Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit in der Tschechoslowattſchen Republit

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh

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17. Jahrgang

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Herausgeber: Siegfried Taub - Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag

Freitag, 26. März 1937

Paktabschluß Rom - Belgrad

Garantie der Grenzen Nichtangriffsklausel Ausbau des Handelsverkehrs

Belgrad . Der italienische Außenminister Belgrad cingetroffen. Auf dem Bahnhof erwar­Graf C i a n o iſt Donnerstag um halb 10 Uhr in teten ihn der jugoslawische Ministerpräsident und Minister des Aeußern Dr. Stojadinovič, die Minister General Marič und Dr. Vrba nič sowie der ständige Delegierte Jugoslawiens beim Völkerbund Dr. Subotič. Zwischen dem Grafen Ciano und Dr. Stojadinovič fand eine sehr herzliche Begrüßung statt. Graf Ciano fuhr fodann durch die vom Publikum dicht besetzten Straßen ins Hotel ,, Srbski Krali". Vormittags trug er fich ins Hofbuch ein und be­fuchte sodann Dr. Stojadinovič. Mittags wurde er vom Prinzregenten Paul empfangen und blieb zum Dejenner bei ihm.

Noch am Donnerstag wurde ein Abkommen

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nichts enthalten ist, was als den bestehenden der widersprechend angesehen werden könnte, internationalen Verpflichtungen der beiden Län welche Verpflichtungen öffentlich find. Artitel 7. Dieses Abkommen gilt für fünf Jahre. Wenn es innerhalb sechs Monaten vor feinem Ablauf nicht gekündigt werden wird, wird es automatisch von Jahr zu Jahr verlängert werden.

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tionsurfunden wird in Belgrad ehestmöglich vor­genommen werden.

Hochgespannte Erwartungen

Einzelpreis 70 Heller( einschließl.5 Heller Porto)

Aus dem Inhalt:

Die Reichenberger

pädagogische Woche Gegen den Versammlungs­terror der SdP Stellenausschreibungen

im öffentlichen Dienst Reform der Pariser Polizei

Nr. 73

Vigilando ascendimus!

Durch Wachsamkeit zum Aufstieg! Von Minister Dr. Ludwig Czech Wieder gab uns das Rote Kreuz ein kluges

,, Vreme " konstatiert im Leitartikel, daß der Besuch des Grafen Ciano in Belgrad Freude hervorgerufen habe, da er eine Wendung in den Wort zur rechten Stunde: Der Friede heischt politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der Wachsamkeit! Ein Wort, das sich in hundert For­Ciano in der Ueberzeugung, daß sein Besuch ein beiden Länder bebeute. Iugoslawien begrüße meln auflösen läßt und immer goldene Wahrheit Markstein sei, an dem die Periode der un günstigen Beziehungen endet und eine bessere Zu­

funft beginne.

Politka" schreibt in seinem römischen Artikel, daß Ciano in Belgrad ein Abkommen über Artikel 8. Dieses Abkommen wird am einen fünfiährigen Frieden in der Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden Adria , analog der italienisch- englischen Er­in Kraft treten. Dieser Austausch der Ratifika-| Klärung, unterzeichnen werde. 116 0.

England verstärkt Mittelmeerflotte

unterzeichnet, das Ciano als Bevollmächtigter Einheiten der Heimatflotte nach Gibraltar , Tunis und Malta beordert

., Sr. Majestät des Königs von Italien und Kai­fers von Abessinien" unterzeich­nete. In der Einleitung heißt es, daß die beiden Staaten eine neue Aera in den gegensei­tigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beginnen wollen.

Im Artikel 1 verpflichten sich die Vertrags­parteien, ihre gemeinsamen Land- und Seegrenzen im Adriatischen Meer zu respektieren. In dem Falle, daß einer der beiden Vertragsparteien Geger

London.( Efch. P.-B.) Im Hinblick auf die Gesamtlage" nimmt die britische Admiralität, wie es in ihrem Bulletin heißt, Aenderungen in der Stationierung einer Reihe von Flotteneinheiten vor.

Die Gibraltar - Zone soll durch Schiffseinheiten der Heimatflotte, die dort vor Anker liegt, ergänzt werden und einige Schiffe werden nach Malta dirigiert werden.

Von der zweiten Mittelmeerflotte werden die Galathea" und mehrere Arethusa" und" Penelope" Weifung schalten haben, nach Malta auszu laufen.

bleibt. Ein Wort, das sich an alle richtet. an das

ganze Volt und an jeden einzelnen von uns, die vir ein Teil seiner Kraft sind. Ein Wort, sas, indem es an den einzelnen appelliert, zur gesam­melten Kraft, zu einer einzigen Kraftquelle wer den kann, wenn es die Herzen erobert, die Hirne mobilisiert und durch die einigende Kraft der Idee zu einem Wedruf an das ganze Volk wird So und nicht anders soll es verstanden worden.

Wir leben in ernster Stunde, die in ieren Augenblick, in jeder Lebenslage unsere stete Wach samkeit erheischt. Darum kommt es darauf an, daß wir die Augen offen halten, das große Welt­geschehen erfassen und begreifen, unsere Aufgabe erkennen und uns in ihren Dienst stellen. Mit an­

gehaltenem Atem verfolgen wir die Greimiſſe im

weltpolitischen Getriebe. Wehe dem Volt, wehe jedem einzelnen, der es nicht sieht und sich nicht sagt: Tua res agitur. Um dich geht es, um uns ille, um unser Volk und unseren Staat. Er givi im großen oder kleineren Maße auch auf uns nichts in dem großen Weltgeschehen, das nicht-- Licht oder Schatten werfen würde. Dessen müssen wir, die wir unsere ganze Arbeit, unser gange3 Leben auf das Ringen um die Demofratie, um die stellen, eingebent bleiben und daher stets wach­fam und bereit sein.

teffes unprovozier. Unterseeboote nach Tunis beordert, während die Kreuzer Despatch", Völkerverständigung und die Befriedung der Welt

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einer oder mehre­

rer Mächte fein wird, verpflichtet sich die andere Partei, fich jeder Aktion zu enthalten, welche dem Angreifer zum Vorteile gereichen könnte.

Wir leben in einer Zeit, die alle Kennzei Es zeigt sich immer mehr, daß die Nieder- auffaffen würde, fich in Spanien festzusetzen, was chen des achtjährigen schweren wirtschaftlichen und lage der Italiener bei Guadalajara bedeutsame eine Bedrohung der Verbindung Frankreichs mit sozialen Krisen- Notstandes in sich trägt, dessen Artikel 2. Im Falle internationaler weltpolitische Folgen hat. Für einen Diktatur- feinem nordafrikanischen Kolonialreich wäre. Vom Auswirkungen unser ganzes Leben in ihren Bann Komplikationen und wenn die Vertragsparteien staat bedeutet eine militärische Niederlage eine Standpunkt des internationalen Rechtes wäre das gezogen und bis an die Wurzeln der Gesundheit übereinkommen, daß ihre gemeinsamen Interessen außerordentliche Einbuße an Prestige im In- und ein Kriegszustand ohne Kriegserklärung. Frank unseres Volkes gegriffen haben. Troß finfender bedroht find oder bedroht werden könnten, ver- Auslande undMussolini ist daher bestrebt, mit allen reich werde nicht dulden, daß Tendenz immer noch große Kinder- und Tubers pflichten sie sich, sich über die Schritte zu einigen, mitteln die Folgen diefer Niederlage wettzumachen. Italien weitere Freiwillige nach Spanien fende, fulosesterblichkeit. Weiterer Anstieg der Krebs­welche sie zu ihrem Schutz unternehmen würden. Das kann nur geschehen, wenn Italien weitere und Frankreich verlange, daß alles ausländische mortalität, stetes und unheimliches Anwachsen der Artikel 3. Di Die Vertragsparteien be- Truppenfendungen nach Spanien schickt, was aber Militär aus Spanien entfernt werde. Delbos Opfer der Herz- und Gefäßkrankheiten. Ständis stätigen neuerlich ihren Willen, bet ihren gegen den Beschlüssen des Nichteinmischungsausschusses, stellte schließlich einen Appell an den ges Sinten der Geburtlichkeit und damit auch des feitigen Beziehungen nicht zum Kriege als Mittel denen auch Italien beigetreten ist, widersprechen Völkerbund wegen des Vorgehens Italiens Geburtenüberschusses, der noch im Jahre 1926 ihrer nationalen Politik zu greifen und alle Kon- würde, nach denen eine Kontrolle der spanischen in Aussicht. flikte und Zusammenstöße, welche zwischen ihnen Grenzen zu Wasser und zu Lande durchgeführt 9.01 Promille betrug, im Jahre 1935 auf 4.34 entstehen könnten, durch friedliche Mittel zu lösen. werden soll. Ab 20. Feber follten keine Freiwilli- der französische Außenminister dem deutschen wie die anderen Länder stehen auch wir beim Nach einer offiziellen Havas- Meldung hat und im Jahre 1936 auf 4.09 gesunken ist. Gleich Artikel 4. Die Vertragsparteien ver- gen mehr nach Spanien gelangen und diese Be- Botschafter Grafen Welc3et erklärt, daß Bopulationsproblem vor ernſten Sorgen und bflichten sich, auf ihrem Gebiete keinerlei Tätig- timmung hat Italien verletzt. keit zu dulden und zu unterstützen, welche gegen Sollte nun Mussolini tatsächlich die Absicht nach Ansicht der franzöfifchen Regierung das zwi- schweren Aufgaben. die territoriale Integrität oder gegen die be- haben, neue Truppen nach Spanien zu senden, so schen Berlin und Nom bestehende intime Verhält­stehende Ordnung der zweiten Vertragspartei ge- würde das zu einer ernsten Verschär nis dem Deutschen Reich die Legitimation ge­richtet wäre oder welche einen derartigen Charat- fung der internationalen Lage währe, sich in Nom für ein versöhnlicheres Vor­ter hätte, daß sie die freundschaftlichen Beziehun- führen. Der französische Außenminister Del- gehen einzufchen. gen der beiden Vertragsländer schädigen würde. bv 8 hat Mittwoch den italienischen und deutschen Die Verschärfung der internationalen Lage Artikel 5. Um ihren bisherigen Han- Botschafter zu sich berufen und ihnen mitgeteilt, tommt natürlich auch in der Verstärkung der delsbeziehungen in Uebereinstimmung mit den daß Frankreich die weitere Entfendung von italie - englischen Mittelmeerflotte zum Ausdruck, erwähnten freundschaftlichen Beziehungen durch nischem Militär nach Spanien als Verfuch Italiens worüber wir eingangs berichten. die Festigung der gegenseitigen Beziehungen der heiben Vertragsparteien eine neue Grundlage zu geben, find die beiden Vertragsparteien überein­

gekommen, ihren bisherigen Handelsaustausch von

fommen getroffen werden.

,, Die Situation ernst"

Hier heißt es die weitere Entwicklung wach­famen Auges verfolgen, dann aber resolut zu­greifen und das ganze verfügbare Arsenal von Abwehrmitteln ins Feld schicken. Das Popula­psychologisches, sondern auch ein wirtschaftliches tionsproblem ist nicht nur ein biologisches und und soziales. Es muß daher ein konzentrischer Ab­wehrkampf von allen Seiten einseßen. Weder die bloßze materielle Begünstigung von Eheschließun­gen, noch auch gesetzliche Heirats- und Familien­prämien allein können es, wie wir es in anderen ändern gesehen haben, schaffen, sondern vor allem die großzügigsten wirtschaftlichen und so­zialen Vorbeugungsmaßnahmen: so die Hebung des Nährstandes der von der Krise betroffenen Schichten, so eine gute Lohn-, aber auch eine ge­

funde Sozialpolitit, eine von wirtschaftlichen und sezialen Gesichtspunkten getragene Menschenöfo­nomie, der Schuß der Schivangeren, ihre Aus­schaltung von schwerer gesundheitsschädlicher Ar­London. In der letzten Unterhaus- Sigung beit, die Ausdehnung der gefeßlichen Schußfriſt vor Dstern beantwortete Unterstaatssekretär Lord vor und nach der Geburt, ausgiebiger Kinder­Cranborne verschiedene Anfragen, die sich schuß, Stärkung des Organismus der Mütter und burchwegs auf die Teilnahme Italiens am fpani- Kinder, gute Wohnungsverhältniſſe uſiv. fchen Bürgerkrieg bezogen. Lord Cranborne er tlärte, foweit der britischen Regierung bekannt fei, gebe es einen einzigen(?) Be­weiß dafür, daß das Berbot der Entsendung Fret williger italienischerfeits verlebt worben fet.

14 andere Flugzeuge des gleichen Modells werden Erfolge an der Südfront in allernächster Zeit gleichfalls nach Spanien ab: Gütern zu verstärken und zu erweitern Madrid . Der Ausschuß für die Vertei- gehen. und die Bedingungen einer ausgiebigeren wirt- digung von Madrid melbet: An der Guadalajara­Das Junkersflugzeug, das den belagerten schaftlichen Zuſammenarbeit zu prüfen. Zu die- Front beschossen wir von Flugzeugen aus die Aufständischen in Virgina de Cabeza Lebensmits fem Zwecke wird in kürzester Zeit ein Soderab- gegnerischen Pofitionen bei Cogollor und Han- tel zuführte, wurde von republikanischen Flug­tanares intensiv aus Maschinengewehren. Auf der zeugen abgeschossen. Artikel 6. Die Vertragsparteien find in Arangonischen Straße und bei Nenales rädten der Ansicht einig, daß in diesem Abkommen die Regierungstruppen trotz dem heftigen Wider­stand der Aufständischen vor. Die neuerliche Bombardierung Gua da­Kontrolle lajaras und Madrids durch italie­erst in 14 Tagen wirksam? nife lugzeuge find Repreſſalien ohne militäri­fchem Ziel, benen jedoch viele Bivilper London.( Neuter.) Die kürzlichen Dif- fonen zum Opfer fielen. ferenzen über die Buteilung der administrativen Den levten Nachrichten von der Sübfront Stellen für die spanische Kontrolle verursachten. zufolge haben die attadierenden Regierungsabtei­daß die Anwendung des Kontrollplanes, der am lungen die Linien der Aufständischen bei Pofo 29. b. M. in Kraft treten sollte, verschoben werden Blanco burchbrochen und den Feind um fünf mußte. In London hat man deffenungeachter Kilometer zurückgeworfen. bas Butrauen, daß der Plan in vollem Umfange in etwa 14 Tagen verwirklicht werden wird. Der Umstand, daß der Nichtinterventionsausschus während der Osterfeiertage nicht zusammentritt, zeugt davon, daß die ihm zugedachte Arbeit in ber Hauptsache beendet ist.

Weitere Flugzeugsendungen Franco

Cranborne führte weiter aus, daß die Re­gierung die Unruhe begreife, welche sich zahlrei: cher Unterhausmitglieder bemächtigt habe, denn bie Situation feiern ft. Die Re­gierung bitte jedoch die Opposition anzuerkennen, baß diese ernste Situation auch ungewöhn ich heitel fei. Schon die geringste tube­fonnenheit könnte die schlechte Situation zu einer noch viel ärgeren geſtalten und hieran möchte die britische Regierung nicht schuld fein. Das Unter­haus tönne überzeugt fein, daß die Regierung ben 480 Kilometer- Geschwindigkeit mit Bom- aus allen Kräften bestrebt sein werde, eine gute benlaft, 5 Maschinengewehre und Metallpanzer. Löfung zu finden.

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Mailand .( Agence Espagna.) Sechs Flugs zeuge jüngsten Modells der Marke Breda 65" Informationen des Reuterbüros zufolge ſind ſamt Lompletter Ausrüstung und einem In­wird der Standpunkt Italiens zur Frage der Ab- genieur namens Colombo von Italien an berufung der Freiwilligen keinerlei Einfluß die spanischen Rebellen abgeschickt worden. Sie ha­auf die bereits getroffene Entscheidung über die Drganisierung des Kontrollplanes haben.

Das Wort hat hier nicht nur der Staat, fons dern auch, wie in allen anderen Ländern, der Unternehmer, aber auch jeder einzelne von uns. Sie alle rufen wir auf, da es in diesem Falle auf das Zusammenspiel aller ankommt. Denn jeder einzelne muß, wenn er dem Staat und der Gesellschaft und auch sich selbst dienen und nüßen will, an sich selbst, an feiner Gesundheit bauen. Je ernster das Leben und ſe ſchwieriger die Zeit, umso größer die Verantwortlichkeit des einzelnen. Darin liegt ein Stüd gesunder Egois­mus, der, indem er dem einzelnen zustatten tommt sich zugunsten der Gesamtheit auswirkt. Gerade in dieser Richtung bewegt sich der Gedanke der Gesunden- Untersuchung, den wir auch im vors jährigen Osterfrieden als einen der wichtigsten Pfeiler der öffentlichen Gesundheitsfürsorge bes zeichnet haben. Denn die rechtzeitige Vorbeugung,