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upt scheint

rothen Mund, ihre glänzenden, üppigen Haare, ihre elastische| will. Ueberhaupt scheint es, als ob man in Norddeutschland mehr Gestalt, ihre Stimme, ihre Bewegungen. von der Heilfamkeit des feftlichen Zauberwassers überzeugt wäre,

Was er nun beginnen sollte, daran dachte er jetzt gar als in den füdlicheren Gemartungen. nicht. Er fühlte das Herannahen der Katastrophe, hörte den Auferstehungstages das Osterwaffer, oder sie breiten abends zuvor Auch im Mecklenburgischen holen die Mägde in der Frühe des Donner rollen, doch wußte er nicht, und versuchte es nicht, zu ein Linnen im Garten aus und waschen sich den andern Morgen rathen, über wessen Haupte das Ungewitter sich entladen mit Thau, Regen oder Schnee, der darauf gefallen ist, um sich da. mit das ganze Jahr hindurch vor Krankheit zu bewahren. Der

werde.

Als er in die Nähe seiner Wohnung gekommen war, be- Diterthau hat nämlich auf den ihn zum Waschen oder Abreiben be merkte er, daß von der entgegengesetzten Richtung her aus der nüßenden Menschen dieselbe Wirkung wie das Osterwaffer. Die Herrenstraße eine sonderbare aus fünf jungen Mädchen bestehende glückliche Hand, die jemals mit dem heilsamen Osterthau verhindert das Blähen des lieben Biehes", Gruppe auf das Haus zueilte. Die Kleidung der Mädchen benetzt war, verhindert das war auffallend und verstieß gegen alle Gesetze der Farben dem sie ftreichend über den Rücken fuhr. Ueberhaupt bleiben die nüßlichen Hausthiere gesund und gedeihend, wenn man harmonie, ihre Hüte waren reichlich mit Federn, künstlichen ihnen Wasser oder Thau des Ostermorgens ins Saufen Blumenguirlanden, mit ungeheuren Bandschleifen verziert. thut." Werden doch in der Saal- und Unstrutgegend, ebenso in den Blicke und Bewegungen der Mädchen verriethen sogleich die deutschböhmischen Dörfern, die Pferde am Auferstehungsmorgen von Art ihres Gewerbes. Sie lachten laut, warfen herausforderude den Knechten in die Schwemme geritten, damit sie das Jahr über Blicke um sich und trachteten auf jede Weise die Aufmerksam nicht frant werden, vielmehr augenfällig" zunehmen". feit der Vorübergehenden auf sich zu lenken. Der einzige Mann, der sie begleitete, war untersetzt, von mittlerem Alter, in ge­wöhnlicher Zivilkleidung und zeigte den semitischem Gesichts­typus.

Die Mädchen besichtigten die Häuser längs des Trottoirs, blieben dann vor dem Hause stehen, in dem sich die Wohnung des Hauptmanns befand, und riefen einmüthig, indem sie mit den Fingern hinwiesen: Hier, hier ist's, in diesem grünen Hause!"

Der Mann mit dem semitischen Gesichtstypus sprach kein Wort, sondern schickte sich an, die Straße zu passiren und in das bezeichnete Haus einzutreten. Die Mädchen gingen hinter ihm her fichernd und mit auffallender Koketterie ihre Kleider hoch hinaufhebend. Der Hauptmann, der auch schon am Hausthore stand, blickte erstaunt auf die sonderbare Gesell­schaft. Der Mann trat ins Vorhaus und hier erst erblickte er den Hauptmann. Er blieb stehen, zog nach kurzem Zögern den Hut und trat auf ihn zu.

Entschuldigen Sie, Herr Hauptmann," sagte er mit der Kellnern und Polizeispigeln eigenen zuvorkommenden Höflich feit, Herr Hauptmann wohnen vielleicht in diesem Hause?" " Jawohl!"

" Und würden Sie wohl die Güte haben, mir zu sagen, ob hier auch eine Frau Hauptmann wohnt?"

" Nun, das versteht sich, meine Frau wohnt hier." " Nun, was habe ich gesagt?" wandte sich der Mann triumphirend zu den Mädchen, die am Eingang standen, ohne ins Borhaus einzutreten. Ich habe doch in der Polizei im Meldungsregister nachgesehen! Hier wohnt keine Hauptmanns­

wittwe."

Aber damals hat sie doch hier gewohnt," sagte resolut eines der Mädchen, dem Hauptmann einen provozirenden Blick zuwerfend.

Ich würde sie augenblicklich erkennen!" sagte die zweite. " Ich auch! Ich auch!" riefen die anderen. Aber um was handelt es sich denn?" fragte der Haupt­( Fortsetzung folgt.)

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mann.

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( Nachdruck verboten.)

Das Offerwaffer.

Kulturgeschichtliche Stizze.

Ostern, wann kommt endlich Ostern? Welcher meiner Lieben kommt mich zu begießen? Julia Gieße immerhin, begieße Haar und Röpfchen; Doch verschone mir dieses neue Möckchen!" ( Slavisches Liedchen.)

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Aber nicht nur frankheitsbesiegend, sondern auch liebeerweckend und ehefördernd ist die Wirkung des zauberbergenden Osterwaffers. So schöpft z. B. im westpreußischen Werder das beirathslustige Mädchen vor dem Aufgange der Sonne drei Löffel fließendes Wasser, trinkt sie aus und spricht dabei: Untergehn, Aufersteh'n, Immer treu, Ewig neu!" Nun, kann der, an den man denkt, nimmer von einem laffen," wie es zuversichtlich glaubt. Im Eisenacher Oberlande dagegen klopfen die jungen Burschen erwachsene Dirnen aus den Betten und bespritzten sie mit gesammeltem Oster­thau, ja unweit Nordhausen wird dem Mädchen, das die Nacht ver schlafen hat, das Wasser eimerweise ins Haus gegossen". Jakob Grimm erzählt in feiner Deutschen Mythologie" Aehnliches: Ju Polen und Schlesien , vielleicht auch in einem Theile Rußlands , werden am zweiten Ostertage Mädchen, welche die Frühmette ver­schlafen, von den Burschen gewaltsam mit Wasser begossen und mit Birkenruthen geschlagen; oft reißt man sie bei Nacht aus den Betten, fchleppt fie in einen Fluß oder Röhrtrog, in eine waffergefüllte Krippe und läßt sie das Bad aushalten überall der Glaube an die Heiligkeit des Osterbabes."

Wie ist nun der seltsame Brauch, bei dem das schlichte, einfache Waffer eine so hochwichtige Rolle spielt, wissenschaftlich zu erklären? Weil das Wasser auflösende und zugleich auch schaffende Kraft befißt, so ist es sowohl Symbol des Todes als auch des Lebens. Alles zeitliche hat seinen Anfang im Wasser ge=

nommen.

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Wo die Quelle mit unwiderstehlicher Kraft den dürren Fels­boden sprengt, da erschien den Alten göttliche Lebenskraft, welche die ganze Natur hüt und trägt, am unmittelbarsten bezeugt". Quell wasser war überhaupt unberührt und galt als jungfräulich rein. Weil nach altnordischem Glauben Himmel und Erde aus dem Wasser hervorgegangen waren, so galt es als Urquell alles Seins über­haupt, wie denn auch alles sein einstmals zu diesem feuchten Ele­ment" zurückkehrt. Werden doch auch die menschlichen Seelen, laut heimischer Sagen und Märchen, aus dem faft überall vertretenen " Kleinkinderbrunnen" geholt, denn hier hatte die lebenspendende " Frau Holda" ihren vielumdichteten Wohnsiz.

Nach altgermanischem Volksglauben besaß nun das flare Quell wasser, das heutzutage noch im westfälischen Volksmunde Wyborn oder Wybrunn( d. h. geweihter Brunnen) heißt, und zu dem auch das hervorsprudelnde Brunnenwasser gehörte, eine dauernd heilende Kraft, weil man den Akt des Murmelns und Hervorbrodelns für eine laute und sichtbare Aeußerung der sich offenbarenden Gottheit hielt, welche reine Vorstellung sich später in der allgemeinen Volks auffaffung vergröberte und zur direkten Verehrung des Wassers felbft führte, indem es gewissermaßen zur vielvermögenden Gottheit erhoben wurde. Jedes hervorquellende Wasser schien unseren alten Vorfahren von der Gottheit selbst geweiht und wurde daher nicht nur als Symbol des Lebens, sondern auch als Sinnbild der Er= haltung des Menschen nach dessen leiblicher und seelischer Seite hin angesehen.

Die alten Deutschen unterschieden dreierlei heiliges Waffer: das zu bestimmten Zeiten geschöpfte, das hervorquellende und endlich Ein nicht nur in allen Gauen Deutschlands geübter, sondern das aus den Wolken fallende. Ersteres ist unter dem Namen heil­auch weit über seine Grenzpfähle hinaus reichender Festbrauch des wâc bekannt, was wörtlich heilige Woge" bedeutet. Grimm ist nun Auferstehungstages ist das Schöpfen des Osterwassers. Zwischen der Ansicht, daß heilwâc jenes heilige Wasser bezeichne, das zu be 11 und 12 Uhr der Osternacht in mancher Gegend auch vor stimmten festlichen, gottgeweihten Zeiten, so namentlich in den alt­dem nächsten Sonnenaufgang- begeben sich die heiraths heidnischen heiligen Sonnenwendtagen geschöpft und von der Gott­Iuftigen Vertreterinnen des schönen Geschlechts an einen nahen heit, der zu Ehren man die betreffenden Feste feierte, mit ganz be= Bach, um das mit allen Wunderkräften ausgestattete Oster- sonderer Heil- und Zauberkraft bedacht worden sei. Dieselbe Be­waffer in mitgeführte Eimer, Töpfe oder Kannen zu fassen. bentung scheint nun auch das segensreiche Osterwasser erlangt zu Bei Ausführung der eigenthümlichen Sitte ist hauptsächlich zu beachten, daß einmal nicht dabei gesprochen werden darf, und daß man ferner das vielverheißende Wasser nicht gegen den Strom schöpft, widrigenfalls der mit ihm verfnüpfte Zauber unwirt fam bleibt.

haben. Unsere heutigen Ostertage fallen nämlich in die heilige Zeit der altheidnischen Frühlingsfeierlichkeiten, die man aus purer Freude über die täglich größer werdende Sonnenbahn veranstaltete. Die früh germanischen Bräuche des Heidenthums sind dann theilweise auf das christ­liche Auferstehungsfest mit übergegangen, so auch die hohe Meinung Morin bestehen denn nun aber die gerühmiten Vorzüge des vom Osterwasser. Da nach Beda's Berichten das altheidnische Dfterwaffers? In Thüringen sagt man von ihm: es ist heilsam, Jahr am 25. Dezember anhob, wo der lichte Tag sich zum ersten vertreibt die Sommersprossen und macht das Gesicht überhaupt Mal wieder verlängerte, so mußte auch der Ostermonat am 25. März schön und glänzend. Wer sich mit Osterwasser wäscht, tann von beginnen, sobald die Befruchtung der bisher erstarrten Erde durch der Sonne nicht verbrannt werden und bekommt keine Sommer- den warmen Schein und Hauch des Lenzes stattfindet. Dieser Um­flecken; auch läßt man das Federvieh davon trinken, weil es dann stand gewährt uns zugleich eine Erklärung der geheimnißvollen beffer gedeiht," wie die ländliche Bevölkerung Westfalens wissen Osterwasserkraft, idem das im März, wo die Erde stark dünftet,

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