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Manchmal wohl, manchmal nicht," meinte Schäfer lebhafte Rötung und Schwellung der Haut ein; es bildeten fich an phlegmatisch. Aber wenn auch mal so ein Gedanke kommt, der befallenen Stelle Quaddeln, Bläschen und Blasen, die dann ich krieg' ihn bald runter. Wenn man erst mal in die Dreißig plaßten, Knoten und Borken hinterließen, um allmählich abzuheilen. gekommen ist, wird man zu bequem zum Heiraten, scheut man Die Hände, welche die Pflanze berührten, wurden zumeist von der die Umstände. Entzündung befallen, dieselbe wurde jedoch durch die Hände oft auch auf andre Körperstellen, wie Geficht, Naden, Schenkel usw. über­tragen. Außer diesen örtlichen bemerkte man auch allgemeine Er scheinungen. Die Kranken fühlten sich unbehaglich, hatten Kopfiveh, Frösteln, Appetitlosigkeit, litten an Schlaflosigkeit und mitunter wurde bei ihnen auch Fieber beobachtet.

Ich finde das direkt ummoralisch," getraute sich Otto einzuwenden. and Schäfer fah ihn spöttisch an und lächelte nachsichtig.

Du brauchst mich nicht absichtlich falsch zu verstehen," erklärte Otto gereizt. Ich meine das selbstverständlich nicht im gewöhnlichen Sinn. Für so' nen Esel brauchst Du mich wirklich nicht zu halten. Ich meine nur,... man ist's feiner Nation schuldig," fagte er dann, selbst erleichert, daß ihm dies eingefallen.lls

So lange eine Nation noch solche Ueberschüsse an Ge­burten aufweist wie die unsre, find' ich das überflüssig. Offengestanden, ich hab' absolut kein Talent, mich fortzu pflanzen, Familienvater zu spielen, und was damit alles zu sammenhängt."

Otto schwieg, weil er so nur an sich zu halten vermochte mit seinem Born. Nun konnte er sich nichts mehr vormachen. Schäfer war in der That wieder losgekommen von der Angel, an der er sich schon so schön festgebissen. Verdammtes Bech Fahr hin, du schöner Plan!

Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte Schäfer geohrfeigt. Aber das war ja Unsinn, das hätte ihn womög­lich verraten und lächerlich gemacht. Es war gerade genug, daß er sich vor sich selbst blamiert hatte.

Wird die schädliche Ursache beseitigt und jede weitere Berührung der Primeln vermieden, so gehen die heftigsten Erscheinungen in einigen Tagen zurück und auch die übrigbleibende Rötung und Schwellung der Haut verliert sich nach einigen Wochen.

In jüngster Zeit wurden auch Augenentzündungen beobachtet, welche durch die Primel verursacht wurden. Nach einer Mitteilung von Dr. Hilbert wurde eine 28jährige Frau von einer heftigen Schwellung des Gesichts und einer Augenentzündung befallen, nach dem sie an einer ihr eben geschenkten Primula obconica gerochen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" über einen durchaus ähnlichen Neuerdings berichtete Dr. Peters in der Niederrheinischen Fall, als dessen Ursache ein schönes Exemplar einer gefüllten weißen chinesischen Primel erkannt wurde.

die genannten Pflanzen schädlich werden können, zu ermitteln, und Natürlich hat man sich bemüht, die Art und Weise, in welcher vor allem mit der vorwiegend als gefährlich erfammten Primula obconica Verfuche angestellt. Die Blätter und Stengel dieser Pflanzen befizen zwei Arten von Haaren, von denen die einen weich, die andren spizz sind, an ihrem Ende bemerkt man eine mit gelb lichem Sekret gefüllte Blase. Es ist nun weniger wahrscheinlich, daß die spigen Haare die Haut durchbohren und so die Entzündung Beide schwiegen eine lange Zeit. Danu stand Schäfer hervorrufen; es genügt vielmehr, die Flüssigkeit der Drüsenhaare auf und sagte gute Nacht. Auch Otto ging bald zu Bett, allein auf die Haut zu bringen, um die Wirkung des reizenden Gift­ohne aber gleich in seinem Merger Ruhe finden zu können. ftoffs zu erzielen. Und das ärgerte ihn nicht am wenigsten bei der ganzen Ge- zündung fich nur bei einem Teil der Personen einstellte. Man muß Als man nun diese Versuche machte, zeigte es sich, daß die Ent­schichte. also wohl annehmen, daß nur eine geringe Zahl von Menschen Es herrschte eine gereizte Stimmung im Haus. i am gegen den Giftstoff empfindlich ist. Dr. Wolters schreibt Magda wurde auch mißgestimmt und verlor nach und darüber in der Deutschen medizinischen Wochenschrift" folgendes: nach die schöne Sicherheit ihrer Liebe.boy thing Ich selbst habe an mir und einer Reihe von andren Personen ver Schäfer tam sich vollständig überflüssig vor und wartete fucht, durch Berührung, Vestreichung der Pflanze, durch Einreiben nur mit Ungeduld auf die neue Woche, um sich mit Anstand mit Blüten und Blättern, durch Beneßen mit alkoholischem, berabschieden zu können. Diese Magda mit ihren weichen, ätherischem Aceton- Extrakt von Blüten und Blättern eine Haut­forschenden Augen wurde ihm immer unbequemer. Sie schien meiner Patienten, um festzustellen, ob meine Diagnose stimmte, aus entzündung zu erzeugen, doch vergeblich. Dagegen haben zwei sich immer noch etwas in den Kopf zu setzen. fich, nachdem die Affettion wochenlang geheilt war, die Primel wieder berührt und von neuem die Affettion wieder bekommen. Ebenfo ließ sich in einer Reihe von Fällen bei Rezidiwen jedesmal eine unabsichtliche Berührung mit der Pflanze nachweisen. Weiterhin ist aber auch die Disposition, dadurch eine Erkrankung zu bekommen, eine ganz verschiedene, so sah ich ein Ehepaar, bei dem der Mann an den Berührungsstellen eine leichte, in einigen Stunden abflingende Urticaria( Rejjelausschlag) bekam, während die Frau jedesmal ein heftiges Oedem( Auschwellung) mit Urticaria und Blasenbildung davontrng."

K

Plöglich machte Otto seinem Aerger Luft. Er war sehr froh, daß er einen schicklichen Anlaß dazu fand. Es war ihm nämlich hinterbracht worden, daß Magda bei den Frommen gewesen. Er schalt darüber auf das maßloseste. juand not Fortsetzung folgt.) aut- a

2007 200 1961 ou dan

( Nachdruck verboten.)

Verdächtige Bimmerpflanzen.

Bedenkt man, in wie großen Massen die Primeln gezogen werden, daß die Primula obconica fchon seit zwanzig Jahren ein­geführt ist, und zieht man dabei in Erwägung, wie selten die Gr Unfre Vorfahren fanden mehr Geschmack an Getvürzweinen als frankungen vortamen, so gelangt man zu dem Schluß, daß nur recht tir. Sie benutzten dieselben zum Teil auch als Heilmittel. Lange wenige Menschen für diese Primelerkrankung empfänglich find. erfreute sich bei ihnen der Schlüsselblumenivein eines besonderen An- Nichtsdestoweniger ist eine allgemeine Kenntnis der Thatsachen von fehens. Die gelbe Blume, die mit Frühlingseinzug unsre Wiesen Belang. Es find z. B. zwei Fälle bekannt, in denen die Erkrankung schmückt, wurde von der pflanzenkundigen Hildegard, die im 12. Jabr- jahrelang wiederkehrte und als Rofe behandelt wurde; ihre hundert auf dem Rupertsberge bei Bingen Acbtiffin war, als Heil- Seilung erfolgte erst dauernd, als man die wahre Ursache cr mittel gegen Melancholie angepriesen und darum wohl auch Himmels: fannte und die Primeln aus den Wohnräumen der Patientinnen schlüffel" genannt. Roch vor hundert Jahren gab S. J. Weilerin in entfernte. ihrem 1801 erschienenen Augsburgischen Kochbuch" ein Rezept zur Berhältnismäßig wenig bekannt sind auch die giftigen Eigen­Bereitung dieses Weins an. fchaften eines andreu sehr beliebten Topfgewächses: des Oleanders. Alle Teile dieser Pflanze sind find giftig und durch ihren Genuß find schon selbst tödliche Bergiftungen verursacht worden. Dr. G. Schünemann berichtet über die Gefährlichkeit des Oleanders in seinem Büchlein: Die Pflanzen- Vergiftungen": Selbst die längere oder starke Berührung mit den Blättern erregt einen juckenden Aus­schlag und eine Geschwulst, die in der Regel ärztlich behandelt werden muß. Schon die Ausdünstung dieses Strauchs wirkt nach­Heute beschäftigen verschiedene Primelarten unsre Aerzte. Es teilig, weshalb man die Pflanzen in größerer Anzahl nie in handelt sich aber dabei nicht um deren nüßliche, sondern recht Wohn- oder Schlafzimmern dulden sollte. Sehr gefährliche Folgen läftige, schädliche Eigenschaften. Unter den Pflanzen, die während kann die üble Gewohnheit haben, Blütenzweige davon in den des Winters unsre Fenster und Blumentische mit ihren Blüten schmücken, nehmen einige aus dem fernen Osten eingeführte Brimelarten eine hervorragende Stelle ein: die hinesische Primel er freut uns durch ihre weißen und in verschiedenen Nuancen von rot prangenden Blüten, und ebenso beliebt ist die Becherprimel( Primula obconica).

Es gehörten dazu 24 Maß Wasser, 14 Pfd. Kanarienzuder, 3 Pfd. Schlüsselblumen, 3 Citronen und 3 Löffel Bierhefe; 3 Tage sollte die Mischung gähren; dann fette man 6 Maß Wein dazu und lich das Faß vier Wochen im Keller ruhen.

Aus den Blüten und Wurzeln der auf trockenen Wiesen wachsenden Apothekerprimel bereitete man früher Tinkturen, die als beruhigend und nervenstärkend galten.

Vor elf Jahren wurde in der Zeitschrift Garden and Forest" zum erstenmal berichtet, daß die Berührung der Primula obconica eine Hautentzündung verursacht habe. Dann mehrten sich ähnliche Berichte; in einigen wenigen Fällen wurden ähnliche Wirkungen auch der chinesischen Primel zugeschrieben.

Bei den betreffenden Kranken trat eitva ziwei bis sieben Stunden nach der Berührung der Primel unter Jucken und Brennen eine

Mund zu nehmen. So pflegen auch manche Konditoren zur Garnierung von Torten und Eis Oleanderzweige zu benutzen; die davon Genießenden können froh sein, wenn sie mit gelinden Magen­oder Leibschmerzen davonkommen, denn weit ernstere Folgen können eintreten: wie Entzündung der Lippen, der Zunge, des Gaumens und des Magens, heftiges Erbrechen, Herzklopfen, Ohnmacht und selbst der Tod.

In Gärten und besonders Zimmern, wo Kinder sich aufhalten, ftelle man diese heimtüdische schöne Pflanze so, daß Kinder sie nicht erreichen können.

Auch der Goldregen wird vielfach als Topfpflanze gehalten, daß er in allen seinen Teilen giftig ist, weiß jeder. Viele glauben aber, daß er nur dann gefährlich wird, wenn man ihn ißt. Aber sein Saft