Dr. 110

Die großen Gefühle

Die großen Gefühle

find nicht mehr mobern.

Wir lächeln nur fühle

und halten fie fern.

Wir find fachlich und nüchtern. Unfre Seele hat Nuh.

Nur manchmal, ganz schüchtern, fragt fie: Wozn?

Wozu ener Leben

im fchalen Genuß?

Euer lindisches Streben? Euer Soll? Ener Mus?"

Und wir gehn im Gewühle und hören es kaum.

Die großen Gefühle

find Schatten und Traum. Unfre Herzen verwaifen und fagen's uns nicht. Unfre Träume zerreißen wie ein Fiebergesicht. Unfre Hände find Tiere, vor die Arbeit gespannt sehnsüchtige Tiere

-

-

nach zärtlichem Land, Der täglichen Mühle lautfnarrender Gang die großen Gefühle sind einsam und bang. Wir sind so gescheit und wir nehmen's nicht schwer. Die Kindheit ist weit und der Himmel noch mehr. Wir leben im hellen entzauberten Schein,

wir fliegen im schnellen

Gefährt durch das Sein,

wir jagen Rekorde

auf schwindelnder Bahn ein Lachen, paar Worte damit ist's getan.

-

In dämmernder Schwüle

ersticken wir fast.

Die großen Gefühle?

Die wären nur Last. Wir wissen so viel und es ist nur nichts wert! Wir haben ein Ziel und es ist nur verkehrt! Wir lächeln nur fühle

und weinten so gern Doch die großen Gefühle find nicht mehr modern.

Man erhält für

100 Reichsmark

Markmünzen

100 rumänische Lei

100 polnische Sloth.

-

Renée ThI

Mittwoch, 11. Mai 1938

Volkswirtschaft und Sozialpolitik

Sie zielen auf die Genossenschaften und treffen das deutsche Volk

Eine ruhige, aber desto wirkungsvollere Antwort erteilte den Hebern gegen die Konsum genossenschaften Nudolf Fischer auf der Tagung des Berbandes deutscher Wirtschaftsgenossen fchaften:

schaften; aber es ist anders gekommen, als die Urheber es wollten. Durch die unsinnigen Be­hauptungen wurden die Sparer verängstigt und es tam zu einer sehr großen Abhebung der Einlagen.

Seite 7

schaften diese schwer zu treffent, dem gefamben fudetendeutschen Volke den schwersten Schaden zugefügt.

Auf lange Zeit hinaus werden die behobenen Gelder der Bolkswirtschaft zum Fehlen kommen. Nicht die Koufumgenossenschaften, fondern das große Heer der Arbeitslosen ist durch die Heize Nef gefchädigt worden.

Die Hege gegen die Konsumgenossenschaf ten hat in den letzten Tagen noch einen ganz neuen Einschlag erhalten: Es soll mit der zu gehörigkeit zum sudetendeutschen Vollstume nicht mehr vereinbar sein, einer Konsumgenossenschaft. anzugehören. Die Genossenschaften unferes Ber bandes werden als voltsfeindlich hingestellt, die der Einigung der Sudetendeutschen hindernd im Wege stehen. Die Tatsache jedoch, daß die deutschen forderungen auf Rückzahlung der Einlagen so Konsumgenossenschaften meist von sozialis fort entsprechen fonnten. Nehmen Sie die Erstischen Arbeitern gegründet worden sind und tlärung entgegen: Es sind durch den Verband daß es Sozialisten find, die durch das alle Vorkehrungen getroffen, daß jede Genessen Vertrauen der Mitglieder zur Lei schaft zu jeder Zeit alle notwendigen Gelder zur tung berufen wurden, ist es, die den haß der Verfügung haben wird, wenn sie Spareinlagen politischen Gegner der sozialistischen Bewegung zurückzahlen muß, die aus Unvernunft und uns auf die Konfumgenossenschaften des Verbandes begründeter Furcht behoben werden. Es häufen fonzentriert. Es bestehen im sudetendeutschen sich bereits die Fälle, das verängstigte Einleger Gebiete 75 Konsumgenoffenschaften, die unserem die behobenen Gelder wieder in die Genossen Verbande nicht angehören. Diese Genossenschaf ſchaft zurückbringen. ten werden nicht angegriffen. Der Angriff er streckt sich nur auf einen Teil unserer Verbands. genossenschaften.

In unserem Lande waren die Konsumge- Es ist ein neuer und starker Beweis für die gute noffenschaften schon seit ihrem Bestande Gegens Verivaltung der Mitgliedereinlagen, daß alle stand heftigster Angriffe. In der Wahl der Konsumgenossenschaften ausnahmslos allen Ans Mittel waren die Genossenschaftsgegener nie­mals zimperlich. Die politische Entwicklung im judetendeutschen Gebiete hat die Angriffswelle gegen die Konsumgenossenschaften schon im leß ten Jahre mächtig anschwellen lassen. Der Verband war von den mit dem Gelde der Kaufleute vorbereiteten Angriffen rechtzeitig unterrichtet worden. Die Flut von den gehäffi­gen Zeitungsartikeln scheiterte an der Propa­ganda, die von den Konsumgenossenschaften als Gegenstoß unternommen wurde. Es mußte ein anderer, zugkräftigerer Schlager angewendet werden, wenn das zur Belämpfung der Konsumgenoffenschaften aufgebrachte Geld nicht erfolglos vertan sein sollte. Dieser Schla­ger wurde gefunden. Er hieß: Die Sparein lagen bei den Konsumgenossenschaften sind

Bedauerlich bleibt es, daß durch die Ab­hebung von mehreren hundert Millionen Ein­Ingen bei den Geldinstituten im deutschen Ge­biete des Stantes die ohnehin sehr geringe Geld flüssigkeit eingeschränkt und damit die Kredit beschaffung neuerlich erschwert wird. Ohne leichte Kreditbeschaffung zu erträglichen Bedingungen schlecht verwaltet. Sie sind in Gefahr." Es ist ist die Belebung der Industrie gehemmt, die den Gegnern bewußt, daß die Genossenschaften unseres Verbandes, die zur Zeit über 150 Mil- Bautätigkeit behindert, die Entfaltung von lionen Spareinlagen verfügen, stets allen Sandel und Gewerbe zum Teil unterbunden. Die Folge ist ein langiameres Absinken dar Anforderungen auf Rückzahlung der Einlagen Rechnung getragen haben, und daß sie niemals Arbeitslosigkeit oder gar eine Vermehrung der von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, die felben. Spareinlagenrüdzahlung auf Grund eines Moratoriums einzuschränken. Für die Sparein­lagen bürgt der Bejiß der Konfuntgenoffenschaften, bürgen die Geschäftsanteile und die Haftung der Mitglieder.

Es gibt nicht viele Geldinstitute, die im Ver­gleich zur Summe der von ihnen verwalteten Spareinlagen eine so hohe Deckung durch ihr Eigenvermögen und durch die Haftungsbeträge anfbringen, wie viele Verbandsgenossen schaften.

Unseren Konfumgenossenschaften ist in den letzten Monaten immer wieder der Untergang prophezeit worden. Daß fie bisher völlig unge. schwächt dastehen und daß die Treue thre: Mit­glieder, welcher Par.eirichtung fie immer ange­hören, auch weiterhin ihren Bestand sichert, ist die beste Gewähr dafür, daß die Gegner den Reitpunkt des Unterganges unferer genoffenschaft. lichen Bewegung noch sehr häufig und recht lange prolongieren müssen. Das Gute wird sich im­merdar erhalten. Die Verwirklichung großer wirtschaftlicher und fittlicher Ideen lann eine Zeitlang durch politische Unvernunft gehemmt, aber nicht dauernd aufgehalten werden.( Leb­

Es haben jene unverantwortlichen deutschen Politiker und Volkswirtschaftler, welche mein ten, mit der Erweckung des Mißtrauens gegen die Spareinrichtungen der Konfumgenossenhafter Beifall.)

Aenderungen

in der Finanzverwaltung

fierung der Finanzbehörden in der angedeuteten Richtung durchgeführt werden tönne, beschloß die Regierung einen Gefehentwurf, durch den sie ers mächtigt werden soll, im Verordnungswege Bes zirksfinanzdirektionen, Gebührenbemeſſungsäm ter, Steueradministrationen und Steuerämter zu errichten und aufzuheben und ihren Sitz und

Belgien wertet nicht ab

Das Finanzministerium teilt mit: Die Ver besserung der Organisation der Finanzverwals tung fordert die möglichst baldige Durchführung Das Vertrauen der sparenden Mitglieder zu einiger Aenderungen in der gebiets mäß is ihren Genossenschaften ist darum felsenfeit ver- gen Organisation der Finanzbehörden. Amisbereich zu ändern. Der Entwurf wurde antert und die Senntnis von der Vermögenslage So beabsichtigt die Finanzverwaltung insbesons soeben der Nationalversammlung zur verfass der Genossenschaften so groß, daß auch dieser dere in Prag neue Steueradministrationen zu erfungsmäßigen Behandlung unterbreitet. Angriff in den Herbstmonaten fläglich zufam richten und ihre Amtsbereiche so zu regeln. Sie mengebrochen ist. Die Spareinlagenzuflüsse entbehrt jedoch bisher einer Norm, die den for waren trop des Berleumdungsfeldzuges bis zu malen Vorgang bei Aenderungen von Siz und Ende des Monats März dieses Jahres höher Amtsbereich der Steuerverwaltungen und Steuer- Brüffet. Gerüchte über eine baldige Abtver­als die Abhebungen. Ende März jezte in Teilen ämter sowie der Bezirksfinanzdirektionen und tung des belgischen Franken veranlaffen die Re­des deutschen Gebietes nicht nur bei den Kon der Gebührenbemessungsämter vom Standpunkt gierung erneut in einer halbamtlichen Mitteilung fumgenoffenschaften, sondern mehr noch bei des Verfassungsrechtes flar regelt. Hinsichtlich zu betonen, daß die Währungsfrage für Belgien den Geldinstituten eine sehr starke der übrigen Stategorien von Finanzämtern ist nicht gestellt sei. Gleichzeitig tourden Maßnah­1593. pareinlagenabhebung ein, die noch nicht in diese Frage bereits in den einschlägigen Gesetzen men ergriffen, um eine uneingeschränkte Spefu­allen Puntten zur Ruhe gekommen ist. geregelt. Damit diese Lücke unserer Rechtsord- lation zum Nachteil des belgischen Franken zu Betroffen werden sollten die Konsumgenoffen- nung beseitigt und die wünschenswerte Reorganis verhindern.

683.­790.­17.10 540.50 568.50 660.50 82.70 143.50 28.80 151.90

100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs

I englisches Pfund

1 amerikanischer Dollar

100 italienische Lire

100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas

.64.80 483. ­

Franz Kafkas kleine Prosa

-

die aus den Objetten, nicht aus subjektiver Willfür hervorzubringen scheint", und erfüllt von der Lebens. auffassung des Dichters, die ein immerwährendes Sireben nach einem finnvoll erfüllten, guten rich­tigen Leben" war und die Stajla einmal in den Wor­ten zusammenfaßte, daß er Glüd nur erlangen tönne, falls ich die Welt ins Reine, Wahre, Un­veränderliche heben lann".

an die Familie, die Verantwortung vor der Fami-[ scheinend harmlos und doch in einer kaum deutbaren| ausgabe verloren geglaubte Jugendarbeit Beschrei und die daraus resultierende lleberspannung der Weise oder noch schlimmer als Schuld, als unausgebung eines Stampfes". Es ist die einzige längere Ansprüche an sich selbst, sein sensibles Verantivor- glichener innerer Wirrwarr, als nie beigelegter Erzählung in diesem Vande, alles andere find furge Drei Bände der von War Brod besorgten tungsgefühl gegenüber der Gemeinschaft dichterisch Streitfall das Leben eines Menschen durchgeistert, Projastüde, manche nur eine oder gar nur eine halbe sechsbändigen Ausgabe der Gesammelten gestaltet. In dem traurig- satirischen Bericht an hat in diesem lautlos lachenden, nie zu fangenden Seite füllend, aber auch darunter viele durchdrun­Schriften" Franz Kaftas enthalten die Er eine Akademie" läßt Staffa einen dressierten Affen und doch immer und überall unverhofft gegenwärtigen von jener für Stajla bezeichnenden Melancholie, zählungen und kleine Prosa, eine Auswahl aus fei über seine den Menschen tief beschämende Mensch gen Wesen Odradet" symbolische Gestalt angenom­nen Briefen und Auszüge aus seinen Tagebüchern"), werdung" berichten. Während der Dichter in der men. Interessant ist die weitere Deutung, die Mar während die brei Romane Amerifa"," Der Prozeß "" Verwandlung" den Menschen, der nicht vollkommen Brod dieser fleinen Erzählung gibt, wenn er in ihr und Das Schloßz" den II. III. und IV. Band bilden. ist, zum Tier, zum Inselt erniedrigt, läßt er im das Leid seines unglücklichen Voltes, des heimat Vor allem der I. Band ist wichtig. Wer die Gesamt- Bericht an eine Alademie" das Tier zum Mensch losen, gespenstischen Judentums, der Masse ohne Ge­ausgabe nicht oder doch nicht auf einmal erwerben um aufrüden, aber zu was für einem Menschtum, stalt, ohne Körper" widergespiegelt sieht. fann, sollte zunächst zu diesem Bande greifen, der zu einer Masterade, die den Menschen demastiert" eigenlich den ganzen Stafta" enthält, das heißt( Mar Brod). In der Erzählung Ein Hungerkünft­alles, was für die geistige Erscheinung dieses ganz ler" läßt Staffa einen Menschen von sich erzählen, und gar einmaligen und eigenartigen Dichters der den mühevoll erflommenen Höhepunkt seiner Lei charakteristisch ist. Er umfaßt die Schriften, die von ſtung zu dem Zeitpunfie erreicht, an dem von seiner Stafta selber für die Veröffentlichung ausgewählt und Leistung niemand mehr etwas wiffen will, womit noch während seines Lebens zu einzelnen Buchaus nicht nur die Fragwürdigkeit einer sinn- und nuß gaben zusammengestellt erschienen sind. Es waren losen und nur einer flüchtigen Publikumslaune geit das die Betrachtung"( 1918), die 18 fleine Prosa- weilig imponierenden Leistung dargetan wird, son­stüde vereinte, Die Verwandlung "( 1915), der dern an noch tiefere Zusammenhänge gerührt wird. Band Ein Landarzt"( 1919), für den Staffa 14 Wie in einem Prisma brechen sich die Bedeutungen fleinere Erzählungen und Betrachtungen ausgewählt in dieser Erzählung zum vielfarbigen Spektrum des batte, und der vier Erzählungen umfassende Band Lebens. Die Kunst au hungern steht ja am Ende Ein Hungerfünstler"( 1924), dessen Skorrekturen nur symbolisch für vergebliche Leistung. Und noch Stafla noch auf seinem Sterbebette, wenige Stun andere Tiefen iun sich auf. Der Sungertünstler voll­den vor seinem Tode gelesen hat, und einige Einzel- brachte seine Leistung und Hungerte, tveil, wie er veröffentlichungen. Das alles ist nun im I. Band sterbend bekennt, ich nicht die Speise finden konnte, der Gesammelten Schriften" vereinigt, wobei Mar die mir schmeckt. Hätte ich sie gefunden, glaube mir, Brod die von Kaffa selbst für die jeweiligen Buch- ich hätte lein Aussehen gemacht und mich vollgeges ausgaben besorgte Busammenstellung belaffen hat. fen wie du und alle." Er stirbt und in seinen Stäfig Dieser Band enthält also auch die drei längeren gibt man einen jungen lebensstarten Panther, den bedeutungsvollen Erzählungen Franz Staffas, die nun das Publikum umdrängt. allein schon gewichtig genug sein tvürden, Naftas Gel­tung als eines ganz eigenartigen Prosadichters über seinen Tod hinaus zu sichern. Die Verwandlung" schildert die phantastische Verzauberung eines Men­schen in ein riesiges widerliches Insert, die in stur. riler Berfleibung und in übersteigerter Symboli! bie für Staflas Jugenderlebnis entscheidende Bindung

Eine der feinen Erzählungen scheint, ie öfter man sie liest, immer dichter das Verhältnis Staffas zum Leben zu umschließen. Es ist die Erzählung Diese Grundstimmungen durchziehen auch Kaf­Sajatale und Araber", auf die Brods Deutung voll kas Briefe und Tagebücher, aus denen Mag Brod zutrifft: Das ewige Mizverstehen zwischen Mensch eine Auswahl im VI. Band der Gesamtausgabe ver­und Gott reizt Kajta, diese Disproportion immer wie einigt hat. Mit welcher Jubrunst Kajla die Dars der im Bilde zweier Welten darzustellen, die einan- stellung seines traumhaften inneren Lebens" betrieb, der nie, nie verstehen können daher ist der unend wie er sein Schaffen selbst bezeichnete, das llingt aus liche Abstand zwischen dem stummen Tier und dem einer Tagebuchnotiz hervor: Ich werde mich nicht Menschen eines seiner Haupthemen, in so vielen müde werden lassen. Ich werde in meine Novelle Tiergeschichten, die sein Wert nicht zufälligerweise hineinspringen und wenn es mir das Gesicht zer­enthält." Die Schalale erheben den Gast aus dem schneiden sollte." Viele Vriefstellen und Tagebuch­Norden zum Richter, dem sie ihre Silage vortragen notizen find gleichsam Kommentare zu seinem Leben, in der Meinung, daß er deren Gründe so gut tennt zu einem Schaffen, zu seinem Werke. Erlebnisse sind tie fie selbst und die er doch nie verstehen wird, als Tatbestand aufgezeichnet, die als Situationen in denn für ihn sind es ja Slagen aus einem ihm seinen Romanen und Erzählungen wiederkehren, und völlig unbekannten und unzugänglichen Lebensbereich. es finden sich Säße, in denen feine Schriften au Und der Araber sprigt ebenfalls zu ihm in der Vor- Aphorismen verkürzt wiederklingen. Und aus den ausseßung, daß er um den alten Streit sicher Bescheid Schattengründen einer vom Mitleid mit den Men­weiß. So hört der Gast Klage und Widerrede zweier schen, mit der Kreatur erfüllten Melancholie blitt Widersacher, ohne sie verstehen zu lönnen, und beide, immer wieder ein zwielichtig aufleuchte der Humor Schalale und Araber, glauben, verstanden worden zu hervor. Er überglänzt noch seine Briefe, als sein Dichterische Symbolit, tiefere Bedeutung erfüllt sein- eine tiefe, in unausgleichbare Widersprüche Schicksal sich schon zur letzten unabwendbaren Tragik Saffas Prosa auch noch in ihrer knappsten Form. Wie menschlicher Beziehungen hinabdeutende Symbolit gewendet hatte, ein Humor, der ergreifend ist, wenn Boote, beladen mit bedeutsamer Fracht, schwimmen erfüllt diese kleine Erzählung, die in jeder Zeile Kajla sein unheilbares Leiden eine ärztlich betvil­die fleinen Stunstwerke auf dem Kristallklaren Strom ganz und gar Stafla" ist und in der sich hinter jedem ligte Stranfheit" nennt und wenn er seinem Freunde feiner gehaltvollen, nie erfünftelten Sprache: Sape verborgene Gaffen zu verschlungenen Gedan- schreibt, daß sein irdischer Besikstand sich eben auf Träume und Visionen von unermeßlicher Tiefe zie. fengängen öffnen. Steiner kann Gefährte hier der einen Seite um die Tuberkulose vergrößert, aller­hen, so brüdt May Brod es aus, unter bem heir fein", sagt Nafta einmal, den es doch immer aur dings auch auf der anderen Seite etwas verkleinert" teren Spiegel dieses reinen Sprachbaches." So in Gemeinschaft drängte und der zugleich das allge- habe. Es ist jenes souverän lächelnde Schveben der fleinen philosophischen Erzählung Die Sorge meine Fremdheitsgefühl unter den Menschen so be- über dem Leben", wie Brod es treffend nennt. Es *) Franz Kafta, Gesammelte Schriften. Her des Hausvaters". Nur 54 Beilen zählt fie, aber lemmend deutlich empfand. ist ein Humor, der um die Nelativität aller Dinge ausgegeben von Mar Brod. Verlag Seinr. Merch Der V. Band ergänzt die fleinen Schriften af tveiß und der alle seine Romane, Erzählungen und Sohn, Prag. Band 1: Erzählungen und fleine welche geheimnisvolle Wieldeutigkeit oder besser Proja; Band V: Beschreibung eines Kampfes; No. Viel- Bedeutung liegt in dem märchenhaft- seltsamen tas um alles, was nach dem Tode des Dichters in Betrachtungen mit einer seltsam untergründigen, bellen, Stizzen, Aphorismen: Aus dem Nachlaß; Wesen Odradet" beschlossen, das den Hausvater dessen Nachlaß sich vorfand, darunter auch die an- gleichsam doppelbödigen tieferen Bedeutung erfüllt. Vand VI: Tagebücher und Briefe. besorgt macht; alles, was irgendwie unerklärbar, anfänglich noch während der Bearbeitung der Gesamt­Edgar Hahnewald.

"