ynf)te dazu erforderlich sind, trifft auch die Zunahme im Schaltjahre nicht zu. Nun hat man die Abnahme der Maikäfer in den letzten Jahren vielfach auf die Nässe und Kälte der Frühlinge zurückgeführt, die ohne Zweifel anf Larven und Puppen zerstörend einwirken; in- dessen führt dieJllustrirte Wochenschrist für Entomologie" die Ab- nähme der Maikäfer doch noch mehr auf den Bernichtungslanipf der Menschen gegen dieselben zurück, indem sie mittheile», im Leipziger- Stadtbezirk feie» bereits 1864 ungefähr 373 Millionen Maikäfer nnschädlich gemacht worden, die das stattliche Gewicht von 643 Zentnern aufwiesen. Am umfangreichsten wurde im Jahre 1363 das Ein- sammeln durch den Landivirthschaftlichen Verein der Provinz Sachsen und der aiihaltinische» Länder betrieben; hier wurden 1590 Millionen Käser zusammengebracht. Aber auch der rationellere Betrieb der Landwirthschast hat mächtig dazu beigerragen, die Mai- käfer auszurotten. Die Drei-Felder-Wirthschast' ist vielfach auf­gegeben, und brachliegende Flächen von Acker- und Weideland giebt es bei weitem nicht mehr in dem Umfange, wie früher; Brachplätzc kamen aber dem Gedeihen der Maikäfer besonders zu statten, weil sie dort Nahnuig, gelockerten Boden und Ruhe zu ihrer Entwickelung fanden. Das ist bei Wiese und Wald bei weitem nicht in solchem Grade der Fall. Ueberdies wird jetzt der Boden auch emsiger bear- beitet, alS früher, und namentlich ackert man jetzt tiefer, wodurch die Bodenschichten, in denen die Engerlinge leben, durcheinandergeworfen werden und die Entwickelungsruhe derselben gestört wird. Dabei ge- rathen auch viele von ihnen an die Oberfläche und fallen den Vögeln zur Beute; viele werden anch zerquetscht und zertreten. Schließlich ist es auch der Einwirkung der Salze und der anderen künstlichen Düng- flösse zu verdanken, daß die Larven und Puppen der Maikäfer viel- jach zu gründe gehen. Aus dem Thierleben. Der Rabe als Retter. In derGazelle du ValaiS" erzählt Einer;Ich reiste am 17. Juli durch das Dorf Conthey . Ueber mir hörte ich schrilles, wiederholles Schreien. Ich sah, wie ein gewaltiger Sperber in vollem Fluge ein junges Hub», das er in der Nähe geraubt hatte, in seine» Kralle» davontrug. Der Hühnerdieb eilte der Ebene zu, ohne Ziveifel in der Absicht, dort dieses Thier als gutes Frühstück zu verzehren. Ei» aller Rabe, der auf einem Baum. nicht weit davon entfernt, ausruhte, hörte das durchdringende Geschrei des jungen Hähnchens. In« Nu eilte er gegen den Räuber zu, und es entspann sich zwischen diese» Lnflseglern ein erbitterter Kamps. Der Sperber mußt« seine Beute fahren lassen, aber der Rabe war außer stände, denselben zu verfolgen. Jetzt eilte der Hühnervogel seiner entfliehenden Beute wieder»ach; erbost unter- nahm der Rabe einen zweite» Kamps, das Hühnchen konnte wieder entwischeu. Nun wurden auch Leute aus diesen Kampf in der Luft aufmerksam lind retteten das Huhu. Meteorologisches. k. Fliegende Drachen zur Wetterprognose. Die englischeMonatliche Wetter-Revue" widmet jetzt ihre besondere Aufmerksamkeit den fliegenden Drachen und ihrer Verwendung zur Erforschung der oberen Luftschichten. Eine der letzten Nummern enthält eine längere Arbeit von Professor Maroin, welche über die Theorie des Mechanismus und der Dauerhaftigkeit der Drache» handelt. Im Anschluß daran giebt der Heransgeber der Zeitschrist einige interessante Daten über die Geschichte der Drachen bezüglich des Gebrauchs von Draht zur Anfertigung der Drachenseile. Die dies- bezüglichen Mittheilnngen zeigen, daß Versuche mit an Drahtseilen befestigten fliegenden Drachen schon 1836 in Philadelphia und 1344 in England gemacht wurden. Znr selben Zeit, als die europäischen meteorologischen Bureaus die ersten Soudirballons zur Erforschung größerer Höhe» benutzten, hat das Welterbureau der Vereinigten Staaten schon Drachen vorbereitet, um große horizontale Strecken der Atmosphäre durch automatische meteorologische Instrumente zu er- forschen. Während aber das englische System für spezielle Gelegenheilsarbeiten und für Höhen bis 50<X>0 englisch« Fuß bc- piunnt ist. bezweckt das amerikanische Drachenfystem eine regelmäßige tägliche Arbeit in einer Höhe von nur 5000 Fuß. Beide Systeme dürsten der Meinung der Zeitschrift zufolge sich in nicht allzu langer Zeit ergänzen und dadurch dürften werlhvolle Anhaltspunkte für eine Vorausbestimmung des Wetters anf größere Zeiträume gegeben werden, als dies bisher der Fall war. Technisches. Unterscheidung des Büttenpapiers von Maschine»papier . Wenn man ans dem zu prüfenden Papier eine runde Scheibe schneidet und läßt sie auf Wasser schwimmen, so tritt folgender Unterschied hervor: Maschinenpapier krümmt sich »ach oben und rollt sich nach der Mitte zusammen. Bültenpapier krümmt sich so schwach, daß es nur eine konkave Fläche bildet, die sich aber nicht zusammenrollt. Humoristisches. Uebertrumpft. DemSt. Galler Volksblatt" schreibt ein St. Galler aus Westvirginie» folgenden Appenzeller Witz: Auf dem Schiff-Gdscogne", das mich von Havre nach New-Iork nahm, waren etliche Schweizer verschiedener Kantone. Abends, wenn das Wetter es gestattete, pflegten wir uns auf dem Verdecke etwas auf- zuheilern. Da erzählte einer, wie's in Cincinnati Wurstmaschinen gebe, wo das Schwein lebendig hineingeschoben und als wohlbereitete Würste am andern Ende herauskomme.Das ischt»äbis no gab nütz," bemerkte ein Appenzeller,i de Stadt. wo-»-y gsy bi, gil's Maschine, wo d'wchwy äsä lebdige inageschoppet werct, und den chöm's bim Tnsigsstrohl uf der aiidere Syle scho gab rübis und stübis gfresse n usi." Sie kennt sich. Vor dem Polizeirichter in Southwark stand dieser Tage eine Frau, die so sanft sprach, daß niemand ein Wort verstehe» konnte. Sie wurde ansgefordert, lauter zu sprechen, es schien ihr aber physisck unmöglich, dieser Aufforderung zu folge». Der Richter, der seine Pappenheimer kennt, lächelte und fragte: Sind Sie verheirathet?" Die Zeugin hauchte einJa".Sprechen Sie immer in so sauftem Ton zu Ihrem Mann?" fuhr der Richter mit einschuieichelndem Tone fort.O nein." war die Antwort, die ein Lächeln begleitete, das tief blicken ließ.Wohlan." so lautete der Spruch des weisen Ealomo,dann sprechen Sie jetzt gerade so laut, als ob Sie Ihrem Gemahl eine Gardiuenvredigt hielten." Die Zeugin meinte zwar:O, lieber Herr, ich möchte das lieber nicht thun!" aber sie war fortan verständlich genug. Vermischtes vom Tage. In derVossin" schimpft der durchfallgesegnete Herr Otto Girndl über die Sennen auf der Scharitztehlalp bei Berchtes - gaben, weil sie sich, als er mit zwei Begleitern angestiegen kam. nicht gleich vor ihm auf den Bauch legten und ihm nicht einmal die Milch und das Brot nachtrugen, als er geruhte, vom Vorbau nach der Stnbe sich zu verfüge». Der gebildete Herr gebrauch! dabei in beziig ans die Senner und Sennerinnen den AusdruckHalb- thiere". Wenn sich die alle Taute und der geistreeche Herr aus Landsberg a. W. noch etwas anstrengen. wird es ihnen doch noch gelingen, den Süddeutschen den richtigen Begriff von der Berliner Thiergarten-Jntelligenz beiznbringe». Ii. Der preußische Kultusminister hat gestattet, daß der Hilfsverei» deutscher Lehrer sein Bild vervielfältigen lassen dürfe. Das Bild, das demnächst jedem Lehrer zum Geschenk gemacht werden soll, trägt den Wahlspruch:Nur treu." Jetzt sind die Lehrer doch befriedigt?! y. In Altona wollte unlängst eine Frau die Pfändung eines Sopha's dadurch verhindern, daß sie sich aus das Möbel setzte. Erst als sie mit dem Sopha aus die Straße getragen worden war, gab sie Fersengeld. Ein guter Posten. Die Gemeinde G r o si- D o»i- br owka, O.-S., sucht für 700 M. jährlich einen Gemeindeschreiber, der mit der neuen Verwaltnngs« und Steuergesetzgebung durchaus vertraut sein muß. Außerdem muß er anch gut mustlalisch sein, denn er muß dem Organistenposten vorstehen. In Stein bei Hechingen hat ein Ojähriger Knabe, der mit einem Gewehr spielte, ein in der Nähe stehendes Mädchen von 17 Jahre» erschossen. In Ungarn macht man jetzt sogar schon Wallfahrten auf dem Fahrrad. Paris, 3. August. Der Untersnchimgsrichter hat das Aktenmaterial über den Bazarbrand dem Gericht eingereicht. Er verlangt die gerichtliche Verfolgung des Barons Macka» und zweier Beamten des Kinematographe». Zwei Zigeuner habe» in Paris ein Messerdnell ausgefochten. Nach fünf Minute» blieb der eine der Duellanten todt auf dem Platze. Der andere wird wahrscheinlich nicht mit Festung" davonkommen. Orange(Frankreich ). 2. Angnst. Im antiken Theater wurde von Mitgliedern der Comödie Fran?aise eine Vorstellung ge« gebe». Mehr als 10 000 Zuschauer waren anwesend. Beim Frisireu verunglückt ist in L o n d o n eine Frau, als sie sich mit einer Flüssigkeit, die Petroleum enthielt, das Haar waschen ließ. Das Zeug gerieth in Brand, und die Frau wurde so schwer verletzt, daß sie sterben mußte. c. e.Nervöse Prosperität" heißt eine neue Krankheit, die ei» Jünger Aeskulaps in Philadelphia entdeckt zu haben vermeint. Es handelt sich um ein Gebrechen, welcbes sich in demOberstübchen" solcher Personen luudgiebt, deren Arbeit mit großem Erfolge gekrönt wurde. Nach deinPhiladelphia Necord" sind am 29. Juli 40 Dampfer in N e w- I o r k gechartert worden, die von Neiv- Uork, Philadelphia, Baltimore und Newport News Getreide nach Europa besördern sollen. In Chicago hat man unlängst ein Beethovcn-Deiikmal enthüllt. Als die Hülle gefallen war. zeigte es sich, daß von 16 auf dem Sockel eingemeißelten Noten einer Beelhoven'schen Symphonie acht falsch waren und daß unter den neu» Worten der Inschrift zwei orthographische Fehler auswiesen.__ Verantwortlicher Redakteur: Nngnst Jacobe») in Berlin . Druck nnd Verlag von Max Bading in Berlin .