-
984
Trägheit eines matten Intereffes uns zum Staunen, zur Bewunde rung aufrüttelte! Und wie die Handlung so die Sprache. Es ist tein fraftvoll persönliches Gepräge in ihr, glatt und eben, aber darum auch eindruckslos, rauscht der Strom der fünffüßigen Jamben an unfrem Ohr vorüber. Bei aller Bildung, allem Verstande Epigonentunst!
-
des persönlichen Hafses. Der Kampf der Brüder, ihre Wut, ihre Todeszuckungen waren ein Prachtstück von realistischer Treue. Inter essant war schließlich noch der Maskentanz.
Mufit.
-
k. Ein großer Musikpreis der Stadt Paris . Die Auch die ausgezeichneten Schauspieler, welche das Deutsche Stadt Paris hat für die französischen Musiker einen neuen Theater diesmal ins Treffen geschickt, halfen über diesen Eindruck musikalischen Wettbewerb eröffnet, dessen Schlußtermin auf den nicht hinweg. Alfons VIII. , den jungen König von Kastilien, der, ersten Dezember 1903 festgesetzt ist. Die Stompofitionen sollen feiner allzu sanften, unmäßig tugendhaften Königin überdrüssig, von größere musikalische Werke ernsten Charakters mit Soli, Chören und Rahels gaukelnden Zauberreizen bethört wird, spielte Herr Basser Orchester, in sinfonischer oder dramatischer Gestalt sein. Wenn das manu. Es war kein Wunder, daß sich der treffliche Lang- Heinrich preisgekrönte Werk sinfonisch ist, wird der Komponist einen aus dem„ Rothen Hahn" in seiner neuen Fürsten - und Heldenrolle ami Preis von 10 000 Fr. erhalten und sein Wert wird Anfang nicht ganz wohl befand. Das hell und hart klingende Organ von der Stadt Paris im Laufe der zwölf Monate, und die hastige Sprechweise wollten, das war der erste Eindruck, zu die der Entscheidung der Jury folgen werden, zur Aufführung ge= den Grillparzerschen Versen wenig passen. Doch verlor sich diese bracht. Die Kosten dieser Aufführung dürfen die Summe von störende Empfindung dann mehr und mehr. Schon im zweiten Aft, 20 000 Fr. nicht überschreiten und der Dirigent, der von der Stadt bei der Begegnung mit Rabel und in den unmittelbar anschließenden gewählt wird, soll eine zweite öffentliche Aufführung des preisScenen wuchs die Gestalt zusehends. Sehr gut gelang der Ausdruck gekrönten Werkes veranstalten. Wenn das Werk in dramatischer des jugendlich Schüchternen und Schamhaften. Zur vollen Größe Form komponiert ist, wird der Autor die Art der Aufführung wählen aber erhob sich das Spiel gegen Schluß des Stückes, als Alfons auf tönnen; entscheidet er sich für eine Aufführung in einem Konzert, das Gerücht, daß eine Empörung im Lande ausgebrochen sei, von ohne Inscenierung, so wird er 10 000 Fr. erhalten und die Stadt Rahels Seite zu der verlassenen Königin zurückeilt. Das Hin und wird es in derselben Form wie beim ersten Fall aufführen lassen; Her der Stimmungen in dem Gespräch mit der Königin, die wählt er dagegen eine Aufführung auf der Bühne, so wird er einen Mäßigung, das Entgegenkommen, dann das Erwachen des Troyes Preis von 5000 Fr. erhalten, und dem Bühnendirektor, der und erneuter Begierde, der Zorn über den Widerstand der Granden, den Auftrag erhält, das Wert aufzuführen, werden 25 000 Fr. endlich die fliegende Angst und die wilde Nachsucht, als er den gegen ausgezahlt. Außer der Vorstellung, die für die Stadt Paris reRahel geplanten Mordanschlag zu ahnen beginnt, all das brachte serviert bleibt, wird der Direktor wenigstens sechs öffentliche VorBassermann in großen und echten Tönen heraus. stellungen veranstalten müssen. Die Jury wird aus 16 Personen Die Rahel von Freue Triesch hatte den, einen großen gebildet, von denen vier von den Wettbewerbern und nein von dem Fehler, daß sie die Liebesraserei, die sie dem Könige einflößt, uns Stadtrat erwählt werden; der Seinepräfekt wird den Vorsiz führen. unerklärt ließ. Es ist wahr, Grillparzer hat diese Mädchengestalt| Die Partitur wird vollständig orchestriert sein müssen und ein Ausmit einem Uebermaß von Weiblichkeit im schlechten Sinn des Wortes zug für Klavier und Gesang soll besonders geliefert werden. ausgestattet. Kein ernster Gedanke hat Rahel je gestreift, nur die Gejamtausgabe, die in dem Budget der Stadt für diesen Wettbewerb Begierde und die ewig springende Laune des Augenblicks bestimmt ausgesezt ist, soll 42000 Fr. betragen.
fie. Zu der Liebe reizt sie der Trieb des Blutes, aber noch mehr die Sehnsucht nach Macht. Geliebt werden, heißt für sie
umoristisches.
-
-
Die
Billig und gut. Er: Was giebst denn Du zum LiebesSie:„ Die Unterhaltung- ich gehe nicht hin." -fiffig. Bekannter zum Variété Besizer: Wie machen Sie's mur, daß Ihr Lokal jeden Abend gest opft voll ist?"
" Ja, sehen Sie, ich lasse meine unmodernen Plakate immer neben einem hypermodernen der Konkurrenz ankleben. Durch dieses werden die Leute angelockt, können jedoch den Text desselben nicht entziffern, lesen das in einige und kommen zu mir."
quälen und im Quälen das Bewußtsein ihrer Macht genießen dürfen. maht in Eurem Kränzchen?" Unermüdlich ist sie bedacht, die Schlingen ihrer Koketterie nach neuen Opfern auszuwerfen. Die ganze Welt soll ihrer Schönheit huldigend zu Füßen liegen. Und dieses tückisch- gefährliche Wesen mit den ver borgenen scharfen Strallen ist dabei schwach, schreckhaft, wehleidig und tindisch furchtsam bis zum äußersten. Je höher die Last ihrer Fehler gehäuft ist, einer um so reizenderen Jugendannut bedarf die Gestalt, wenn wir die Zaubermacht, die die Dichtung ihr nachrühmt, glauben joflen. Das Spiel des Frl. Triesch gab all' die inneren Gebrechen dieser Natur, das pathologisch- nervöse derselben, vortrefflich wieder, aber der verklärende Schimmer, der die Gebrechen selbst noch liebenswert erscheinen läßt, der fehlte leider. Gleich in der ersten Scene, wo sie schreiend auf die Bühne stürzt und des Königs Knie um flammert, trat das hervor und der Eindruck wich auch später nicht. Wie sie die zitternde Aengstlichkeit des Mädchens hier spielte, das war an sich vortrefflich, aber die Alengstlichkeit hatte nichts Rührendes, nichts was in die Herzen unwiderstehlich sich einschmeicheln fomte. Frl. Dumont, der die kleine Rolle der Esther zugefallen, war im legten Aft von tragischer Größe. Machtvoll und erschütternd flang der Fluch, den sie den Mördern Nahels, den Großen der Erde, die achtlos mit dem Leben der Niedriggeborenen spielen, nachruft. Sehr hübsch und Köln ohne jede Spur von Uebertreibung, die gerade bei solchen Mollen so nahe liegt, spielte Hanns Fischer den alten Jiaac, Nabels und Esthers Bater. Lotti Sarrow war, wie sie sollte, eine bleichsüchtige und tugendhafte Königin. - dt.
lichem Muhme, -Wandel. Jm Hegameter träumt der Held von unsterb Im Pentameter drauf ist er unsterblich blamiert! ( Meggend. Hum. BL.")
-
-
Notizen.
-
- Der Goethe Erklärer Heinrich Dunzer ist zu a. Rh. im Alter von 88 Jahren gestorben. Nordenskjölds Bibliothek ist von der Univer sität Helsingfors für 200 000 kronen angekauft worden. Georg Hirschfelds neues Drama, Der Weg zum Licht" ist eine Märchendichtung in Verjen; das Stück ist dem Deutschen Theater eingereicht worden.
anda
Sudermanus„ Ehre" erobert sich ganz Frankreich ; in Marseille errang das Stück fürzlich einen durchschlagenden Erfolg.-
Eine Ausstellung von Werken Eugen Brachts und seiner Schüler wird aufangs Januar im Künstlerhause eröffnet werden. An der Ausstellung werden sich auch frühere Schüler Brachts beteiligen; i. a. Oskar Frenzel , Feldmann und Dettmann.
-n. Wolzogens Buntes Theater". Die Japanero- Der Sieger", ein vieraftiges Drama von May Dreyer, famen am Montag mit einem neuen Drama„ Der Shogun". fand bei der Aufführung im Münchener Schauspielhause Eigentlich war es gar kein Drama, sondern nur ein Aft eines einen bestrittenen Erfolg. Dramas, dessen Handlung, nach Wolzogen, in das Jahr 1357 z11 legen ist. Der Shogun, Titel eines japanischen Unterfürsten, hat den Aufstand feines jüngeren Bruders fiegreich niedergeschlagen. Die Strafe des Empörers soll seine Hinrichtung sein; allein ein trener Diener erleidet den Tod für seinen Herrn. Bei einem Mastentanz im Balaste des Shogun wird der vermeintlich Hingerichtete in der Verkleidung eines Mädchens, nach dessen Besiz es den Shogun schon lange gelüftete, dem Despoten zugeführt. Erfreut heißt der Shogun die Würdenträger und Tänzer hinausgehen, da wirft der Verkleidete die Weiber leider von sich die feindlichen Brüder stehen sich gegenüber. Und umu beginnt ein wilder Kampf, in dem die Dolche nur so durch die Luft blitzen. Keiner bleibt Sieger; beide sinken tot zu Boden. Da erscheint noch im letzten Augenblick die ob der Kunde von der Hinrichtung wahnsinnig gewordene Gattin des Jüngeren. Beim Anblick des Geliebten dämmert wieder das Bewußtsein in ihr auf, allein die große Freude wird auch ihr Tod.
- Die Eröffnung des Pergamon Museums erfolgt am Freitag. Die Rechtsanwaltskosten in der Baron Hirschschen Nachlaßfache( Aufteilung der Stiftungen 2c.) betrugen 800000 Kronen; fie fielen zwei Wiener Advokaten zit.
c. Auf der Jahresversammlung der Gesellschaft Barnum 11. Bailey wurde folgendes berichtet: Während des letzten Jahres hat der Cirkus eine Tournée durch Destreich, Deutschland , Holland Sada Yacco gab die Wahnsinnige. Ihr Wahnsinn äußerte und Belgien gemacht. Die Brutto- Einnahmen betrugen nicht weniger fich mehr in graziösen Tänzen, als in Worten. Für europäische Be- als 5 924 960 2., denen Ausgaben von 4563 060 M. gegenübergriffe war das immerhin etwas seltsam. Nur die Schlußscene zeigte standen. Das Jahr hat einen Ueberschuß von 1 378 680 9. gebracht, die große Künstlerin: im Lächeln, im Minenspiel, in den Bewegungen. so daß die Direktoren eine Dividende von 10 Proz. auf ein Kapital Rawatami und Fujisawa, die beiden feindlichen Brüder, von 8 000 000. bezahlen, 600 000 m. für die Kosten der Einstanden in ihrem Spiel dem Zuschauer näher. Kawakami, der bei richtung des Cirkus in Paris bewilligten und 245 340 M. auf das nächste erregten Stellen nur mit Fisteistimme sprach, gab den asiatischen Jahr übertragen. Die Zahlen zeigen, daß auf je 20 W. Eintritts Despoten mit falter Hartherzigkeit. Fujisawa war die Verkörperung geld ein Reinigewinn von 4,50 M. kommit. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berfin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin .