Einzelbild herunterladen
 
  

-

den Namen des Herrn 5. Kayser genannt? und daß die Antwort des Zeugen lautete: Das weiß ich nicht.- v. Kröcher: Während der Unterhaltung im Wagen habe v. Manteuffel versucht, ihm beizu­bringen, daß v. Kayser schlechtes über ihn rede.

-

Eine rücksichtsvolle Verhaftung.

vers

-

1901 ab.

=

=

Der

gerichtsrats Herr gesprochen, ich entfinne mich aber nicht, ob der Bei der Abstimmung beschloß die Deputation mit 11 gegen Name des Dr. Kornblum erwähnt wurde. General v. Kröcher sprach 3 Stimmen, beim Magistrat und den Stadtverordneten zu be die Erwartung aus, daß gegen seinen Sohn ehrengerichtlich vor antragen, sich damit einverstanden zu erklären, daß die neuen gegangen werden würde, aber er besorge auch, daß ebenfalls das notwendig erscheinenden Straßenbahn Linien für Rechnung gerichtliche Verfahren gegen seinen Sohn eingeleitet werden würde. der Stadt gebaut und betrieben werden. Die Verwaltung Der Zeuge v. Manteuffel erzählt dann den Vorgang der Ich verhielt mich zurückhaltend, worauf der General erklärte, daß des städtischen Straßenbahn Unternehmens soll durch die Verkehrs­er wisse, daß sein Sohn gewerbsmäßig spiele. Jch Verhaftung des Angell. v. Kayser. Als er in die Wohnung des erwiderte ihm: Um Gotteswillen, sagen Sie so etwas nicht. Ich deputation nach bestimmten, von den städtischen Behörden festzu­Hrn. v. K. gekommen sei, habe ihm sein Kammerdiener aufgemacht. tönnte ja als Zeuge vernonimen werden." General v. Kröcher setzenden Grundsägen geführt werden. v. Kayser: Was? mein Kammerdiener?!- v. Manteuffel: Die weiteren Gegenstände mußten wegen vorgerüdter Zeit ver­Es war ein kleiner, halbwüchsiger Junge. - v. Kayser: Alio das fragte mich nun, eine wie hohe Strafe auf gewerbsmäßiges Glücks­Gegenteil von dem, was der Zeuge soeben unter seinem Eide be- spiel ſtehe. Ich verwies ihn dieferhalb an den Landgerichtsrat Herr. tagt werden. Die socialdemokratische Fraktion in der Stadtverordneten hauptet hat! Beuge v. Manteuffel erzählt dann, wie er auch dieser hat es abgelehnt, fich auf die Frage auszulassen. zweimal vergeblich in v. Kaysers Wohnung war und dort zwei dreimal die Aeußerung des Herrn Angefl. v. Kröcher: Ich bleibe dabei, daß mein Vater mir Versammlung hat den Antrag gestellt, der Magistrat möge mit Bisitenkarten zurückgelassen habe, v. Manteuffel, ich folle Deputierten der Stadtverordneten- Bersammlung in gemischter Depu wie dann am nächsten nicht gegen Dr. Kornblum vorgehen, wiedererzählt hat. Rechtstation wegen Uebernahme des öffentlichen Anschlag­Morgen b. Kayser ihn aufgesucht habe, tvie der Ver­such, den Untersuchungsrichter Herr fofort zu sprechen, anivalt Dr. Schwindt. Ich kann es mir kaum denken, daß ein wesens in städtische Verwaltung beraten. unglüďte und dann Vater seinen Sohn des gewerbsmäßigen" Glücksspiels bezichtigen eine Hausfuchung bei b. Kayser stattfand. Er sei kolossal überrascht von der enormen, tadellosen sollte, wenn er diesen Strafbegriff kennt, und ich beantrage nunmehr Vertrag mit der Firma Nauck und Hartmann läuft im Jahre Ordnung, in welcher sich die Papiere des Herrn v. K. befanden. die Ladung des Generals v. Kröcher oder dessen kommissarische Ver­Ferner hat die Fraktion beantragt, die bevorstehenden Stadt­Oberstaatsanwalt fenbiel teilt mit, daß verordneten- Wahlen dritter Abteilung am Sonntag, den 4. No­Letzterer habe ihm bereitwilligst alles überlassen, er hatte absolut nehmung in Halle. er gestern eine Depesche vom General v. Kröcher erhalten habe, vember d. I., stattfinden zu lassen. nichts verborgen, alles sei wunderschön geordnet gewesen und er, Zeuge, habe die Ueberzeugung gewonnen, daß nichts mehr da" sei. worin derselbe erklärt, daß er von seinem Rechte der Zeugnis­Gegen die Zweideutigkeit des letteren Ausdrucks verwahrt sich verweigerung Gebrauch machen und unter keinen Umständen als v. Kayser entschieden. Der Zeuge erzählt weiter: Er habe Herrn Beuge auftreten werde. Die Verteidiger erklären sich nun bereit, v. Kayser auf dessen Bitten gestattet, in seiner Gegenwart auf nochmals eine Anfrage an den General v. Kröcher zu richten, ob er einen furzen Moment Frieda Boigt zu sprechen. Dann war es als Zeuge erscheinen wolle. ihm von Wichtigkeit, durch Herrn v. Kayser zu erfahren, wie er Aufführung Sonntagnachmittag 24 Uhr im Ostend- Theater, für die Freie Volksbühne . Die dritte Abteilung hat ihre Faust". sich zu der ganzen Angelegenheit stelle; es sei überlegt worden, wie dies am besten geschehen könne, und so habe man sechste Abteilung 23/4 Uhr im Lessing - Theater werden die Journalisten" dann die Weinstube von Eggebrecht aufgesucht. Bei diesen Zwischendurch wird Zeuge Rittmeister v. Eynard vernommen. gegeben. Pünktliches Erscheinen wird den Mitgliedern zur Pflicht Dieser äußert sich über einen Reservelieutenant v. Radecke, der bei gemacht. Die Zahlstelle 23 von Friz Zubeil befindet Erzählungen habe v. Kayser auf ihn einen sehr vertrauenerweckenden feiner Vernehmung in der Voruntersuchung ungünstige Aussagen über ich jest Markgrafenstraße 102 beim Restaurateur a B.­Eindruck gemacht, wenn er auch nicht habe begreifen könne, warum v. Stayser gemacht hat. Den letzteren fennt v. Eynard als voll Die Billets zum Herbstfest 14. Oftober, Brauerei Friedrichshain, ge­v. Kayser so entschieden für Herrn v. Kröcher eintrat. Bei der kommenen Gentleman, dagegen befundet er über v. Radecke, daß langen jetzt in allen Zahlstellen zur Ausgabe a 50 Pf.( Bitte die eminenten Begabung und bei der Geschicklichkeit, mit welcher dieser ihn in schnödester Weise um 12 000 m. v: Kayfer seine Ausführungen machte, feien ihm vorübergehend gebracht habe. bares Geld heutige Annonce im Inseratenteil zu beachten. wird festgestellt, daß von Radecke in Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. Zweifel gekommen, ob es unter solchen Umständen nötig sei, ihn einem fofort in Haft zu nehmen. Er glaubte überzeugt sein zu dürfen, unzurechnungsfähigkeit mit Erfolg gemacht habe. In gegen ihn angestrengten Prozeß den Einwand daß v. Kayser nicht entfliehen würde und habe sich deshalb ent- seinen Aussagen hat Radece u. a. das Verhalten v. Kaysers beim Bei den Harmlosen fchieden, Herrn v. Kayser in der Nacht noch in seiner Wohnung Spiel als unfair bezeichnet und dafür einzelne Beispiele angeführt. fetzte die Sache am Mittwoch früh moralisch ein. zu lassen und ihn erst am nächsten Morgen abzuholen. Herr v. Kayser habe ihm das Versprechen gegeben, seine für unzurechnungsfähig" erklärt habe, mit Entschiedenheit entgegen, hielt eine Ansprache v. Kayser tritt diesen Aussagen eines Zeugen, der sich selbst war einer der Harmlosen der moralisch Entrüstete. Herr v. Kayser an die versammelte Beugenschaft. Er Wohnung nicht zu verlassen. Am nächsten Morgen habe er Herrn v. Kayser abgeholt, dieser habe erst noch den Raseurschildert diesen als einen materiell völlig ruinierten und ganz unzu hält sich nämlich Zeitungen im Untersuchungsgefängnis, aufgesucht und sei dann mit ihm zu dem Untersuchungsrichter Herr verlässigen Zeugen und sucht nachzuweisen, daß in der Aussage des- und da hatte er in den Prozeßberichten ein paar Jrr selben ein halbes Dugend Meineide enthalten seien. Hierauf wird die Sigung auf Donnerstag 9 Uhr vertagt.

gegangen.

1

Der Angeklagte b. Sahier behauptet auf das bestimmteste, daß v. Manteuffel dabei sofort seine entschiedene Ansicht dahin aus­gesprochen habe, es werde sofort wieder seine Entlassung erfolgen. Der Zeuge will dies nicht so bestimmt ausgesprochen, aber allerdings gesagt haben: wenn das alles so richtig sei, wie er behaupte, dann würde er wohl freikommen. Er sei auch mit dem Untersuchungs­richter Herr zum Oberstaatsanwalt Drescher gegangen und habe seine Zweifel darüber ausgedrückt, daß die Haft fortzudauern habe. Der Oberstaatsanwalt habe aber die Haft aufrecht zu halten bestimmt. Oberstaatsanwalt Jfenbiel: Die Aufrecht erhaltung der Haft sei ja gar nicht der Entscheidung des Kriminalkommissars unterstellt, sondern derjenigen des Richters. In diesem Falle sei die Aufrechterhaltung der Haft von der zustehenden Strafkammer beschlossen, es sei dagegen Beschwerde erhoben und der Beschluß der Straffammer durch das Kammergericht bestätigt Manteuffel bei v. Schachtmeher.

worden.

-

-

Auf Fragen des Oberstaatsanwalts erklärt sich v. Kayser nochmals über den Kammerdiener", der dem Zeugen v. Manteuffel die Thür geöffnet haben soll. Dieser Kammerdiener" sei ein kleiner Junge gewesen, der im November 6 Mart und im Dezember mit Rücksicht auf Weihnachten 10 Mark erhalten habe. Im gewöhnlichen Leben nenne man solchen Kammerdiener" Laufjungen. Auf cine Reihe von Fragen des Rechtsanwalts Dr. Schwindt erklärt Beuge v. Manteuffel, daß ihm Kornblum niemals gesagt, Kröcher Habe falsch gespielt. Ob der Redacteur Fölzer die ihm auf getragene Warnung an die Offiziere auch nicklich bestellt habe, wisse er nicht. Rechtsanwalt Dr. Schwindt: v. Kröcher habe jeden falls mit Herrn Fölzer nicht gesprochen und keine Warnung vor Wolff erhalten. Kröcher und Manteuffel.

-

hier unterbrochen. Es sollen morgen noch zahlreiche Fragen an ihn Die Vernehmung des Kriminalkommissars v. Manteuffel wird gerichtet werden.

Kommunales.

der

Die städtische Verkehrsdeputation, welche gestern unter Vorfis des Bürgermeisters Kirschner eine mehrstündige Sigung abhielt, beschloß, den Antrag der Großen Straßenbahn Gesellschaft auf weiterführung mehrerer Linien an Sonn- und Feiertagen gegen Erhebung von Zuschlagspreisen abzulehnen.

Der Antrag der Gesellschaft, die Linie Dönhoffplatz- Glogauer straße nur bis Ritterstraße. Ecfe Lindenstraße, zu führen, wurde eben falls abgelehnt, der Gesellschaft jedoch anheimgegeben, auf der Strede Ritterstraße- Dönhoffplaz statt des Accumulatorenbetriebes ober­irdische Stromzuführung einzuführen.

Bekanntlich hat die Verkehrsdeputation nach Abschluß des Ver­

-

Tokales.

tümer gefunden, die ihn veranlaßten, den Journalisten seine ernsteste Mißbilligung auszudrücken. Der Hauptpunkt seiner Anklage war, daß in dem Bericht gestanden habe, er hätte den Unter­halt für die Familie Vogt bezahlt, während er in Wirklichkeit nur der einen der beiden Schwestern Vogt, der Dame seines Herzens, monatlich etwa 500 bis 600 Mart gegeben habe. Man be­greift die Entrüstung dieses Harmlosen, wenn die bösen Zeitungen ihm unterstellen, nicht nur für seine Geliebte den Unterhalt bezahlt zu haben, sondern der Menager der beiden Damen gewesen zu sein. Jeder in der höhern Moral Beschlagene begreift, daß durch solche irrtümlichen Berichte die tadellosen, sinnigen und hochmoralischen Beziehungen des Herrn v. Kayser ins bodenlos Unmoralische verkehrt werden. Es wird nach dieser Richtigstellung Herrn v. Stayser sicher gelingen, sich bei dem Minister des Innern zu rehabilitieren, was er nota bene nach der Freisprechung zu thun beabsichtigt.

-

-

-

-

-

das

Die Verhandlungen wegen Einrichtung von Wartehallen werden bis zum April n. J. ausgesetzt; inzwischen soll durch die Und der Hoffnungsvolle junge Mann", als welchen Dr. Sello Klienten bezeichnete, wird noch eine Zierde der In Betreff der Verhaftung v. S ch a dtmeyers macht Zeuge städtischen Bau- Inspektionen ermittelt werden, an welchen Stellen seinen b. Manteuffel folgende Angaben: Auch bei diesem Angeklagten habe Wartehallen notwendig sind. preußischen Beamtenschaft, er wird Landrat oder noch mehr werden er eine Hussuchung vorgenommen. Er habe ihm gesagt, daß es Den Hauptgegenstand der Deputationsberatung bildete die und wird helfen, die immer mehr zu Tage tretende Verlotterung ihm hauptsächlich daran liege, eine Quittung des Herrn Montagli zu Berichterstattung einer Sub tommission über die Organisation der Jugend-natürlich der Arbeiterjugend durch energische bekommen. Der Angeklagte habe erklärt, daß er dies Papier eines für Rechnung der Stadt zu errichtenden und zu betreibenden Maßregeln zu unterdrücken. sowie einen ganzen Wust anderer Papiere, die den Klub Straßenbahn- llnternehmens. Wie es in den Kreisen der fatisfattionsfähigen goldenen betrafen, verbrannt habe. Der Angeklagte v. Schachtmeyer giebt dies 811. Er habe dies auf Anraten des Mitangeklagten v. Kayser trages mit der Straßenbahn- Gesellschaft einen Plan aufgestellt, nach Jugend zugeht, darüber hatte am Mittwoch der Lieutenant der Ne­gethan, aber feineswegs um die Sachlage zu verdunkeln. Bei Auf welchent der weitere Ausbau des Straßenbahnmezes erfolgen soll. ſerve Graf Reventlow einige Auskunft zu erteilen. Nach seinen lösung des Klubs habe er v. Kayser gefragt, was mit den Druck- Auf dieses neue etwa 48 Kilometer Doppelgeleis umfassende Negz, auf Eindrücken sind an den Jeu- Abenden der Harmlosen alle bei den schriften und Quittungen geschehen solle. Herr v. Stayser habe ihm welchem rund 57 kilometer Straßenbahnlinien eingerichtet werden Edelsten und Besten üblichen Spielregeln beobachtet worden. erwidert, er möge nur die ganze Geschichte in seiner Wohnung ver- sollen, waren eine Anzahl Unternehmergebote eingegangen, welche Dann kam Herr v. Manteuffel, der Kriminalkommissar, brennen, er stehe gerade im Eramen, und es sei ihm unangenehm, zivar erheblich günstigere Bedingungen als beim Umwandlungs- an die Reihe, der wohl das Material für die Auflage zusammens wenn es bekannt würde, daß er sich für einen Spielklub interessiert vertrage enthielten, aber zu einem Abschlusse nicht gelangten. getragen, aber das Pech gehabt hat, daß die minder Harmlosen, habe. Die Druckschriften hätten ebensowenig Wert gehabt, wie die Inzwischen war die Berkehrsdeputation zum Teil wegen der in den Klub betreffenden Quittungen. Es sei ein Spielreglement ge- die Erscheinung tretenden Bestrebungen, die gesamten Straßenbahn der wegen Diebstahl und Glückspiel vorbestrafte Herr Wolff und der wesen, welches von Herrn v. Bedlig verfaßt worden sei, ferner eine Unternehmungen in einer Hand zu vereinigen, in ernente Erwägung start kompromittierte Dr. Kornblum ins Ausland entweichen konnten. Liste der Mitglieder usw. Herr v. Manteuffel müsse auch zugeben, darüber getreten, ob es nicht, um einer vollständigen Monopolisierung Sie sind dort von der soeben reorganisierten Kriminalpolizei nicht zu daß er sofort alle seine Behältnisse zur Verfügung gestellt habe. zu Gunsten einer Privatgesellschaft vorzubeugen, geboten er ermitteln, so daß nur die jungen Aristokraten im Netze hängen ge­Zeuge v. Manteuffel giebt dies au. fcheine, die zum Ausbau und zur Erweiterung des Straßenbahnneges blieben sind. notwendigen neuen Linien in städtische Regie zu nehmen. Zur ein- Herr v. Manteuffel begann nach guter polizeilicher Tradition gehenden Brüfung dieser Frage wurde eine Subkommission eingesetzt, mit dem Wunsche, daß man nicht nach der Art fragen möge, in der die den Auftrag erhielt, neben den allgemeinen und rechtlichen Gesichts- er seine Recherchen vorgenommen habe, er müsse sonst vorläufig punkten auch die Rentabilität eines städtischen Straßenbahn- Unter- sein Zeugnis verweigern. Er erzählte mancherlei, was er nehmens auf den in Aussicht genommenen Linien zu erörtern. über Wolff, Kornblum 2c. weiß, und er schilderte daun, in wie Die Kommission hat sich für die Uebernahme der neuen Linien ausgesprochen und der Deputation rücksichtsvoller Weise er die Angeklagten verhaftet und dabei- entsprechende Retabilitätsberechnungen und Verwaltungsvorschläge Nächstenliebende mit dem Nüglichen verbindend aus den Ver hafteten wechselweise belastendes Material herauszuholen versucht habe. unterbreitet. Ueber den Antrag der Subkommission wurde mehrere Stunden Der Kriminalkommissar erwies bei seinen Mitteilungen wider Willen in eingehendster, alle einschlägigen Gesichtspunkte erörternder Weise den Angeklagten den guten Dienst, sich in allerlei Widersprüche zu ver­diskutiert. Die Befürworter des Antrages machten namentlich wickeln, was von den Harmlosen, die den Herrn von der Kriminal­geltend, daß neben den finanziellen Vorteilen die Errichtung eines polizei in ein wohlgezieltes Kreuzfeuer nahmen, weidlich ausgenutzt städtischen Straßenbahn- Unternehmens auch aus dem Grunde not­b. Manteuffel: Es sei richtig, daß v. Kröcher nach den wendig werde, um bei Ablauf des Vertrages mit der Gesellschaft wurde. Hat es somit Herr v. Manteuffel vorläufig nicht verstanden, ersten im Tageblatt geschriebenen Artikeln eines Tages zu ihm im Jahre 1919 auf Grund eigener Erfahrungen die sich bei seinem Auftreten einen Achtungserfolg zu sichern, so hat er Wenn die Stadt dafür die Zeitgeschichte um ein geflügeltes Wort bereichert. gekommen sei, um von ihm, der Hauptmann der Land- Gesellschaftslinien übernehmen zu können. wehr und ein älterer Kamerad des v. St. war, einen Rat zu erbitten. auch die im Laufe der Jahre fich als notwendig erweisenden Linien Er hat bei der Verhaftung des Herrn v. Kröcher innerlich Er sagte, daß in den Artikeln seine Person so dentlich gezeichnet an Privatgesellschaften vergebe, jo begründe dies eine solche Macht gefroren", was noch nicht vielen Kriminalbeamten geschehen die ihre verschiedenen Gesellschaften in sein dürfte, und was um so anerkennenswerter ist, als Herr worden sei, daß sie sofort erkennbar war und wollte gern Rat haben, stellung der Unternehmer daß die Stadt dann voll- von Kröcher innerlich und äußerlich so ganz unverfroren war. wie er sich zu verhalten habe. Er habe Herrn v. Kröcher darauf zwischen fufioniert haben würden Wahrhaft gerührt aber wird jedes edle Herz sein, wenn es hört, gefragt, wodurch er sich beleidigt fühle und dieser habe erwidert, kommen wehrlos jei und sich den Bedingungen des Privatkapitale daß er ja zugeben müsse, leidenschaftlich gespielt und auch gewonnen ergeben müsse. Man müsse daher bei Zeiten fich darauf einrichten, mit welcher zartesten Rücksicht Herr von Manteuffel die harmlosen zu haben. Darauf habe er erwidert, daß das bloße Spielen ja diefer Gefahr durch Einrichtung eines städtischen Unternehmens mit welcher zartesten Rücksicht Herr von Manteuffel die harmlosen nicht strafbar sei und es auch nichts Böses sei, wenn man beim vorzubeugen. Da außerdem noch- wie die Berechnungen ergeben- Aristokratien verhaftet hat. Ein Striminalkommissar, der innerlich friert Spielen Glück habe, das sei vielmehr für jeden Spieler die Stadt bei Selbstbetrieb höhere Einnahmen erzielte als wie Ab- und die Verhaftung kaum auszusprechen wagt, um seine Klienten angenehm. Er habe ihm als gabe und Gewinnbeteiligung von Privatgesellschaften ergeben, so nicht zu erschreden, ein Kriminalbeamter, der mit dem Ver­fich fo geraten, sich schnell möglich an den dessen stell- ließe sich auch in dieser Beziehung kein Bedenken gegen den Antrag hafteten abends ins Weinrestaurant soupieren geht, ihn dann im Ehrenrat wenden, zu Wagen nach Hause begleitet und ihn ruhig die Nacht in seiner bertretender Präses er, der Zeuge, sei. Ströcher habe dann noch erheben. Die Gegner leiteten ihren Widerspruch aus principiellen Gründen Wohnung zubringen läßt, um ihn dann am anderen Morgen nach einen Brief hervorgezogen, den er für einen gemeinen Erpresser­ein so zartes und liebevolles Verfahren stellt versuch hielt. Der von dem Lieutenant Bancart herrührende Brief ab. Die Stadt jei nicht dazu da, der Privatindustrie Konkurrenz Moabit abzuholen, habe ihn natürlich sehr interessiert, da ihm furz vorher der Re- zu machen; man könne nicht so vorteilhaft verwalten und sollte sich die Verliner Kriminalpolizei ins beste Licht. Und jeder Leser Auch arbeite eine städtische dacteur Friedländer vom Tageblatt" mitgeteilt habe, daß er aus nicht mit noch mehr Beamten belasten. London Mitteilungen über Spielaffairen erhalten habe und der Ver- Verwaltung zu langsam und solle vermeiden, sich dem Vorwurf wird den doppelten Schmerz zu würdigen verstehen, von dem die Kriminalbeamten zerrissen werden, wenn die rauhe Pflicht sie treibt, dacht vorlag, daß beide Schreiben denselben Verfasser haben könnten. schlechter Verwaltung auszusetzen. Diesen Einwendungen traten vom Magistrat der Bürgermeister am frühesten Morgen in das Schlafzimmer focialdemokratischer v. Kröcher habe ihm den Brief des Herrn Bancart überlassen, er habe sich Abschrift davon genommen und das Original Herrn Kirschner und die Stadträte Meubrint und Krause entgegen, Redacteure zu dringen, um sie aus dem Bette heraus zu ver­v. Kröcher wieder zugestellt. mun die welche ausführten, daß die Bedenken nicht schwerwiegend genug seien haften. - Zeuge überreicht da eine gewisse Die angeklagten Harmlosen, oder die Herren Angeklagten, wie Antwort, die v. Kröcher dem Lieutenant Bancart erteilt um den Antrag der Subkommission preiszugeben hat. Aus dem Inhalte geht hervor, daß er den Wolff dem Selbständigkeit der verwaltenden Deputation bezw. des Direktors Gerichtspräsident und Oberstaatsanwalt sie nennen, werden über­Bancart gegenüber in Schuß nimmt. Der Beuge v. Manteuffel erklärt die etwa jich herausstellenden Schwierigkeiten leicht überwinden haupt von einem merkwürdigen Glück förmlich verfolgt. Sie werden auf Befragen, daß er nicht begreifen könne, wie der Angeklagte als werde. Offizier, dem doch indirekt vorgeworfen wurde, mit einem geschickten" Der Stadtv. Singer befürwortete, unter Berücksichtigung auch im Prozeßverfahren mit der größten Rüdsicht behandelt. Während Banthalter zusammenzuhalten, feine solche Antwort erteilen fonnte. aller Gefichtspunkte, lebhaft den Antrag der Subkommission, sonst in Haft befindliche Angeklagte, mit dem Gefangenen- Aufseher Der Angeklagte v. Ströcher weist darauf hin, daß Bancart sich damals dessen Annahme er als die einzige Möglichkeit bezeichnete, die hinter sich, Spießruten durch die bevölkerten Korridore laufen Machtstellung des in den Gesellschaften toalierten Rapitals zu müssen, werden diese Angeklagten durch die inneren Räume und noch heute in London befunden habe. während brechen. Die Stadtv. Cassel, Dinse und Rosenow unter abgeführt. Man hat der Verteidigung gestattet, General v. Kröcher. stützten die Ausführungen Singers und meinten, man müsse bei des Prozesses für die Beköstigung der jungen Lebemänner Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Herr Zeuge, ist es richtig, daß einem kleineren Unternehmen die Probe machen, ob die Stadt be- aus dem Restaurant zu sorgen, und die jungen Herren genießen Sie dem Vater des Herrn v. Ströcher, dem General v. Kröcher, ge- fähigt fei, Straßenbahnen selbst erfolgreich zu betreiben. Mit großer eine Freiheit der Rede, wie man sie wohl auf der Anklagebant nur raten haben, sein Sohn solle nichts gegen Dr. Kornblum unter- Energie bekämpften Stadtrat Weigert und die Stadtverordneten felten gesehen hat. Antrag der Kommission, nehmen, denn dieser habe nur Gutes über ihn gesprochen?- 8euge Jacoby und Kyllmann den v. Manteuffel: General v. Kröcher hat mich einmal in meiner indem sie den ungenügenden finanziellen Mehrertrag sowie die Be Wohnung aufgesucht, mich aber nicht getroffen. Dann habe ich den lästigungen durch die Verwaltung und die Beeinträchtigung der Privat­General einmal auf dem Korridor vor dem Amtszimmer des Land- lindustrie als Ablehnungsgründe bezeichneten.

-

-

Wir gönnen den Herren Angeklagten " alle Vergünstigungen, ja wir freuen uns sogar darüber; denn da ja alle Deutschen vor dem Gesetz gleich sind, so wird in Zukunft sicher auch minder