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Teine Freiheiten... aber Herr Gott , der Landesvater...! Ja, ich sage, würde es mir vergönnt, einen solchen Tag zu erleben...!"

Wenn man an dem Musikzimmer vorbeiging, bernahm man durch die offenen Fenster jeden Vormittag zwischen ein und drei Uhr Musikdirektor Pingvall's gereizte Stimme:

,,, o, o! Die Soprane müssen besser durchklingen da, bei ,, Sonnenfroh"... und rascheres Tempo! Passen Sie auf, Fräulein Dornblatt, das muß wie ein alles ver­schlingender Jubel klingen. Also, nun nehmen wir es noch einmal. Die Altstimmen müssen sich ein wenig moderiren, es sind ja viel mehr davon. Denken Sie daran, daß die Soprane nicht auf den Bäumen wachsen, obgleich es. hm... bis­weilen so scheint. Na, also:

Freude die Herzen entfacht Alles in unserm Ort!

Selbst die Natur hier lacht Sonnenfroh Dir, unserm Hort!"

Bravo , meine Damen. Nun ging es, wie es sollte!..." Herr Gott , wie schön das werden wird! Aber, das sage ich Euch, Mädchen, werft ihm nicht die Blumen gegen die Brust oder gar ins Gesicht in Eurem Eifer, sondern zielt nach den Beinen, nach den Beinen, sage ich Euch!" rief Frau Hellvik, die niemals bei den Gesangsproben fehlte.

Oben im Rathhaussaal der Stadt Gesundbrunn, eine Biertelmeile vom Kurort, war es weit schwerer, Einigkeit zu erzielen.

Dort hatten sich die Honoratioren des Kurorts und der Stadt versammelt, um, uuter anderen nothwendigen An­ordnungen, auch die höchst wichtige Frage zu entscheiden, wer in aller Namen den Landesvater in Gesundbrunn willkommen heißen sollte. Fahnen waren angeschafft, das Festprogramm nahezu fertig, und alle Damen, deren Kehlen nicht bei Halldelins' Hymne mitwirkten, hatten alle Hände voll zu thun mit den Vorbereitungen.

Aber wer sollte in aller Namen all diese Huldigungen sozusagen der Majestät zu Füßen legen?

Bürgermeister Burfen rief Gott zum Zeugen an, daß er sich durchaus nicht dazu dränge, die Frage aber für einfach thöricht hielt, in einer Stadt, in der es keinen Gouverneur gab. Er hätte sich auch niemals den Pflichten entzogen, die ihm oblagen. Aber... wenn hier niemand einsah, daß es seine Pflicht sei, dann... seinetwegen

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Großhändler Struten sprach ungern öffentlich, wollte sich niemals vordrängen und hoffte, daß ihn niemand für einen Streber hielte( den Vasa- Orden hatte er bereits); aber es sekte ihn doch in Erstaunen, daß nicht jeder einsah, daß er als Vorsitzender des Gemeinderathes...

Da erhob sich Oberpfarrer Walldelin, that den auf und sprach:

Mund ,, Werthe Herren! Liebe Versammlung! Gott weiß, daß niemand die geliebte Gemeinde Gesundbrunn höher schäßt, als ich, der min schon 32 Jahre hier wohnt. Aber in meinem Innern regen sich, wenn ich ganz aufrichtig sein soll, stille Zweifel, inwiefern sich die Stadt Gesundbrunn die Ehre des gnädigen Besuches Seiner Majestät zuzuschreiben hat. Ob es nicht vielmehr der Kurort ist mit seinen vielen berühmten Gästen, der Seine Majestät hierher lockt? Ob es daher nicht am besten und richtigsten wäre, höchstdenselben von einer der hervorragendsten Persönlichkeiten aus der Kurgesellschaft be­grüßen zu lassen? Zum Beispiel..."

Den früheren Minister!" rief der Bürgermeister. ( Fortsetzung folgt.)

( Nachdruck verboten.)

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trachtete, durchaus nicht sämmtlich in einer grünen Farbe erschienen, wie es bei der Betrachtung durch ein einzelnes grünes Glas der Fall gewesen wäre, sondern verschiedene Färbungen annahmen. So verloren die Bäume, Sträucher und Rafenpläge ihre natürliche Farbe und ihr Grün verwandelte sich in die gelben, orange und rothen Töne des Herbstes. Der Himmel dagegen behielt, durch das Doppel­glas gesehen, seine schöne Azurfarbe, und ebenso bewahrten sich die Blumen fast sämmtlich ihre eigenen Farben.

Man hätte mindestens erwarten sollen, daß sich die einzelnen Farben bei allen Gegenständen beim Blick durch den künstlichen Glas­schirm gleich verhalten hätten, das war aber feineswegs der Fall, denn der grüne Anstrich der Bänke, Lauben und Zäune des Gartens, in dem Gros seine Versuche anſtellte, erschien auch durch die farbigen Gläfer hindurch grün. Daraus zog Cros den weiterhin bestätigten Schluß, daß die Farbenerscheinung, die ein durch die doppelte Glas­platte beobachteter Gegenstand darbot, nicht von der Färbung des Gegenstandes selbst abhängig war, sondern von dem Stoffe, aus dem diese Färbung zusammengesetzt war.

von

Nunmehr untersuchte er eine ganze Reihe von Körpern theils von natürlicher, theils von künstlicher Farbe, und er wurde immer mehr gewahr, ein wie werthvolles Instrument er in seinem einfach aus zwei Glasplatten zusammengelegten Schirm in der Hand hielt. Bald sah er sich in den Stand gesetzt, zahlreiche verschiedene chemische Stoffe und Verbindungen ohne weiteres mit dem Auge zu unter­scheiden, auch wenn sie für das bloße Auge genau dieselbe Farbe darboten. Das grüne Chromoryd z. B., dessen Färbungen genau mit dem des Blattgrüns übereinstimmt, erschien durch den Schirm hindurch in einem tiefen Braunroth, seine grüne Lösung in Salpeter­säure nahm eine carminrothe Farbe an, und die übrigen mannig­faltigen Mischungen, in denen das Chrom in Glasflüssen zur Ver­wendung kommt, wechselten je nach ihrer Zusammenseßung, in braunen, gelben und rothen Tönen. gelben und rothen Tönen. Die bauen Farben Kobalt erschienen sowohl in der Verbindung mit Kiefelsäure( Smalte) als in derjenigen mit Thonerde( Thenard's Blau ) durch den Schirm rosenroth. Cros lernte nun bald das Vorhandensein von Kobalt in allen Glasflüssen durch seinen Schirm ohne weiteres erkennen. Aus Kobalt und Antimon oder Uran wird zum Beispiel ein grünes Email hergestellt, durch den farbigen Schirm aber erschien sofort eine rothe Tönung, die die Gegenwart des Kobalt anzeigte. Andere chemische Farbstoffe behalten bei dieser neuen Art der Betrachtung wiederum ihre Farben bei, so die grünen und blauen Färbungen des Kupfers, z. B. die Kupferverbindungen mit Kohlensäure und Kieselsäure( Malachit, Kupfergrün, Bergblau), das blaue Töpferemail( Supferogyd in einem bleihaltigen Schmelz­fluß), die blauen Aschen( Chlor- Stupferniederschlag in Kalkwasser), die blaue Alexandrinische Glasmasse 2c.

Ein besonderes Beispiel wird den Werth dieser Entdeckung noch mehr veranschaulichen. Gros untersuchte durch eine doppelte Glas­platte eine alte egyptische Schale, die für das bloße Auge äußerlich eine gleichmäßig azurblaue Färbung aufwies. Auch durch den Glas­schirm erschien sie blau bis auf einen Theil in der Nähe des Randes, der eine sehr schöne rothe Färbung annahm. Dadurch wurde es so­fort klar, daß die Schale später restaurirt worden war und zwar durch einen Anstrich von Cobalt , der sich aber bis auf diese eine Stelle, die dem bloßen Auge gänzlich entgangen wäre, wieder ab­genutzt hatte; die ursprüngliche Glasur bestand aus einer fupfer­haltigen Farbe.

Auch das aus Eisenverbindungen bereitete Blait und Grün be hält seine ursprüngliche Farbe beim Blick durch das neue Instrument, so das Flaschengrün, das Seladon, das Preußisch- Blau 1. 1. 10. Weiter nahm Cros nun verschiedene Edelsteine vor und fand auch in deren Untersuchung den Nutzen seines nenen Verfahrens be­stätigt, er konnte in vielen Fällen ohne weiteres die echten Edel­steine von den gefälschten unterscheiden. Der echte Smaragd nimmt nämlich unter der farbigen Doppelplatte einen rosa- violetten Ton alt mit einem leichtgrünlichen Glanze, der über gewisse Flächen feiner Querfläche hinweg zu huschen scheint, ein falscher Smaragd, der seine grüne Farbe gewöhnlich durch Kupfer erhält, blieb auch durch den Schirm hindurch grün. Der echte Saphir bewahrt seine tiefblaue Farbe, der falsche wird wegen seines Gehaltes an Kobalt rosenroth.

Es läßt sich nach diesen Beispielen ermessen, daß der Cros'sche Glasschirm einer außerordentlich vielseitigen Anwendung fähig ist, und sein Werth wird durch die Einfachheit seiner Herstellung nur erhöht; denn man braucht dazu nichts weiter als eine blaue Glas­platte und eine gelbe, von denen die erstere ihre Farbe durch

Sobaltoyd, die letztere durch eine Mischung von Manganoryd und Eisenoxyd erhalten hat. Die physikalische Grundlage dieser Er­Scheinungen, die uns die Aufklärung darüber geben wird, warum dieser einfache Glasschirm in solcher Weise wirkt, bleibt noch zu er­Dr. E. T.

Eine eigenartige Wirkung farbiger Glasplaffen. Eine ebenso merkwürdige wie wichtige Entdeckung, die wie so manche andere eigentlich einem Zufall zu verdanken ist, hat Henry Cros , ein französischer Bildhauer und Keramiker von Ruf, unlängst den Mitgliedern der Pariser Akademie der Wissenschaften vorgelegt. forschen. Cros beschäftigte sich seit fast 15 Jahren mit einer Reihe von Ver­suchen, die auf eine neue Herstellung von Kunstgläsern abzielte; zu diesem Zwecke waren ihm vom Staate ein Atelier und besondere Schmelzöfen in der berühmten Porzellanfabrik von Sèvres zur Ver fügung gestellt worden.

Mleines Feuilleton.

-0- Eine sparsame Hausfrau. Sie saß auf ihrem Platz Im Verlaufe feiner Untersuchungen geschah es, daß er ver- am Fenster. Vor ihr der mit Perlmutt ausgelegte Nähtisch, daneben schiedene Stücke von farbigen Gläsern prüfte, dabei nahm er unter der zierliche Schreibtisch und im Fenster selbst mehrere Reihen auf­anderen ein blaues und ein gelbes Glas und legte sie übereinander, gehender Tulpen und Hyacinthen zwischen üppigen Blattpflanzen. um eine grüne Farbe zu erhalten. Zu seiner Ueberraschung nahm er Nachdenklich starrte sie auf die Stickerei. In der einen Hand hielt jedoch wahr, daß die Gegenstände, die er durch dieses Doppelglas be- fte den frisch eingefädelten Faden. Doch nicht die Stickerei machte