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Samstag, 5. Dezember 1936.

terverbandes vom Jahre 1933 wetteiferten die noor und Johann II- Schacht die Bahr deutschen Christlichsozialen und die deutsche Ar- der Betriebsräte um je zivei Mitglieder vermin­beitergewerkschaft, von welchen erstere 38 und dert, auf dem' im me I first schacht um leptere 36, beide unter eifrigster Mitwirkung ein Mandat. Im Komotauer Gebiete wurden feit der deutschen Bergbauangestellten, die diesmal der letzten Wahl zwei Schächte eingestellt, auf vollzählig zur Wahl kommandiert waren, er- denen allein die Union der Bergarbeiter" fie zielten. Während die übrigen Organisationen ben Mandate besetzt hatte: Das Stamm wer durchmvegs Mandatsverluste aufzuweisen haben, in willo miß und die Annaze che bei konnte die neugegründete Gewerkschaft der tiches Brunner 3 dorf. Die Verminderung der chischen Agrarpartei zwei Mandate auf Kosten des Mandatszahl im Bereiche des Revierrates für tschechischen ,, Národni sdruženi" gewinnen. Der Nordwestböhmen in Brür sant aus diesem Grunde Mandatsgewinn der sozialdemokratischen Berg von 375 auf 369. Die angeschlossene Aufstellung arbeiter ist noch höher zu bewerten, wenn in Be- ergibt eine Uebersicht über die nunmehrige Zu­tracht gezogen wird, daß durch die während der ſammenſebung der Betriebsratsmandate für den Sahl der Betriebsräte vermindert wurde. Im nach dem Sprengel der einzelnen Revierberg­letzten drei Jahre erfolgten Entlaffungen auch die Wirkungsfreis des Brüger Revierrates, geteilt Brüger Reviere allein wurde auf dem Kohi ämter.

In Klammer die Mandatszahl der letzten Wahl im Jahre 1933

Organisation

Union der Bergarbeiter

Svaz hornitu

Jednota hornifu

Industrieverband( Kommunisten) 34

Deutsche Nationalsozialisten

Revierbergämter

Brüg

Teplit

Komotau

Zusammen

51( 42) 24 25( 17)

( 28)

128

( 121)

6

( 5)

61

( 49)

-( 1) 3( 4)

35

( 39)

( 10)

8( 11)

47

( 76)

( 22)

88

14

( 67) ( 1) 36(-)

3

17

( 20)

1

2

1

5

Zusammen 214( 223)

92) 86)

63

( 66)

369

Deutsche Christlichsoziale

Deutsche Arbeitergewerkschaft

Národní združeni

Indifferente

Agrarier- Gewerkschaft

1

-

3

2)

( 875)

Noch keine Entscheidung in London

Nr. 288

Budget für 1937 angenommen

ging die Budgetdebatte

gewaltige

Pras, Früher als ursprünglich borgeſehen, ein gemeinfanga Borgehen ber Chß mit ben übri Abgeordnetenhaus Frei- gen deutschen Parlamentariern sei solange a we d tag in den Nachmittagsstunden zu Ende. Nach dem o 3, als diese dazu beitragen, zwischen den Vers Schlußwort des Generalberichterstatters folgte und der Sd eine künstliche Mauer" zu errichten. antwortungsträgern des innerstaatlichen Systems" die Abstimmung, von der sich die Hlinka- Slowaken Eg gebe und die ungarische Opposition abſentiert hatten. Stifte eine ernſt au nehmende Berhaningen. Gegen das Budget stimmten nur die Henleinleute der SDP in der Interpellationsaffäre als thvifchez und die Kommunisten sowie die Nationale Verejni- Beispiel für die Notwendigkeit der unmittelbaren gung. Das Budget wurde in der vom Budget- Aussprache" hingestellt wird. ausschuß seinerzeit in Details abgeänderten Fas- Als Kuriosum aus der RedeWollners von der sung genehmigt; an Resolutionen wurden außer dp sei noch nachgetragen, daß er die unparteiische" weitere Reſolutionen Jezet angenommen. Gleich- Unternehmerſefretäre aufladen, die alles tum, wie ben im Ausschußbericht abgedruckten noch zwei Handhabung des Geſeßes(?) über die obligatoriſche zeitig wurde auch das seinerzeitige Exposé des diese Verordnung zu hintergehen. Wenn Wollner Finanzministeriums bei der Vorlage des Budgets tweiters über die Schundlöhne der Arbeiter wettert genehmigt. und gegen die Massenentlassungen, gegen die Ra­tionalisierung auftritt, warum wendet er sich nicht dirett an die Volksgenossen SdP- Fabrikanten? Wozu die Voltsgemeinschaft mit den Fabrikanten, wenn sie solche Dinge nicht im eigenen Wirkungs­treis zu lösen vermag?

Generalberichterstatter Remeš

hielt ein kurzes Schlußwort, in welchem er u: a. feft­stellte, daß die Generaldebatte sehr deutlich alle Ver­fuche, die Koalition zu fprengen, abgelehnt habe. Der Staat braucht sie, weil er keine andere hat. Beschwerden über die Kartelle wurden von Rednern aller Parteien ohne Unterschied vorgebracht: Die Kartelle hindern eine Reihe von Aftionen, die auf die wirtschaftliche Wiederbelebung abzielen; ihre Haupt­politik ist die der hohen Gewinste ohne Rücksicht darauf, wie sich das auf das Wirtschaftsleben des Staates und seiner Bevölkerung, namentlich der ar­beitenden Klasse, auswirkt. Diese voll berechtigten

Beschwerden können nicht ohne Einfluß auf die

Tätigkeit der Regierung bleiben; sie wird sicher die nötigen Schlüsse und Folgerungen zichen.

Dem Dr. Rosche bescheinigt Remeš, daß seine Rede im Plenum viel versöhnlicher gewesen sei als die im Ausschuß. Doch forrespondierten die Reden feiner Klubkollegen, die sogar 3 en furiert werden Der Streit um die Königs- Ehe vor dem Unterhaus mußten, teinesfalls damit, was Dr. Rosche London.( Neuter.) Bisher wurde noch der Königin Marie bekannt, und deren Kin- fagte. teine Entscheidung über das Verfassungspro- der würden in der unmittelbaren Thronfolgelinic alles tun wird, damit die loyalen Deutschen , die Remeš bezweifelt nicht, daß die Regierung blem getroffen und es ist nicht gewiß, wann der fein. Der einzig mögliche Weg, auf dem dieses sich hinter den Staat stellen, keinen Grund zu Be König die Entscheidung über seine Ergebnis vermieden werden könnte, würde eine schwerden haben. Wer mit dem Staat geht, kann auf Berfon treffen wird. gesetzgeberische Maßnahme fein, die einen befeinen Schutz und seine Hilfe rechnen, wer gegen den fonderen Fall behandelt. Die Regierung Staat ist, muß darauf gefaßt sein, daß sich ihn der ist nicht bereit, dem Parlament eine derartige Ge- Staat nicht in Watte einwidein wird. fchgebung vorzulegen. Außerdem könnte eine der= artige Aenderung ohne die Zustimmung aller Do­minions nicht wirksam werden. Ich habe mich Buſtimmung nicht erhältlich ist. Ich habe es für richtig gehalten, dem Unterhaus vor seiner Ver­tagung diese Erklärung zu geben, damit ein weit­verbreitetes Mißverständnis beseitigt wird. Im Augenblick habe ich keine weitere Erklärung abzu­geben."

Ministerpräsident Baldwin ist spät abends aus Fort Belvedere, wo er eine neue Unterredung mit dem König hatte, nach Downingstreet zurück­gekehrt. Auf die Frage der Journalisten, ob er noch irgendeine Erklärung abgeben könne, er­

widerte Baldwin: Heute abends nicht mehr".

Innenminister Sir John Simon hat abends Baldwin aufgesucht, der über das ganze Wochen­

ende in London bleiben wird.

London . Vor vollbeseztem Unterhaus gab Ministerpräsident Baldwin Freitag nachmittags eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt:

" In gewissen Organen der Presse sind ge­stern und auch heute Vorschläge erschienen, daß, falls der König beschließen sollte, zu heiraten, seine Gattin nicht Königin zu werden brauche.

auf Grund von Anfragen überzeugt, daß diefe

Frau Simpson abgereist

,, Einheitsfront"-Gefechte

indem er erklärte: Wir brauchen keine Einheitspar­

Arbeitsvermittlung

Nächste Sibung: Donnerstag, den 10. Dezem ber, um 15 Uhr. Tagesordnung: Novelle zum Wehr­geseb, die Korpseinteilung betrffend, das Eisenbahn­gesez und Wirtschaftsabkommen.

Der Kampf

der Brünner Textilarbelter Heute Verhandlungen wegen der Streiks

Brünner Textilfabriken Streits ausgebrochen Wir haben gestern berichtet, daß in den sind, da die Unternehmer die Forderung der Ar­beiterschaft auf Auszahlung einer Teuerungsaus­hilfe abgelehnt haben. Gestern arbeiteten wieder 10 Uhr fand ein neuerlicher Proteststreit in den fast alle Fabriken und nur in der Reit von 9 bis Fabriken statt. Während dieser Zeit begab sich eine Abordnung der streitenden Textilarbeiter zur Landesbehörde, die sie um Vermittlung er suchte. Die Landesbehörde setzte sich mit dem Industriellenverband in Verbindung und verein­barte heute neuerliche Verhandlungen mit den Unternehmern und den Vertretern der Gewert­fchaften, die hoffentlich zu einem für die Arbeiter­schaft günstigen Abschluß führen werden.

Madrid.( Havas.) Der Verteidigungs­ausschuß von Madrid veröffentlichte am Freitag einen Bericht, in dem erklärt wird, daß an der Madrider Front, entlang des Fluffes Tajo und an der Guadaramafront te i ne Aenderun=

gen zu verzeichnen feien. $ ntone,

London . Frau Simpfon ist aus London

Zu der von Dr. Luschka aufs Tapet gebrachten Frage einer deutschen Einheitsfront( ber bürgerli­den Parteien) nahm Böhm( BbL.) unklar Stellung, tei, wohl aber die sudetendeutsche Einigkeit. Die Ablehnung der Zusammenarbeit mit den übri gen deutschen Parteien durch den Klubobmann ber Vor Madrid unverändert SdP Kundt stehe in starkem Widerspruch zu den Re­den Dr. Rosches und Kaspers in Tetschen . Der BdL. nehme ben Ruhm für sich in Anspruch, 1988( bei Das Unterhaus vertagte sich hierauf kurz der Parteiauflösung) ,, das gesellschaftliche und ful­nach 17 Uhr MEZ. turelle Leben des Sudetendeutschtums gerettet" au haben, Serr Rundt( Sb) gab dann noch eine Erklärung ab, in der er den schlechten Eindruck der vorausges An der Front von Santander bemäch= gangenen wüsten Reben feiner Klubtollegen und der tigte sich republikanisches Militär der Stadt Diese Gedanken entbehren jeder verfassungsmä- abgereist. In der Nacht auf Freitag fuhr sie in leßten Abfuhr durch den Fürsorgeminister zu ber Buren Mulilla und drang in die Provinz Bur­wischen suchte. Mit einer Ueberheblichkeit sonderglei ßigen Grundlage. Im englischen Ge- tognito mit dem Dampfer New Hawen" nach chen, die aber nicht mehr neu ist, nimmt er die Tat- 008 ein. set gibt es teine morganati Dieppe und von dort mit dem Auto über sache, daß man sich heuer mehr mit dem Nationali- Meldungen aus Centa sche Ehe. Der König selbst bedarf, um veirat legal zu machen, it ich t ber Zuftine Mouen nach Paris , wo fie nach Mittag eintraf. tätenproblem und ben judetendeutſchen Werbältniffen fer Safen als Basis für italienilme befaßt habe, als Erfolg der fachlichen(!) und ehr Untersee boote benützt, welche die Flotte mung irgend einer anderen Autorität. Aber die Um 6 Uhr abends passierte sie Orléans in der lichen( 1) Bemühungen der SdP in Anspruch Daß der Aufständischen unterstützen. An Bord der Dame, die er heiratet, wird, wie ich gesagt habe, Richtung nach der französischen Reviera. Offenbar fie cineum fa isende Lösung" haben Aufständischen Kreuzer Canarias " und, Cer­durch die Tatsache ihrer Heirat mit dem König soll durch diese Reise demonstriert werden, daß der wollen, ist auch nicht neu, steht aber mit der Tat- vera" sollen fich deutsche und italieni­fache in Widerspruch, daß Dr. Rosche vor wenigen notwendigerweise Königin. Sie König seine Entscheidung unbeeinflußt von Frau Tagen den Ministerpräsidenten pathetisch apoſtro che Offiziere befinden. Die Mannschaft selbst erfreut sich daher aller Rechte und Privi­legien, die dieser Stellung gegeben sind. Diese Simpson treffen wird. Die Möglichkeit, daß ein phiert hat, er brauche nur administrative dieser Kreuzer foll teilweise für den Anschluß an Weisungen herauszugeben, und alles werde in die Regierungstruppen gewefen fein. Die Ange­Rechte und Privilegien sind uns aus den Fällen Thronverzicht doch vermieden werden wird, wird schönster Ordnung sein. An den Bund der Land- legenheit sei aber aufgedeckt und 21 Matrosen der verstorbenen Königin A 1 e n bra und derzeit als ziemlich unwahrscheinlich angesehen. wirte und die Christlichsozialen geht die Erklärung, ſeien erschossen worden.

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Das Kaffeehaus in der Seitengasse

Roman von Fritz Rosenfeld

Kaum war eine Stunde vergangen, steckte Mia Werner den Kopf durch die Tür.

" Hat jemand angerufen, Herr Ober?" Nein, Fräulein". " Bestimmt nicht?" ..Bestimmt nicht".

Bernünftig sein, Kind", sagte sie." Ist es denn so schlimm?"

Mia nidte unter Tränen.

Niemand. Niemand: das ist: kein Mensch. I mit einem langen, gleichmäßigen Weinen, das den ging weiter. Als es das zweitemal geschah, kaufte Kein Mensch ist da, kein Mensch kümmert sich um Kummer aus der Seele schwemmt; stoßweise, fie sich Gift, Mattengift, eine große Schachtel. Sie sie, tein Mensch will etwas von ihr wissen. Sie ist stockend, wie ein Krater Schlacke auswirft, ver- rührte es im Wasser, es wurde ein dicker, lehmiger allein. Auf der endlosen, dunklen Welt allein. branntes, durchlöchertes, brüchiges Gestein. Die- Brei, sie.roch daran, schüttete ihn weg. Sie wollte. Das Telephon hängt in der Zelle, aber am andern ses Weinen befreite nicht, in diese Tränen wälz- nicht aufgedunsen daliegen, mit hervorquellenden Ende des Drahtes ist kein Mensch mehr. Der ten sich Erinnerungen wie morsche Baumstämme, Augen, mit blauer Bunge, schmerzverkrampften Draht hängt abgeschnitten herab, er berührt die die ein Fluß mitgerissen hatte, in einem Wasser- Fingern.. Nun war es ein drittesmal geschehen, Erde, wenn sie den Hörer nimmt und spricht, strudel. Pelikan rief Frau Finsterbusch. Sie sebra und es würde wohl so weitergehen in ihrem Leben, sinten ihre Worte zu Boden und bohren sich wie sich neben Mia, fuhr ihr mit der Hand durch bis sie alt war. Sie fonnte nicht allein sein, sie Maulwürfe in die feuchte, stidige Dunkelheit. Das Haar. hatte keine Freundin, sie konnte sich mit Frauen nicht vertragen; sie waren alle eitel und eifer­Dann nahm sie den Hörer und stellte die Num mer: Aber es meldete sich niemand. Er war nicht süchtig, dachten nur an ihre Kleider und ihre zu Hause. Er hatte ihr verboten, anzurufen, er Liebschaften, die Geſpräche, die man mit ihnen hatte befohlen, zu warten, bis er sich meldete. führen konnte, waren einförmig und öd. Womit Er meldete sich nicht und er war nicht zu Hause. sollte sie das Leben ausfüllen, wenn sie nicht tags­Da schrie sie in die Muschel: Ich weiß, wo du bist, über daran denten konnte, daß sie abends einen ich weiß, mit wem du ausgegangen bist, ich hab Freund traf, der sie ins Kino einlud, der ihren es schon lange gewußt, du Lump, du wirst sie hei­Arm nahm, der sie füßte, der mit einem bißchen raten, sie ist häßlich, aber ihr Vater hat Geld. Zärtlichkeit den Aerger von ihrer Stirn strich, den " Mia Werner heiße ich. Hat niemand eine Ich werde nicht ruhig zusehen, wie du sie heiratest, die brummigen dicken Frauen, die fetten, gries­Nachricht für Mia Werner hinterlassen?". grämigen Männer mit groben Worten eingruben, elvig mätelnd, immer nörgelnd, über jeden leisen Nein, Fräulein".. Versuch der Rechtfertigung aufgebracht und belei­müde, die Füße schmerzten, der Kopf war träg, digt. Bücher lesen, lernen? Die Hände waren. wenn sie abends nach Hause tam. Da gab es nur eins: in ein neues Kleid schlüpfen, die Lippen nachziehen, tämmen, ein wenig Kölnischwasser auf das Taschentuch tupfen, und davonlaufen: vor dem Abend fliehen, an dem die Mutter sie aus fragen würde, was denn mit dem jungen Mann

Eine Stunde später:

Ist keine Nachricht für mich da?"

"

Nein, Fräulein".

ich werde ihr schreiben, Fräulein, werde ich schrei ben, Sie sind gemein, Sie nehmen einem armen Mädel den Mann weg, niemand würde Sie an Um drei Uhr fragte sie wieder. sehen, wenn ihr Vater nicht Geld hätte. Und " Es ist unmöglich. Er hat mir fest verwenn Sie ihn heiraten, komm ich in die Kirche und sprochen, daß er anrufen wird. Ist das Telephon schlage Krach. Ich stürze mich von der Brücke, ich werf mich vor den Bug, mit dem ihr nach Italien fahrt: Ich weiß alles. Es ist alles längst ab­gemacht, aber ich bin auch noch da, ihr könnt mich nicht beiseiteschieben, ich laß mir das nicht gefallen

in Ordnung?"

" Das Telephon ist in Ordnung, Fräulein, wir haben eben angerufen". ,, lnd die Nummer? 74533?"

Stimmt. Wir haben die Nummer 74533".

Das verstehe ich nicht."

" Armer Teufel", brummte Pelikan, als

Tränen standen in den Augen des Mädchens,

,, Es tut weh, aber es geht vorüber". Mia schüttelte den Kopf. Sie suchte ihr Taschentuch hervor, führte es an die Augen. Ihr Mücken krümmte sich, sie kroch in sich zuſammen, jie beugte sich über ihr Weinen, als wollte sie es vor fremden Blicken beschüßen und vor fremden Händen. Es gehörte ihr, und niemand hatte ein Recht, daran zu rühren.

Wenn Billy tommt, spielt er einen Tango und Sie werden tanzen", sagte Frau Finsterbusch. Tränen hinunter, sie wollte nicht wie ein Schul­Mia biß sich auf die Lippen, sie würgte die mädel basißen und heuten; aber der Griff um ihre Stehle lockerte sich noch nicht.

Sie müssen auf andre Gedanken kommen. gaben Sie Hunger?"

Das Mädchen nicte. Frau Finsterbusch ging in die Küche, brachte ein Butterbrot mit Salami.

sie hämmerte mit der Fauft gegen das Brett, auf ia biß hinein, ihr Mund malmte, fie blidte fei, den sie damals- Damals. Es durfte tein bem das Telephonbuch lag. Sie brüllte in die stumpf auf die Tischplatte, sie sah nichts andres Damals geben: es gab nur ein Heute, eine be­Mia aus der Tür war. Der Kerl wird nie an- Muschel, sie starrte die Muschel an, als wäre diese als den Teller, die gelbweißen Abern in dem stimmte Stunde, zu der einer wartete, der sich rufen. Er hat genug. Und sie begreift das nicht." der Feind, mit dem sie abrechnete. Pelikan öffnete grauen Marmor, das blikenbe Messer. Weg- freute, wenn sie kam, ber lachte, mit ihr tanzte Am Abend schlich sich Mia durch die Gäste. die Belle, hängte den Hörer auf, zog das Mäd- gehen, dachte, sie, bas Messer nehmen, sich die und sie dann in ein kleines Zimmer führte, in Sie wartete, bis Pelikan in die Nähe der Tele­chen langsam zu einem Tisch. Pulsadern aufschneiden, weggehen aus dieser seine Stube, in einen Gasthof in der Vorstadt, das phonzelle tam, dann fragte sie ihn leise: " Der Lump" schrie ste. Der Lump". Welt. Als es das erstemal geschah; fuhr sie vor war ganz gleichgültig. Dann ein bißchen Schlaf, Beruhigen Sie sich, Fräulein", sagte Pelikan. Die Stadt, an einen See. Sie wollte sich erträn- und dann schrillte wieder die Wecuhr; das Köf­Sie sind alle alle Lumpen". ten, wie es die ftolzen Gräfinnen in den Romanen ferchen lag bereit, sie lief in die fremden Häuser taten, wenn der Geliebte sie verließ. Aber sie mit den feindlichen Gesichtern und den feindlichen fehrte wieder nach Hause zurück, und das Leben Menschen. ( Fortschung folgt.).

" Noch immer nicht?"

,, Noch immer nicht."

Das ist nicht möglich".

Pelikan zuckte die Achseln.

" Niemand hat angerufen. Niemand".

"

Mia sezte sich, warf die Hände auf den Tisch, legte den Kopf darauf, begann zu heulen. Nicht