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cher Situation, die der von 1914 in mancher Be chung ähnlich ist, ist England zwar immer noch rückhaltend, aber doch um vieles deutlicher als amals. Nur wer auf keinen Fall verstehen will, n nach der Londoner Konferenz die englisch Französische Entente noch mißverstehen.

Vor allem in den sudetendeutschen Gebieten Sirfte es noch immer solches Mißverstehen geben. Much jene Sudetonazi, die fest überzeugt sind vom Mommen des Tages", sollten die warnende Stimme aus London hören! Wirkt diese War­nung auch auf sie, dann wäre auch das ein Bei­trag zum Frieden.

Ihren Beitrag zum Frieden muß und wird aber auch die Tschechoslowakei Teiste n. Sie muß nun endlich an die endgültige Rege lung der nationalen Probleme schreiten, zu einer solchen Regelung, daß zu ernst­haften, berechtigten Beschwerden kein Grund mehr bleibt. Unser Staat ist der wertvollen Hilfe treuer Freunde sicherer muß aber das Seine dazu beitragen, daß die äußerste Konsequenz dieser Silfsbereitschaft nicht eintritt. Die Tschechoslowa­lei ist bereit und ist fähig, sich zu wehren. Aber auch das ist ein Sichwehren: die Ursache von Sonflikten beseitigen! Man wird in Prag auch auf den Rat der Freunde hören, mit deren Hilfe man rechnet, und man wird auch diesen freund schaftlichen Rat als wertvolle Hilfe betrachten.

Wirkliche Regelung der nationalen Verhält­nisse, Befriedigung aller berechtigten Ansprüche der nationalen Minderheiten wird zwar nie die Mazi befriedigen, für die es nur eine Lösung gibt, die hier nicht genannt zu werden braucht, aber nicht die gesamte sudetendeutsche Bevölkerung ist nazistisch und auch keineswegs alle, die in die SdP gelockt und gepreßt wurden, sind Nazi. Die Nazi können durch nichts zufriedengestellt, durch nichts für den Staat gewonnen werden, aber die anderen kann man gewinnen. Denn schließlich will ja doch auch ein sehr großer Teil der sudeten­ deutschen Bevölkerung nichts anderes, als in Ruhe und Frieden arbeiten können, in dem Bewußtsein, in seiner Heimat vollwertiger Staatsbürger, nicht Mensch zweiten Ranges zu sein. Keinerlei Ent­gegenkommen an die SdP ist nötiges wäre verfehltes Entgegenkommen, das nur als Schwäche gedeutet würde. Notwendig ist die Verwirklichung der nationalen Gerechtigkeit- und niemanden könnte das auf die Dauer unangenehmer werden als der SdP.

Die Londoner Konferenz hat, man darf es sagen, ohne sich leichtfertigen Optimismus schuldig zu machen, Friedensarbeit geleistet. Und mag denen, die an nichts anderes mehr glauben als an die Gewalt, die alle Humanität für tot und be­graben halten und die Demokratie für eine über­lebte Form des staatlichen Lebens, der Austlang des Londoner Kommuniqués auch als eine Art überflüssiger Aufputz erscheinen die Nicht­dynamiker, die trop der Erweckung des Bestialis mus durch den Chauvinismus sich ihre Liebe zu den großen menschheitlichen Werten und den Glauben an sie bewahrt haben, flingen diese Schlußworte, die Verkündung der gemeinsamen Ideen des nationalen und internationalen Lebens der beiden Westmächte, wie eine tröstende Ver­heißung. Die beiden großen Demokratien haben sich dessen besonnen und sie haben den Mut ge­habt, es in einem offiziellen Kommuniqué zu sagen, daß diese Ideen ihr volkliches und staat liches Leben geformt haben, daß ihnen die Größe und das Ansehen der beiden Staaten zu danken

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Der ewige Schatten

Roman von Max Hochdorf

Jeszt, da ihr alles forigeiragen wurde, die süße Speise, der süße Wein und die Gelegenheit, von ihrem innersten Gemüt das Süßeste zu ver­schenken, jetzt schlug sie die Hände vor die Augen. Nur nichts sehen, nichts hören! Einschlummern, nicht mehr aufwachen, das Schönste wäre es!

[ ist

Sonntag, 1. Mai 1938

Nr. 102

und daß sie gerade dann weiterhin wahre[ deutschen Arbeiter. Für diese Ideale sind sie zu auf den europäischen Frieden einwirken, an welchem Weltgeltung haben werden, wenn sie diesen Ideen kämpfen bereit und sie sehen in den Worten, die Briten ein direktes Interesse haben. Ein treu bleibe, den Ideen der Demokratie, der die von London aus in die Welt gingen, die Be- höchst eindringlicher Appell wird also um anität. Es sind die Ideen, die auch stätigung ihres nie erloschenen Glaubens, daß die an Deutschland einerseits gerichtet werden, zum Werden des tschechoslowakischen Staates ge- Menschheit sich auf diese Ideale besinnen, zu ihnen damit es Henlein zur Versöhnlichkeit auffordert und führt haben, es sind d Ideale Masarhts. Es sind stehen muß, um die Bedrohung durch den Faschis - an Dr. Beneš andererseits. auch die Ideale der sozialdemokratischen sudeten mus abwehren zu können.

Das Welt- Echo

der Besprechungen über die ČSR

London . Die Leiartikel, welche die Londoner Blätter Samstag nach Abschluß der britisch- französischen Besprechungen veröffentlich en, stimmen ausnahmslos darin überein, daß die Einigkeit und Zusammenarbeit der großen westlichen Demokratien neuerlich bekräftigt wurde und abermals ein sichtbarer Einfah der Gesamtkräfte beider Staaten zur Erhaltung und Vertiefung des Friedens er folgt. Sehr ausführlich beschäftigen sich die Blätter mit dem tschechoslowakischen Problem.

Warnung an Dritte"

,, News Chronicle meinen, England und Frankreich befänden sich in einer engeren Ueber­einstimmung wie jemals seit 1918. Dies bilde eine Ermutigung für die Völler beider Länder und eine Warnung an Dritte, die geneigt seien, eines dieser beiden Länder anzugreifen. England sei weiter gegangen in der Garantie der französischen Sicherheit, als jemals zuvor. Die Gespräche bilden den Kern eines neuen und wirksamen follettiven Systems. Während England nicht über die Tham berlainerflärung im Parlament vom 24. März hin­ausgehen konnte, seien die Nazis aber mals gewarnt worden, daß ein Schritt gegen die Tschechoslowakei sicherlich Frankreich und sehr wahrscheinlich England auf die Seite der Tschechen bringen würde.

Die Zugeständnisse

müssen beiderseits sein"

gierungen bezüglich einer demnächst vorzunehmen den Vorstellung in Berlin überein­gekommen.

"

Nach Schweizer Muster

Frankreichs eindeutige Haltung

Paris . Auch die Pariser Abendpresse spricht ihre Befriedigung über die Ergebnisse der Unter­redungen der französischen und britischen Minister über die Tschechoslowakei aus und erwartet, daß die Spannung rasch einer ruhigeren Periode Plaz machen wird. Wenn Deutschland eine friedliche Lösung ablehnen und einer brutalen Methode den Borrang geben würde, die seinem Prestige mehr ent sprechen würde, dann würde England ihm deutlich zu verstehen geben, daß ein bewaffneter Angriff auf tschechoslowakisches Teritorium unzweifelhaft Krieg zur Folge hätte und daß im Kriegsfalle England an der Seite des bedrohten Frant, reich stehen würde", schreibt Sauerwein im Paris Soir".

überein USA : Unerschütterliche Freundschaft

Der Wiederherstellung der Freundschaft zwie schen England, Frankreich und Italien soll ein entschlossener Versuch folgen, Deutschland für die internationale Busammen arbeit zurückzugewinnen. Hiebei dürfte der ita bende Rolle spielen. lienische Ministerpräsident Mussolini eine entschei­

Eine leise, aber klare Andeutung

steht,

für unabhängige Tschechoslowakei Evening New 3" berichtet Samstag abends, London . Der diplomatische Redakteur des baß England und Frankreich eine Lösung des tsche Meldungen, daß eines der Ereignisse der britisch­Washington.( Reuter.) Die Londoner choslowatischen Nationalitätenproblems auf födera französischen Gespräche eine gemeinsame tiver Basis nach Schweizer Muster vor Wirtschaftshilfe der beiden Großmächte schlagen werden. Im Zusammenhang mit den für die Tschechoslowakei sein wird, um bicic Londoner Ministerbesprechungen und dem bevor- gegen den deutschen Wirtschaftsdruck zu schüven, stehenden Besuch des deutschen Reichstanzlers in werden in Regierungskreisen der Vereinigten Rom wird der Unterredung des englischen Außen- Staaten dankbar aufgenommen. Diese ministers Lord Halifag mit dem italienischen Bot- Kreise betonen, daß dieses britisch- französische schafter Grandi große Bedeutung beigemessen. Verhalten im vollen Einklang mit dem sehr günstigen Handelsvertrag welchen die Vereinigten Staaten im abgelaufe­nen Monat mit der Tschechoslowakei abgeschlossen haben. In den Vereinigten Staaten dauert das Gefühl der brüderlichen Freund­Der diplomatische Korrespondent des Daily fchaft unerschütterlich an, welches be­reits seit der Gründung der Tschechoslowakischen Telegraph" schreibt: Die französischen Minister Republik ein hervorragendes Merkmal aller haben mit großem Nachdruck auseinandergesetzt, daß tschechoslowakisch amerikanischen Beziehungen Frankreich in Erfüllung seiner Vertragsverpflichtun London . Der sonntägige ,, New 3 Chr o bildete. Es besteht kein Zweifel, daß die öffent­en der Tschechoslowakei im Falle einer deutschen nic I e" veröffentlicht einen Artikel Vernon Bartliche Meinung der Vereinigten Staaten an der Militärinvasion beistehen wird. Frankreich hatte le t t 3, in dem es heißt: Es zeigt sich tatsächlich, Erhaltung der Integrität und Unabhängigkeit weitere englische Verpflichtungen gewünſcht, doch daß Hitler etwas gelungen ist, was Winston Chur- der tschechoslowakischen Republik ein lebhaftes ging man englischerseits über die kürzlich von Cham chill und andere, die eine englisch - französische Allianz Interesse hat. berlain im Unterhaus abgegebene Erklärung nicht empfahlen, nicht zustande gebracht haben. Die Be­hinaus. Es wurde aber nichtsdestoweniger von beiden ziehungen zwischen London und Paris sind jetzt enger Seiten anerkannt, daß, falls die Ereignisse eine als ie, die Zeit des Weltkrieges ausgenommen. Es Entwicklung nehmen, die unvermeidlich zu einem ist flar, daß jetzt Maßnahmen ergriffen werden, an europäischen Kriege führt, aur Erhaltung welche nicht gedacht worden wäre, wenn nicht die der französischen Integritätsverpflichtungen England Tatsache der Annerion Oesterreichs und der Dro­Prag. Gemäß einer Maßnahme des flowa­gezwungen wäre, seinen vollen Beitrag zu leisten. hungen gegenüber der Tschechoslowakei beständen... fischen Landesamtes in Preßzburg wurde die Ab­Von britischer Seite wird hervorgehoben, daß die In einigen der nächsten Tage wird ird die britische Re- haltung der für Sonntag, den 22. Mai d. J. fürzliche Regierungserklärung in ganz Europa gierung einen wichtigen Schritt unternehmen, sie ausgeschriebenen Wahlen in die Stadtvertretung als eine flare Warnung vor den Folgen, wird Deutschland darlegen, daß die Briten und die vorläufig verschoven. Die Wahlen in die Stadt­welche sich aus einem bewaffneten Angriff in Mittel- Franzosen den Präsidenten Benes aufgefordert ha- vertretung von Preßburg werden in einer der europa ergeben müßten, interpretiert wurde. Als ben, sich mit allen Sträften zu bemühen, den Frie weiteren Wahletappen vorgenommen werden. nüßlich würde sich erweisen, den beteiligten Parteien den durch ein Uebereinkommen zu erzielen. Es wird Das Tschechoslowakische Preßbüro bemerkt Geduld nahezulegen und zweitens zu einem auch dargelegt werden, daß die französische Regie- zu dieser amtlichen Meldung, daß das Deutsche dauernden und gerechten Ausgleich rung entschlossen ist, ihre Vertragsverpflichtungen Nachrichtenbüro in Berlin seinen Bericht über beizutragen. Sodann wird auf das tschechoslowa gegenüber der Tschechoslowakei zu erfüllen und es die Verschiebung der Wahlen in Preßburg mit der fische Memorandum hingewiesen und gesagt, daß die wird eine leise Andeutung gemacht werden, daß die Information begleitet hat, daß auch in anderen Bugeständnisse gegenseitig sein müßten, b. h. britischen Staatsmänner in ihren fürzlichen Reden Städten die Gemeindewahlen, die bereits aus Henlein müsse bereit sein, der Regierung durch die Tatsache anerkannt haben, daß der Versuch, die geschrieben wurden, verschoben werden sollen. Zu Mäßigung seiner Ansprüche entgegenzukommen. tschechoslowakische Selbständigkeit zu vernichten, zum dieser Behauptung des DNB ist das CPS zu Hiebei wäre allerdings zu erwägen, daß Henlein Kriege führen könnte. Weiter wird die britische Re- erklären ermächtigt, daß an eine Verschiebung als überzeugter Bewunderer Hitlers und des Nazi- gierung sich in dem Sinne äußern, daß die Zukunft bereits ausgeschriebener Gemeindewahlen in an regimes nicht vollkommen sein eigener der Sudetendeutschen nicht als deutsche Familien- deren Städten als in Preßburg nicht ge­Herr ist. Aus diesem Grunde seien die beiden Re-| angelegenheit angesehen werden kann, denn sie könne dacht wird.

war sogar das milde Marienbild, die Gütigste im blauen Kleid mit den Rubinborten. An der Wand zurückgeblieben war nur der Spiegel mit dem granatenbesetzten Goldrahmen, Gold, das sich einmal abgezeichnet hatte in seiner heiteren Lauterkeit, in seiner niemals getrübten Blankheit von dem buntglimmenden Farbenspiel der Facetten. Dieses Spiel gliberte nicht mehr, und auch über das Glas breitete sich schon eine gefledte Finsternis aus, weil die Flößer vom Strom auch die brennenden Kerzen ausgeblasen und die Kandelaber zu dem übrigen befördert hatten.

Preßburger Gemeindewahlen verschoben

Sie lief in die Nebenstuben. Sie sah die stel. Von Miasmen erfüllt der Dunst, der gei­Kinderkutsche nicht mehr und auch nicht mehr den sterte, und allenthalben die Natur verhüllt. Sie hohen Lehnstuhl mit dem blanken Gitter für ihren war schläfrig, mutlos und so schwammig aufges Sohn. Sie lief die Treppe zu ihrem Schlaf- weicht, daß auch die von der Feuchtigkeit getränk­zimmer hinauf. Alles war ausgeräumt. Ber- ten Steinmauern des Kellers keinen Schutz ge­trümmert die Fensterscheiben. Am Nachtwind währten. mertte sie es. Er drant in ihren Störver wie ein Tierbiß ein, als sie einen Moment Atem schöpfte, um sich zurechtzutasten.

Unterdessen schnarrte unten in der Hoch­zeitsstube Hauptmann Kegel: Ueber die Erde reicht der Arm der Majestät. Sie hat sich ihr Eigentum genommen. Hieronymus, ist er aber Aber Barbara Blomberg erblickte im Spie- das Eigentum der Majestät?" gel ein dunkles Gespenst, und das war sie selber. Gürtlermeister Blomberg freischte: Ach­Sie erkannte, daß sie nackt war, und nur die zer- tung, Frau Sibylle, Zierde meines Hauses und zausten Flechten verhüllten notdürftig Schulter seine heiligste Ehr, die Mitgift regnet durch den und Brust. Schornstein!"

Geraubt war ihr der Myrtenkranz aus dem Haar, geraubt Schleier und weißes Atlaskleid.

Es polterte um sie, es zerbrach und zer schmetterte um sie. Alles sollte schwinden, ver­hallen, verschweben. Der Tisch, auf den sie die Ellbogen stüßte, entschwebte auch. Dunkel war es, und ihr Kopf senkte sich Sie suchte um sich, sie fand nichts, um sich niedriger und niedriger, bis in ihren Schoß. In zu verhüllen. Die Füße nackt. Am Ohr nur ihren Haaren wurde von harten Fingern ge- stumpfe Tropfen, Tropfen, die ähnelten nicht nestelt und gezupft. An ihren Ohren wurde ge- mehr den Flammen, in denen sie sich während rissen. Man zerrie an ihren Füßen. Man zer- des Hochzeitsmahls heimlich gespiegelt hatte, nicht frakte ihr Gesicht und Hals und Schultern. Das mehr dem verzaubernden Rausch des Lichtes und

hörte nicht auf.

Aber sie wollte ganz unempfindlich sein, stumpf und blind und taub wollte sie sein. Was war das, dieses Frösteln über Schulter und Hals bis in die Ohren, bis in die Haarflechten?

Endlich mußte sie sich doch wieder in die Wirklichkeit hineinwerfen. Die Fingerspißen stars ben ihr ab. Vom Stuhl wäre sie zu Boden ge= glitten, hätte sie nicht die Augen aufgeschlagen und zugestoßen, um sich der Griffe zu erwehren, die ihr wehtaten, jeder Griff wie das Kneifen einer Bange.

Als sie dann um sich blickte, war die Stube schon geleert. Meine Möbel standen mehr im Raum. Die schweren Vorhänge waren von den Fenstern heruntergerissen. Abgelöst von der Wand

des Blendens, das sie bewundert hatte, um Bus funft daraus abzulesen wie aus magischem Kristall. Die Tropfen am Ohr waren nur ge­ronnenes Blut.

Sie fror. Sie fürchtete sich vor sich selbst. Sie schauderte vor dem Bild im Spiegel zurück. Hilfeflehend fragte sie im Streise.

Als sie vollkommen erwachte, war ihre erste Regung, daß sie nach ihrem Sohne rief. Sie sah ihn nicht in der Stube. Wo, wo, wo?" Die ab­gerupften Wände gaben das Echo:" Wo, wo, too?"

Der Kammerdiener Dubois hörte nichts mehr von dem Lärm, und auch nicht der kleine Hieronymus, der vor Freude über die galoppie­renden Kutschenpferde in die Hände flatschte.

Hauptmann Kegel schnarrte weiter: Und haben wir eine Tochter, dann nennen wir sie Karoline, nach dem großen, großen Wohltäter!"

Hans Blomberg, der rüſtige Greis, spuckte aus:" Es gibt eine Gerechtigkeit, Frau Sibylle! Komm, artige Magdalene! Du, Waltharius

Maria Simon Petrus, du hast nur einen

Bater, feinen Kaiſer zwar und keinen König und teinen Papst und keinen Kardinal zum Kom pagnon, aber--"

Obwohl der kleine Walter wiederum hohl aufhusten mußte, war er entzückt von all dem Fest, an dem er teilgenommen hatte.

Er fragte in hektischer Unersättlichkeit: Was wird jetzt noch kommen, lieber Papa?" Der Vater herrschte ihn an:" Mach's Maul zu, Roßbub Es weht ein scharfer Wind"

VII.

Im Keller des Landhauses auf der Land­straße nach Löwen hätte man das Schlagen des tegens auch dann nicht gehört, wenn es härter gewesen wäre. Aber es war eine weiche Flut, die niederträufte. Der Forst stand im dunklen Man­

Dedengewölbe und Wände tränten. Der Stiel der Art, mit der der Apotheker das indische Gajakholz zerspaltete, war aufgequollen und tlitschig geworden. Nicht hell und scharf flang das angelaufene Eisen der Art in das Holz hin­ein, sondern dumpf und tot. Der Apothefer mußte die Splitter mit verklammter Hand ab­trennen, wie von einem zähen Lumpen. Die Mühle, durch die das zerkleinerte Gajakholz ge= trieben wurde, gab nicht die trockene Störnigkeit her, die der Verwalter des kaiserlichen Medizin­tellers erhoffte, sondern das, was auf den Scha­len der Waage abgewogen wurde, erwies sich als ein unbestimmter Brei. Schiver würde es halten, daraus den reinen Saft zu gewinnen, der den Heiltrank für die Leiden der Majestät liefern follte.

Sie wußten den Kaiser oben in der Woh nung fahl und gefaltet, einen siechen, stöhnenden

Mann, den jeder Zoll des Leibes schmerzte, und dem Kissen und Plaster keine Erleichterung schafften.

Der winzige Winkel im Krantenstube blieb dem Kaiser die einzige Zuflucht. Zum Abzählen des Pulses überließ er dem Arzt sein Handge= Tent. Daß es überflüssige Mühe sei, dachte er. Dachte es um so mehr, weil er nur noch in end­gültigen Gedanken dachte. An ferne Rätsel, die noch zu lösen wären, glaubte er nicht mehr. Die Wirklichkeit, die ihn einschloß, preßte sich enger und enger an ihn.

Der Kaiser griff nach dem Spiegel auf dem Krantentischchen. Er betrachtete sich: Bart, Ninn, Augen, Wangen, Bunge, Stirn.

Krone der Venus!" Iachte er auf. ( Fortsetzung folgt).