Nr. 103 DleuStag, 3. Mai 1038 Seit» Transplantation und Pfropfbastarde Von L. Äldt. I. Weshalb wir die Bäume pfropfen i paradiesischen Zeiten mutz e» wundervolle jÄschäume gegeben haben. Wenigsten» führen alle bildlichen Darstellungen de« Paradiese» uns solche vbt Augen. Rote und gelbe Früchte leuchten ver- ldckend au» deip Grün hervor und der Baum der Erkenntnis soll ja bekanntlich ein Apfelbaum gewesen sein. Aber sie sind nun einmal unwiederbringlich vorüber, diese paradiesischen Zustände, da der Mensch sich nicht um Saat und Ernte zu bekümmern brauchte. Wo nun wohl diese» Parodie» auf Erden gewesen sein, au » dem der Engel mit den: Schwert da» neu­gierige Menschenpaar nach seinem ersten wissenschaft- licheii Experiment ausgetrieben hat? Und wa» ist aus den schönen Bäumen geworden? Außerhalb de» Paradiese» wuchsen wohl auch Apfelbäume und Birnbäume, aber sie trugen nur saure/ harte Holzäpfel und Holzbirnen. Und die Menschen mußten sich lange Zeit mit diesen begnü­gen. Woher aber sind alle die wundervollen Bpfel- und Birnensorten gekommen, die heute die Obstgär­ten zu wahre» ParadieSgärten machen. Der Mensch bat sie geschaffen, lag ihm doch da» Experimentieren von Adam und Eva her im Blute. Wie er e» ge­macht hat, da» wissen wir heute nicht mehr und können e» nur vernruten. Denn seit sehr langen Zei­ten schon gibt e» edle» Obst neben dem wilden. Man weiß, daß schon in prähistorischen Zeiten Aepfel und Birnen gegeben wurden und daß bis in» Mittel­aller hinein da» wilde Obst wenigsten» nebenbei noch verwendet wurde. Jeder weiß, daß der Daum, der au» dem Pern eine» edlen Apfels hervorgeht, nicht wieder Früchte von gleicher Qualität hervorbcingt, daß der Baum verwildert" und kleinere, wenig wohlschmeckende Früchte trägt. Warum sind die schönen Früchte nicht samenbeständig? Man weiß wenig darüber, wann und wo die Rassen entstanden sind, au» denen Gärt­nerkunst all die herrlichen Torten erzielt hat. Man weiß z. B. nicht einmal genau, ob der wilde Birn­baum der europäischen Wälder die einzige Stamm- pslanze der vielen edlen Birnensorten ist, oder ob diese von verschiedenen, un» nicht mehr bekannten Stammformen ausgegangen sind. Wahrscheinlich hat der Mensch e» schon sehr frühe verstanden, zufällige Spielarten sestzuhalten und durch dauernde Kultur und Auslese in ihren wünschenswerten Eigenschaften zu steigern. Kreuzuug»produtte zwischen den ältesten Sorten, wie sie in der Natur leicht entstehen können, wo Insekten den Blütenstaub von Baum zu Baum übertrugen, konnten Neue» insofern darstellen, al» fte die günstigen Eigenschaften zweier Rassen vereinigen konnten. Und wiederum mußte Au»lese einsetzen. Aber die Nachkommen dieser.Bastarde" zeigen Rückschläge zu den Stammformen, so daß e» nicht«»»gemacht oder sogar unwahrscheinlich ist, daß au» dem Samen Wieder die gleiche, günstige Eigenschaftskombination resultiert. Der Mensch scheint e» schon in sehr frühen Zeiten gelernt zu haben, eine bestimmte Rasse durch Auspfropfen auf die Wildform festzuhalten. Da» Pfropfen undVeredeln" wurde schon im Altertum geübt. E» ist unbekannt, welcher Volk der Erfinder ist.' Die Chinesen sollen e» schon vor Jahrtausenden geübt haben. Die Römer haben verschiedene gärt­nerische Methoden au» dem Orient übernommen und sie über ganz Europa verbreitet. Aber so richtig au»« gebaut wurde die Kunst de» Veredeln» wohl erst im 18. und 19. Jahrhundert. Wal man unterVeredeln" versteht, ist im Grunde.Transplantation", die Ueberpflanzung von Zellgewebe; nicht» andere», al» wa» der Arzt vor­nimmt/ der Haut von einer gesunden Körperstelle »der von einer anderen Person überpflanzt, um eine Wunde damit zu verschließen. Man hat seit langer Zeit bei Waldbäumen die Beobachtung gemacht, daß e» zuweilen zu Verwach­sung zweier Aeste eine» Baume » oder der Aeste be­nachbarter Bäume derselben Art kommt. Da» kann dann einireten, wenn die Aeste durch den Wind be­ständig gegeneinander bewegt, sich so stark anein­ander reiben, daß es zu tiefgreifenden Verwundun­gen kommt. Reich» die Verletzung bi» zur Zuwachs« zone von Holz und Bast, so kann da», wenn die ent­sprechenden Gewebe aufeinander zu liegen kommen, zu Verwachsungen führen. Diese Beobachtung mag schon in alter Zeit den Menschen dazu angeregt haben, solche Verwachsungen künstlich herbeizuführen. Wird ein Zweig eine» alternden Baume» einer Edelrasse binübergezogen zu einem jungen Wildling, den man zu diesem Zweck daneben gepflanzt hat, so kann nach entsprechender Verletzung eine Vertoachsung herbei­geführt werden. Trennt rnan den Zweig hierauf vom alten Baum ab, so wächst er auf der fremden Wur­zel weiter und alle», was er hervorbringt, wird unverändert die Eigenschaften de» Baume », von dem er abstammt, beibehalten. Diese Methode, die heute als da»Ablaktieren" bezeichnet und viel geübt wird, ist nur eine der weit über hundert verschiedenen Methoden de» Veredeln», die man im Lause der Zeit ausgebildet hat und al» deren wichtigste da» Pfropfen, da» Kopulieren und da» Okulieren jedem Gärtner geläufig sind. Bei allen diesen Methoden, bei denen von einem bestimmten Baum beliebig viele Nachkomtnen.auf­gezogen werden können, handelt e» sich also eigent­lich um einen BermehrnngSvorgang. Der Biologe unterscheidet zweierlei Vermehrung, die geschlechtlich» und die ungeschlechtliche oder vegetative, Im allge­meinen herrscht die Ansicht, daß Befruchtung uyd Samenbildung zur Vermehrung und Ausbreitung einer Pflanzenart dient. Es gibt aber zahlreiche Pflanzen, bei denen überhaupt keine Befruchtung»- ßvrgänge Vorkommen und die sich trotzdem oder ge-. Vie Produktion der Industrie Im vergangenen Monat Dem Bericht der Nationälbank-Mitteilungen über die Jndustriebeschästigung im März und an­fangs April entnehmen wir: Kohlenförderung und Koks­erzeugung: Nach dem Feberrückgang ist im März die Kohlenförderung wieder gestiegen u. zw. bei Steinkohle um 59,000 t(4.4 Proz.) gegenüber dem Februar und 60.000 t gegenüber 1987, bei Brmtnkohle um 49.000 t(8.4%) gegenüber dem Feber. Gegenüber 1087 ist sie hier aber um 81.000 Tonnen(1.9%) niedriger. Größer als im Feber, aber etwa» kleiner als im März 1987 ist auch die Kokserzeugung. Die Vorräte sind gewachsen. Die Belegschaft ist mit 72.486 um 247 Personen klei­ner al» im Feber, aber um 8.185 größer al» im März 1987 gewesen. Metallindustrie. In den Eisenwerken war der AuftragSeinlanf für den Export mif der vorjährigen Höhe, der JnlandSabsatz aber halbiert. Sowohl die Roheisen- al» auch die Rohstahlerzeugung lag unter dem Stand vom Feber 1988 und vom März 1987. Einen Rückgang der Beschäftigung wei­sen auch die Draht- und Röhrenwerke auf. Der Ab­satz von Emailwaren blieb hinter den Erwartungen zurück. Bei Kupfer- und Messinghalbfabrtken zeigte sich eine weitere Besserung. M a s ch i n e n. In der allgemeinen Maschinen­industrie und in der elektrotechnischen Industrie war die Beschäftigung auf der Höhe de» Vormonat». Im Waggonbau ist eine Besserung einaetreten, ebenso im Automobilabsatz, der jedoch gegenüber dem Vorjahr zurückblieb. Die Beschäftigung in der Industrie landwirtschaftlicher Maschinen blieb unverändert. Einen Aufschwung nahm der Absatz von Radioappa­raten. Baubewegung. Die günstigen Wetter­verhältnisse haben eine frühzeitige volle Entfaltung der Bmibewegung, an welcher nicht nur die öffent­liche Hand, sondern mich private Bauführer teilnah­men. Der umbaute Raum tvar nach den Danbewil- ligung um fast ein Zehntel größer al» im Vorjahr. Glasindustrie. Die Lage hat sich hier noch nicht so weit gebessert, um den vorjährigen Stand zu erhalten. In den ersten drei Monaten blieb die Au»fuhr um 22 Millionen oder 18.4 Proz. hinter dem ersten Quartal zurück. Die Aussichten für die nächste Zeit werden von dem Bericht pessimi­stisch beurteilt. Stein-undErdenindustrie. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr in einigen Zweigen eine gewisse Besserung eingetreten, doch ist die Situation der Porzellanindustrie wesentlich verschlimmert. In­folge der Absatzstockung sowohl in das Aukland als auch im Inland ist eS zu Arbelterentlaffungen ge­kommen. Papierindustrie. Mit Ausnahme rade deshalb mit einer Geschwindigkeit vermehren, wie sie bei einer geschlechtlichen Fortpflanzung gar nicht möglich wäre. ES sei bler nur an die Bakterien erinnert, unter denen e» Arten gibt, die bei gün­stigen Lebenkbedingungen alle halbe Stunde zur Ver­mehrung durch einfache Ztveiteilung schreiten, so daß, wie die Berechnung ergibt, von einem einzigen In­dividuum binnen 24 Stunden 280 Billionen Einzel­wesen abstammen. Die Befruchtung dürfte also wohl nicht den alleinigen Zweck der Vermehrung haben. E» kommt vielmehr durch die Befruchtung, d. h. also durch die Vereinigung zweier Keimzellen, denen alle erblichen Eigenschaften der beiden Individuen inne­wohnen, zu einem Ausgleich, gewissermaßen zu einer Wiederherstellung der Norm, von der beidt Partner individuelle Abweichungen darstellten. Diese Rück­kehr zum Durchschnitt ist e» aber gerade, die man verhindern will, wenn man Pflanzen, die sich» gewöhnlich durch Samenbildung nach einem Besruch« tungSvorgang vermehren, zur vegetativen Vermeh­rung zwingt. Vegetative Vermehrung bei höheren Pflanzen gibt ei in der Natur ebenfalls in verschiede­nen Formen. Die Vermehrung durch Ausläufer und Ableger, Brutzwiebeln und Knollen gehören hierher. Bei vielen Pflanzen gelingt e» sehr leicht, sie durch Stecklinge zu vermehren, also durch abgeschnittene Zweigstücke, die Wurzel zu fassen. Eine solche Ver­mehrung kann viel schneller erfolgen als eine, der Befruchtung, Samenrelfung und Samenkeimung vorangehen muß. Immer werden bei der vegetativen Vermehrung die Eigenschaften der Stammpslanze streng beibehalten, während bei geschlechtlicher Fort­pflanzung die individuellen Eigenschaften im allge­meinen verwischt werden und ein Ausgleich zur Norm zurück erfolgt E» gibt eine Reihe von Pflanzen, b-i denen die Naur den geschlechtlichen FortpflanzungSvorgang, der ursprünglich in ihren EntwicklungSzyklul gehörte, wieder aukgeschaltet hat. ES sind dar Blütenpflan­zen, wir etwa die HabichtSkrautarten oder da» Hun­gerblümchen, bei denen die zu befruchtende Eizelle im Fruchtknoten zwar noch gebildet tvird, aber nicht mehr hesruchtung»fähig ist, und dafür die Fähigkeit gewonnen hat, sich ohne vorhergehende Aertinigunr ihre« Zellkerne» mit dem Kern eine» Blütenstäub« körnchen» zu einem neuen Pflanzenwesen zu ent­wickeln. Er fällt nun auf, daß diese Pflanzen eine außerordentlich große BariatiogSfähigkeit haben und daß hier, Weil eS keinen Ausgleich durch Vermischung mehr gibt, viele einzelne Formen, die oft soweit von einander abweichen, daß man sie fast für verschieden« Arten halten könnte, nebeneinander bestehen und sich konstant erhalten. E» zeigt sich also; vegetative Ber ­ber Packpapiererzengnng hat die Papierindustrie im März und ansang» April eine bessere Beschäftigung zu verzeichnen. Textilindustrie. Die Verschlechterung hat sich aitch im letzten BerichtSmonat fortgesetzt. Im besonderen wird der Anschluß al» Ursache der Unsicherheit angeführt, ferner die Zollerhöhung in Aegypten , welche die Stornierung bedeutender Auf­träge an Druckwaren zur Folge hatte. Konfektion. Die günstige Märzwitterung bewirkte ein« vermehrte Beschästlgung, die aber da» vorjährige Niveau nicht erreichte. In der Wäsche­erzeugung war der JnlandSabsatz kleiner, der Ex­port auf der vorjährigen Höhe. Enttäuscht wurden auch die Erwartungen der Hutindustrie, deren Frith- jahr»saison nur mitelmäßig war. Kein« Bergarbeiter mehr nach Belgien Nach den dem Ministerium für soziale Für­sorge an» Belgien zugegangenen Berichten ist der Arbeitsmarkt in der dortigen Kohlenindnstrie durch heimische und miSländische Arbeitskräfte voll gesättigt, so daß eine Neuaufnahme auslän­discher Bergarbeiter nicht in Betracht kommt. Bergarbeiter, die ohne vorherige ArbeitSbewilli- r... 1 i Der Wohlspruch Ihrer Gesundheit* »ei stets der angenehm erfrischende Säuerling lUHACOVK» VINCENTKAQUEU.E. 1 überall erhältlich. gung nach Belgien kommen, wird diese BewiNi» gung grundsätzlich nicht erteilt und sie werden auSgewiesen, da die Vorschriften über den Schutz des heimischen Arbeitsmarkte» sehr streng einge­halten werden. Mit Rücksicht darauf sind sowohl Bergarbeiter als auch andere Arbeitskräfte vor einer unberechtigten Abreise zur Arbeit nach Bel­ gien wenn sie nicht über eine entsprechende Be­willigung dec belgischen Behörden verfügen auf daS nachdrücklichste zu warnen. Ole Einlagenbewegung Im Rahmen ihre» Monatsberichtes gehen die Mitteilungen der Nationalbank auf die Auswir­kungen der außenpolitischen Vorgänge des März auf die Einlagenbewegung ein, welche stellen­weise einen beträchtlichen Umfang angenommen hatten. Wir haben bereit» seinerzeit Beispiele da­für angeführt, daß der Rückgang der Einlagen bei deutschen Geldanstalten zu einer Gefahr für die sndetendeutsche Wirtschaft zu werden drohte l und daß e» daher ein unverzeihliche» Verbrechen mehrung bedeutet: Erhaltung der individuellen Eigenschaften; geschlechtliche Vermehrung: Rückkehr zur Norm, Wiederherstellung de» Durchschnitte». Zur Hochzüchtung und Reinerhaltung vieler pflanz­licher Kulturrassen gehört also die vegetative Ver­mehrung, speziell dort, wo Selbstbestäubung, d. h. Betäubung der Narbe mit dem Pollenstaub derselben Blüte keinen Erfolg hat. Auf Erhaltung dessen, wo» einmal, al» Spiel eine» Zufall» vielleicht, entstanden ist, kommt e» also an, und darauf, zu verhindern, daß da» neugeschasfene Einmalige wieder untergehe im Durchschnittlichen. Nun wäre e» also da» Gegebene, die Ovstbäume einfach durch Stecklinge zu vermehren, statt sich der großen Mühe kunswoller Pfropfung zu unterziehen. Beim Weinstock, bei der Haselnuß, bei Stachel- und Johannisbeere, Pappeln und Weiden, bei Pelargo­nien, Azaleen, Emnellien, Begonien, bei Rosen und Nelken und hundert anderen Pflanzen geling» es ohne weitere», auf diese Weis« zu neuen Individuen zu gelangen. Aber bei unseren Obstbäumen gelingt e» nicht oder doch nur sehr schwer. Hier bleibt nicht» übrig, als da» Edelreis auf die bereit» bewurzelte Unterlage aufzupfropfen. Pfropfungen sind übrigen» nur innerhalb enger Verwandtschaft möglich. Die zu den Steinobstgewäch­sen gehörigen Obstbäume lassen sich untereinander leicht verbinden; besonder» Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Mirabelle ; ebenso die meisten Kernobst­gewächse untereinander: Aepfel und Quitte, Quitte und Birne. Dagegen gelingt e» nicht, Apfel und Pflaume miteinander zu verbinden, oder gar noch weniger nahe verwandte Pflanzen, Und e» wird natürlich nie gelingen, einen Eichbaum bazu zu brin­gen, Almen zu tragen, oder Kirschen von einem Tannenbaum zu ernten. Unterlage und Edelreis führen trotz der ein­gegangenen Lehenlgemeinschaft ein selbständige» Dasein, können einander aber doch in der Entwick­lung zuweilen stark, beeinflussen. So können ein­jährige Pflanzen, wenn sie auf ausdauernde Arten gepfropft werden, ebenfall»«ine längere Leben», dauer erlangen/ Man verwertet auch die Erfahrung, daß manche Reiser auf bestimmten Unterlagen rascher blühen, reichlicher fruchten usw. Zweihäusige Pflanzen, bei denen normaler Weise männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Individuen Vor­kommen, kann man durch Pfropfung einhäusig machen. Nur in sehr seltenen Fällen ergeben sich bei Pfropfungen Mischformen, die al»Pfropfhhbriden" oderChiinären" bezeichnet werden, die recht seltsam sind und über die noch näher zu berichten sein wird. Zwel-Mann-U-Boote In USA ? Au» USA kam die Meldung, daß die Amerikaner den Bau neuartiger Miniawr-U-Boote planen. Da» U-Boot soll eine Länge von 16 Meter haben, mit zwei Torpedo» bewassnet sein und zwei Diann Be­satzung tragen. Nach Abschuß de» Torpedo» soll die Mannschaft mit ihrem Boot wieder die Gefahrzone verlassen. Unser Bild zeigt da» Modell des U-Boo­te-, und zwar oben nach Abschuß eines Torpedo» und unten mit einem schußbereiten Torpedo tvar» wenn diese Tendenz durch offene oder ver­steckte Stimmungsmache noch verstärkt wurde. Es genügt zur Charakterisierung dieser Entwicklung und ihrer Hintergründe, wenn festgestellt wird, daß sie ihren größten Umfang in der Zeit des »Anschlusses" und der sudctendeutscken Gleich­schaltung hatte und sofort abflaute und aushörte, als durch die englischen Erklärungen deutlich ge­macht wurde, daß die henleinistische Flüsterpro­paganda nicht» als Lügen verbreitet. Die wacke­ren SdP-Leute, die erst so reckjt auf Henlein schworen, wenn sie ihr Geld zu Hause oder in etwa» weiter vom Schuß liegenden Gegenden hat­ten, tragen es nun. da Henlein weiter vom Ziel entfernt ist als jemals zuvor, wieder in die Hei­mat zurück. 3m Gegensatz zu den kleinen Spareinlagen, die eine stetig steigende Entwicklung zeigen, bezo­gen sich die Verschiebungen aus die Einlagen, die keinen ausgesprochenen Sparcharakter tragen. Wenn man jedoch unser Geldwesen in sei­ner Gänze betrachtet, war der Umfang dieser Auswirkungen politischer Ereignisse verhältnis­mäßig gering und ohne Einfluß auf die Flüssig­keit und Stabilität des Geldmarktes. Im April trat wieder ein Zustrom von Mitteln bei den An­stalten ein. Der Stand der Spareinlagen ist wesentlich höher als vor einem Jahr. Er überstieg bei den Sparkassen im Dezember 1037 zum erstenmal 22 Milliarden und erreichte Ende Feber sdie März­ziffer ist noch nickt bekannt) 22.326 Millionen gegenüber 21.473 im Feber 1037 und 21.466 im Feber 1936. Bei den landwirtschaftlichen Be- zirksvorschußkassen betrugen die Einlagen im März diese- JahreS 7737 Millionen gegenüber 7464 im Vorjahr und 7424 im Jahre 1036. Eine ähn­liche Entwicklung ist auch in den andern Gruppen der Anstalten zu verzeichnen. OI» Tschechoslowakei im polnischen Außenhandel Nach den soeben veröffentlichten JahreS- statistikcn über de» polnischen Außenhandel hat sich Polens Warenaustausch mit der Tschechoslo­ wakei 1937 erhöht. Die polnischeEin- f u h r auS der Tschechoslowakei stieg auf 44 Millionen Zlotn gegen 35,6 Millionen im Vor­jahr. Damit war die Tschechoslowakei unter den Lieferländern nach Deutschland , Großbritannien , Oesterreich, Belgien und Holland an se ch st e r Stelle. WaS die A u S f u h r Polens nach der Tschechosiowakei anbetrifft, ist gleichfalls eine leichte Zunahme auf 61,9(i. V. 40,2) Millio­nen Zlotp eingetreten. Als Kunde Polens nahm die Tschechoslowakei nach Großbritannien , Deutschland , Schweden usw. den achten Platz ein. Man erhält für K8 100 Reichsmark,,»». 648. Markmünzen 765. 100 rumänische Sei..,. 17.10 100 polnische Zloty..... 540.50 100 ungarische Pengö.... 540. 100 Schweizer Franken... 662.50 100 französische Frane».». 89.20 1 englische» Pfund.... 143.25 1 amerikanischer Dollar... 28.65 100 italienische Lire.... 151.00 100 holländische Gulden... 1507. 100 jugoslawische Dinare. 64.80 100 Belga». 484.50 100 dänische Kronen...» 639. 100 schwedische Kronen... 738.