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Samßtag, 30. Juli 1938

Sette 7

IMhwirhcfiftft wut Sagiafp^tife

Ueber aktuelle Probleme der Landwirtschaft injormicrtc Herr Minister für Landlvirtschaft, Dr. Zadina in einer Konferenz am 29. Juli die WirtschastSredakteure der TägeSblätter. DaS wich­tigste Problem ist die E r n t« e i n b r t n« A u n fl. Die heurige Ernte ist gut bis sehr gut, an Brotegtreide werden wir vollständig selbst­genügsam sein, nur die Obsternte ist schlecht. Durch die teilweise Lagerung des Getreides, vor allen» aber durch die Maul» und Klauenseuche, wird Heuer eine bedeutende Mehrarbeit bei der Ernte­einbringung erforderlich. Es gilt daher, alle ver­fügbaren Kräfte zu mobilisieren, damit die Ernte rechtzeitig eingebracht werden kann. Der Minister bespricht dann die Maßnahmen, die getroffen wer­den sollen, um den Landwirten genügend ArbeitS- lräfte zu verschaffen. In erster Linie sollen die noch. vorhandenen Arbeitslosen herangezogen werden. Der Minister gab einen Ueberblick über die Raul« und Klauenseuche und den derzeitigen Stand derselben in unserem Staate. Wahrend die Zahl der betroffenen Gemeinden und dex erkrankten Tiere in Böhmen und Mähren fast gleich hoch sind(1400 Gemeinden und 200.000 Tiere), sind die Verluste in Böhmen unvergleich­lich höher. Da» Landwirtschaftsministerium hat eine Unterstützungsaktion in die Wege'geleitet, die sich auf eine Preisermäßigung des Serum» und auf Unterstützungen an die betroffenen Landwirte bezieht. Für Rindvieh, da» bis zum 15. August eingeht, wird«ine Unterstützung von 600 KL per Stück, für Jungvieh im Alter von einem Jahr von 100 KL, für Kälber von 150 KL und 50 KL für eine Ziege gewährt. Nach dem 15. August wird KL 1.20 je 1 Kg. Lebendgewicht für ein Jahr altes Vieh, KL 1.50 für Kälber bis zu einem Jahr und, KL 50. für eine Ziege an Unter, stützung gewährt. Am stärksten ist da» Gebiet von Mttelböhmen und Mittelmähren von der Seuche betroffen.

kteue» International«» Zuckerabkommen Nach wochcnlangen Verhandlungen der Ver­treter de» Internationalen Zuckerkartells ist in London soeben ein Neues internationales Zucker­abkomme» abgeschloffen worden. Die Modifizie­rung de» seit dem vorigen Jahre gültigen inter - nationahm$eri.wflcö., mit ,seiner Wggjung J?ei. Ausfuhrquoten war deshalb notwendig geworden, weil sich der Welt-Zuckermarkt als weniger auf­nahmefähig erwiesen hat, al» man im vorigen Jahre bei der Festsetzung der Zuckerquoten ange­nommen hatte. Daraus ergab sich dann jene Ent­wicklung am Zuckermarkt, die bei einem Ueber- angebot von Zucker zu einem Rückgang der Zuckerpreise geführt hat. Wenn auch vorüber­gehend der Preisrückgang unterbrochen wurde und einer leichten Preissteigerung, Platz machte, so lag hoch der Zucker-Weltmarktpreis am 15. Juli rund SO Prozent unter dem Stand de» Vorjahres. Für das laufende Jahr wird der Bedarf de» steien Markte» für die Länder des internatio­nalen Zuckcrabkommens auf etwas mehr als drei Mill. Tonnen geschäht. Ilm die Wiederholung eine» Ueberangebotes zu verhindern, mußten alle

Länder in eine Herabsetzung ihrer Einfuhrquote einwilligen. Neben einer allgemeinen Kürzung um 5 Prozent mußten die ZuckerproduktionSländer noch einer besonderen Herabsetzung zustimmen. Für die Tschechoslowakei bedeutet das, daß sie neben den 15.500 Tonnen, die die fünfprozentige Kürzung auSinacht, noch auf weitere 22.500 Tonnen Ausfuhr verzichten muß. Sie hat demnach bei den internationalen Zuckerverhandlungen im Einverständnis mit der Regierung einer Minder­ausfuhr von 38.000 Tonnen oder um 12.6 Pro­zent ihrer vorjährigen Quote zugestimmt. Es wird mitgeteilt, daß andere Länder noch größere Opfer haben bringen müffen. Die im vorigen Jahre zu verzeichnende leichte Steigerung des ZuckerexportcS wird demnach in diesem Jahre, und voraussichtlich auch im nächsten Jahre, wieder verloren gehen. Die Zuckerindu­striellen werden dieser internationalen Neurege­lung nicht gerade schiveren Herzens zugestimmt haben. Denn der Gewinn ist bei den gedrückten Zucker-Weltmarktpreisen nicht eben hoch und könnte sich bei einem weiteren Nachgeben der Preise wieder in einen Verlust verwandeln. Da­gegen bringen die JnlandS-Zuckerpreise stark er­höhte Uebergewinne, die denn auch von den Zuckerindustriellen viel hartnäckiger verteidigt werden al» ihre Exportquoten..

Exportwerbung der Prager Messe Ueber eine Million Plakate, Prospekte, Flugblätter in 21 Sprachen Die Prager Messe hat sich in den letzten Jahren im verstärktem Maße der Exportförde­rung zugewendet. Für jede Veranstaltung hat das Messeamt eine umfangreiche AuSlandswerbung durchgeführt, deren Zweckmäßigkeit in steigenden Besucherzahlen au» dem Ausland zum Ausdruck gekommen ist. Für die bevorstehende Herbstmesse, die vom 2. bis 11. September stattfinden wird, wurde die Auslandswerbung der Prager Meffe Iveitcr verstärkt. Insgesamt wurden über eine Million Stück Wcrbematcrial in 21 Sprachen versandt. Da» neue Plakat der Meffe veranschaulicht den großen Mcffepalast als Haus der tschechoslowakischen Exportindustrien; die typischen tschechoslowakischen Ausfuhrartikel wurden im Plakat geschickt zur Geltung gebracht. Besondere Sorgfalt wurde dem großen Prospekte zngewendet. Lichtbilder von Qualitätswaren werben für die heimischen Aus­fuhrindustrien. Für die einzelnen auf der Meffe stark vertretenen Exportzweige wurden besondere Flugblätter In» Ausland verschickt; auf diese Weise wird für die Glas-, Porzellan-, Spiel­waren«, Lcderwaren-, Metall- und Maschinen» Industrie Propaganda gemacht. Besondere Auf­merksamkeit wurde Ivieder den ausländischen Wa­renhäusern und Einkaufskonzernen gclvidmet. Die führenden Häuser wurden mit individuellen Brie­fen cingelade». Die Aktion hat sich auch heuer

Afrika In der Weitproduktion Der ehemalige Generalgouverneur von Französisch-Aequawrial-Afrika, Raphael Antonetil, hat kurz vor seinem Tode für die Internationale Handelskammer einen bemerkenswerten Artikel geschrie­ben, in dem er prophezeit, daß die kommenden Jahrzehntedal Jahrhundert Afrika »" bedeuten werden, so wie die vergangenen 100 Jahre das Jahrhundert Amerika » bedeuteten. Die gewaltig gestiegene Produktion Europa » brauchte im 19. Jahrhundert die gestiegene Kaufkraft Nordamerika », um ihre Erzeiigniffe absetzen zu können, und sie benötigte auf der anderen Seite Nord- und Süd­amerika als Rohstofflieferanten.'Raphael Antonetti seht auseinander, daß e» möglich sein müsse, auch die Kaufkraft der übrigen 150 Millionen Afrikaner wesentlich z» heben und so ein neues Absatzgebiet zu schaffen. Auch sei in Afrika ein getvaltiger Bestand fruchtbaren Boden- in Reserve, der die Vervier­fachung der bisherigen afrikanischen Produktion ermögliche. Wie beträchtlich diese Produkiton km Rahmen der Welterzeugung schon heute ist, zeigt unser Schaubild. Außer den angeführten Pro­dukten' werde» noch BaunUvolle, Bananen und Kautschuk In beträchtlicher Menge in Afrika erzeugt, sind aber unberücksichtigt geblieben, da sie weniger als zehn Prozent der Weltprodukition auLmache».

Keeüttsnstalt öer Deutschen ».au«SSI 11.».£.

81 Niederlassungen

Haftung-kapital 120 Millionen KS

bewährt und dem Messeamt sind bereits Zusagen von ausländischen Warenhäusern zugcgangen. Daü Werbeinaterial der Messe toi'rd in die ganze Welt versandt. Besonders umfassend wird die Werbung in Ländern durchgeführt, in denen sich günstige Absatzchancen für tschechoslowakische Erzeugnisse ergeben.,

Man erhült für

KB

100 Reichsmark(Roten)'.

.. 578.

Reichsmark(Münzen)

.. 745.

100 rumänische Lei..

.. 19.35

100 polnische Zloty.,

.. 548.50

100 ungarische Pengö.,

.. 638 50

100 Schweizer Franke »,

,.«48.50

100 französische Franc».

,. 82.20

1 englisches Pfund.,

.. 144.37

1 amerikanischer Dollar

.. 28.95

100 italienische Lire«,

.. 170.40

100 holländische Gulden.

.. 1599.

100 jugottawische Dinare.

.. 64,80

100 BelgaS.....

.. 490.

100 dänische Kronen..

..«38.-

100 schwedische Kronen,

. 738.

Hüte dich vor Rechtsanwälten!" In Lon­ don wurde das Testament eines Sonderlings er­öffnet. Der Mann, der zu Lebzeiten dadurch auf­fiel, daß er einen hohen Zylinderhut mit der weit­hin sichtbaren Aufschrift trug:Hüte dich vor Rechtsanwälten", hat auS seinem stattlichen Nach­laß seinem Friseur eine JahreSrente vermacht und bestimmt, daß jeder seiner Erben, der dieses Legat anfechtcn würde, seines Anteils an der Erbschaft verlustig gehen Ivürde. DaS Mikrophon im Kragen. Da- Lustfahrtmini­sterium der Bereinigten Staaten von Amerika bat einen Apparat zur allgemeinen Benutzung auch in der zivilen Luftfahrt freigegeben, der por drei. Jahren erfunden wurde und bisher«in Geheimliii der Mili­tärbehörden war. Es handelt sich um ein Mikrophon, das in Form eines Kragens um den Hals getragen wird. DaS Mikrophon selbst liegt genau den Stimm­bändern über und überträgt ihre Schlvingungen, obne daß der Sprecher überhaupt Laute von sich' gibt. Da» leiseste Flüstern ist im Aufnahmeapparat ebenso gut zu vernehmen, als ob die Worte ganz laut in ein Mikrophon gesprochen worden wären. Der praktische Vorteil dieser Apparatur besteht darin, daß der Pilot ersten» da» Steuer nicht aus der Hand zu lassen braucht, uni ein Mikrophon in die Hand zu nehmen, und daß er zweiten» nicht von dem Propcllergeräusch gestört wird. Denn sonst müßte er ja in da» Mikro­phon hineinschreien, und man würde ihn trotzdem l nicht deutlich vernehmen.

Lynchstatistik Das amerikanische Lynchwesenoder viel­mehr-uiyvesen ist hervorgegangen aus der primitiven Justiz von Pionieren und Goldgräbern, deren Trupps und Siedlungen, auf eigene Faust lebend, In einem riesigen Gebiet verstreut, ab­geschieden und isolierte gezwungen waren, auf gcsellschaftSschädigende Handlungen irgendwie kol­lektiv zu reagieren, Mit Schädlingen irgendwie ab­zurechnen. So entstanden sehr einfache Volks­gerichtshöfe, bei denen zwischen Publikum, Klä­gers Ankläger, Richter und Henker kein Unter­schied mehr war. Wie immer in unstabilen Ber- hältnissen. lvar bei Vergehen von einigem Gewicht die Alternative sehr einfach: Freispruch oder Strick. Jene Gerichte der Frühzeit waren im Grunde Standgerichte; die kleinen Kommunen oder die zum Gerichtsakt aus einem Bereich mit meilen­weitem Durchmesser zusammengekommenen Sied­ler konnten sich nicht mit Bewachung und Ver­sorgung eines Gefangenen abgeben; es wurde also in jedem Sinne beim Verfahren wie beim Ur­teil, wie bei dessen Vollzug kurzer Prozeß geniacht. Heute sind die Bereinigten Staaten ein durch« organisiertes Land, Gesetze bestehen, ein. aus­gedehnter Justiz«-und Polizeiapparat ist da,, die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz ist para» graphenmäßig statuiert, Strafprözeßordnungen regeln das Verfahren und sehen die Rechte des Angeklagten fest, für. eine Wildwestjustiz ist also keine sachliche oder moralische Basis mehr vor­handen, und trotzdem wird noch gelyncht. Die vom Direkwr Work im Statistischen Amt des TuSkegee-Jnstitut» in Alabama jährlich auf­gestellte Statistik erfaßt die seit dein Jähre 1382 vorgekommenen Lynchungen. Das letzte Jahr der jüngsten Aufstellung Ist 1936. In den 55 Jahren

sind in den Bereinigten Staaten 4673 Menschen gelyncht worden; davon waren 3384 Neger und 1289 Weiße. Die Statistik zeigt, wie die Lyn- cherei immer mehr zu einer Methode pervertierter »weißer" Justiz gegen die schwarze Rasse Ivird. Was dem Nazi sein Jude, ist dem weißen Mob in USA , besonders in den Südstaate», sein Neger. In den Jahren 1882; 1883, 1884 und 1885 überstieg die Zahl der gelynchten Weißen die der Neger: in jener frühen Zeit handelte es sich offen­bar noch wirklich um jene primitive Not« und Standgerichtsbarkeit der Pioniere, und Richter Lynch ging tatsächlich nur darauf aus, die Gesell­schaft von Gezücht zu säubern ohne einen Unterschied in der Hautfarbe anzuerkennen. Bon 1886 ab ist die Zahl der Neger immer höher als die der Weißen. ES gibt Jahre, i» denen über­haupt kein Weißer gelyncht wurde, während, selbstverständlich, Neger dieses Schicksal erlitten: 1924 mit 0 Weißen, 16 Negern; 1925 mii 0 Weihen, 17 Negern; 1927 mit 0 Weißen, 16 Negern; 1934 mit 0 Weißen, 15 Negern und 1936 mit 0 Weißen, 9 Negern. Jahre, in denen sich Richter Lynch nur Weiße holte, gibt es nicht. Nur in, zwei Jahren blieb die Zahl der Lynchmorde unter 10: 1982 mit 8 Lynchungen (2 Weiße, 6 Neger) und 1986 mit 9 Negern. Der Jahresdurchschnitt für die Zeit 18821936 beträgt 84,9 Lynchungen, also rund 85. Bon die­sen 85 jährlichen Opfern waren 23 Weihe, 65 Neger. ES werden also fast dreimal soviel Neger gelyncht wie Weiße. Diese Verhältniszahl gilt aber nur für die gute alte Zeit: In den letzten Jahren ist der Prozentsatz wesentlich anders. DaS zeigen schon die angeführten Beispiele der Jahre, in denen zwar keine Weißen, aber 917 Neger gelyncht würden. Aber die Erscheinung ist seit vie­len Jahren elndeuiig: die Zähl der gelynchten Neger beträgt ein Vielfaches der Zahl der Weihen.

Außer in vier Jahren ist seit 1900 die Zahl der Weißen einstellig, die der Neger zwei- oder drei­stellig; und Jahre wie 1929 mit 3 Weißen zu 7 Negern oder 1932 mit 2:6 sind günstige Aus­nahmen. Typisch sind Verhältnisse wie: 1904 mit 7 Weißen und 76 Negern, 1908 mit 8:89,1913 mii 1:51, 1923 mit 4:29, 1928 mit 1:10, 1985 nist 2:18. Die Kriminalität der Neger ist prozentual nicht»ennenSwert.verschieden von der der Weißen, obgleich cS sozusagen spezifische Negergesetz« gibt. 2m ganzen Süden ist zum Beispiel eine Heirat zwischen Negern und Meißen verboten.(In eini­gen Staaten,übrigens auch die zwischen Weißen u. Indianern, und in Arizona die zwischen Ariern und Malaien oder Filipinos.) Diese Nassengesebe bringe» es nut sich, daß jede Beziehung zwischen einem Neger und einer weißen Frau als ver­brecherisch gilt, und bei ihrer Aufdeckung hat ez die Weiße immer leicht, zu sagen, sie habe nicht eingewilligt, sondern sei- vergewaltigt worden. Einen typischen Fall dieser Art bildet der Prozeß gegen die neu» jungen Neger von SkottSboro. Selbstverständlich geschieht aber dem Weißen, der mii einer Negerin in Beziehung steht, nichts. Da die Neger etwa ein Zehntel der Bevölkerung aus­machen, müßte bei gleicher Kriminalitätsziffer das Verhältnis der gelynchten Weißen zu den ge­lynchten Negern 1:9, also zuungunsten der Weißen, sein. Statt dcffcn ist es umgekehrt,. Immer und unbedingt zuungunsten der Neger, und der Prozentsatz ist oft so absurd, daß auf einen gelynchten Weißen 10, 20, ja 50 Neger kommen. Die Begründungen, unter denen gelyncht wird, sind verschiedener Art. Es genügt, wenn ein Negers der von einem Weißen beschimpft wird, ihm eine hernnlerhaul. Vor einigen Jahren Ist ein Neger erniordet worden, weil er an einer HauStür betttlte und die hysterische Hausfrau

glaubte, er wolle ihr was tun. Die neun Opfer deS Jahres 1936(nur Neger) wurden folgender Verbrechen bezichtigt: Vergewaltigung in drei Fällen, versuchte Vergewaltigung ebenfalls in drei, Mord: 1, aktive Teilnahme an einem Streik: 1, Beschimpfung einer weißen Frau: 1. Bei den 15(nur Neger-)Opfern des Jahres 1Ü84 wurden außer den üblichen Fällen von Vergewal­tigung und Mord genannt: Verwundung eines Weiße» während eines Streites: 1, sexuelle Be­ziehung zu einer weißen' Frau: 1, Beschimpfung einer weihen Frau: 1; einer mußte sterben, weil er Terpentin gestohlen hatte, einer, tvcil er einen Weißen geschlagen hatte, einer, weil er einen be­schimpfenden Brief geschrieben, und einer, weil rr »respektlos geredet" hatte. Man sieht:.Dinge, die Weißen überhaupt- keine Strafverfolgung' zu­ziehen oder bei ihnen als Bagatellvergeheis mit Minimalstrafen gesühnt werden, zahlt der Neger oft mit dem Tod unter den Händen des weißen Mobs. Die Zahl der Lynchunge». nimmt erfreli- licherweise ab; seit 1924 ist sie ständig unter. 30. Aber eS scheint, daß diese Entwicklung nicht auf eine Milderung der Sitte» und Anschauungen in den Südstaaten zurlickzuführen ist, sondern nur auf den wirksamere» Schutz, den die Behörden den in ihren Händen oder schon in denen des Mobs befindlichen Beschuldigten oder Angeklagten zuteil werden lassen. Sie nehmen für sich in Anspruch, beispielsweise im Jahre 1934 im ganzen 74 Per­sonen(14 weiße Männer, 57 Neger und drei Negerinnen) vor der Lynchung gerettet habe», und im Jahre 1936'insgesamt 70(7 Weihe, 72 Neger). Das heißt:.wären diese Menschen nicht gerettet worden, so lväre die Zahl der Opfer 1934 mit 89 und 1936 mit 88 jcdeömal über dem Jahresdurchschnitt(85) gelegen,' der für den ganzen, von der Statistik erfaßten'Zeitraum gilt. Max Barth.