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Die teine Frau sucht ängfilich zusammen und schließt rasch die Thür mit einen Gute Nacht!" Bien schleppt fich langsam durch die staubigen, hohen Straßen afige, in die sich jetzt langsam die Dunkelheit sentt. Die Fuhrwerke jahren jetzt alle mit Lichtern, die Pferdebahnen und Omnibusse sogar mit rothen, grünen und gelben. Aus den offenen, hellerleuchteten Lokalen hört man Mufit. In den Nebenstraßen spielen ganze Horden Kinder, während die Eltern gruppenweise vor den Thüren stehen. In einer solchen Straße wohnt Albert in einem großen Hinter hause. Er flingelt an der Thür, wo drei Namenschilder anzeigen, daß dort drei Parteien wohnen. Eine rundliche Frau kommit heraus. Es ist Albert's Frau, Bien's Spielgenoffin.
,, Guten Abend, Martha! Ist Albert da?"
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Sie erkennt ihn an der Stimme. Dito! Na, komme doch herein!"
Als er in die ffeine, beimische Stube tritt, erhebt sich aus einem Lehnstuhl ein kleiner gebückter Mann mit lächelndem Gesicht, der dort an der Lampe seine Zeitung gelesen:
"
Sie wünschen?"
Guten Abend, Albert! Kennst mich wohl so nicht wieder? Seh' höllisch marode aus!"
,, Aber, Otto! Dann set' Dich man!" Geschäftig rückt er ihm einen Stuhl hin, sucht ihm Hausschuhe hervor und maat es ihm bequem, denn er hat die Lage seines Freundes sofort erkannt. Frau Martha seht ihm ein Abendbrot vor, so gut wie sie es bei ihren beschränkten Verhältnissen bieten kann.
Dann plaudern sie von vergangenen Zeiten. Viel Gutes ist es nicht, was sie sich erzählen; nur ein Leben voll Mühe und Arbeit und ewig kreisenden Sorgen. Jetzt geht es Albert wenigstens erträglich; er hat seit längerer Zeit eine Stellung, die ihn vor den Magenforgen schützt. Zwar ist einer von den beiden Söhnen auf der Wanderschaft, auch der Vater ist vor kurzem krank gewesen, doch wollen sie Bien gern so lange Obdach und Essen geben, bis er eine Stellung gefunden.
Sieb' mal, Otto, ich denke immer, meinem Jüngsten wird auch manchmal der Magen knurren, wenn er auf der Landstraße marschiren muß;" meint Frau Martha. Da braucht er doch auch mitleidige Seelen." Na die sind man auch selten. Aber ein junger Mensch fommt immer noch durch. Was soll aber ein alter Maun anjangen, der in seinem kleinen Heimathsort keine Beschäftigung findet. Den halten sie überall an, und kann er sich nicht gut ausweisen, kommt er ins Loch."
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Warum bist Du denn aus Burg fort?" " Ja; Tu weißt doch, ich war dreißig Jahre in der Fabrik. Aber schließlich konnte ich auch nicht mehr so vorwärts dann wurde ich im letzten Winter frank. Als ich aus dem Krankenhause fam, war meine Stelle mit einem jungen Kerl besetzt. Etwas anderes konnte ich in dem tieinen Nest nicht finden Ins Armenhaus will man doch auch nicht gleich... Zwei Monat bin ich schon unterwegs, aber es ist nirgends anzukommen. Ich weiß nicht, was mit mir werden soll!" schloß Bien.
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" Hast Du denn keine Verwandten?" fragte Albert.
" Doch nur meine Schwester," antwortete Bien, und die hat allein nia 13, denn ihr Mann ist ein Geizfragen. Der berechnet alles auf Heller und Pfennig, trotzdem er's nicht nöthig hat. Und meine Kinder haben genug mit sich selbst zu thun. So blieb mir nichts weiter übrig, als auf die Wanderschaft zu gehen."
" Hier wird sich schon was für Dich finden;" sagte Frau Martha, während sie sich erhob, um ihm in der Küche ein Bett aufzustellen.
Als Bien zu Bett ging, firedte er fich behaglich auser hatte feit langer Zeit nicht in einem weichen Bett gefchlafen.
Spät am andern Morgen erwacht er; seine wundgelaufenen Füße sind start angeschwollen, so daß er sich nicht bewegen kann. Seine freundlichen Wirthsleute pflegen ihn. Als er in einigen Tagen wieder hergestellt ist, suchen sie entbehrliche Kleidungsstücke heraus, um ihm das Strolchähnliche zu nehmen. Der Vater giebt eine Hose her, die zwar einen großen Flick hat, aber doch sonst noch sauber ist. Der älteste Sohn sucht Weste und Rock hervor, die Frau Martha wieder tragfähig macht, indem sie einige fehlende Knöpfe annäht. Auch Stiefel finden sich noch für Bien und ein Hut des Jüngsten vervollständigt die Einkleidung. Der flruppige Bart und die wüsten Kopfhaare verfallen dem Barbier, und Bien sieht nun wieder ganz anständig aus. ( Schluß folgt.)
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Kleines Feuilleton.
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Wand verstreute Lichtpunkte. Einzelne rubig, funkelnd wie ferne Sterne, andere verschwindend und wieder auftauchend wie Blitzfeuer. Die Höhe herab rolli ein Pferdebahnwagen, schläfrig blinzeln feine beiden Lichtangen, ihre Strablen scheinen eingefogen, eingeschluckt zu wer den von dem troßigen, schwarzen, ungeheueren Ballen zur Rechten, dem Friedhofe der Georgengemeinde. Im mil en Scheine des Gasglüh lichts strahlt der Zigarrenladen an der Ecke der Neuen Königstraße. Als wären die Gläser frisch gewaschen, blinkt das Licht der Gaslaternen auf dem Blaze. Ueber die Granitwürfel des Pflasters bis zu den beiden trebsrothen, langsam sich fortschiebenden Sprengwagen laufen, gesponnener Seide gleich, zwei weiße Bänder. Vom menschenwimmelnden Blaze empor schallt das Jauchzen und Schreien der Kinder, das Rollen und Klingeln der Pferdebahn, das Raffeln, Knarren und Boltern der Lastfuhrwerke, die schlürfenden, tappenden, klappenden Schritte vieler eilender Menschen.
Wählich erkühlt der Himmel, in unendlicher Ferne zittern die Sterne. Aller Lärm auf dem Plaße ist verftummt, die Nacht herabgefunken. Vom Friedrichshain her zieht der süße Duft der Lindenblüthe und der kräftige Brodem des reifenden Roggens.
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Literarisches.
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Mark Twain hat es abgelehnt, das Ergebniß der für ihn vera stalteten Sammlung in Empfang zu nehmen. In einem an den„ New yorker Herald" gerichteten Schreiben sagt er, es sei noch Zeit genug, Hilfe anzunehmen, wenn einmal wirklich erwiesen fei, daß er nicht mehr arbeiten könne. Die eingelaufenen Gelder follten an die Geber zurückerstattet werden. Mark Twain hatte sich ein Vermögen erschrieben, dieses aber durch den Bankerott seines Verlegers, an dessen Geschäft er betheiligt war, wieder verloren. Kunst.
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In Sparta hat man am 12. Juni in einem Hause in einer Tiefe von 11/2 Metern unter dem Fußboden zwei große Mosaiten aus guter Zeit und von vorzüglicher Erhaltung aufgefunden. Das eine von ihnen stellt den Orpheus dar, wie er die Leier spielt und die wilden Thiere um sich herum zähmt; auf dem andern sind Blumengewinde in schönem Farbenschmuck zu sehen. Wenige Meter von diesem Hause hat man ein drittes Mosait, das den laub der Europa zum Gegenstand hat, entdeckt. Erziehung und Unterricht.
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Ein Preisausschreiben über die Umgestaltung des Lehrplanes der Volksschule ist vom Zentralansschuß der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung und dem ge= schäftsführenden Asschuß des Deutschen Lehrervereins erlassen worden. Das Preisausschreiben greift zurück auf die Beschlüsse der deutschen Lehrerversammlung in Hamburg vom vorigen Jahre. Es werden Lehrpläne für den deutschen , den geographischen, den natur wissenschaftlichen, den hauswirthschaftlichen, den Geschichts- und den Rechen- und Raumlehre Unterricht gefordert. Ausgesezt sind zwei Preise von je 200 M., sechs Pieise von je 100 m. und vier Preise von je 50 M. Die Preisarbeiten sind bis zum 1. Februar nächsten Jahres an die Kanzlei der Gesellschaft für Volksbildung, Berlin NW., Lübeckerftr. 6, einzusenden, von wo aus auch nähere Angaben zu er halten sind.
Medizinisches.
ie. Ueber die Verbreitung der Cholera durch Fliegen berichtet der Stabsarzt Buchanan in der„ Indischen medizinischen Zeitung". Es handelt sich um den plötzlichen Ausbruch dessen Erklärung diefer Krankheit in dem Gefängniß zu Burwan in Indien , zu Cholerakeimen durch Fliegen vermuthet, obgleich ein einwurfsder genannte Arzt die Verschleppung von dafür nicht erbracht werden konnte. freier Beweis Die
Es
ufaffen dieses Gefängnisses find in zwei Abtheilungen getheilt, wird. Die Gefangenen von der Abtheilung, bei welcher die Krantdie gesondert gespeist werden und für die auch gesondert gefocht beit zum Ausbruch tam, speiſten in einem Theile des Gefängnißhofes, der, durch die Mauer getrennt, nach einer Seite hin gelegen war, wo außerhalb in ziemlicher Entfernung sich mehrere von Cholera heimgesuchte Hütten von Eingeborenen befanden, die andere Abtheilung speifte auf der entgegengesetzten Seite des Gebäudes. wurde beobachtet, daß zur Zeit ein starker Wind in der Richtung von den mit Cholera angesteckten Hütten nach dem Speiseplatz der Abtheilung wehte, in der die Erkrankungen sich einstellten. Es wird daher für wahrscheinlich gehalten, daß dieser Wind Fliegenschwärme von jenen Hütten weg nach dem Gefängnisse hingeblasen habe, und daß die Fliegen unter der hohen Gefängnißmauer vor dem Sturme Schuh gesucht und sich auf die Speifen, die auf dem Tische vor den Gefangenen standen, gesezt hätten, wie dieses that fächlich beobachtet wurde. Da es leider nicht mehr möglich war, Proben diefer Speisen zur bakteriologischen Untersuchung zu bekommen, So bleibt diese interessante Frage nur auf einer Vermuthung beruhen. Jedoch hat man die Berbreitung ansteckender Krankheiten durch geflügelte Insekten schou früher als möglich nachgewiesen. Im vorigen Jahre wurde der darthaten, daß Fliegen nicht nur Batterien auf beträchtliche Entfernungen zu verschleppen im stande sind, sondern auch die ansteckenden Reime beträchtliche Zeit an sich zu behalten vermögen. Diese Versuche machen es höchst wahrscheinlich, daß in vielen Fällen eines plöglichen Ausbruchs ansteckender Krankheiten die bisher nicht gefundene Ers
Sommerabend am Königsthor. Brodelnde Abendröthe gegen Norden, vom schreienden Brandroth an durch alle Nuancen der Farbe, allmälig verschwindend. Weiter hinauf am blaßblauen Himmel einzelne Wolfenballen, unbeweglich, blutroth. Ueber das Feuermeer hin flattern drei schwarze, schmale Fahnen, der Rauch dreier Brauhausessen. Scharf abschneidend von dem lohenden töniglichen Gesellschaft in London über Experimente berichtet, welche Hintergrunde, wuchtig wie ein Gebirge, schwarz wie die Nacht, die Häusermassen der Prenzlauer Allee. Durch die Rauchfänge, Dachvorsprünge und Giebelmanern erscheint diese Masse wie ein ungeheurer Festungswall mit Zacken und Zinnen; der wuchtige Wafferthurm zur Rechten wie eine Zitadelle. In der ungeheuren schwarzen