கடன்;

En

ife

73

ad

nd

I

et

I.

i;

1,

FR 62

3

3

Sozialdemokrat

gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller

Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Kern. Prag 18. Jahrgang

Donnerstag, 7. April 1938

Blum siegt in der Kammer

Paris.( Havas.) Die Kammer hat die beiden Artikel des Ermächti gungsgesetzes mit 311 gegen 250 Stimmen angenommen. 41 Abgeordnete ent. hielten sich der Stimme.

Ende des Nachmittags nach der Rebe bes Repräs

fentanten der Mitte, des früheren Minister Paul Renaud, der sich für die Notwendigkeit der bals digen Schaffung eines Kabinetts der Konzentras tion der Parteien aussprach, welches das breite Vertrauen der gesamten Bürgerschaft genießen würde, beschloß Ministerpräsident Léon Blum , das Ende der allgemeinen Debatte zu beantragen, worüber die Deputierten durch Handerheben ab­ftimmten.

Aus dem Inhalt:

Norwegen zur SAJ

Durch Flüsterpropaganda

in den Tod getrieben

Die Treue der sozialistischen Jugend

Günstige Entwicklung

der Staatsfinanzen

Nr. 82

Wir klagen an und warnen!

Schädigung der sudetendeutschen Wirtschaft durch Flüsterpropaganda und Gleichschaltung

Seit dem Einbruch der großen Krise haben arbeitende sudetendeutsche Volt nicht leben Tann. Die Kammerdebatte über die Regierungs - wirtschaftliche Problem als Ganzes zu sehen und sich die deutsche Sozialdemokratie und die Ge- Im Jahre 1937 ist zum erstenmale ſeit acht lan vorlage, in der eine Ermächtigung für die Regies es nicht durch improvisierte Notbehelfe, fondern werkschaften bemüht, die Aufmerksamkeit der Res gen bangen Jahren eine fühlbare Besserung ein­rung bis zum 1. Juli d. I. gefördert wird, das durch einen kühnen und detaillierten Plan zu lögierung und der gesamten Oeffentlichkeit auf die getreten, zehntausende Menschen fanden wieder mit die Finanz- und Wirtschaftspolitik im Wege fett. Was dem Blum- Plan seine Bedeutung gibt, fataſtrophale Entwicklung in den deutschen Gebies Brot. Arbeit und damit das bißchen Glück, das ist, daß er das Ende einer Periode von Illusionen ten zu lenken. In den ersten Jahren der Krise die bürgerliche Gesellschaft dem Arbeiter zumißt. bon Regierungsdekreten geleitet werden könne, bedeutet. standen ein großer Teil des tschechischen Volkes Von acht Milliarden im Jahre 1986 ist unsere fand einen unerwartet schnellen Abschluß. Gegen und viele feiner politischen Vertrauensmänner Ausfuhr auf zwölf Milliarden gestiegen, es ist genüber. Der zähen Aufklärungsarbeit der sude- lung muß man nun mit allen Sträften nachhelfen. Paris . Es verlautet, daß Ministerpräsident tendeutschen Sozialisten gelang es nach und nach Wer das sudetendeutsche Wolf wirklich liebt, wer Léon Blum ursprünglich zögerte, den Entwurf im bei einzelnen Faktoren des öffentlichen Lebens die fleißigen, gefchickten Menschen zufrieden seben Senate zu verteidigen und betonte, daß er bei den das notwendige Verständnis für das Leiden der will, wer das Glück des Sudetendeutschtums an Deputierten der radikalsozialistischen Partei und Induſtriebevölkerung der deutschen Gebiete her strebt, wer für dieses Bolt leben und arbeiten der republikanisch- sozialistischen Vereinigung in vorzurufen. Eine Menge sozialer Maßnahmen will, muß beitragen, die emsigen Hände zu be bedeutendem Maße an Vertrauen eingebüßt habe. wurde über Betreiben deutscher Sozialdemotra schäftigen und unserer Exportindustrie helfen, die Auf Drängen der Mehrheit der sozialistischen ten durchgeführt, um nur den ärgsten Hunger von in der Katastrophenzeit verloren gegangenen Ab­Minister entschloß er sich dann doch, den Entwurf den Stuben der Arbeiter fernzuhalten, eine Reihe jaymärkte wiederzugewinnen. im Senatsplenum zu vertreten. Es ist anzuneh von wirtschaftlichen Vorkehrungen wurden getrof­men, daß der Senat den Entivurf ablehnen fen, um insbesondere unsere Exportinduſtrien wie- deutsche, der sich in dieser tollen Zeit die gesunde Mit banger Sorge muß daher jeder Sudeten wird. ¡ der aufzubauen, ohne deren Beschäftigung das Urteilstraft bewahrt hat, eine Gefahr heraufzie hen sehen, auf die man nicht früh und nicht nachs drücklich genug aufmerksam machen muß, weil sie eine hoffnungsvolle Entwicklung stören kann, von der Brot und Arbeit, Wohl und Wehe der fude­tendeutschen Männer, Frauen und Kinder abhän gen. Der Abgeordnete Jakich hat Dienstag im Abgeordnetenhause von einem Telegramm er

Der Senat wird ablehnen! bem fudetendeutschen Notſtand verſtändnislos ges ein hoffnungsvoller Anfang dieſer Entivid

Der Kammerpräsident ließ sodann im Ein­vernehmen mit dem Ministerpräsidenten über die Regierungsvorlage als Ganzes abstimmen. Die Abstimmung ging unter lebhafter Erregung auf der äußersten Linken, jedoch in Ruhe vor sich. Nur die Sozialisten und Kommunisten stimmten ge­schloffen für die Regierung, bei den anderen bei­den Gruppen der Regierungskoalition, den Nadi­falen und der Republikanischen Union herrschte lincinigkeit. Die übliche Mehrheit der Volksfront war um mehr als 60 Stimmen schwächer. Sievon entfällt die eine Hälfte auf die Nadikalen, die an bere auf die republikanische Linke. Von den 114 radifolen Deputierten stimmten bloß 59 für die Regierung, 30 stimmten gegen sie und die übri gent enthielten sich der Stimme.

Nach Beendigung der Kammerſibung berief der Ministerpräsident eine gemeinsame Beratung aller sozialistischen Minister ein, zu der auch der Generalsekretär des Allgemeinen Arbeitsverban­des Jouhaur beigezogen wurde. Wie erklärt wird, bildete den Gegenstand der Beratung vor allem der Streitkonflikt und die Besetzung der Be­triebe. Bisher ist nicht bekannt, welche Konsequen zen der Ministerpräsident aus der Tatsache zie= ben will, daß mehr als die Hälfte der Radikalen es abgelehnt hat, für die Finanzvorlage der Re­gierung zu stimmen.

Englische Anerkennung für Blum

Die Folgen des Anschlusses für die

Beruhigende Erklärungen

des Finanzministers

Tschechoslowakei

Prag . Bei der Behandlung des Regierungs-[ werden. Dafür sprechen auch die Kundgebungen zählt, in dem ein deutschböhmischer Fabrikant entwurfes über die obligatorische Anlage eines von maßgebenden Faktoren auf deutscher Seite. aufmerksam gemacht wurde, daß den judetendeurs Teiles der flüssigen Mittel der Geldinstitute in Daß die Bemühungen um die Erhaltung, schen Erportindustrien der Boykott durch Kauf Staatspapieren beschäftigte sich Finanzminister bzw. Erweiterung unserer zwischenstaatlichen leute in den Vereinigten Staaten drohe, wenn Dr. Kalfus im Budgetausschuß des Senats Wirtschaftsbeziehungen bei uns lebhaftesten Wi- man in Amerika den Eindrud gewinnen sollte, u. a. auch mit den wirtschaftlichen Folgen des derhall finden, sei bei dem wirtschaftlichen Chaz daß in unseren Wirtschaftskreisen die Ideologie Anschlusses Desterreichs für die Tschechoslowakei . rafter unseres Staates selbstverständlich. Auch und die Methoden des Dritten Reiches Platz grei­Er gab der Erwartung Ausdruck, daß die bis wenn es zu einer teilweisen Beschränkung der fen. Wir haben erst voc furzer Zeit einen Han­herige günstige Entwidlung unserer Wirtschaft bisherigen Wirtschaftsbeziehungen mit dem ehe- delsvertrag mit den Vereinigten Staaten abge­dadurch nicht unterbrochen werden wird. Die maligen Oesterreich kommen sollte, so werde es schlossen, der einen Durchbruch durch die Hoch­Triebfedern unserer Wirtschaftsentwicklung seien die Pflicht unserer Wirtschaft sein, einen Erschutzoll- und Absperrungspolitik bedeutet und in der letzten Zeit: sab auf anderen Absatzmärkten zu eine wirksame Steigerung unserer Ausfuhr nach suchen. den Bereinigten Staaten, die bereits heute einer

Der billige kredit und die erzielte Ordnung im Geldwesen,

die Verbesserung der Exportmöglich

feiten.

Die Regierung wende die größte Mühe auf, unserer größten Abnehmer sind, zur Folge haben um die Exportmöglichkeiten zu erweitern. So lann. In der nächsten Zeit wird Amerita Han­die öffentlichen Investitionen, biete der türzlich abgeschlossene Handelsvertrag delsverträge auch mit anderen Staaten, vor allem namentlich jene für die Staatsverteidigung, mit den Vereinigten Staaten unseren großen mit Großbritannien abschließen, wobei uns auf und Exportindustrien die Möglichkeit, sich in einem Grund der Meistbegünstigung alle Vorteile, welche noch größeren Ausmaß als bisher am Erport die Vereinigten Staaten anderen Ländern ge­nach den Vereinigten Staaten zu beteiligen. währen, automatisch zufallen. Daß uns Amerita London . Die Betrachtungen der britischen Dieser Vertrag sei zugleich ein Beweis, daß sich dieses Entgegenkommen beweist, hat auch seine Preffe zu den Schwierigkeiten der Regierung In den ersten beiden Punkten ist keine unsere Regierung um die deutsche a Gebiete politischen Gründe, die amerikanische Demokratie Blum, der Kammerdebatte und dem französischen Aenderung eingetreten. Was den Export betrifft, ebenso wie um die tschechischen fümmert, denn will dadurch der tschechoslowakischen Demokratie Ermächtigungsgesetz stimmen darin überein. daß so könne man allgemein die Erwartung ausspre- durch diesen Vertrag gewinnen am meisten jene helfen. der Motivenbericht zu dem Ermächtigungsgesetz chen, daß auch nach dem Anschluß Oesterreichs Produktionszweige, die im deutschen Gebiete lie­uns die bisherigen Exportmöglichkeiten, die sich gen. Es werde Sache der zuständigen Wirt­aus dem Wirtschaftsverkehr mit den beiden Län- fchaftskreise sein, die nenen Möglichkeiten soweit dern ergeben, zum größten Teil erhalten bleiben wie möglich auszunühen.

ein Meisterstück ist, und wie Times" aus Paris schreiben, nach weitverbreiteter Ansicht den ersten Versuch seit den Tagen Poincarés darstellt, das

SdP will nicht verhandeln! Spanische Front befestigt

Die Henlein - Partei, von der gewisse aus­

ländische Kräfte geglaubt haben, sie sei bereit,

einen Beitrag zur Befriedung zu leisten, lehnt Barcelona. ( Ag. Esp.) Der Kampf Erklärung veröffentlicht wurde, in der die Regie­Berhandlungen auf dem Boden der demokrati in den drei Sektoren der Ostfront hat an Heftig- rung ihren unerschütterlichen Beschluß proklas schen Verfassung ab. Die offizielle Verlautbarung keit abgenommen. In den Sektoren von Riba miert, den Krieg für die Unabhängigkeit Spaniens der Sd hat folgenden Wortlaut: gorcano, von Lerida und in den gebirgigen Teilen, bis zur Befreiung des Landes fortzusetzen.

Am 5. d. M. fand in Prag unter dem durch die enge Wege zum Meer führen, bei Mora Borjit Konrad Henleins eine Sigung des politi- de Ebro, find die Verteidigungslinien der Volks. schen Ausschusses der SdP statt, die sich mit einer armee gehalten worden und die ausländi­Meihe organisatorischer und politischer Fragen schen Truppen der Nebellen mußten, nachdem sic beschäftigte. Im Zusammenhange mit einer schwere Verluste erlitten hatten, die Heftigkeit Neberprüfung der politischen Gesamtlage berich ihrer Angriffe vermindern. Sie waren ständig teten die Vertreter des parlamentarischen Klubs dem Feuer der republikanischen Batterien aus­der SdP auch über ihre letthin stattgefundene gesetzt, die in sicheren und befestigten Stellungen informative Aussprache mit dem Ministerpräsi- stehen. Die republikanische Front ist in den letzten denten Dr. Ho da, in der er seine Gedanken zur vierundzwanzig Stunden konsolidiert worden. Die innerpolitischen Situation dargelegt hatte. Es erste Phase der italienisch- deutschen Offensive ift wurde festgestellt, daß diesem Gespräch keineswegs zu Ende gegangen, ohne daß die spanische Regie­der Charakter von Verhandlungen über die Lösung rungsarmee auseinander gebrochen wäre.

des Nationalitätenproblems beigemessen werden Der Angriff der Volfsarmee nördlich von lann. Zur Gesamtlage stellt der politische Aus­schuß auf Grund der aus allen Gebieten vorlie- Guadalajara hält an. Erkundungsvorstöße der senden Nachrichten fest, daß keinerlei Anzeichen Kavallerie haben ergeben, daß die Stellungen der für eine Aenderung des bisherigen Systems er­Rebellen relativ schwach besetzt sind. Sie werden kennbar sind, und daß sich die öffentliche Meinung von der republikanischen Artillerie bombardiert. auf tschechischer Seite in keiner Weise den neuen Auch an der andalusischen Front hat die republi­Verhältnissen anzupassen versucht. Für die SdP niſche Armee einen bemerkenswerten Vormarsch als politische Willensträgerin des gesamten Sus zu verzeichnen. detendeutschtums ist daher gegenwärtig weder An­

laß noch Möglichkeit geboten, ihre bisherige Pos Barcelona. ( Havas.) Das Kabinett Negrin

Iitit a

zu ändern."

hielt in der Nacht eine Sigung ab, worauf eine

Die neue Regierung

Barcelona. ( Havas.) Der neuen spanischen Regierung gehören an:

Ministerpräsident und Kriegs­minister: Negrin; Außenminister: Alvarez del Vano; Innenminister: Paulino Go. me 8; Landwirtschaftsminister: ur i 6 e; Juſtizminifter: Gon­ales Petta; Finanzminister: 3 af þe; Verkehrsminister: Gi. er de los Rios; Arbeits­miniſter: ya ua de; Miniſter für öffentliche Arbeiten: Be I a o; Unterrichtsminister: Blanco; Minister ohne Vor­tefeuille: Gir a 1.

Negrin

In dem neuen Kabinett Negrin befinden sich fünf Sozialisten, zwei Republikaner, ein Mit­glied der fatalanischen Linken, ein Mitglied der republikanischen Linken, ein Mitglied der repu­blitanischen Union, ein Mitglied der CNT. und ein Mitglied der UGT.

Jeder, der nun dazu beiträgt, in Amerila den Eindruck zu verstärken, daß in der judetendent­schen Industrie alles gleichgeschaltet ist, be­ſchwört die Gefahr herauf, daß die Begünsti gungen, die uns die Vereinigten Staaten ge­währt haben, nicht der sudetendeutschen, wohl aber der im tschechischen Gebiet liegenden In­dustrie zugutekommen.

Jeder einzelne, der unsere fudetendeutsche Indu­strie gleichzuschalten bestrebt ist, muß für die un­absehbaren Folgen solches Tuns persönlich ver antwortlich gemacht werden. Ebenso wie in den Vereinigten Staaten , verfolgt man in Holland und Standinavien die Entwicklung der Verhält nisse in unserem Grenzgebiet so daß die Ge­fahren für unsere Industrie und unsere Arbeiter. damit auch für Getverbe und Landwirtschaft, die an der Beschäftigung in den Industriebetrieben aufs stärkste interessiert sind, wahrlich nicht un­terschätzt werden dürfen.

Wir müssen daher an das Sudetendeutsch­tum eine ernste Warnung richten, insbesondere an die deutschen Unternehmer und deren Direktoren, welche die jetzige politische Lage zu ärgstem Ve­triebsterror ausnüßen und die Arbeiter zum Bei­tritt in die SdP zivingen wollen. Die Kunden unserer Betriebe und die Handelsvertreter, die in das sudetendeutsche Gebiet kommen, sind nicht blind, sie sehen, was vorgeht und

man erhöht die Kauflust unserer Abnehmer in den demokratischen Ländern nicht durch politi­schen Druck auf die Arbeiter, die für Freiheit und Menschlichkeit wirken und kämpfen. Unsere Arbeiter setzen dem Betriebsterror troizi­gen Widerstand entgegen aber die Unternehmer mögen auch Rücksicht darauf nehmen, daß sie in demokratische Länder exportieren und das ihre