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Johanna war ihm wieder erschienen, und er konnte sich vor dem sehnsüchtigen Glanz ihrer klaren Augen nicht anders retten, als indem er das schöne, verführerische Weib an sich preßte und in der Umarmung das Bild der Versucherin auslöschte. Während er aber die Arme um das blühende Leben Leontinens geschlungen hatte und seine heißen Augen in den Falten ihrer Seide barg, da sah und hörte er nichts mehr als Johanna: Johanna hielt er umschlungen, zu Johannas Füßen lag er, und Johanna beugte ihn, verzeihend und lächelnd, das schöne Haupt, und glück berauscht, in einem Tauniel, aus welchem niemand ihn erwecken sollte, bewegte auch er unhörbar die Lippen und flüsterte ein einziges Wort:
" Johanna 1"
Er wollte nicht zurückgerissen werden in das wache Leben, barum schüttelte er heftig den Kopf, als er plöglich, wie aus weiter Ferne, eine feindliche, fremde Stimme vernahm, darum schleuderte er die Blume fort, die einen feindlichen, fremden Duft ausströmte, und fester und fester zog er Johanna an sich.
Es war eine lange glückliche Zeit, die Minuten, welche dem Paare so entschwanden. Während Leontine wie in jugendlicher Seligkeit lächelte und dabei schon flüchtige Pläne für die Form der Eheschließung entwarf, fühlte sie langjam, wie Richards Umschließung immer enger wurde, dann plötzlich nachließ, wie ein jäher Thränenschauer den Körper des Manns erschütterte, wie er dann ihre Hände suchte und eine um die andre an seine Lippen zog.
Nun war es bald Zeit, vernünftig zu sprechen. Sie beugte ihren Stopf nieder, hob mit beiden Händen Richards Haupt empor und flüsterte:
„ Steh auf, Du lieber Narr, seke Dich wieder ordentlich neben mich; wir müssen uns wie zwei erivachsene Menschen benehmen und haben uns viel zu erzählen."
Sie blickte erschreckt in seine Augen; daraus war jede Spur von Glück entflohn, und wie entsegt blidte er sie an; er erhob sich müde, ohne ihre Hände loszulassen, setzte sich neben sie und sagte mit trübem Lächeln:
Ich bin noch gar nicht so alt, wie Du mich haben willst; Du mußt Geduld mit mir haben!"
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( Fortſegung folgt.)
verfahren werden noch immer verbessert, wie ja auch die Autotypie, das wichtigste dieser neueren Verfahren, eine deutsche Erfindung ge wesen ist. Für die schwierigeren, künstlerischen Aufgaben allerdings behauptet sich nach wie vor der Holzschnitt. die ausgestellten Bücher nicht nur von außen beſehen, sondern auch Eine sehr hübsche Einrichtung im Deutschen Hause ist es, daß an Ort und Stelle benutzt werden dürfen, was vielfach geschieht I Ebenso wie Deutschland haben auch verschiedene andre Staaten Sonderausstellungen ihrer Bücher und dergleichen veranstaltet. Oestreich zum Beispiel hat in feinem geschmackvollen Repräsentations gebäude, das vielleicht das schönste auf der ganzen Ausstellung ist, eine Ausstellung seiner Beitungen zusammengebracht. öftreichische socialistische und sonstige Arbeiterpresse genießt dabei den Vorzug, in Gestalt von 23 politischen und Fachblättern räumlich vers einigt zu fein und eine besondere Wand des östreichischen Hauses durch ihr Dasein zu verschönern. Allerdings hat Destreich für die Bildung der Ausstellungsbesucher genug zu thun geglaubt, wenn es ihnen die abgeschnittenen Köpfe der Zeitungen zeigt.
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Amerita ist toleranter. Sein großes Haus ist an sich schont ein Stückchen Zukunftsstaat, denn die zahlreichen, Inguriös und bequemt ausgestatteten Zimmer desselben stehen tagsüber den ermüdeten Ausstellungswanderern ohne weiteres zur Benutzung frei. Und um die täglich aus allen amerikanischen Staaten neu einlaufen, den Bes auch für Berstreuung zu sorgen, werden mehrere hundert Zeitungen, fuchern zur Verfügung gestellt. Auch mehrere südeuropäische und egotische Staaten haben Sonderausstellungen ihrer allerdings weniger bedeutenden litterarischen Erzeugnisse veranstaltet. Es sieht ja auch gleich so hübsch nach Bildung und Kultur aus, wo Bücher stehen!
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Vielleicht noch besser, als als die die eigentlichen Ausstellungsobjekte, zeigen 1115 die Drudarbeiten, die für praktischen Zwecke der Ausstellung geliefert worden sind, was die einzelnen Völker auf dem Gebiete der schwarzen Kunst leisten
tönnen. Was hat der Weltjahrmarkt in Paris nicht alles an Büchern, Katalogen, Prachtwerfen, Broschüren hervorgerufen! Keiner der Tausende von Ausstellern hat ohne die Druckerpresse fertig werden können. Ungezählt find die Millionen von illustrierten und nichtillustrierten, gejezten, lithographierten, geäßten Prospekten, Katalogen und Broschüren, mit denen die Ausstellungsbesucher übers schüttet werden. Wer das fammeln wollte, kömite jeden Abend schwer beladen nach Hause gehen. Meistens ist dabei aber Wert auf die beste typographische Ausstattung gelegt worden, so daß man auf diese Weise einen guten Ueberblick über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder gewinnt.
Das Vorhandensein der oben erwähnten Sonderausstellungen der einzelnen Staaten hat zur Folge, daß in dem der Buchdruderei eigentlich zugewiesenen Balast rechts vom Eiffelturm Frankreich gänz lich dominiert. Dies allerdings nur hinsichtlich der hier ausgestellten Druderzeugnisse, keineswegs aber hinsichtlich der Drudmaschinen. In den diesen leyteren zugewiesenen großen Sälen bat Frankreich algt etwa zwei Drittel des Raumes mit Beschlag belegt. Aber die Menge allein thut's doch nicht! Freilich werden in einer Reihe
Das Budgewerbe is auf der Weltaus# tellung.roßer französischer Fabriken gute Schnellpreffen gebaut. Aber man Weltaustellung. findet dort kaum etwas andres als brauchbare Nachbildungen dessen, was die Engländer und die Deutschen vorgemacht haben.
In der Heimat haben sich die deutschen Jünger der schwarzen Kunst" nicht immer des besten Wohlwollens der Behörden zu er freuen. Aber in Paris , wo man auf der Weltausstellung zeigen will, was Deutschland kann, ist dem Buchgewerbe der vornehmste Play eingeräumt worden, der zu vergeben war. Das mit großer Bracht in der Rue des Nations, dicht am Ufer der Seine, errichtete Deutsche Haus", das ja schon früher hier beschrieben wurde, birgt in seinem Innern eine stattliche Reihe von Ausstellungssälen, und mit Ausnahme eines der Photographie und eines den sogenannten Wohl fahrtsbestrebungen" gewidmeten Zimmers sind sie alle dem Buch gewerbe zur Verfügung gestellt worden.
Alle unsre alten Verlagshäuser finden wir hier mit ihren besten Leistungen vertreten, ihren Prachtwerten, ihrer wissenschaftlichen Litte ratur, ihren populären Schriften. Und würde auch gewiß der Jubalt vieler dieser Bücher zu begründeten Ausstellungen Veranlassung geben: in technischer und künstlerischer Beziehung sind es vielfach Musterwerke. In England ist man vielleicht weiter in der Kunst, ein Buch in Juhalt, Schrift, Illustration, Einband als einheitliches Gauzes zu behandeln, die einzelnen Verlagsartikel individuell und eigenartig auszustatten. In Frankreich steht die Luxusbuchbinderei höher als bei uns, weil es dort seit Jahrhunderten zahlungsfähige Bücher liebhaber gegeben hat; die große Summen auf die Ausstattung ihrer Bücher verwenden. Die Buchbinder hatten also mehr Gelegenheit, Technik und Kunstgeschmack zu bilden, als bei uns, wo auch die reichen Leute für ihre Bücher nicht viel übrig zu haben pflegen.
Aber alles in allem genommen, steht unser Buchgewerbe sehr hoch. Fehlt es an Aufträgen für die Luxusbinderei, so ist die Großbuchbinderei dafür um so entwickelter. Das was man auf diesem Gebiet vor allem in Leipzig leistet, wird vielleicht in seiner Leichtigkeit und Eleganz auf der ganzen Welt zu demselben Preise nicht nachgemacht.
1052 Der Figaro", und das" Petit Journal" haben ein paar Rotationsmaschinen aufgestellt, um einen Teil ihrer Auflage in der Ausstellung drucken zu lassen. Aber das ist ja am Ende auch nicht überwältigend neu. In technischer Beziehung kann sich das franzöfifche Beitungswesen mit dem englischen und deutschen überhaupt nicht messen. Giebt es doch in Paris , der Dreimillionenstadt, noch keine Zeitung mit zwei Ausgaben am Tage! Dabei erscheinen die meisten Blätter nur einen Bogen, also vier Seiten start. Und als der Figaro" vor einigen Jahren begann, einen halben Bogen zuzulegen, da kam dies einer Revolution gleich, und nur ganz wenig Blätter find bisher auf der gefährlichen Bahn gefolgt.
Die übrigen Länder sind ziemlich schwach durch Druckmaschinent vertreten. Nur Deutschland macht eine Ausnahme. Feiert doch der deutsche Maschinenbau überhaupt Triumphe in Paris , und wieder holt hat der Schreiber dieses auf der Straße oder am Wirtshaustisch aus dem Munde von Franzosen begeisterte Schilderungen der machines allemandes" gehört. So stammt denn auch in der Druckerei Abteilung der„ Clou" aus Deutschland . Es ist ein wahres Monstrum von emer elektrisch angetriebenen Sechsfarbendruck- Notations maschine, von den vereinigten Fabriken in Augsburg und Nürnberg ausgestellt.
In den Nebenfälen finden wir eine kleine historische Ausstellung zur Geschichte des Buchs. Jutereffant find in rotes Leder gebundene Bücher aus der Zeit der französischen Revolution mit dem in Gold aufgeprägten damaligen Symbol der Revolution, dem aufrecht stehenden Säbel mit der phrygischen Müze auf der Spize.
Groß und sehenswert ist die Ausstellung moderner französischer Drudwerte. Es ist ja bekannt genug, daß Frankreich auf dem Gebiet des Buch- und besonders des Kunst Ebenso zeigt die husstellung der eigentlichen Druckproben, in der bruds Hervorragendes leistet. Der gute Geschmad ist hier von jeher die bekanntesten deutschen Drudereien vertreten sind, daß das Land, zu Hause gewesen, und Entartungen, die ja auf das Streben nach von dem die Buchdruckerkunst ausgegangen ist, auch heute mit seinen Fortschritt zurückzuführen sein mögen, finden sich nicht so typographischen Leistungen noch in der vordersten Reihe steht. Be häufig wie anderwärts. Aber die alten Stunsttraditionen haben achtenswert ist die große Aufmerksamkeit, die in den deutschen auch ihre Gefahren. Das zeigt sich gerade im franzöfifchen Drudereien jetzt den neuen Illustrationstechniken ge- Kunstgewerbe. Man kommt dort viel schwerer los von den widmet wird. Besonders die verschiedenen photomechanischen Drucke historischen Stilformen, als bei uns, wo sich besonders auch