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feuer loderte, eine wilde Anklage reckte die Faust. Da war doch mochte er sich nicht trennen, er konnte den Blick nicht Kraft da war Empfindung, da war ein verzweifeltes Ringen, von Elisabeth lassen. Das war wieder das Mädchen, und da war ein Sieg! Es wurde ihm kalt, und es wurde ihm an das er heimlich viele Lieder gerichtet, die er niemandem heiß, seine Seele wurde mitgerissen; er vergaß alle Kritik. gezeigt hatte und die er niemals veröffentlichen würde. Er atmete rasch und erregt, und dann sprang er auf- jekt war er zu Ende.
..Frau Ebel! Elisabeth!"
Sie kam aus dem Winkel auf ihn zu, groß, schlank, die Füße mühsam voranschiebend.„ Nun?" Alles, was an Spannung. Erwartung und angstvoller Hoffnung möglich ist, war in dieses Wort gepreßt.„ Nun?!"
Er faßte stürmisch ihre Hände. Famos!!" All seine alte Frische war wieder da. Ich freue mich, ich freue mich von Herzen!" Er schüttelte ihre Hände." Das haben Sie gut gemacht, so wollte ich Sie haben, voll, groß, ganz! Jch" er bückte sich und, was er sonst nie gethan hatte, er tüßte ihre Hand, alle Achtung! Bravo! Bravo!"
Was war das für ein wundervoller Klang! Ein himmlischer Klang, der Kranke gesund macht und Tote wandeln heißt.
.Sie sagen das?!" Gierig sah sie ihn an, sie wollte sie noch einmal hören, diese seligmachenden Worte.„ Sie tadeln mich nicht?!" Sie beugte sich vor und hin an seinen Lippen; auf einmal war sie wieder jung, schön und blühend. Jett wage ich es nicht mehr, Sie zu tadeln!" Er lächelte. Sie sind mir zu groß geworden, Frau Elisabeth! Freuen Sie sich, ich freue mich mit Ihnen!"
Sie stand noch immer lauschend, mit vorgeneigtem Kopf, ale tönne sie nicht genug hören; man sah es ihren Lippen an, daß sie schlürften, Genesung tranten. Ihre Augen Ieuchteten.
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Elisabeth trug noch das schwarze Kleid vom Begräbnis her; ihre durchglühten Wangen und ihre schimmernden Haare hoben sich reizvoll darüber. Wie sehr verschönt das Glück! Elisabeth sah das selbst im Spiegel. Glück ist Erfolg!" dachte sie und nickte lächelnd ihrem Spiegelbild zu.
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,, Hast Du keinen Wein mehr?" fragte sie ihren Mann. ,, Laß uns trinken, trinken; ich bin schon wie im Rausch!" Sie sprach aufgeregt:" Gieb mir Wein her, laß uns anstoßen. Es lebe der Erfolg!"
Ebel sah zögernd auf Heider. Würde es ihn nicht verlezen? Aber Heider nickte zustimmend.
So ging er und holte eine Flasche; es war alter Rheinwein, firn und feurig. Ich hatte sie noch für Erdmann getauft", sagte er leise, als er sie entkorkte. Das erste Glas zu seinem Gedächtnis!"
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Heider stand auf und hob sein Glas mit einer gewissen Feierlichkeit, golden perlte der Wein.
„ Auf den Erfolg der Lebenden und des Toten!" sprach er start. Hoch, dreimal hoch!"
( Fortsetzung folgt.)
Wenn jemals die Lehre eines Philosophen inr aus seinem Leben mit zu begreifen und zu verstehen ist, so bietet Spinoza viels Oh, Sie!" Sie atmete als sollte ihr die Brust springen, leicht den typischten Fall hierfür. Die tiefe Wirkung seiner philoSie geben mir das Leben wieder, ja, Leben, Glück, Ge- sophischen Schriften beruht zum großen Teile auf dem Interesse, das sundheit! Oh Sie!"- Sie trat plößlich ganz dicht an ihn wir an dem Menschen Spinoza nehmen; hinter jeder Zeile taucht heran, ihre Augen streiften ihn strahlend, nun fühlte die Gestalt des Mannes auf, dessen schlichter Charaktergröße und Schmutz und danke Ihnen Seelenreinheit aller einen Kuß auf seiner Wange. des Wange. Ich der Verleumdung danke Ihnen!" Sie lachte und weinte. Schon sein zweiter Biograph, der Draußen Haffes nichts anhaben konnte. hatte es geflingelt.„ Da kommt Wilhelm!" Sie lutherische Prediger Johannes Colerus , muß in der 1705, also noch nicht 30 Jahre nach des Philosophen Tode erschienenen Biographie stürzte nach der Thür, ihre Bewegungen waren rasch, mit einer Menge Lügen und Berleumdungen aufräumen, die fanatische mädchenhaft leicht. Schon war sie hinaus, schon hing sie dem Feinde zusammengetragen hatten. Um so größeren Dant hat sich Gatten am Halse. Wilhelm! Wilhelm!" schluchzte sie. Freudenthal mit seinem unlängst erschienenen Buche*) er ,, Was ist denn geschehen?!" Man sah es Ebel an, er worben, das eine Fülle neuen Materials über Spinozas Lebenswar nicht gewohnt, mit einer Freudenbotschaft empfangen zu geschichte bringt. werden. Warum weinst Du, Elisabeth?"
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Vor Freude, nur vor Freude!" Was sie lange nicht gethan hatte, sie füßte ihn und zog ihn in die Stube hinein. Hier, frag ihn! Wilhelm, ich bin wie erlöst! Es ist gut -oh, die Qual mein Stüd-!" Sie sprach mit fliegendem Atem und ließ ihren Mann nicht los; blindlings tastete ihre Hand nach Heider. ,, Sagen Sie's ihm er wird sich ja so freuen! So sagen Sie's ihm doch!"
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Heider war zurückgewichen; ein seltsames Gefühl zog sein Herz zusammen, er sah die Frau immer noch in den Armen des Mannes. Ich gratuliere!" sagte er gepreßt.
„ Hörst Du's? Hörst Du's nun?!" Elisabeth lachte, so voll, so sonor. Nun bist Du überrascht, ich habe ein Stück geschrieben, es ist gut, es wird aufgeführt werden, nun kommt der Erfolg, nun ist die böse Zeit vorbei! Freue Dich!" Sie lachte wieder.
Er
Ebel fühlte ein wehmütiges Entzücken; so hatte sie lange nicht gelacht, das war das alte, siegesfrohe Lachen. preßte fie fefter an sich, und dann nahm er ihren blonden Stopf zwischen beide Hände und beugte ihn etwas zurück. Er sah ihr in die Augen.„ Warum hast Du mir denn nichts davon gesagt?"
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Sie zwinkerte mit den Lidern und wurde purpurrot. " Ich ich wollte fagte sie unsicher ich wollte erst eine Gewißheit haben. Ich" ihre Miene wurde düster ich hätte ein Miklingen nicht ertragen." Wie ein plögliches Grinnern zog's über ihr Gesicht." Ich hätte mich vor Dir
geschämt," flüsterte sie.
Sein Blick glitt fragend zu Heider. Dieser hatte sich mit dem Manuskript zu schaffen gemacht; als er Ebels Blick auf fich gerichtet fühlte, fagte er:„ Das Stück Deiner Frau ist ausgezeichnet. Der Erfolg ist sicher!" Er legte die Hand fest auf die Blätter. Das muß wirken!"
F.
Ein
Die Familie des Philosophen war, wie sich aus den neu aufgefundenen Urkunden ergiebt, durchaus nicht arm, zählte vielmehr zu zu den angesehenſten in der Amsterdamer Judengemeinde. Auffallend ist die Verschiedenheit in der Schreib weise des Namens; man liest durcheinander Espinoza, Espinosa, de Espinoza, de Spinose, Spinoza , Spincofa und so fort Zweig der Familie hatte sich in Portugal taufen lassen und war geadelt worden. Großvater und Water Spinozas waren Vorsteher der Gemeinde, und es ist ganz selbstverständlich, daß er in die Gemeindeschule, die den Stolz aller Glaubensangehörigen bildete, geschickt wurde. Seine Lehrer waren hier zunächst zwei fromme, gelehrte Rabbi, von denen der eine dann über den Schüler den Banufluch aussprechen mußte. So sehr empfand man das als uns verdiente Schmach des alten Lehrers, daß aus seinem Schülerverzeichnis der Name des Gebannten gestrichen wurde. Noch an zwei Lehrern haftet ein besonderes Intereſſe. Der eine, der ges feierte Stabbi Manasse, wurde selbst, wenn auch nur vorübergehend, in den Bann gethan, weil er in einen Stouflikt mit dem Gemeindevorstand geriet. Man sieht, in jener Zeit war der Bannfluch ein nicht unbeliebtes Mittel, einen unbequemen Gegner zum Schweigen zu bringen, und je ohumächtiger die Judengemeinde nach außen hin war, desto schärfer fuchte sie das Regiment im Kreise ihrer Glaubensgenossen zu handhaben. Der andere Lehrer, von dessei verderblichem" Wirken auf seine Schüler fromme Seelen, nicht genug zu erzählen wissen, war ein christlicher Arzt, namens Van den Enden. Von diesem berüchtigten Lehrer und Arzt" sagt Colerus : Er unterrichtete zu dieser Zeit in Amsterdam mit großem Ruhme die Kinder vieler der vornehmsten Kaufleute, bis man endlich bemerkte, daß er seinen Schülern noch etivas mehr als Latein, nämlich Samen und Anfangsgründe der Gottlosigkeit einzuflößen suchte. Dieser mit so übler Nachrede bedachte
zum
Galgen verurteilt. denkenden Lehrers stand, läßt sich nicht nachweiſen. Jedenfalls wurde es mit auf seinen Lehrer geschoben, wenn er soweit in seinem schändlichen Treiben" ging, daß 1656 über den dreiunddreißig= jährigen Mann der Banufluch ausgesprochen wurde. Man hatte den Arglosen mit Spionen umgeben, die jedes Wort hinterbrachten, das geeignet schien, Stimmung gegen ihn zu machen, und so tam der *) Die Lebensgeschichte Spinozas, in Quellenfchriften, Urkunden Sie ließen den Freund heute nicht fort, er mußte mit an und nichtamtlichen Nachrichten.( Leipzig , Verlag von Beit ihrem Tische ſizen. Es verlangte Heider, allein zu sein, und u. Comp.. 1899.)
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Ebels Gesicht war von einer strahlenden Freude wie verflärt, er zog seine Frau wieder an sich.