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Genosse Zischka zu den Bedeckungsvorlagen:
Freitag, 17. Dezember 1937
Wer über die neuen Steuern schimpft - mag sich bei den Faschisten bedanken! Im Abgeordnetenhaus sprach Donnerstag mittags Genosse 3ischka unter gelegentlichen Geplänkeln mit der SdP zu den Bedeckungsvor lagen, deren Kompromißcharakter er hervorhob. Er konnte unschwer nachweisen, daß unsere Partei in den vorausgegangenen Koalitionsverhandlun= gen die Interessen der deutschen Arbeiterschaft wirksam vertreten hat und daß die Schuld daran, daß wir so große Teile des Nationaleinkommens für unproduktive Zwecke verwenden müssen, ausschließlich dem Faschismus anzulasten ist. Zifchka führte u. a. aus:
Wir wissen schon, was es heißt. neue Steuern in der Höhe von fast 100 Kč pro Kopf und Jahr zu be= schließen, und es ist flar, daß wir nur in Würdigung der außerordentlichen ernſten Situation, in der sich Europa gegenwärtig befindet, bereit sein können, dafür die Ver
antwortung mit zu übernehmen. Es war eben der Fehler der europäischen Demokra tien, daß sie zugelass sen haben, daß mit
Mitteln der Gewalt Politik gemacht wird.
Verhältnisse anders geworden. Diefen geänderten Verhältnissen muß man auch Rechnung tragen und unser Steuerivesen einer gründlichen Reform unterziehen.
Die Personalsparmaßnahmen
Nr. 296
Neue Waffenlager in Paris entdeckt
Paris . Die staatliche Sicherheitspolizei ent deckte Donnerstag im Nordteile von Paris neue große Waffenlager. Es wurden auch etwa 150 Kilogramm Explosivſtoffe vorgefunden.
lich gekämpft. Wir haben das Bewußtsein, unsere Pflicht erfüllt zu haben. Wenn wir nun für die Vorlagen stimmen, dann entsprechen wir dem ernsten Gebot der ernsten Stunde.( Lebhafter Beifall.)
Zu dem Kompler der Vorlagen, die uns heute beschäftigen, gehören auch die PersonalSparmaßnahmen. Wenn man in einer Versammlung draußen über die Staatsangestellten zu reden beginnt, hört man ein Murren. Wir haben aber den Mut, den Arbeitern, die den Bezirkshauptmann berantwortlich machen für den Entzug der Lebensmittelfarte, zu sagen, daß das Gros der staat die Bevölkerung greift ja auch bei anderen Artikeln lichen und autonomen Angestellten nicht aus Bezu Surrogaten, weil sie das Geld für die besseren zirkshauptleuten oder Kreisgerichtspräsidenten beBon deutscher Regierungsseite sprach außerdem Naturprodukte nicht aufbringt. Es ist Vorsorge ge- steht, sondern daß die schlechtbezahlten Eisenbahner Dr. Loki cha( Chr.- Soz.). der erklärte, daß die troffen, daß die billigen Margarineforten nicht und Postboten, die Hilfskräfte in den Kanzleien, die deutschen Christlichsozialen für die Gesebe stimmen verteuert werden dürfen. Das ist für unsere Arbei- große Menge der Tabatarbeiterinnen zu ihnen ge- werden, weil sie den Frieden wollen. Ohne das ter von großer Bedeutung, da sie ja ohnehin nur für hören. Das sind Hunderttausende wirklich prole Rüstungserfordernis wäre das Budget aktiv. Stun die billigsten Sorten Interesse haben können. tarischer Elemente. Die Milderungen der Ge- ba( Agr.) reagierte auf die gestrige Erklärung des baltsabzüge werden zweifellos von den Staatsange- Abg. Salat in der Tuka- Sache und gibt der Hoffftellten mit Dank quittiert werden. Freilich wird es nung Ausdruck, daß sich die Hlinka - Partei schon nicht auch Menschen geben, die überhaupt nicht zufrieden mehr auf solche Abwege begeben werde. Ing. zustellen sind.( Zwischenrufe bei der EdP.) Mich Peschka( SDP) behauptet, daß durch die neuen befremdet nur die Tatsache, daß bei der Behandlung Steuern die Gewerbetreibenden dreimalio der aktiven Angestellten ein anderer Makitab ange it a rt als die Firbefoldeten überlastet würden. Auch wendet wird als bei den Pensionisten.( Neue Zwi- au dieser offenkundigen Unwahrheit schwiegen die fchenrufe.) Dieses zweierlei Maß darf nach meiner Arbeitervertreter der SdP still! Dem Liga- Abgeordund nach der Auffassung meiner Freunde abfolut neten Ing. Schwarz wurde wegen Ueberschreitung ein Präzedenfall fein. der Redefrist das Wort entzogen. Hruby( Agr.) suchte die Behauptunger zu entkräften, daß die Bauern weniger zur Staatsverteidigung beitragen als die anderen Bevölkerungsschichten,
Als Genosse Zischka von den Gegenfäßen innerhalb der Koalition sprach. wagte Herr Birke unvorsichtige Zwistenrufe, die ihm übel bekamen: Birke( SP):" Daß Ihr nur die Spannungen zuaebt!"
3ischka:„ Das liegt im Wesen ieder Koalition. Nur daß wir nicht wie ihr die Spannungen Surch Ohrfeigen und Hinauswürfe zu lösen verfuchen."
Dr. Eichholz( SDP):„ Ihr habt Euren Doktor Franzel hinausgeworfen und wir Kainer!"
8ischka:„ Dr. Franzel ist freiwillig aus geschieden. Bei der SdV treten jest viele Leute frei willig aus und viele andere werden hinausgeworfen!"
Dr. Eichholz:„ Wir sind zehnmal so stark wie Ihr und können darum auch zehnmal so viele Leute hinauswerfen!"
Wenn Mussolini auf die Kraft der Waffen schwört und auch in Deutschland das Schlagwort geprägt wird, daß Kanonen wichtiger sind als Butter, dann find eben die andern in einer Zwangs I age; fie können einfach nicht warten, bis eines Tages fich die Mündungen diefer Kanonen gegen fie selbst richten! Die Tragödie in China ist ein Beiten, spiel dafür, was geschehen kann, wenn ein Volk nicht genug Waffen hat, um einen räuberischen Einfall abzuwehren.
Ein Werk des Kompromisses
Die Bedeckungsvorlagen tragen einen Kompromißcharakter, fie sind das Spiegelbild der Zusammensetzung der Koalition. Das erklärt auch die Vielheit der Vorlagen.
biele
Bischka:„ Wenn Sie dieses Tembo einhal dann wird bald der Vorsprung der SdP ver
schwunden sein!"
Dak das Mineralwaffer höher beftenert mird, würde für die Arbeiterfchaft teine wesentliche Rolle spielen. Drückender ist aber. daß auch Soda wasser und Limonaden besteuert werden fol Yen. 1eber die Erhöhung der Biersteuer wird überall in der Rebith: aefchimpft werden. Dieienigen aber, die beim Bier ihren Aerner abrennieren mollen, mönen dann wenigftens auf ione schimpfen, die verft dobon geredet haben, daß Kanonen wich tiger find ala Butter!
Wir haben in den Ausschüssert und in der Koalition um die Berücksichtigung der berechtigten Ansprüche der breiten Massen unseres Volfes wirk
Heute Abschluß der Parlamentstagung
Differenzen in der Zuckerfrage
Generaldebatte wurde der Ausschuß aber neuerlich auf Freitag vertagt.
Im Senat
ben Eigenbedarf der Rübenbauern, während die Agrarier, solange in dieser Frage nicht eine Einigung erzielt ist, die Verlängerung der Kollektivverträge im Ausschuß nicht durchlassen wol len. Nachdem der landwirtschaftliche Ausschuß am Nach dreitägiger Debatte nahm das Abge- Abend nach dem Plenum erneut zusammenberuVormittag ergebnislos getagt hatte, wurde er am ordnetenhaus am Donnerstag abends die Bedek- fen, um eine Einigung zu erzielen. Nach einer tungsvorlagen zum Budget für 1938 sowie die beiden Vorlagen über die Neuregelung der Gehaltsabzüge bei den Staatsangestellten und bei den höchsten Würdenträgern des Staates an. Durch eine Reihe von Abänderungsanträgen der Koalition wurden alle Bedeckungsvorlagen, soweit sprachen am Donnerstag in der Budgetdebatte Die Steuerleistung der Arbeiter für den Wir haben uns febr enerniich dafür eingefekt. sie es nicht schon waren, einheitlich bis Ende weitere 14 Redner, darunter von deutscher Seite Staatsverteidigungsbeitrag beginnt bei einem Reinberdienst von 198 Kč pro Woche; hier beträgt die dak auch iene Kreise der Bevölkerung die beer ges 1940, also auf drei Jahre, terminiert. Dr. Braß( Sdp) über Hochschulwünsche und Mehrbelastung 15 Heller pro Woche oder 60 Heller ftellt find als die Arbeiter, und auch die Wirts Die sonstigen Aenderungen wurden bereits Schulfragen überhaupt. ScharnagI( Chr.pro Monat. Man kann nicht sagen, daß diese direkte haft au den neuen Stenerlosten beitragen. So Steuerleistung untragbar wäre. Bei höheren Ein- l die kartelstener 60 Millionen eintragen. bermerkt. Es handelt sich u. a. bei der Weinsteuer Soz.) erklärte, seine Partei halte an dem Benahmen wird sie natürlich unangenehmer. Ich würde Sier muß es Mufaabe der Renierung sein darüber um die Rubilligung eines steuerfreien Quantums schluß vom 18. Feber fest, von dem sie eine Wienur wünschen, daß alle Arbeiter dieses Staates in zu machen, dok dieser Betran nicht schließlich doch in für den Eigenbedarf und bei den Kartellgebühren dergutmachung der Folgen der Zurücksetzung des um eine Neufaffung der Paragraphen 1 und 11. Sudetendeutschtums erwarte. Sechir( Agr.) die Lage kämen, den Wehrbeitrag bezahlen zu müs- irgendeiner Form auf den Konfum# herwälzt wird. Demnach find a Ile Kartellverträge nach dem verlangte unter lebhaften Protesten der Kommusen, denn es gibt noch Hunderttausende, die leider Große Steuerreform nötig iveniger als 193 Kč pro Woche verdienen. Startellgesetz gebührenpflichtig, wobei als Grund- nisten die Verwirklichung der landwirtschaftlichen Annefichts eines Dukends neuer Steuern eraist lage die Gesamtsumme der Zahlungen für inlän- Entschuldung. Ing. Maruša( Nat.- Soz.) Herr Dr. Peters hat gestern hier darauf aufs merksam gemacht, daß wir durch die neue Steuer- fich die Frage, ob nit eine Reform unfe belaftung die weitere soziale Entwicklung estomps res ganzen Steuerfystems zweck- dische Lieferungen und Leistungen dient, auf deren urgierte die Errichtung eines LuftfahrtministeUmsatz sich der Kartellvertrag bezieht und die in rums, Dr. Sobotka( Tsch. Volksp.) befaßte tieren". Gewiß schafft die gegenwärtige politifche mäßiger wäre. der Zeit seiner Wirksamkeit getätigt wurden. Entwicklung nicht gerade günstige Vorausseßungen Wir haben in den letzten Jahren grundlegende jich mit dem Geburtenrüdgang und machte dafür die leichten Ehescheidungsmöglichkeiten verant für bedeutende sozialpolitische Erfolge in nächster Bus Renderungen auf dem Gebiete der Juftig und der funft. Aber man kann den kommenden Dingen nicht Verwaltung, aber auch der Organisation unserer Auf der Tagesordnung der nächsten Sibung wortlich. Brodeck( Soz.- Dem.) befaßte sich tatenlos entgegensehen und sich tiefer Resignation Verteidigung beschlossen.( Hier kommt es zu einem am. Freitag um 10 1hr stehen die terminierten mit den Forderungen der Eisenbahner und trat bingeben! Uns wundert nur, daß die Arbeiterver- Gepläntel mit der SdP. der Zischka vorhält, daßfezialpolitischen Vorlagen und weiters im Interesse der Staatsverteidigung für treter in der SdP schweigen, wenn Herr Dr. Peters die fürglife Ernennung des früheren nationalsozia- der Bauregreß. Falls nicht irgendwelche eine Förderung des Automobilismus ein. Wir die 440 Millionen gern auf indirekte Steuern liſtiſchen Abgeordneten Simm zum Bürgerschul- Schwierigkeiten eintreten, soll die Vorweihnachts- brauchen nicht nur gute Wagen, sondern auch gute abwälzen möchte.( Zwischenrufe.) direktor am besten beweise, wie es um Bei der Margarinesteuer sind die nen" bestellt ist, die nach den Behauptungen des scision noch am selben Tage abgeschlossen werden. Chauffeure. Am Freitag soll die Debatte abgeschlossen Gegensäße in der Koalition das ist kein Geheim- SDP- Redners Eichholz angeblich heute noch wie es heißt, wird das Haus dann erst wieder nis auch weiterhin latent. Man will uns ein- gegen ehemalige Nationalsozialisten und Deutschna- Ende Jänner zur Beratung des Rechnungs - werden und noch die Abstimmung stattfinden. reden, daß wir hier einen Sektor der plan wirt- tionale ununterbrochen verübt werden.) abschlusses für 1936 zusammentreten. Auch die schaftlichen Produktion vor uns hätten. Das Beratungen über die Neufassung des Parteienauf- Neuer Vizepräsident des Abgeordnetenhaustimmt nicht. Wir verstehen unter Planwirtschaft lösungsgesezes werden für Jänner zurückgestellt. ses. Das Abgeordnetenhaus wählte am Donnersdie planmäßige Deckung des gesamten Bedarfes. Differenzen gibt es im landwirtschaftlichen tag an Stelle des Gewerbeparteilers Mlčoch, Darnach müßte man also so viel Kunstfett erzeugen, als die Bevölkerung eben braucht! Wir würden der Ausschuß noch hinsichtlich des Numerus clausus der zum Handelsminister ernannt wurde, dessen agrarischen Argumentation, daß alles gefchehen für Zuckerfabriken. Die sozialistischen Parteien Stiubkollegen Wenzel Vávra zum Vizepräsidenmüsse, um einen höheren Konsum der tierischen berlangen eine andere Aufteilung des Rübenton- ten des Hauses. Vávra nahm die Wahl an und Fette herbeizuführen, ohne weiteres beipflichten, aber tingents und ein steuerfreies Sirupquantum fürleistete sofort die vorgeschriebene Angelobung.
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DER KLEINE
T
Bischka fährt dann fort: Mit Recht kann man fordern, daß man auch das Werk einer großen Steuerreform neuerdings in Angriff nimmt, denn leider trägt die Reform vom Jahre 1927 feinen Kompromißcharakter in dem Sinne, daß man auch ein wenig mehr an die Arbeiter gedacht hätte. Seinerzeit war es die Bürger foalition, die diese Reform beschlossen hat, seither sind aber die
Epilog
Es ist Nacht. Der Zug rollt.
Ich size in einer Ecke, die Hände in den
Taschen, die Beine weit von mir gestreckt, und genieße. Ich summe vor mich hin, als führe ich
VON EUGENE DA BIT in Urlaub.
Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot
Ein Offizier bleibt vor meinem Abteil
stehen. Ich grüße ihn nicht. Und stellte er mich
deshalb zur Rede, ich lachte ihm ins Gesicht. Denn mit der Armee habe ich nun nichts mehr
Vorsichtig wasche ich sein Gesicht, seine Brust und die gräßlich verstümmelten Arme, die zu tun. eigentlich nur noch Stümpfe sind. Dann hülle ich den Körper in meine Zeltbahn und wende mich ab, weil ich es nicht ertragen tann, diese steife, leblose Sache, die soeben noch voller Lebensgier und schönheit war, länger anzusehen.
Leutnant Dumoulin kommt herzu.
,, Was ist eigentlich geschehen? Was hatte er hier, in diesem Winkel, zu suchen?" Ich erkläre ihm den Zusammenhang. Als er ihn kennt, geht er, schimpfend und topfschüttelnd. weiter. Kameraden haben Schaufeln und Hacker. geholt. Gleize und ich heben den Leichnam auf.
Der Weg ist schlüpfrig, wir müssen langsam gehen. Am Ziel legen wir unsere Last wieder ab. Ein Friedhof mit Kreuzen, die deutsche Inschriften tragen.
Die Kameraden schaufeln ein Grab. Ein dumpfes Geräusch. Hände voll Erde.
Die legten Grüße für meinen
toten Freund.
Ich habe eine braune Jacke und braune Hosen an und trage dazu eine Müße, die man mir auf der Demobilmachungskammer gegeben hat. Dieser bürgerliche Anzug gefällt mir. Ich streiche über den samtartigen Stoff. Besser jeden falls als das Graublau der Uniform! Keinen
Helm mehr, feinen Tornister, teine Leder gamaschen... man fühlt sich leicht und so be weglich, daß man immerzu lachen könnte. Nur einen Brotbeutel habe ich behalten, vollgestopft mit sogenannten Frontandenken, die ich nach Paris mitnehme.
mit Krimskrams,
Während ich eine Zigarette rauche, stülpe ich meine Müße auf den Zeigefinger und versetze sie in rotierende Bewegung.
"
schied haben wir uns das Versprechen gegeben,| rufen: Guten Tag. Ich komme zurück, gehöre uns zu schreiben. wieder zu euch."
Von den Monaten, die auf den Krieg ge=
folgt sind, weiß ich eigentlich nicht mehr viel. Da war ein Tag fast wie der andere. Man
drückte sich hinter der Front herum, in irgend einem Lager, wo das Material sortiert und in Ordnung gebracht wurde. Zwischendurch war ich
Die Gleise vervielfältigen sich. Noisy- le
Sec. Ein Maschinenschuppen. Ah, mein Abstecher nach Paris , als es zur Front ging!
auch im Elsaß . Dann wieder Kasernendienst, richtig.
Boitiers. Der richtige Friedenskommiß. Von den genau so dumm und stumpfsinnig wie in Kameraden rückte einer nach dem anderen ab. Ich brachte sie alle zur Bahn und dachte dabei: wann bist du nun endlich an der Reihe? Vater war schon längst entlassen. Jeden Morgen zählte ich die Tage, die ich noch aushalten mußte, ehe auch ich nach Hause konnte.
Meine Freude ist nicht ungetrübt. Ich omme allein. Masse sollte mich, ich wollte ihn besuchen. Aus...
Ich wische die Scheibe ab. Rechts und links der Strecke das weite Land. Höfe, Teiche, Büsche und Wiesen mit brüllendem Vieh. Keine Spur mehr von den Kämpfen, die hier tobten.
Der Zug fährt an einem verlassenen Lager Ein Mitreisender fragt mich: Sind wohl glücklich, daß Sie's hinter sich borüber, beim Rangierbahnhof von Baires Torch, wo man die Urlaubsscheine abstempeln haben?" mußte. " Na ob! Die sehen mich nicht wieder." Gestern war ich noch Gefangener. Im Büro Haufen
Die Bannmeile beginnt.
Ich sehe aus dem Fenster. Sacré- Coeur! Diesmal ist die Sache Die Bremsen Inirschen. Der Zug hält. Ich steige als letter aus. Mein Herz klopft so stark, daß ich eine Minute stehenbleiben muß, um es zu beruhigen. Ein Vorortzug fährt ein. Die Menschen springen auf den Bahnsteig, ehe er hält. Sie stoßen mich, drängen mich vorwärts.
Während ich den Bahnhof verlasse, fühle ich nach meinem Brotbeutel und nach meiner Brieftasche. Ich gehe an einem Gitter hin. Durch die Stäbe sehe ich einen Play, einen Boulevard. Wagen rollen vorüber, eine endlose Reihe. Menschen wirbeln durcheinander. Ein Lärm! Ich halte mir die Ohren zu, schlösse am liebsten auch die Augen.
Nur mit Mühe komme ich weiter. Die Reise liegt mir in den Knochen, Freude und leberraschung rauben mir die Luft. Ich fühle mich wie ein Fremder inmitten dieser hastenden Menge. Niemand hat einen Blick für mich. Ich bin ein schlecht angezogener Irgendwer, der an Mauern hinstreicht. Ich gehe schneller. Hauptmann tommt mir entgegen. Mal sehen! Hände in den Taschen, starre ich ihm tühn und
Gleize sucht ein Streuz, fribelt Masses Namen und erst dann hat man die Gnade gehabt, mir Steinbrüche mit Schutt und Gerümpel. Die unbefangen ins Gesicht.
darauf und pflanzt es in den Hügel.
Jch bleibe allein.
zu sagen:
" Sie sind frei. Verblühen Sie."
Der Himmel hellt sich auf. In der Ferne Ich war mit Bruger und Gradouble zusammen. ziehen Truppen in guter Ordnung. Transport- In der Kaserne haben wir uns nicht aufgehalten, folonnen folgen einander. Bald kommt der Sondern wir haben uns, bis unser Rug abfuhr, Friede! Aber der Gedanke macht mich nicht in ein Café gefeßt. Die Alten waren nicht dabei. glücklich. Denn Masse ist nicht mehr da. Béguel, Gleize, Salvat, Cauvin sind schon zu Hause. Wir haben nur von ihnen gesprochen und an den Tag ihrer Abfahrt erinnert. Beim Ab
Ich balle die Fäuste und gehe langsam zurück.
Baustellen zu verkaufen, Wasserlachen, Strede ist schwarz von Eisenschlade. Verkümmerte Bäume und Lichtmaste flankieren sie. Eine Stadt.
Männer
Kleine, weißgetünchte Häuser, Hütten, fast wie an der Front. Eine Straßenbahn hält. und Frauen stürzen sich darauf. Sirenengeheul, Klingelsignale. Fabrikschornsteine rauchen.
Auf den Bahnhöfen wartende, zeitungslesende Reisende. Sie heben den Kopf, wenn der Schnellzug vorüberbraust. Ich möchte ihnen zu
Und dente: Ich bin ja frei, Gott im Simmel!"
Ich komme an einem Warenhaus vorüber
mit meinem Entlassungsgeld lönnte ich mir eine Menge kaufen. Ich muß lachen. Vor einem Spieçel bleibe ich stehen und mustere mich. Dann gehe ich in eine Bar und trinke einen Kaffee mit Num. Jetzt bin ich in meinem Viertel!
( Fortjehung folgt).