Seife 4 Freitag. SS. Juli 1038 Nr. 17« ^-eÄMÜA^eiten. es gelang, den Angriff zurückzuschlagen, wobei die Terroristen graste Verluste erlitten. 18.80 Sport- 18.35 Arbeitersdg. Aktuelle zehn Minute«. Vt. ii. Erwachsenenbildung. (Ges. Holger Brunigard, Vierter«In schwerer Unfall bei Kunert Mittwoch, kurz nach 7 Uhr früh, kam es im Betriebe Kunert wieder zu einem schweren Unfall, bei dem der 26jährige Elektromonteur Max Stolle aus Warnsdorf zu schwerem Schaden kam. Stolle geriet bei seinen Arbeiten mit der rechten Hand in die Hochspannungsleitung und zcz sich schwere Verbrennungen zu. Er wurde d Krankenhause eingeliefert, wo Brandwunden des schwersten Grades festgestellt wurden. Die Ursache dieses Unfalles ist noch nicht aufgeklärt. Es ist der Nachteil der heutigen Flüchtlinge, dast sie sich bis zur Unsichtbarkeit in der Welt verklüch- tigen. So Iverden sie übersehen, und das menschliche Herz bleibt unaufgerusen. Die österreichische Flücht« lingSlvelle, die sich schrecklich an einem Steindamm mitten in der Donau , an einem FelSvlateau an der jugoslawischen Grenze brach, bat der Sache einen graste» Dienst erwiesen. Obne diese furchtbare Sicht» barkeit, ohne die 7000 Wiener Selbstmorde wäre Evian vielleicht nie zustande gekommen. Der Dichterzug der Exilierten ist unend­lich. Dichter und Verbannung, dar gehört zulmnmen wie ein Reimpaar denn tvo ist der Dichter zu Hause? Ovid starb in der Verbannung am Schlvar- zen Dteer an geborchenem Herzen. Dante war fremd unter dem gastlichen Dach der Adelsburgen im Alpennin, von deren Söller er das unweite, nie ver­wundene Florenz mit der Seele suchte. Ueberall ist Heimat, beschwichtigte er sein trostloses Leid, wo Sonne und Sterne scheinen. Chateaubriand seiner Rückkehr gewist, ertrug unbeschreiblicher Hungerelend in der herbstlichen Nebelwüste Londons . Heine genoß da? Pariser Exil und würzte er mit bittersüßer Wehmut. Heute mündet ein stattlicher Literatur-Strom in Rußland : der andere, bürgerliche in den angelsäch­sischen Ländern und dritte, größte, im Verstum­men und Elend. Diesen Strom versucht eine ameri­kanisch-englische Kulturgründung unter der Leitung der Prinzen Hubertus Löwenstein aufzusaNgen. Die aus der deutschen Sprache Vertriebenen sollen üch An 3000 Wiener Hausgehilfinnen brotlos I Wien. Man rechnet damit, dast am 1. August durch Inkrafttreten der Nürnberger Ge­setz e über die Beschäftigung von arischen Haus­gehilfinnen in jüdischen Haushalten etwa 2000 bis 8000 Mädchen brotlos werden. Man hofft, diese Hausgehilfinnen im Altreich beschäftigen zu können, da dort nachMädchen für alles" rege Nachfrage herrsche,« kln Imam ermordet Beirut. (HavaS.) Aus der palästinenst« schen Stadt Akri traf die Meldung ein, daß der Imam der dortige» großen Moschee, Scheik Ab- durahiin, Mittwoch abends aus dem Hinterhalt erschossen wurde. ES ist dleS schon daS zweite At­tentat auf muselmanische Geistliche in der letzten Zeit. Bor kurzem wurde auf ähnliche Art der Imam der Omarov-Moschee in Jerusalem er­mordet. In I a f f a bildete sich Mittwoch ein Demon« strationSzug von zunächst 150 Frauen, die zum Distrikt-Kommissar zogen und einen Protest wegen der Vorfälle in Haifa überreichten. Auf dem Rück­züge versuchten Polizei und Militär die Demon­stranten zu zerstreuen. Es kam zu schtveren Zwi­schenfällen, bei denen sieben Araber, davon vier schtver, verletzt wurden. angelsächsisch ansiedeln, d.h. über die Mutteriprache hinweg sich an den größten Svrachkreis wenden. So könnte, was als Fluch und Erstickungstod beabstch- 'igt war, sich in Segen wandeln. G Letztes aktuellstes Stadium des Flüchtlings­problems: Nichts mehr von Sentiments, von Barm­herzigkeit und persönlicher Hilfe, lieber dem unsicht­baren Zug der Vertriebenen arbeiten die K o n se­ren z e tt, verteilen dasSachmaterial" an die Koinmisslonen. die Bürokratie derFlücht» lingsfrage beginnt sich einzuspielen. Und wichtiger noch: Der Flüchtling wird ein volitischeS und ökonomische» KompensationSobsekt. Man bietet dem AuStreiber eventuell eine Gegenleistung, falls er sich menschlichen Argumenten halbwegS aene'gt zeigt. Der Flüchtling wurde durch Lord Halifax in die politische Verhandlung eingeschaltet Man benützt daS FlüchtlingSvroblem als eine Art Probe und Bewäh­rung des Anstand» und der Menschlichkeit. Ein Mi- ninnim wenigsten» muß von Deutschland geleistet werden, sonst gibt e» auch in der großen Politik kein Vertrauen. st In früheren Zeiten waren die FlüchtlingSströme geschlossener, kompakter, sichtbarer. Die plöb'ich her­einbrechenden Katastrophen fegten die Fliehenden brutal vor sich her: e» war ein kopfloser Herdenauf­bruch in eine Richtung, die Ansteckung der blinden Panik. Heute arbeitet die Austreibung mit gründlich­ster Snftematik. sie läßt sich Zeit und möchte die Vernichtung ohne Aussehen vollenden. Und man ist etwa» peinlich berührt, wenn die Welt oiese Vernich­tung dennoch wahrnimmt. Früher sah man den FlüchtlingSjammer in sei­ner konkretesten Gestalt: Karren und Planwagen angefüllt mit Frauen und Kindern, mit der Habe und den Habseliakeiten. Der Flüchtling durfte das Seine mitnehmen. ES gab so etlvas wie ein Jsnll des Flüchtlingselends.(Hermann und Dorothea !. Die erste und einzige Regung war: Helfen. Barnrherzig- keit. Da» Flüchtling-Problem war eine private Angele­genheit von Mensch zu Mensch. Die heutigen Flücht­linge sind fast unsichtbar, die Dkaffenzüge haben sich in tausende von Einzelschicksalen aufgelöst, die in alleLän- der und Weltteile auSeinanderlausen, oder sich in den Konzentrationslager» und in den Tod verlieren. Au der Reformation war eine Fluchtlinie, die von Tiro! nach Ostpreußen führte die vertriebenen protestan­tischen Bauern schon außerordentlich und aben­teuerlich. Lafahette war in der französischen Revo­lution einer der ersten Anierika-AuSivander-.r. Der flüchtige Freiherr von Stein, von Napoleon aus Preußen vertrieben, fühlte sich in Petersburg am Ende der Welt. Frau von Staöl verzweifelte, als sie vierzig Meilen von Paris verbannt wurde. Die Verbannung rechnete noch mit der Bannmeile. Heute sind den Vertriebenen Mozambique, Madagaskar . Bolwien geläufige Begriffe und eine große Hoffnung. Gib dem Herrn die Hand, er ist ein Flücht­ling". sagte eine Mutter zu ihrem Kind, als der ver­triebene Göttinger Professor Grimm die hessische Grenze überschritt. Wo ist heut das Gefühl für die nienschliche Würde und Hoheit der Verfolgten und Schutzlosen? Rettungsmedaille für eine Katze. Die Stadtver­waltung von Buffalo hat feierlich die Goldene Ret­tungsmedaille an eine Katze verliehen. Die Katze hatte ihre Jungen, insgesamt sechs Stück, nacheinan­der aus einem brennenden Hause herausgeholt. Die Feier fand in Anwesenheit der Mitglieder des Tier- chutzvereinS und anderer Abordnungen statt, und die Medaille wurde dem Tier vom Bürgermeister von Buffalo selbst umgehängt, phiert, Nikotin ein Heilmittel. Die allgemeine Vor­stellung, daß Nikotin ausschließlich schädlich ist, und daß man sich bei Genuß von Zigaretten lediglich eine Nikotinvergiftung holen kann, dürfte durch die Er­gebnisse eines soeben in Portsmouth stattgefunöenea AerztekongresseS stark erschüttert werden/ Aus diesem Kongreß wurde ein Referat über die Heilwirkung von Nikotin, und zlvar in Form von Nikotinsäure, gehal­ten, au» dem hervorging, daß die Anwendung diese- Mittels ganz erstaunliche Ergebnisse zeitigt. Ins­besondere sind in der letzten Zeit Versuche zur Hei­lung der Lepra mit Nikotinsäure gemacht worden und eS hat sich hermiSgestellt, daß die Behandlung jeden­falls vielversprechend ist, auch wenn man natürlich in einem so frühen Stadium der Experimente ein endgültige» lkrteil noch nicht abgeben kann. Ueber- haupt soll Nikotin ausgezeichnete Dienste zur Be­handlung von Hautkrankheiten leisten. DaS Wetter. In der kühleren Meeresluft, die von Südwesten her über Frankreich , Holland und Deutschland gegen daS Binnenland vordringt, bilden sich einzelne Gewitterzonen auS, die besonder» im Rheinland und Frankreich von ergiebigeren Regen­fällen begleitet werden. Die kühlere Luft erwärmt sich jedoch bei ihreni Fortschreiten rasch, so dast die Ge­wittertätigkeit abgeschwächt wird. Bei uns werden Gewitter nurmehr stellenweise verzeichnet und die Temperaturen verbleiben andauernd über dem Nor­malwert. Es ist daher zu erwarten, dast noch in den nächsten Tagen daS günstige Sommerwetter keine wesentliche Aenderung aufweisen wird. Wahr­scheinliches W c t t e r F r e i t a g: Wech­selnde. stellenweise verstärkte Bewölkung mit Neigung zu Gewittern oder Schauern, und zwar besonder» in der Nähe von GebirgSkämmen, NachmittagSiem- peraturen in den böhmischen Ländern um 25 Grad, im Osten noch wärmer. Südwestwind. Weiter­aussichten für Samstag: Andauern der günsti­gen und warmen Sommerwetters mit lokalen Ge­wittern. Einbrecherplatte in Kremster festgenommen. Der Gendarmerie in Kremster und Hulin ist e» nach dreiwöchigen Nachforschungen gelungen, die Täter scstzunehmen, die am Abend des 8. Juli d. I. aus der Wohnung des Oberlehrers I. R., Jos. Pijl in Kremster Einlagebücher, Wert­papiere und Bargeld zusammen in der Höhe von 160.000 KC geraubt haben. Sie wurden ferner, überführt, dieRupa"«Filiale in Kremster au»« geraubt und bei dem Landwirt Jos. LaLik in LudSlavice bei Hulin Schmucksachen gestohlen zu I haben. Die gefährlichen Kassenräuber Jan Borät I au» Dolni Beöva, Josef Suläk aus Hulin und i Anton Stibor aus Okrokoviee sind bereits in die, Haft des Kreisgerichteö eingeliefert worden. Am Dienstag wurden durch die Gendarmerie von Kremster die Verhaftungen fortgesetzt. ES wurde' nämlich festgestellt, dast die Bande zwei weitere\ Helfer hatte, u. zw. den 80jährigen Schuh« machevgesellen Ant. Vyskoiil und den 26jähri- gen Elektrotechniker Plenik auS Kremster., Sin Heiratsschwindler. In die Haft deS Be-; zirkSgerichteS Petschau wurde der 63jährige Emil Kromp au» Karlsdorf bei Schildberg eingeliefert, gegen den eine Untersuchung wegen HeiratS-, schwindel läuft. Er hat sich al» Aloi» Neumann' ausgegeben und der Adele Hoöek in Frhdek 35.000 KC, der Stefanie Prochäzka aus DärfleS bei Mähr.-Trübau<15.000 KL und der Hausge­hilfin Elisabeth Größt in Brünn 11.700 KL ent­lockt. Statistik der Zensur. Einer Korrespondenz entnehmen wir: Vom 1. Jänner bis 12. April d. I. wurden insgesamt 262 Konsiökationen aus­gesprochen. Von ihnen entfielen 30 oder nicht ganz 11.5 Prozent auf sudetendeutsche Blätter. Um ei» besseres Bild über den nationalen Anteil ; an den Zensuropfern zu gewinnen, wollen wir von den Konfiskationen der kommunistischen Blätter absehen. Der Anteil der sudetendeut­ schen Presse wächst dann auf 28.6 Prozent. Bis zum 1. Mai 1038 wurden insgesamt 1.052 periodische Druckschriften wie der amtliche Ausdruck lautet konfisziert, unter ihnen waren 630 tschechisch, 280 deutsch, 47 ungarisch, 42 polnisch usw. DaS Schicksal in Gestalt deS Zensor» schein! also über Deutsche nnd Tschechen, Koalition und Opposition, gleich unerbittlich zu walten. Für den Schutz der Frau und Mutter. Die Internationale der offenen Tür(Open deer In­ternational) setzte Donnerstag ihre Beratungen mit der Behandlung zweier Resolutionen über die Population unter Berücksichtigung deS Arbeits­rechtes der Frau und über den Schutz der Gesund­heit der Mutter fort. Die erste Resolution beruht auf dem Prinzip, dast die Frau das Recht habe, frei über ihr Recht auf Mutterschaft zu entscheiden. Gewisse Tendenzen der Gegenwart könnten sie In ihrem Rechte auf Arbeit und Erwerb schmä­lern. Die ODI wendet sich gegen den Ausschluß der Frau auS der ErwerbStätigkeit. In der zwei­ten Resolution wird gefordert, daß die Frau wäh­rend der Schwangerschaft wie ein eine gewisse Zeit arbeitsunfähiger Arbeiter behandelt werde. Drei Ingenieure gaSvergiftet. Ln Manchester erlitten Donnerstag morgens drei Ingenieure, die Kanalarbeiten in zehn Meter Tiefe ausführen wollten, schwere Gasvergiftungen, an deren Fol­gen sie kurz nach ihrer Bergung starben. Autounglück in Oberitalien . Auf der Siinp- lin-Strecke geriet ein mit neun Personen besetz­ter Kraftwagen in einer Kurve ins Schleudern und stürzte mehr als fünf Meter über einen Abhang hinab. Drei der Insassen wurden aus dem Wagen In einen Bach geworfen und ertranken, vier wei­tere erlitten Verletzungen. Die Vandalen. Die Nationalsozialisten haben das Denkmal für Frau Schuschnigg , die seinerzeit bei einem Autounfell ums Leben gekommen ist, in die Lust gesprengt, Das heutige Programm der deutschen Sendung Prag -Milnikr 10.1511,00 Sch. 12.15 Hel­mut Miller: Vt. ü. aufschlußreiche Sagen._18.00 Hans Multerer singt Lautenlieder, orakel. 18,45 Dr. Moucha:' 19.00 Dänische Lieder Klav . Fr. Holekek). 19.80 Fahrt ins Blaue, Hörf. v. Jos. Kühnel. 20.00 OK(Dir. R. M. Mandl«, Ges. Magnus Andersen). 21.80 TM a. Hotel Torso, Mariebad. 22.3028.00 Moderne Musik(Ges, Alexa..'.ra Leviektz, Klav. Friedrike Schwarz). Brünn : 18.0018.20Frage an das Schick- sal". Eine kleine Komödie..ur den achtziger Jahren von Arthur Schnitzler. (Funkbearbeitung: Ba»a Hochmann. Regie: Vaöa Hochmann. 18.2018.85 Konsul Heinrich Biberle: Perlenfischer und lager. Mähr. Ostrau : 18.10 Dr. Jos. WechSberg: Glauben und Aberglauben im Orient, Arbeiterchor a. Witkowitz ,(Dir. K. Weliszewski.) Der ewige Flüchtling Im Mittelalter suchte der Verfolgte ein Kirchen­portal zu erreichen: wenn es ihm gelang, rechtzeitig den Ring der Türe zu fassen und sich daran festzu­halten, war er fürs erste gefeit und geboraen. So viel Kirchentüren, al» nötig lvären, gibt es heute gar nicht, ganz abgesehen davon, daß sie keinen Schub mehr gewähren. Den» wie der Ver­folger beschossen ist, würde er sich nicht scheuen, die Hand abzubauen, die sich an die Kirchenklinke klammert. Danzig (JTF) Da» Züricher Volksrecht" schreibt: Der schweizerische Bölkerbundkommissar Dr. Burckhard in Danzig ... verschließt tapfer die Augen vor allem Terror und aller Grausamkeit der Nazi, läßt Gewalttat über Ge­walttat wortlos vor sich gehen, muckt nicht, streicht sei» schandbar hohes Gehalt ein und l ä ß t s i ch im übrigen von den Nazi feiern und mit Orden schmücken. Vor einigen Tagen hat der Danziger Obernazi Greiser, ein ganz berüch­tigter Gewaltmensch, dem Herrn Bnrckhardt das Verdienstkreuz erster und zweiter Klasse, sowie da» große Ehrenzeichen des Roten Kreuzes der Stadt Danzig übergeben als wirklich verdienten Lohn für da» Gewährenlaffen der braunen Sol­dateska, die heute unter diesem eigenartigen Völ - ierbnndlommissar freie Bahn hat. Jetzt mucken sogar die Schweizer Katholiken auf. 2m katholisch-konservativen Blatt Zürich » lesen wir u. a.: Diese Auszeichnung hat in Krei­sen der Danziger Katholiken seltsam berührt, hat doch der Genfer Völkerbund der Unterdrück>ng und RechtloSmachung der Minderheiten in der Freie» Stadt, besonders auch der Katholiken, vcll« kommen untätig zugeschaut I... Es ist ein merk­würdiger Zustand, daß die europäische Oesfentlich- keit vom Dasein eines Völkerbundkommiffars in der cntrecheteten.Freien Stadt" nur mehr an­läßlich dessen Auszeichnung durch die Natior al« sozialisten erfährt. Das ist eine Schande für die Schweiz". Nicht nur für die Schweiz . Den Außenminister Englands, Frankreichs und Schwedens übertrug der Völkerbund die Kon­trolle über den Freistaat Danzig . Keiner von shnen schritt ein, als sich dec mit dem Schutz der Unterdrückten in Danzig beauftragte Kommissar von den Mördern des Eisenbahners Hanö Wiech- mann mit Orden schmücken ließ. Camill Huysmans, Vorsitzender der belgischen Deputierten­kammer und Bürgermeister von Antwer­ pen , spricht in einer Otto Bauer -Gedenk­feier. L8Bt Hitler Bürckel fallen? DerDaily Herold" berichtet aus Wien , daß dort die Meinung herrsche, Bürckel werde bäld sein Amt als StaatSkommiffar fiir Oesterreich verlieren. Diese Meinung wurde durch die auf­fällige Tatsache bestärkt, daß Bürckel bei den Feiern für die wegen des Dollsußmordeö Hinge­richteten Juli-Putschisten nicht in Erscheinung trat, obwohl Bürckel gerade von" seinem dreiwöchi­gen Urlaub nach Wien zurückgekehrt war. Nicht Bürckel, sondern Gauleiter Globotschnit hielt die Ansprache an die 200Veteranen" deS Putsche », nicht Bürckel, sondern Seiß-Jnguart hielt die Rede an die Amtswalter, in der er sagte, daß alle, welche die Partei-Einheit stören, ausgeschlossen würden. Während Bürckel» Abwesenheit von Wien , so berichtet derDaily Herald" weiter, wurde er von Major Klausner vertreten, dem Führer der österreichischen Nazis während der Illegalen Zeit. Und gerade Klausner war es, der an der Spitze der Opposition gegen Bürckel stand und Bürckel» Verordnungen entgegenarbeitete nnd Maßnahmen durchführte, die Bürckel- An­weisungen widersprachen. Daß Bürckel sich bei den Putschisten-Feiern im Hintergründe hielt, sei auf Wunsch der österreichischen Nazis geschehen. E» wird erwartet, daß Bürckel» Mission in Oester­ reich Ende nächsten Monats als beendet erklärt werden toird. Bürgerkrieg in Palästina Bombenwürfe und Schießereien überall Ierusalr m.(HavaS.) In ganz Palä- andere Bande unternahm einen Angriff auf die stina gehen die Ausschreitungen weiter und neh- jüdische Kolonie Moknean bei Haifa . Die Kolo« men nach und nach den Charakter eines wirklichen nisten riefen Polizei und Militär herbei, so daß Bürgerkriege» an. In Haifa fährt die arabische I Bevölkerung fort, jüdische Geschäfte anzuzünden, im jüdische» Viertel Bomben zu werfen und ­dische Passanten zu mißhandeln. Biele Straßen sind vollkommen unpassierbar. So haben z. B. dir Araber die Straße Nablu»Jerusalem I» acht Kilometer Länge vernichtet. Auch die Straße Tel AvivJerusalem wurde Mittwoch an einigen Stellen unterbrochen. Einige Wagen wurden über ­fallen. Ein in einem Autobus fahrender Jude wurde in den» Augenblicke betreten, al» er in der arabischen Stadt Ramleh eine Bombe werfen wollte. Der jüdische Nationalrat hat einen Aufruf veröffentlicht, daß sich Freiwillige in Tel Aviv ver ­sammeln und eine Bürgergarde zum Schutze des Gebiete» von Saron bilden solle«. Die erste Gruppe dieser Garde hat bereit» ihren Patrouil- lrndienst ausgenommen. Da» im Zentrum der Stadt Betlehem gelegene Postamt wurde von einer Bande von 150 Terroristen überfallen. Die Eindringlinge töteten drei Beamte und plünderten die Post.. Eine