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Es
führte. Der Junge hörte die schweren Athemzüge der daran gewöhnt, den Dingen mit der scharfen Leuchte Schlafenden durch die dünnen Wände und das laute Ticken wissenschaftlicher Erkenntniß auf den Grund zu sehen. der Uhr oben im Oberlichtfenster. find Gespenster , die in uns umgingen, geschwunden; wenn Fürsten Dann ging er in die Kabine hinein. Während er noch über die Weltbühne schreiten, erschauern die Völker nicht mehr; und nach den Schiffsbesen suchte, wurde langsam und still eine wären die Zauberer, die heutzutage eine neu werdende MenschThüre geöffnet. Er guckte durch die Thürspalte und sah die beit in Angst und Bangen erhielten? Frau des Kapitäns den Kopf in die Messe hineinstecken, als wollte sie sich vergewissern, daß sich dort niemand aufhielt. Dann trat sie rasch, aber vorsichtig mit einem Wasserglase in der Hand herein. Der Junge stand, ohne sich zu rühren, mit zurückgehaltenem Athem. Sie goß sich aus einer Karaffe, die auf einem Brett am Besanmast stand, Wasser ein. Ihr üppiges, schwarzes Haar wurde von einem Neg hinten im Nacken zusammengehalten, während ein Theil unordentlich über die Stirn und zu den schlaftrunkenen Augen hinab hing. Ihre weiße Nachtjacke hatte einen breiten Einsatz von weißen Spigen über der Brust, und ihr weiches volles Kinn ruhte anmuthig auf den Spizen. Der Unterrock war kohlschwarz und reichte nur bis unters Anie. Ihre nackten Füße stedten in rothen Pantoffeln.
Es ist ein Lieblingsvorwurf, der den Sozialismus von seinen Gegnern trifft, daß er das individuelle Dasein zu zerstören drohe. Nichts ist bezeichnender für die geistige Berwirrung unserer Herrenmenschen, als dieser logische Fehlsprung. Sie haben entrechtet, fie haben zu Arbeitssllaven gemacht in den Fabriken, wie in den Bergwerten, auf dem Landboden, wie in den Häusermeeren der Großstädte. Sie haben tausende und abertausende individueller Keime, die in freier Naturentfaltung gediehen wären, zerstört; denn sie sind geizig und die Natur ist freigebig und reich. Und sie sprechen und predigen und die Natur ist freigebig und reich. Und sie sprechen und predigen von Zerstörung des Individuums. Sie erfinden sich die Theorie von der unheimlichen Bestie, der Masse, die in Fesseln gehalten werden müsse; denn entfesselt sei fie eine Stulturgefahr. Sie find gierig bereit, noch die winzigsten individuellen Rechte, wie die freie Bewegung von Ort zu Ort niederzutreten und so aus ungezählten menschlichen Eristenzen einen Massenbrei zu schaffen und sie ver fündigen einen Kulturuntergang, wenn der Sozialismus fiegt!
Der Junge fah sie schnell ein Glas austrinken und sich ein neues einschenken, das sie in drei bis vier langsamen Zügen leerte. Dann verschwand sie durch die Kajütenthüre, so still, wie sie gekommen war, und der Junge hörte nichts weiter, als die schweren Athemzüge der Schlafenden und das scharfe Menschenrecht erkennen, ihrer individuellen Persönlichkeit sich bewußt Ziden oben im Oberlichtfenster.
Noch eine Weile blieb er klopfenden Herzens stehen, als erwartete er, fie sollte wieder kommen. Dann entfann er sich feines Auftrages, ergriff die Besen, schlich sich schnell davon und riß aus Versehen mit der einen Hand eine Karte vom Speisetisch herab. Das Geräusch jagte ihm Schred ein. Er stürzte hinaus, als hätte er ein wildes Thier sich erheben gehört, um ihm nachzusehen. Die Thüre fiel krachend zu, und er tam athemlos und mit blutigrothem Gesicht auf Deck hinaus. dog mod Gal
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Die Tage darauf...
Sie war ihm durch diese Szene gleichsam näher getommen. Er tannte sie nun besser, als früher. Sie stand ihm nicht mehr so fern als die feine, hübsche Dame, in die er sich verliebt hatte. Ein Lächeln oder ein freundliches Nicken von ihr machte ihn noch froh und warm; aber es genügte ihm nicht mehr. Seine Verliebtheit wurde eine nervöse Unruhe, eine schmerzliche Sehnsucht nach ihr. Sie brachte ihn gegen die Kameraden auf, gegen sich selbst und fogar gegen fie.
( Fortsetzung folgt.)
Zu spät! Die drohende Grimasse schreit nicht mehr! Die Menschen lassen sich nicht mehr zu einem Brei zusammenſtampfen. Ein Licht ist entzündet; und blähte einer die Backen auf, daß sie plazen möchten, dies Licht wird er nicht mehr ausblasen. Immer zahlreicher werden die Reihen derer, die ihr werden. Als Prometheus, den Menschen das Feuer brachte, hatten auch die Götter teine Macht mehr, ihnen die neue Kenntniß wieder zu nehmen. Das Fener blieb bei den Menschen.
Man kann heute teine geheimen Priesterbinde und keine mystischen Zirkel gründen, in denen Erkenntnisse und Wissenschaft vor der Man fonnie übrigen profanen Menge streng gewahrt bleibe. es im Grunde niemals absolut so halten. Denn heute ist das Lesen keine Kunst, sondern eine allgemeine Nothwendigkeit. Errungen ist der Grundsatz der Freizügigkeit, errungen bei dem Einzelnen in der Majse die Ueberzeugung von seinem allgemeinen Bürgerrecht; und immer flarer wird es, daß der Einzelne die Errungenschaften, die ihm geworden, um so tapferer vertheidigen fann, je starter die Organisation ist, in der er steht. Diese Erkenntnisse und Empfindungen kann man nicht mehr niederkämpfen und nicht rauben. Gewiß, man kann hemmend eingreifen wollen; um zu überwinden, müßte man aber eine völlig verzagte, stumpf- entsagende, pessimistische Gesellschaft vor sich haben.
Er
Die sozialistische Erkenntniß aber drängt nach vorwärts; auf ihrem Grunde ruht die Hoffnung. Wollte der Sozialismus die Leufe entsagen lehren, er riethe zur Weltflucht und Ergebenheit. boll und erdenfroh. aber ist des trotzigen Optimismus Er weiß, daß auf winterliche Starre neues Keimen und Grünen folgt. Er ist bereit, und freudig bereit, das Erbe einer allmälig ver fintenden Gesellschaft zu empfangen und zu verwalten. Und diese innere Freudigkeit ist es, die den proletarischen Maifeiertag schuf. 19 Ein Stüd der alten Naturfymbolik, der alten poetischen Empfindung Chef verbündet sich in ihm mit zukunftsfroher, geistiger Erkenntniß. Er ist ein gemeinsames Gelöbniß, nicht zu verzagen, ein Ansporn, das Erkannte fämpfend zu bethätigen.
Bum Erffen Mai.
Frisch auf zur Maienfreude! Die Sonne hat uns die lange, lange Zeit über nicht verwöhnt. Nun aber scheint es, als hätte auch Manchmal hat man über das Maifest gewißelt und gespöttelt fie ihre neubelebende Kraft nicht länger mehr griesgrämig ver- und die neummal Klugen fragten: Wo bleiben nun die gewaltigen schließen wollen. Die Fruchtbäume sind mit voller Blüthenpracht Massendemonstrationen? So hat man auch gewißelt, als die Sozialbefäet; auf den Bierplägen schießt das Grün in die Höhe, das trotz demokratie nach außen hin erft wenige parlamentarische Vertreter des übermilden Winters so lange auf sich harren ließ. Bis in die hatte und Hindernisse wegzuräumen waren, die heute schon hinter einförmigen Borstädte hinaus wirkt das Leuchten und Flimmern des uns liegen. Man hat alle vorhandenen Machtmittel wider das Mais Frühlings. wond fest in Bewegung gesezt, man hat instinktiv empfunden: hier hat In der Enge der Großstadt können wir nicht die hochstämmigen fich das Proletariat ein neues Sinnbild seiner Hoffnungen erschaffen, Maienbäume aufbauen, fie mit Fahnen umwinden und sie um- und darum die schroffe Empörung über die Maifeier. Man wird tanzen. Die Entwickelung, die uns in die Frohn förper- aber das Sinnbild in seiner zukunftsfreudigen Heiterkeit doch nicht licher wie geistiger Ueberspannung gebannt gebannt hat, räumte todtschlagen können, wenn man noch so viele Schwierigkeiten in den auch mit der heiteren und gemüthvollen Naturfymbolit Weg legt. Nach der Volkssage werfen die Kobolde mit Steinen nach auf. Nicht einmal die geistlichen Eiferer in Zeiten astetischer Jrr- dem Ader, damit er dürr bleibe; wenn aber die starke Fruchtbarkeit thümer vermochten die lebendigste Freude, die einzige, die dem sich in ihm regt, wird er der Steine Herr. Man kann Chikanen Menschen ewig treu bleibt, die Freude an der Wiedergeburt in der üben, aber dem Funken nicht verbieten, daß er von Seele zu Seele Natur, am wachsenden Licht, an der wärmenden Sonne so zu unter zünde. drücken, als der stumpfe Mammonismus es vermochte. Aus den dumpfen Klosterschulen heraus drängte es zur Feier der Majales. Hörige Landleute durften aufjauchzen. Es kam doch Farbe in die Einförmigkeit ihres Lebens; fein Herrenwahn und fein firchlicher Belotismus ging so weit, die Maffen in ewiger Gebundenheit halten zu wollen und ihnen kein Aufathmen zu gönnen. Das war so bei aller überflüssigen Kraft und Rohheit bes feudalen Junkerthums.
Bei den Nachfolgern derselben feudalen Welt und bei jenen Gebildeten, die ihr gerne Vorspanndienste leisten, hat der Herrenwahn eine andere Färbung erhalten. Die Schwachen sollen niemals zum Lichte drängen. Man hat sich in gewissem Sinne die Lehre vom herrlichen lebermenschthum zu Nuze gemacht und predigt das hchonungslose Niederhalten der Schwachen; darunter verstehen sie die wirthschaftlich beeinträchtigten Massen. Und wenn man diese aristokratischen Kraftmeier fich bei Lichte befieht, welche Aufgebläht heit oft und welche geistige Wirrniß findet man bei ihnen.
Aber in unseren Zeitläuften und in unserer Welt hat man sich
Es ist kein Zufall, daß sich an das Maienfinnbild des Prole tariats bestimmte Forderungen, bestimmte Anschauungen von kommender Entwidelung Inüpfen. Das ist eben ein Gelöbniß mehr, nicht zu raften, und ein Ausdruck der Hoffnung, zu erreichen, was man sich vorgesetzt hat.
Ein neues Kämpfen, eine neue Willensfundgebung und ein er neuter Proteft wider die Herren, die schon so oft mit der Sozialdemokratie aufräumen wollten und an ihrem Geist doch zerschellten, steht bevor. Die diesmalige Maifeier wird sicherlich das Gemeinschaftsgefühl beleben. Je energischer der Protest ausfällt, um so lebhafter ist die Wirkung, die vom deutschen auf das ausländische KampfProletariat ausgeht.
Wer für eine fröhlichere Zukunft einsteht, wird auch mit freudigerer Entschlossenheit streiten. Die Unvollkommenheiten, die allen mensch lichen Dingen anhaften, werden nicht wett gemacht, wenn man die Hände in den Schooß legt und jammert: Ach die Welt, die elende, wird einmal nicht anders. Man soll jungen Ahnungen vertrauen, wie der dampfende Boden im Mai der Morgenfoune vertraut.