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Und was für Arbeit machen fie! Ich will gar nicht von den in seinen Ricordi: Am Morgen des heiligen Weihnachtsfestes 1493 Stid- und Malversuchen reden, die die Damen für Verkauf und habe er Nastasia freigegeben und am 12. Januar folgendes mit ihr Lotterie hingeben, für die fie manches Lesestündchen opfern; aber vereinbart. Nastasia verpflichtet sich, ihn auch als Freie sorgsam zu das Einrichten des Bazars, das Aufbauen der Buden und Belte, verpflegen, wofür sie von ihm Verlöftigung und Kleidung erhält; was das für Mühe macht. Stundenlang müssen die Komiteedamen sollte sie es nach seinem Urteil an guter Pflege fehlen lassen, so geht aufpassen, daß der Tapezierer alles elegant drapiert, der Gärtner sie ihrer Freiheit wieder verlustig und ist Marcos Sllavin wie zuvor. die Topfgewächse richtig stellt und der Hausdiener Vasen und Kissen Nur dann und nicht anders soll diese Bestimmung Blaz greifen, ordentlich aufbaut. Schön muß ja alles sein, blendend schön, ver- wenn er selbst durch die Hand eines öffentlichen Notars erklärt, daß irrt sich doch manchmal auch eine Prinzessin oder ein Prinz zu den sie ihn schlecht verpflegt. Für den Fall seines Todes vermacht ihr großen Wohlthäterir. Marco alle möglichen Dinge, überdies die Nutznießung des neben seiner Wohnung in der Via Coromero liegenden Hauses, wo sie nach seinem Tode wohnen, aber auch das Haus für sich verwerten kann. Auch Piero, der Sohn Marcos, beweist der früheren Sklavin seine Gunst und fügt beim Tode des Vaters 1497 noch andre Gegen­stände als Geschenke zu. Als Nastasia 1505 starb, fallen Piero das Haus und seine Geschente wieder zu. Aehnliche Beispiele, wie das aus dem Familienbuche des Parenti, finden sich bei Neumont, z. B. nimmt eine Marina, Schiava di Casa eine hervorragende Stelle in den Briefen der Mutter Filippo Strozzis dcs Aeiterent, des Erbauers des großen Palastes, ein. Der Slavenha del und die Sklaven halterei in Florenz fanden ihr langsames Ene mit der Eroberung Konstantinopels , der Krim und Griechenlands durch die Türken; doch finden sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts noch Spuren. War doch der erste Großherzog von Florenz , Alessandro, Sohn einer Mohrin im medicauischen Hause.

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Und wie sie sich dann noch schließlich erniedrigen, die vor nehmen, die zarten, verwöhnten Damen; sogar Verkäuferinnen werden sie. In Buden und gelten stehen sie und handeln mit Seife, mit Seidenshawls und Majolikaschalen, wie das erste beste Ladenfräulein. Ja und noch mehr, selbst zu Kellnerinnen geben Sie sich her. Wein und Liqeur schenken sie aus, animieren und fofettieren gleich einem Schenkmädchen, und alles für die Armen.s Auch der Bazar erfordert Geldopfer, noch weit höher fogar als der Ball und das Theater. Alle die Sachen, die dahin gespendet werden, was die für einen Wert haben, es ist unglaublich. Kostbare Juwelen giebt es da und wunderbare Borzellane, herrliche Zimmer dekorationen und köstliche Lampen, Schäße wie ans Tausend und Einer Nacht. Sie sind immer freigebig, die großen Wohlthäter; es ist ihnen nichts zu teuer für die Armen.

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Jm vorigen Winter lagte mir die alte Waschfrau bom dritten Hof, daß ihr franker Mann immer tränker würde, da sie ihm nie ein ordentliches Mittagessen kochen und nicht die Stuben heizen könne. Ich wies fie an die Generalin Bomst vou Bopfingen, die gerade mit dem Pastor Liebreich zusammen einen Bazar zur Linderung der Not unter den kleinen Leuten arrangiert hatte. Sie hat sich hingewandt, Sie Alte, sie hat auch Antwort bekommen, sogar schon nach zwei Monaten. Der Herr Bastor teilte ihr sehr freundlich mit, daß der Bazar leider feine sehr hohen Ueberschüsse ergeben habe, das Geld jei auch der Armenverwaltung überwiesen; da ihr Klagefchrei indeffen die Herrschaften tief ergriffen habe, fende man ihr anbei fünf Mart und wünsche im übrigen Gottes Segen..."

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Nein, wirklich nichts, das kann man auf dem Bazar am besten schen. Wie sie da einkaufen; sie geben die höchsten Preise, fie be­-Kara Kurt, die ,, schwarze Spinne", Ursache einer zahlen Richtigkeiten zehnfach über den Wert. Sie geben der Frau Kirgisenwanderung. Russische Blätter bringen beunruhigende Baronin für ein Stück Torte zehn Mart, und wenn die niedliche, Nachrichten über das häufige Auftreten dieser sehr giftigen schwarzen Heine Bankierfran zu einem Glase Wein einen recht schmachtenden Spinne( Latrodectus tredecimguttatus) in den Kirgisensteppen, Blick zugiebt, erhält sie sogar einen Hundertmarkschein für die Der Name Kara- Kurt ist tirgisisch, die Kalmüden nennen das Tier Armen. Ja, fie find wirklich spendabel, sie zeigen, daß sie ein gutes Tichim" oder Belbesen- Kara, b. i. schwarzer Witver". Dieses Herz haben, die großen Wohlthäter. Ihr ganzes Denken und Fühlen schädliche Tier hat sich in den letzten Jahren in den tirgisischen Steppen, gehört den Armen. mmilha si out namentlich in den turgaischen, almolinschen und femipalatinischen $ 13 padjad Kreise sehr vermehrt, so daß auf jeden Quadratmeter der Steppe wenigstens ein solches Tier tommt. Durch seinen Biß gingen 97 bis 98 Prozent der gebiffenent Kamele und 7 bis 8 Prozent der ge bisfenen Menschen zu Grunde. Das verbreitete unter den Kirgisen einen solchen Schreden, daß fie mit ihren Herden nach China hinüber 30gen, und zwar in so großer Bahl, daß die russische Regierung darauf aufmerksam wurde und eine Anzahl von Gelehrten in die Kirgisischen Steppen abordnete, um die Sache näher zu untersuchen. Die Spinne ist den Kalmücken seit langer Zeit bekannt, und sie erzählen von ihrer Gefährlichkeit fabelhafte Märchen; ihr Biß ist für das Kamel fast ohne Ausnahme tödlich, während das Schaf die Spinne ohne schlimme Folgen auffrißt. Beim Menschen erscheint an der Stelle des Bisses eine fleine Benle und starke Entzündung der Hant; aus der Beule tröpfelt Blut. Der Gebiffene fiebert, fühlt Beengungen in der Brust, Schwindel, starkes Brennen in der Wunde und verliert am ersten Tage das Bewußtsein. Als gewöhnliches Heilmittel verwenden die Stalmiden starke Bouillon aus Schaffleisch sowie starken Schnaps 0x mit Schmalz. Stellt sich startes Erbrechen ein, so ist der Kranke gerettet, nach drei bis vier Tagen kommt derselbe wieder zum Be wußtsein und fühlt Erleichterung. Im Herbst legt das Tier einige Eier und stirbt. Die Kalmiden behaupten, daß die ausgeschlüpften Jungen noch in den Cocons sich auffressen, so daß nur ein Tier übrig bleibt, daher gaben sie ihm den Namen fchwarzer Witwver" Zum Glück erscheint diese Plage nicht jedes Jahr in gleichem Maße, fondern hauptsächlich in sehr trocknen und heißen Jahren. ( Globus ".)

Sie hat die fünf Mark natürlich behalten, mußen konnten sie leider ihrem kranken Diann nichts mehr, er war inzwischen langsam verhungert.­

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Strid

Kleines Feuilleton.

<<- 50.

Erziehung und Unterricht.

-Stlaveret in Florenz während der Renaissance. Der M. Allg. 3tg." fed geschrieben: Troydem ein vom gesamten florentinischen Volt im Parlament bestätigtes Dekret des obersten Magistrats der Republik vom 11. August 1289 die Sklaverei auf­gehoben hatte, bestand sie in Toscana und namentlich in Florenz im 14. und 15. Jahrhundert ført. Der An- und Verkauf orientalischer Mädchen, feltener Knaben und Jünglinge bildete einen nicht bedeutungslosen Teil des damaligen Handels,- Die russischen Sonntagsschulen auf der ind der mercator sclavarum, venditor sclavarum, wie der Pariser Ausstellung. Im Jahre 1870 gründete die Mussin Sensal, der derartige Geschäfte vermittelte, traten in Floren- Christine Alischewsky in Charlow, um die elenden Schul tiner Kontrakten häufig auf. Ein Aufsatz von A. v. Reumont verhältnisse dieser Stadt zu heben, eine Sonntagsschule. Durch die ( Historisches Jahrbuch der Görres- Gesellschaft, 1886, Burchardt geschickte Leitung und die Beharrlichkeit der Stifterin gewann diese Geiger( Kultur der Renaissance) und Pastor( Geschichte der Päpste) Schule rasch an Bedeutung, fie wurde allerorten zum Vorbild ge haben mehr oder minder ausführlich über dieses voltswirtschaftlich nommen, und heute giebt es nach ihrem Muster gegen 300 Anstalten und moralisch interessante Thema gehandelt. Neumont giebt als Ur in den Städten und mehrere Tausend auf dem Lande. Der Unters ache dieser unchristlichen Erscheinung an, daß sie die Wirkung des richt begann damit, daß man den Schülern Stücke aus der Zugus, wie ihn Dante schon zu Anfang des Trecento geschildert hat, klassischen russischen Litteratur vorlas. Viele rieten, diese Stücke dem der Schwächung der Familienbande, des ausgedehnten Handels mit Berstande des Bolls durch Streichungen, Zufäße und Umänderungen dem Ausland, des großen aber unsicheren Reichtums und der durch mundgerecht zu machen. Doch als man nun die Probe machte und tie steten Parteizwiste herbeigeführten Demoralisation war. dieselben Stücke in ihrer ursprünglichen und daneben in ihrer zus Dazu traten die Folgen aus den italienischen Handels- gestußten Gestalt dem Volt vorlas, da machte man, wie Frau beziehungen und aus, dem fortgesetzten Verkehr von Kauf- Altschewsky in ihrem Buche Was muß man dem Wolf zu lesen fenten ant den Grenzen der tatarischen Welt. Die geben" eingehend ausführt, die merkwürdige Beobachtung, daß die meisten Stlavinnen waren aus Südrußland, Bulgarien , dem Leute die Meisterwerke in ihrer vollen Gestalt weit besser und schneller nördlichen Kleinafien; es waren zumeist Tatarinnen und Tscher erfaßten als in der Umarbeitung, daß sie sogar die Zuftngungen fo tessinnen. Aber ihre Behandlung war, trotzdem fie vielfach die fort bemerkten und unangenehm empfanden, Dies zeigt, wie felbft Familienbande durch ihre Wirkung auf die Sinnlichkeit der Haus- beim Ungebildeten ein gewisser Kunstgeschmack vorhanden ist. Aber öhne lockerten, eine gute. Einen neuen interessanten Beleg dazu die Litteratur Litteratur genügte zum Unterricht nicht. Darum be finde ich in der Römischen Quartalsschrift für christliche Altertums- fchloß die ruffische Fran, in einem Lesebuch eine Sammlung fude 1900. Hier veröffentlicht Jos. Schnißer aus dem Florentiner von Lesestücken, die das gemeinnüßige Wiffen umfaffen Staatsarchiv Aufzeichnungen des angesehenen Florentiner Kaufmanns follen, vorzulegen. Da die vorhandenen Lefebücher nicht genügten, Marco Parenti( 1497), des Vaters des Geschichtsschreibers Piero so mußte eine nene Sammlung aufgestellt werden. Und so arenti. In diesem Familienbuche Anno 1460 ist der Ankauf einer fam eine Art von Boltsencyklopädie zu stande, welche Schoya Namens Nastasia um 65 fl. verzeichnet; der Verkäufer war Pan- den Titel Buch der Erwachsenen" erhielt. Mit peinlichster Sorgfalt Solfo Nucekai, der sie von dem Händler Anton Strozzi aus Ferrara wurde an diesem Buch gearbeitet. Jeder Artikel wurde mehreremat bezogen hatte. Marco Parenti scheint mit Naftasia sehr zufrieden durchgefehen, dann dem Gutachten eines Fachmanns unterbreitet, gewesen zu sein und hat sie auch demgemäß behandelt. Er schreibt dann von der Redaktion geprüft und endlich den Schülern zur Probe

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