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Wo gehst denn hin?" fragte er sie bescheidentlich. " Nach Altenmoos, wenn ich tunnt," versetzte sie. " In Altenmoos ist's halt nicht mehr lustig," sagte er und faute an seinem Blumenstiel, daß dieser vor der Nase langsam hin und her schlug. Muß sein, weil mehr Leut' heraus als hineingehen," entgegnete das Mädel. Mußt Dich aber nicht fürchten, daß ich weit mit Dir geh'. Nur bis zum Rechensteg, dort thut mein Vater holzen und dem trag' ich das Mittagsmahl nach."

Dem Friedel war's recht, daher schwieg er. Sie ging teck neben ihm her.

Ist recht," sagte er nach einer Weile. " Na, wenn's nur recht ist," gab sie zurück.

Er schielte auf ihren Korb und fragte:" Was haft denn brinnen?"

Ein Guterl," antwortete fie, ein gutes Guter!! Ja heute bring' ich dem Vater sein Lieblingsessen, Schwammsuppe und gesottene Krebsen. Wir haben eine böhmische Teichgräberin und die tann Krebsen sieden."

Dem Friedel war auch das recht, daher schwieg er. " Was hast denn Du für ein Guterl( Lieblingsspeise)?" fragte sie den Burschen.

" Ich?" fragte der Bursche entgegen." Weiß nicht." Und schlug mit den Lippen den Blumenstiel in die Höhe.

" In Altenmoos muß es ja viel Krebsen geben," sagte das Dirndel, in Altenmoos gefällt's mir. Dort sollen noch luftige Leut' sein, gelt ja! In Altenmoos möchte ich Bäuerin sein. Aber einen munteren Bauern müßt' ich haben, der fein Stummerl ist. Sonst that' mir die Zeit lang werden. Gelt, Du meinst auch so?"

In der Weise plauderte sie heiter neben dem schweig­samen Burschen dahin und er dachte: Wenn sie nur immer so fortplaudern möchte, man hört ihr gern zu. Hört sie auf, so muß ich anfangen und ich weiß nichts. Daß ich bei den Weibsbildern doch gar so dumm bin.

Endlich waren sie am Rechensteg, wo ein paar Arbeiter mit langen Stangen die Holzscheiter losstießen, die vom Ge­birge hergeflößt sich in den Rechen geklemmt hatten und den­felben gefährdeten. Deinen Vater suchst Du?" rief einer der Arbeiter dem Mädel zu, der ist nicht mehr da, ist mit einem Holzhändler über den Lärchensteig nach Haus gegangen. Dich mögen wir aber schon."

Wenn ich Euch nur auch möchte!" gab sie zurück. Dann blieb sie stehen, schaute den Friedel an und sagte: Der Vater ist nicht da. Jetzt, was thu' ich mit der Schwammisuppe und mit den Krebsen?"

Die Krebsen gehen eh gern rückwärts," schalfte der Friedel. Wieder heimtragen? Nein, da wird alles kalt und kalter ist's nimmer gut. Ich weiß was. Komm, Friedel, essen wir's miteinander. Jetzt ist's noch hübsch warm."

Sie gingen noch eine Strecke fürbaß und dort, wo unter einer sentrecht aufspringenden Felswand der grüne Rasenplatz ist und ein schöner Ahornbaumschatten, dort setzten sie sich nieder und das Mädel packte den Korb aus.

" Du hast eh gewiß noch nicht Mittag gegessen, greif' zu!" so lud sie den Friedel ein.

Ah na, ſagte dieſer gedehnt, werd' schon daheim was triegen."

Laß Dich nicht ehren und!" sagte sie, jetzt da ist einmal der Schwammsuppentopf, wart', ich halt' ihn auf dem Schooß und Klemm ihn ein, daß er nicht umkippt. So, Friedel, da ist der Löffel."

" Nachher hast ja Du keinen Löffel," bemerkte er artig. Das macht nichts, wenn Du genug haft, nachher lang ich zu." Wenn ich Dir aber nichts übrig laff'," sagte der Bursche und blies endlich einmal seinen Blumenstiel von sich.

" Ist Dir wohl vergunnt. Du brauchst Stärkung auf den weiten Weg."

Der Friedel, erst nach einem Weilchen entgegnete er: Start wär ich eh."

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Und schmecken thut's auch," setzte sie bei. Er leckte den Löffel säuberlich mit der Zuuge ab, gab ihn dem Mädel und sagte:" Jetzt aber auch Du."

Als fie solchergestalt mit der Schwammsuppe fertig ge­worden waren, that sie den Teller aus dem Korb, der mit einem weißen Tuche verhüllt war.

" Jett pass auf", sagte sie, jetzt kommt die verdeckte Speij'."

Er machte erwartungsvolle Augen und als sie den Teller enthüllte, rief er: Hundsrothe Krebsen!"

Bad' an!" sagte sie.

" Ah na, so Krebsen, die mag ich nicht." " Haft ihrer schon einmal gegessen?"

" Na, ich mag' sie nicht."

" Lapperl Du, wenn Du ihrer noch nie gegessen hast, wie weißt es deun, ob Du sie magst oder nicht! Geh, probir's, zwid' drein, sonst zwicken sie drein."

Sie hatte ihm eine Schere losgelöst, er biß wacker drein. " Je!" rief er, das Zeug ist ja steinhart!"

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Sie gab ihm die Anweisung, wie man Krebse ist. Mit den Fingernägeln zerbrach sie die Schale, nahm ein Stück Mark zwischen die Finger, hielt es dem Friedel an den Mund: Da, Vogel, schnapp' oder stirb!"

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Ah nah, sterben uit," schmunzelte der Friedel und

schnappte.

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Was sagst?" fragte das Jderl.

" Gut ist's," sagte er.

Hierauf aßen sie mit einander das Krebsenpaar.

Als sie damit fertig waren und nur mehr die zerrissenen Schalen herumlagen, wischte sich das Mädel mit der Schürze den Mund und rief: So, jetzt hab' ich einmal mit dem Reut­hofer Friedel aus Altenmoos Krebse gegessen,

Vergelt's Gott!" sagte der Bursche.

Sie blinzelte ihn an. Vergelt's Gott, sagst gleich und fragst nicht, was Du schuldig bist?"

" Ich zahl's auch, wenn Du willst!" versetzte der Friedel und griff in seine Tasche.

Wirst doch einen Spaß verstehen, Tschapperl!" rief sie und zog seine Hand von der Tasche zurück. Das heutige Krebsenessen wirst mir ganz anders bezahlen, mein Lieber. Heirathen mußt mich."

Sie lachte bei diesen Worten, aber er wurde so roth, wie die umher liegenden Schalen waren. Allmälig neigte sich sein Haupt gegen sie und er flüsterte:" Jderl, Dich mag ich Haupt gegen sie und er flüsterte: schon." ( Forts. folgt.)

Münz - Namen.*)

Woher stammt die Bezeichnung Mart für ein Geldstück? In alter deutscher Zeit wurde das Geld, d. h. das, womit man eine erworbene Waare regelt, nicht gezählt, sondern gewogen. Das mit einer Marke, einem Stempel, einem Zeichen versehene Gewicht hieß Mart". Später nannte man ein halbes Pfund Edelmetall eine und an verschiedenen Orten mit dem Worte ganz verschiedenartige " Mark" und schließlich bezeichnete man zu verschiedenen Zeiten Münzen.

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Eine Mark rechnen wir heute zu 100 Pfennigen, und wie viel hundert Mal sprechen wir das Wörtlein Pfennig aus und es bedeutet! Auch diese Bezeichnung wissen nicht, was Sie ist so eingebürgert im Volksgebrauch, daß ist uralt. Redensarten zahlreichen Zusammenfeyungen, fie Sprichwörtern gleichbedeutend mit Geld überhaupt geworden ist, wobei man nur an Bettelpfennig, Nothpfennig, Behrpfennig, Peterspfennig, gemeinen Pfennig und dergleichen zu denken braucht. Die Gelehrten find aber noch nicht so recht einig darüber, woher das vielrollende Wörtlein stamme. Die einen sagen, es stehe ur sprünglich im Zusammenhang mit Pfand", die andern meinen, es tomme von dem Aussehen des früheren Pfennigs, das einem Pfänn­lein" ähnelte, her, wieder andere glauben wohl gar, man babe der einſt nicht nur den Namen, sondern auch die Pfennige aus fupfernen Pfännlein oder wenigstens in Pfännlein gemünzt, wie der gemeine er meinte und scherzte, die feien aus alten Kesseln gemünzt, an denen Mann die schwarzen Sechser von 1705 dreſselſechser" taufte, weil wohl auch viel uralter Ruß gewesen. Je nach den Münz - und Her­kunfts- und anderen Zeichen gab es dann gar vielerlei Pfennige. Es gab einen Gougenpfennig", benannt nach Herzog Gonzo von Schwaben , einen A-"," Bock-"," Drachen."," Händlein-"," Kamm-", " Rauten=" Kreuz-"," Löwen"," Posthörnlein-"," Rad-"," Rappen-"," Pfennig und mag leicht ein paar mehr gegeben haben.

Der genannte Händlein- Pfennig" war der ursprüngliche Name für Häller". Ueber den Namen bat man auch lange gestritten. Das ältere Geschlecht der Sprach- Gelehrten, das noch nicht so streng die sprachlichen Formen zurückverfolgen fonnte an der Hand der Urkunden und sonstigen Sprach- Denkmale, wollte ihn durchaus von halb" ableiten, weil ja so ein Häller wirklich ein halber Aber es ist jetzt Pfennig war, die man auch Hälblinge" nannte. sicher, daß bereits seit 1300 ein Häller so viel war als Pfennig von Hall. Die Haller Einwohner bekamen nämlich schon früh als rührige Salz Händler ein Münzrecht, und sie prägten die nach ihnen benannten und in aller Herren Länder herumkommenden Pfennige doppelseitig. Born ist das Zeichen der kaiserlichen Münz­berechtigung, die Schwurhand( Händels- oder Händleins- Pfennig),

*) Nach einem Artikel der Köln . Volkszeitung".