und auch Deutschland jenen Stüß­dreißig Jahre nachher, darauf kommen, daß die Cordoba zurückgeschlagen worden seien und daß damit aufgehört habe, eine legale Regierung zu punkt in Marokko geben, um dessentwillen es 1911 Deutschradikalen im alten Oesterreich nicht für Voltsinteressen, sondern vielfach für den volks- sich die Nationaliſten am rechten Ufer des Ebro sein, werden immer mehr Stimmen laut, die die Welt beinahe in einen Krieg gestürzt hätte. in Arragonien festgesetzt haben. Die Regierungs - sich gegen Baldwins betonte Zurückhaltung und Die Absichten des Duce find völlig klar. Während fremden Imperialismus der magharischen Gentry und der polnischen Schlachta oder der Wiener abteilungen vor Huesca und Saragossa sollen nach die Paſſivität der englischen Außenpolitik wen- er in Abessinien festgefahren ist und den briti­Herrenschichte gekämpft haben, machen es jetzt noch diesen Berichten dezimiert worden sein. Der Ent- den. Die schärfste Kritik übt der sozialistische schen Widerstand fürchtet, hat er keine Zeit ver= dümmer, indem sie das Volk für einen auch noch sa Toledos werde vorbereitet. staatsfremden, großpreußischen Im­perialismus fämpfen lassen, statt für seine eigene Sache.

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Ein Monarchist

,, Daily Herald". Er erinnert an die Worte Baldwins, Es ist unsere Pflicht, der Welt zu zeigen, daß die Demokratie unseres alten Lan­des in ihrem Willen ebenso entschlossen sein kann wie irgendeine Diktatur". Und der Daily He­rald" fügt hinzu:

Lachen zu bringen. Vom Führer der größten ,, Das genügt, um Hitler und Mussolini zum und ältesten europäischen Demokratie hört man nur schöne Reden. Und wenn eine junge euro­ päische Demokratie um ihr Leben kämpft, hört

loren, um eine schwarze Armee auszuheben, einen neuen Kampf im Westen des Mittelmeers zu entfachen und General Franco die Mittel zu ge= dem die spanischen Rebellen zuversichtlich, aber, ben, sich einen schnellen Erfolg zu sichern, mit zum Glück für uns, irrtümlich gerechnet haben. aus dem einfachen Grunde, weil er keinen Streit Die Politit Hitlers ist komplizierter und unklarer, mit Großbritannien wünscht, bevor er sich nicht endgültig mit Rußland auseinandergesetzt hat.

für die spanische Reglerung Daß die sudetendeutsche Politik in Böhmen , Graf Romanone s, der ehemalige spa­ in Mähren und Schlesien wurzeln muß und nicht nische Ministerpräsident, der nach den Meldungen in Preußen, daß sie unseren Interessen dienen der bürgerlichen Hezpresse von den Miliztruppen muß und nicht der Berliner übrigens sprung als Geisel erschossen worden sein soll, ist in haften und richtungslosen Politit, das sagen Frankreich eingetroffen. Er sagte einem Journa wir keineswegs nur, weil in Berlin Hitler regiert. listen der Volksfront, daß er in der Gefangen­Wir würden es sagen, welches Regime immer in schaft der Regierungstruppen gut behandelt wor- man nicht einmal eine Nede. Nicht ein Wort Das Deutschland der Hohenzollern ist von einem Berlin am Ruder ist, und wir haben diese These den sei. Er habe die bürgerlichen Parteien schon der Sympathie oder Ermutigung für ein Volt. Weltbündnis besiegt worden. Das Deutschland von der notwendigen politischen Selbst- immer beschworen, die in Spanien notwendigen beſtimmung ja auch gegen die kommu= Reformen durchzuführen. Den Aufstand der Ge- das heldenhaft für die Freiheit fämpft. Aber Hitlers will die besiegen, die ihm im Wege stehen, niſt iſ de filialpolitit jederzeit vertreten. Dieſe nerale billige er nicht. Die jetzige ſpaniſche Res ben den faſciſtiſchen Regierungen kommen Aeros einen nach dem anderen, wobei es den gefähr­unsere wirflidh i u de ten deutsche Poli- gierung sei die legitime, fie allein repräsentiere plane, um die mauriſchen Söldner des Faschismus ehten Geaner bis zum Ende aufſpart. Unſere tit wird sich durchſeßen, aber das Volk wird es das spanische Wolf. Graf Romanones ist über- ins Land zu bringen, Aeroplane, die Bomben Regierenden und Patrioten mögen bedenken, was auf die Regierungsflotte werfen, Aeroplane , die die italienische Beseßung Abessiniens für die bezahlen müssen, wenn es dank der Führung durch zeugter Monarchist. Spaniens Städte und ihre Bevölkerung zerstören Luftverbindung zwischen Südafrika und Britan die vorgeblich, Sudetendeutsche" Partei den m sollen. Und wenn die Massen der Mauren und nien bedeutet und was eine Besißänderung der weg über Berlin und für preußische Legionäre alle herübergekommen sein werden und Balearen und eine Konzession" in Spanisch­Interessen geht! Franco und Mola mit modernen Luftwaffen ver- Marokko für Gibraltar und unsere Handelswege sorgt sein werden, dann werden vielleicht die bedeuten fann. Napoleon sagte, daß ein europäi= faschistischen Mächte gnädig geruhen, einen Nicht- scher Krieg ein Bürgerkrieg ist. Heute hat das einmischungspalt anzunehmen, der die spanische Flugzeug den Weltkrieg zum Bürgerkrieg ge­Regierung aller Hilfe berauben und, wie sie hof fen, ihr Schicksal besiegeln wird. Die britische Führerschaft" ist damit sicherlich auf ihre tiefste Stufe gesunken."

In Kürze:

Paris . Dienstag um 20 Uhr 55 traf mit dem Flugzeug der deutschen Lufthansa in Le Bourget Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident

Dr. Schacht ein.

Wien . Die Polizeidirektion in Wien hat den Verein der ungarischen Emigranten aufgelöst.

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3ommy Barbox macht Revolution

Roman von Fritz Bondy

Fulvia hatte mit der Hälfte eines ihrer rosi­gen Ohren das Gespräch angehört.

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,, So laß ihn doch den Marullo singen, wenn er es sich zutraut. Agoſtin ist der musikalischeſte von der ganzen Truppe, er könnte jede Rolle fingen."

,, Vor allem den Rigoletto", warf der Tenor Boretti ein, dem der liebe Gott zu den sprichwört lichen Verstandeskräften seiner Stimmlage auch noch ein gerütteltes Maß von Taft und Humor verliehen hatte.

Agostin hörte dergleichen Neden kaum mehr an, er war daran gewöhnt; seine Augen waren groß und schwarz auf Fulvia gerichtet.

Widerlegte Greuelmeldung Rom. ( Stefani.) Gegenüber den Nach­richten aus Pariser Quelle, wonach der spanische Kardinalerzbischof von Tarragona Vidaly Barraques in Spanien ermordet wurde, wird bekannt, daß der Kardinal, der sich bei Ausbruch der Revolution in Barcelona befand, mit Hilfe des italienischen Konsuls nach Italien geflüchtet ist. Erweilt in Italien . Auch die spas nischen Bischöfe von Cartagena und Tortosa sind nach Italien geflüchtet.

geben...? Ich könnte jede Rolle singen, ohne hinunter zu schauen."

Es war feine Zeit zu verlieren. Einige Mi­nuten später trat Agostin in rotem Samt mit

ierlichem Degen vor Caldelari. Man mußte ja

zugeben, daß der Arme nicht geboren war, im Renaissancetostüm Triumphe zu feiern, doch der Direktor hatte es sich noch schlimmer vorgestellt, und schließlich war es nicht die Sache des Höf­lings Marullo. Triumphe zu feiern.

..Sehr schön sehen Sie aus, Agostin", er­klärte Fulvia gutherzig und vor allem so laut, daß die neugierig umstehenden Kollegen und Kollegin nen nicht anders konnten, als es auch zu finden.

Agostin hatte nur noch Zeit, ihr einen er­sterbenden Blick zuzuwerfen, denn Caldelari war schon zum Pult geklettert, und das rauschende Fest des Herzogs begann.

macht. Das Britische Weltreich, Amerika und die anderen demokratischen Länder haben die Gren­zen der Freiheit zu verteidigen. Vor allem aber handelt es sich um das Britische Reich, nicht um seiner selbst willen, sondern zum Besten der gan­

Für die Tatsache, daß sich auch im t onser vativen Lager Stritit regt, ist ein Schreizen Welt."

Selbst die Zwischenakte vermochten den sich zu erinnern, daß Tito Schipa im Jahre 1925 Bann nicht ganz zu lösen, unter dem Agostin stand. in Neapel ,, Ecco ridente il cielo" hatte zweimal Er hörte faum hin, wenn ein Sänger oder sogar wiederholen müssen. der Direktor ihm zuriefen:

,, Brav, Agostin!"

Aber in seinem Innern brannte underlösch­bar die Flamme: er war auf der Szene gestanden, Oder wenn Poretti im Grunde gutmütig und er hatte vor dem vollen Haus gesungen. Und wohl auch um Fulvias Gunst besorgt, ihm auf die manchmal natürlich nicht so, daß er darüber Schulter klopfte und scherzhaft erklärte, einen seinen Inspiezientendienst versäumt hätte- war besseren Marullo habe er überhaupt noch nie er völlig abwesend. Dann erlebte er noch einmal, gehört. wie der dicke Bariton Crocibianchi als Rigoletto Agostin lächelte nur verloren; nicht die vor ihm zuſammenſant, den roten Samtärmel wenigen Tatte seiner kläglichen Nolle hatten das faßte und ,, Marullo, signore" jammerte. über ihn vermocht. Aber er war auf der Szene gestanden, das erste und wie er dunkel fühlte -wohl auch das letzte Mal. Alles, was die Sehnsucht seiner Kinderjahre gewesen war, mußte sich in die Erfüllung dieses einzigen Abends pressen.

Das war die große Stunde, an die Fulvia ihn erinnern konnte, als er in der Kabine des Giulio Cesare" lag. Dann streichelte sie noch einmal seine blasse Hand und in der nächsten Mi­nute war sie mit einem Triller ihrer beweglichen Stehle und einem zweiten Triller ihrer ewig tan­vorbei, als solche, deren es hunderte gibt. Beson­viel später erschien Agostin, ders schnell, wenn man im letzten Aft nicht mehr blaß aber mutig, auf dem Verdeck, von der ganzen beschäftigt ist und nur noch zwischen den Kulissen Truppe stürmisch begrüßt und von Fulvia mit Gewitter, Liebe, Mord, leichtsinnige Herzöge, rach einem aufmunternden Blick ihrer lachenden Augen süchtige Narren, ehrliche Brabos, lockere und beglückt. sittenstrenge Mädchen erleben darf. Da erwacht in der Seele des Höflings Marullo langsam wie­der der Inspizient Agostin, der sich blinzelnd um­

Einzige Abende gehen aber noch schneller zenden.

IV.

Agostin war den ganzen Abend wie betrun­ten. Bisher war er ja nur der Türaufmacher je ner echten ersehnten Welt gewesen; jetzt taten sich ihre Türen zum erstenmal auch für ihn auf. Das Rampenlicht, das bisher auf sein Zeichen andere ,, Schämen Sie sich nicht, Poretti," fauchte bestrahlt hatte, bestrahlte nun auch ihn. Die Bal­sie den Tenor an, der sich nicht schämte, sondern lettmädchen, die mechanisch mit eingefrorenem nur die Augenbrauen hob, ganz erstaunt, daß Lächeln hundermal gesehene Schritte und Gesten sein Scherz so gar nicht belacht wurde. Aber Ful- erledigten, waren für ihn wirklich Pagen in die ., Es hat nie etwas Gutes zu bedeuten, wenn via war die Frau des Direktors, und Poretti sem glänzenden Ballsaal, dessen blaugeäderter sieht, verständnislos seinen roten Samtrock betastet hatte in einer halben Stunde ganz Padua zu Marmor im Luftzug schwankte; die schlecht ver- und in einer Mischung von Scham und Glück in der Konsul sich selbst zu uns bemüht." bezaubern, wozu also dem Direktor und sich die schminkten Sorgenfalten der armen Leute, die als die Garderobe schleicht, um die Pracht des her- Der Präsident Rodriguez sah mißvergnügt Laune verderben? Er zuckte die Achseln im wei- Chor die Ereignisse teilnahmslos besangen, fah zoglich mantuanischen Hofes mit dem schäbigen aus dem großen Fenster seines Arbeitszimmers ßen, goldverbrämten Atlasrock des mantuanischen er nicht; für ihn waren es Hofdamen und Hof- Schwarzgrau seines vielfach und schlecht geflick- auf die schöne breite Willenstraße, die nur verein Herzogs und wendete sich ab. herren taum, daß ein nicht ganz reiner Einsab ten Arbeitsanzuges zu vertauschen. zelten Autos den Schein einer gewissen Lebendig­feit berdankte. Caldelari war im Grunde wohlvollend. Er ihn den Bruchteil einer Setunde lang entzau- Für den Direktor Caldelari und die Truppe Sein Sekretär, ein blasser, dunkelhaariger zweifelte ja auch, daß Agostin in die Höflings - berte. Selbst den boshaften Tenor Poretti er- war Agostins großes Erlebnis nur eines der tau­tracht paßte. Aber gerade nach Porettis Bemer- tannte er nicht, auch der war ein echter Herzog send kleinen Intermezzi, die das Theater täglich junger Mann, nichte nur. Er war noch nicht lange fung wollte er nichts mehr sagen. Und die Vor- in Agostins Traum, und der arme Marullo beschert. An den nächsten Tagen wurde wohl noch im Dienst der Republit Romanuela, aber auch er stellung retten, ist erstes bis zehntes Gebot des fühlte sich hochbeglückt, als der Herzog lässig weiße hin und wieder eine wohlwollende oder boshafte hatte in Europa studiert, besaß große historische Theaters. Handschuhe über die Finger streifte, an deren Bemerkung darüber gemacht, doch das hörte bald und politische Kenntnisse, und besonders über die ,, Schön, Agostin. Sie singen den Marullo. jedem ein Dußend gebrochener Mädchenherzen auf. Und es tam auch nicht mehr vor, daß man Beziehungen der Großmächte zu den kleinen Staa Sehen Sie nur zu mir hinunter, ich werde Ihnen hing, und gleichzeitig ihm, Marullo, seinem Ver- Agostin auf der Szene brauchte. Er war wieder ten hatte er eingehende Forschungen angestellt, Bhre Einsäße deutlich geben." trauten erzählte, wie er freundlich auf diese und der tüchtige, pflichteifrige Inspizient, der alle deren Ergebnis er jest in der Heimat bestätigt sah. ,, Aber Herr Direftor...!" Mir die Einfäße jene blide! Opern auswendig fannte und jederzeit bereit war, ( Fortseßung folgt.).