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rechts.)

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Abg. Singer: Jch beantrage namentliche Abstimmung.( Oho! Abg. Bassermann: Das ist wieder so ein Verlangen, durch das die Herren drüben den parlamentarischen Aft untertvühlen, auf #dem fie fizzen. Die namentliche Abstimmung ist bekanntlich nur an Schwerinstagen zulässig, und heute ist kein Schwerinstag.( Beifall bei den Nationalliberalen, in der Mitte und rechts.)

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Bräf. Graf Ballestrem: Diese Geschäftsordnung ist ein die Sie geleistet haben, ebenso für die bewunderungswürdige Energie, räifelhafter Meteor. Es bleibt mir nichts übrig, als einen Beschluß mit der Sie die den Parlamentarismus entourzelnde Öbstruktion des Hauses herbeizuführen. der äußersten Linken niedergedrüdt haben.( Bravo ) Aber die ver­bündeten Regierungen sind nicht mehr in der Lage, noch Wert auf den Zolltarif zu legen.( Hört! hört! links.) Sie sagen mit dem Dichter: Behüt Dich Gott, es tvär au schön gewefen. Ich ziehe hiermit den Entwurf zurück und ersuche Sie im Namen der ver­bündeten Regierungen, an seiner Stelle ein neues Gesez auzunehmen, das in seinem einzigen Paragraphen befagt: Die bestehenden Handelsverträge werden auf zehn Jahre ver längert!( Die Rechte erhebt sich, ballt die Fäuste, ruft hinter­einander Pfui, Pfui, Pfui. Bülow raus! Abg. Hahn schreit: Caprivi!) Präfident Graf Ballestrem: Der Ausdruck Caprivi verstößt gegen die Ordnung des Hauses.

Präf. Graf Ballestrem: Heute ist in der That kein Schwerinstag. Wer dafür ist, daß der Abg. Stadthagen nicht weiter redet, erhebe sich von den Plägen. Das ist die große Mehrheit. Die Rede des Abg. Stadthagen ist somit geschlossen.( Nuf links: Das ist unhöflich!)

Bräs. Graf Ballestrem: Unhöflich ist kein parlamentarischer Ausdruck.

Abg. Spahn( zur Geschäftsordnung): Ich beantrage nunmehr über alle folgenden Positionen des Zolltarifs, des Gejezzes über den Kinderschutz, der allerdings noch nicht eingebrachten Novelle zum Strafgesetzbuch die Debatte zu schließen.

( Auch das Centrum ist von seinen Sigen aufgesprungen, bleibt einige Minuten erstarrt stehen und fällt dann, wie vom Blizz ge­troffen, um, indem es über die schon zuvor umgefallenen National­liberalen stürzt.)

( Abg. Dertel( Bund der Landwirte) schreit: Zur Geschäfts­ordning! Dann stürzt er auf die Tribüne und beginnt zu reden.) Abg. Dertel: Meine Herren! Ich beantrage Wiederherstellung Abg. Barth: Das widerspricht der Geschäftsordmmg.( Zuruf der alten Geschäftsordnung, und zwar mit der Ergänzung, daß der rechts: Quasselbarth!) Wir können keine Debatte schließen, bevor Debattenschluß beseitigt und jede namentliche Abstimmung zur besseren fie überhaupt angefangen hat, ja bevor nur die Gejegentwürfe über- Kontrolle fünfmal wiederholt werden muß.( Abg. Bassermann Haupt vorliegen. ruft entrüftet: Das ist Obstruktion!) Nein, Herr Kollege Basser­

Abg. Richter: Ich bin zwar nach wie vor ein umerbittlicher mann, das ist teine Obstruktion, das ist das Recht der Minderheit, Gegner des Zolltarifs, das hindert mich aber nicht, der Wahrheit sich vor Vergewaltigungen zu schüßen. Eine Verlängerung der gemäß, fraft meiner dreißigjährigen parlamentarischen Erfahrungen Handelsverträge bedeutet den Tod der Landwirtschaft. Und die anzuerkennen, daß es der blanke Unsinn wäre, wenn man der Mehr- Bauern werden sich nicht freiwillig ergeben.( Graf Limburg­heit das Recht nehmen wollte, eine Diskussion zu schließen, wann, Stirum fräht: Wir verteidigen das Parlament gegen den Ab­wo, wie sie will auch vor ihrem Anfang.( Stürmischer Beifall folutismus.)

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rechts.) Sonst fönnte jede beliebige Minderheit der Mehrheit vor- Um 3 Uhr nachmittags beginnt Dertel seine Begründung des fchreiben, ob eine Diskussion stattfinden soll.( Halbstündiger Beifalls- Geschäftsordnungsantrags. Er lieft zunächst seine sämtlichen Sonn­sturm rechts und in der Mitte. Der Abg. Hahn[ Bund der Land- tagspredigten aus der Deutschen Tageszeitung" und feine Gedichte ivirte] fordert die Rechte auf, sich zu Ehren des Redners zu erheben. vor, um einen Begriff von der Not der Landwirtschaft zu geben. Da wir, bemerkt er, dem hochverehrten Borredner soviel Zeit Um Mitternacht ist dieser Teil erledigt. Die Size find inzwischen ersparnis verdanken, tönnen wir ihm schon ein paar Augenblicke durch elektrische Kraft in Feldbetten, die Tische in Waschtoiletten widmen. Meine Herren! Eugen Richter : Hurra, hurra, hurra! umgewandelt, die Abgeordneten begeben sich zur Ruhe. Abg. Der Cantus steigt." Die Rechte fingt vierstimmig: Prinz Eugen , Paasche spricht laut sein Abendgebet. Nur der Präsident und der edle Richter.) die Stenographen wachen. Um 2 hr nachts beschäftigt sich Dertel mit der Landwirtschaft unter Karl dem Großen. Da der Abg. Kropatſched fortwährend aus dem Schlafe redet, muß er jur Ordnung gerufen werden. Um 24 teilt

Präfident Graf Ballestrem( wischt sich die Augen): Meine Herren! Das war sehr schön aber parlamentarisch unzuläffig. ( Widerspruch des Abg. Nichter.)

Abg. Bassermann( zu den Socialdemokraten): Sie ruinieren durch Ihre Obstruktion den ganzen Parlamentarismus. Ich warne Sie; auf dem Wege fortzuschreiten.( Abg. Stadthagen : Aber wir reden ja gar nicht h

Abg. Bassermann: Ich stelle nur fest, daß der Abg. Stadt­ hagen soeben wieder eine Rede, sogar eine Zwischenrede gehalten

hat. Das nenne ich Obstruktion.

Praf. v. Ballestrem mit: Die Hausverwaltung benachrichtigt mich, daß die Wasserleitung erschöpft ist. Wir können dem Redner fein Glas Waffer mehr bieten, ich schlage also die Vertagung vor. ( Lebhafter Widerspruch des Abg. Dertel.)

Abg. Dertel: Dannt werde ich Wein trinken.

aber den Herrn Abgeordneten darauf aufmerksam, daß es der Würde Praj. v. Ballestrem: Das ist etwas andres. Ich mache des Hauses entspricht, den Wein zu bezahlen.( Abg. Kardorff ruft im Halbschlaf: Und wenn ich meine Nase verpfänden müßte, er

Durch einfachen Mehrheitsbeschluß wird darauf der Schluß der Diskussion für die oben genannten Gesezentwürfe verfügt. Präsident v. Ballestrem: Ich habe dem Hause eine Mit- soll seinen Wein haben und weiter reden!) teilung zu machen. Ich erhalte soeben eine künstlerisch ausgeführte Ansichtskarte, die einen angeschoffenen Eber sehr naturgetreu darstellt und folgenden Tegt hat:

Bir Endesunterzeichneten beauftragen hiermit den Schrift führer, für die nächsten 14 Tage, in denen uns die Jagdpflicht vom Hause fernhält, für uns so zu stimmen, wie es die Juden und Judengenossen ärgert. Mit Waidmannsheil: v. Blödan, v. Massot, v. Waldow, v. Podbielski."

-( Bravo ! rechts.) Meine Herren! Ich habe ja- nichts gegen diesen Auftrag einzuwenden, aber ich möchte doch daran erinnern, daß es gegen die Berfaffung ist, wenn auch der Herr Landwirtschaftsminister abstimmen darf.( Unruhe rechts. Nuf: Pod soll stimmen!)

Der Schriftführer Himburg wird geweckt. Dertel giebt ihm einen Thaler und er holt eine Flasche Rotspohn.

Um 4 Uhr morgens spricht Dertel über die Not der Landwirt­fchaft im zweiten Jahre des dreißigjährigen Krieges. Auf der Rednertribüne stehen 20 leere Flaschen. Der Redner ist äußerst erregt, er singt und schreit und flopft sich auf den Bauch. Um 5% Uhr beginnt er sich plötzlich zu entkleiden. Den Kragen wirfi er dem Abg. Spahn an den Kopf, die Stiefel seinem Freunde Hahn, die weiße Weste fliegt in das Feldbett Stadthagens, die Hosen friegt Baffermann, das Gebiß schlägt eine Beule in Eugen Richters Stirn. Schließlich streift er das Hemd ab und schlendert es auf das Lager des Abg. Roeren, der jäh erwacht. Abg. Noeren( entsetzt, mit bedeckten Augen, zur Geschäfis­v. Podbielsti doch abstimmen darf. Jene Verfassungsbestimmung beordnung): Herr Präsident, ich beantrage die Aufnahme der lex Heinze zieht sich nur auf die Sonn- und Feiertage. Wir aber haben heute in die Geschäftsordnung per majora! Abg. Dertel( fingt und tanzt): Himburg, oller Junge, hol mir Dienstag.( Sehr richtig! im Centrum.) Wenn Sie( zu den Social­demokraten) auf diese Weise fortfahren, die Geschäfte des Reichstages noch' ne Bulle Mumm! aufzuhalten und die Mehrheit zu terrorifieren, so können Sie sich nicht wundern, wenn Ihnen schließlich das Wahlrecht genommen wird.( Abg. Baudert( Soc.] ruft: Na, na!)

Graf Limburg- Stirum :

Es ist zweifellos, daß Herr

flüstert dem Präsidenten ein paar Worte ins Ohr.) ( Der Schriftführer Himburg geht hinaus, tehrt zurück und

Präsident Graf Ballestrem: Herr Abg. Dertel, der Wirt Präsident Graf Ballestrem: Der Nuf Na, na!" ist eine verweigert weiteren Kredit, unter diesen Umständen können die Ber­grobe lingehörigkeit, ich rufe den Abg. Baudert hiermit zur Ordnung. handlungen nicht fortgesetzt werden.( Der Abg. Dertel verfällt Händeflatschen rechts.) Meine Herren! Wir befinden uns im in Schüttelfroft.) Ich sehe, daß der Redner mir zustimmt. Das deutschen Reichstag!( Stürmische, immer sich wiederholende Haus ist mit der Bertagung einverstanden. Die Sigung ist ge­Bravorufe rechts.) Was nun die Sache selbst anlangt, so ist die schlossen.

Verfassung ein Meteor. Es bleibt mir nichts übrig, als das Haus 311- befragen,

Mit großer Mehrheit wird darauf beschlossen, daß die Schrift­

führer auch für Podbielski abstimmen dürfen.

Abendausftellung

Joc.

im Kunstgewerbe- Mufeum.

Präsident Graf Ballestrem: Ich kann jetzt feststellen, daß wir mit diesem Beschluß num auch die letzten Stücke der Verfassung Bis jetzt waren die Berliner Museen, diese Magazine fünft und der Geschäftsordnung per majora beseitigt haben.( Endloser ferischer Schätze, eigentlich nur für solche Besucher geöffnet, die nichts Beifall auf den Bänken der Mehrheit.) Meine Herren! Es waren für ihr Schaffen von dem Besuch heimtragen konnten. Zwar ges Meteore! hörten die Museen an wenigen Sonntagsstunden auch größeren Reichstanzler Graf Bülow betritt den Saal.( Ungeheuere Streifen. Aber es tann natürlich nicht das Jdeal eines Arbeiter­Bewegung.) sonntags sein, die nicht sehr günstige Luft jener Institute einzualmen. Wer die ganze Woche in der Werkstatt oder im Bureau gesessen, hat für den jiebenten Tag frische Luft verdient.

Graf Bülow: Meine Herren! Im Namen der verbündeten Regierungen danke ich Ihnen für die rasche und gründliche Arbeit,