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Beige und massenhaft grüne Reben von großer Länge und beträcht| licher Dicke. Dr. Fulton berichtet nun weiter: Das Feuer sinkt jetzt, und gelegentlich tropft ein großer Stein durch. Es raucht wenig, aber die Steine glühen ordentlich. Jetzt schließen die Arbeiter ab. Die kleineren Reben werden in Schlingen an das Ende der langen Bäume befestigt. Die noch nicht verbrannten Klöße werden mit Yautem Gesang herausgezogen, bis keine mehr bleiben. Die Enden der jungen Bäume brechen unaufhörlich in Flammen aus, wenn sie die Steine berühren. Schließlich scheint nichts in der Grube ge­blieben zu sein als Steine, und einige sind von der großen Hitze zu Stücken zersplittert. Jetzt ist alles für das große Finale bereit. Die Arbeiter treten zurück. Einer der Leute, die über das Feuer Taufen sollen, läßt sich von Dr. Smith und mir untersuchen. Wir fönnen an den Füßen des Mannes äußerlich nichts Ungewöhnliches entdecken. Die Häuptlinge gebieten Ruhe und Stille senkt sich auf den Schauplatz. Plötzlich brechen die versammelten Eingeborenen in lautes Geschrei aus, als zehn phantastisch gekleidete Fidschis ſicht bar werden. Ohne Zögern oder Eile treten sie auf die Steine und gehen um die Grube, wozu sie zehn bis fünfzehn Sekunden brauchen. Sie schreiten schnell und in einem Augenblick werden große Massen grüner Blätter auf die Mitte geworfen. Die Feuerläufer stürzen zurück und drücken die Blätter mit Händen und Füßen nieder. Der aus den Blättern steigende Dampf hüllt sie in eine Wolfe.. Körbe mit Nahrung werden hereingereicht und immer mehr grüne Blätter werden darüber gehäuft, bis ein Hügel gemacht ist. Darin bleiben die Feuerläufer einige Minuten."

Winkel, so daß der gesamte Schmus, nach der Mitte der Maschine hin, durch die beiden rotierenden Besen gefegt und auf einen hier vorgesehenen Schieber geworfen wird. Die in dem erwähnten Elevator auf- und niedergehenden Becher nehmen den Kehrricht von dem Schieber fort und befördern ihn nach oben. Der schräg angeord­nete Elevator ist nach allen Seiten hin verschlossen und trägt am obersten Punkt einen nach hinten gerichteten Auslauftrichter, welcher in den Anhängewagen zur Aufnahme des Straßenschnutes mündet. Der von den Bechern hochgenommene Kehricht fällt beim Beginn des Niederganges in den eben erwähnten geneigten Auslauftrichter und gelangt so in den Anhängewagen. Hat die Maschine einen solchen Wagen gefüllt, so braucht er mur abgekuppelt und durch einen neuen ersetzt zu werden. Um beim Kehren jede Staubbildung nach Möglichkeit zu vermeiden, ist diese automatische Straßenreinigungs Maschine vorn als Sprengwagen ausgebildet, so daß man bei trockenen Straßen für die nötige Anfeuchtung des Straßenfehrichts in der Weise sorgen kann, daß vorn die Sprengvorrichtung arbeitet, während hinten die Maschine den eben befeuchteten Schmutz zu sanunenfegt und fortschafft. Bei nassen Straßen wird natürlich die Sprengvorrichtung nicht in Thätigkeit gesezt.

werden kann.

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Für die praktische Verwendung dieser Straßenreinigungsmaschine haben verschiedene umfangreiche Versuche recht interessante Resultate geliefert. Bei der Verwendung der automatischen Vorrichtung auf Straßen und Chausseen hat sich gezeigt, daß sie gleichmäßig gut bei nassem wie bei trockenem Wetter zu arbeiten vermag; sie schafft auch den Schmutz dann fort, wenn er, wie dieses auf wenig oder selten ge­Der Mann, den Dr. Smith und Dr. Fulton vor dem Fener reinigten Straßen 2c. der Fall zu sein pflegt, in großen Mengen vorhanden tanze geprüft hatten, war ein gut gebauter Mann, mit einem Puls ist. Von Wichtigkeit für die Verwendung dieser Neuheit zu Straßen­etwas über 90, dessen Hände und Füße kühler als der übrige Körper reinigungszwecken ist auch die Thatsache, daß sogar ziemlich große waren. Die Füße waren rein und geruchlos, und kein Präparat Steine anstandslos mit fortgefegt und von der Straße entfernt konnte an ihnen entdeckt werden. Die Sohlen waren gelölich- weiß, worden. Die Reinigung der Straßen mit dieser Maschine ist eine glatt, biegsam und weich wie Ziegenleder. Der Mann trug einen sehr eingehende und gleichmäßige, da die rotierenden Bürstenwalzen Unterrod aus trockener Eibischrinde und Blumenrohrblättern und biegiame Achsen haben, so daß sie sich allen Hebungen und Sen­fleine Fußspangen aus trockenem Farnkraut. Jeder Mann hielt beim fungen des Dammes anpassen können und sogar den Schmutz aus Gehen die Augen auf die Steine gerichtet. Einer wurde nachher Vertiefungen untersucht; sein Puls war 120, die Sohlen schienen fühl, wenn nicht Anhängewagen können natürlich verschieden groß gehalten sein, herauszufegen vermögen. Die auszuwechselnden falt, aber wenn man mit der Hand an dem Bein hinauftastete, war doch sind sie im Princip so eingerichtet, daß der ein ausgesprochener Temperaturunterschied bemerkbar; auf der Wade wonnene Schmutz durch Deffnung einer Slappe schnell entleert war die Temperatur wie die eines Mannes mit hohem Fieber. Die Pflanzenkleidung war nicht angesengt, auch nicht die Farnfraut- Fuß- wefen Gegenüber den bisher im Straßenreinigungs­benutzten Kehrmaschinen, die bekanntlich den Schmuß spangen und die kurzen, schwarzen krausen Haare auf den Beinen. nur nach einer Stelle fegen, Gleich nach der Ceremonie ging Dr. Fulton an den Rand der Grube stehende Maschine den großen Vorzug, daß sie den von ihr be­hat die hier in Frage und berührte wenige Steine mit den Füßen. Er stand ein oder fahrenen Teil der Straße mit einem Male gründlich reinigt. Wenn zwei Sekunden darauf, ohne daß seine Stiefel gebräunt wurden, man erwägt, daß der von den gewöhnlichen Stehrmaschinen zur Seite obgleich sie augenscheinlich zu heiß zum Anfassen waren. Er bat einen Eingeborenen aus Suva, der nicht zu den Feuerläufern geft, bevor er von den Angestellten der Straßenreinigung mittels gefegte Unrat vom Winde und vom Verkehr teilweise wieder zerstreut hörte, ihm einen Stein zu holen, und dieser bewegte sich mit bloßen Besen zu Haufen gefegt und mittels Schippen in die Abfuhrwagen Füßen auf den heißen Steinen und nahm einen Stein aus dem Haufen, aber er war zu heiß, um in der Hand gehalten zu werden. befördert werden kann, so wird man einsehen, daß die automatische Dr. Fulton sucht das Rätsel nun folgendermaßen zu erklären: Die gestellte Berechnungen versuchen den Nachweis zu führen, daß sich die Straßenreinigungsmaschine große hygienische Vorteile bietet. Anordnungen für das Erhizen waren eigenartig; wenn man nur Reinigungsarbeiten bei Anwendung der neuen Maschine gegenüber glühendrote Steine hätte haben wollen, wäre es leichter gewesen, den bisherigen Verfahren um etwa 40 Pro3. verbilligen. flache Steine in die Grube zu legen und ein großes Feuer darüber zu unterhalten. Man brauchte aber 48 Stunden, die Steine ge Humoristisches. eignet" zu machen. Sie fühlten sich auch sehr langsam ab. Die­selben Steine werden nie zweimal gebraucht. Auch eine Auslegung. Mann( auf dem Wege zu Sie werden alleinem Rendezvous):" Jesses, jetzt hätte ich beinahe vergessen, den mählich erhist, bis sie durch die Expansion des enthaltenden Wassers Ehering in die Tasche zu stecken, und meine Frau rief mir noch sich spalten nud dann mit der gebrochenen Seite nach oben ange beim Abschiede zu: Vergiß auch nicht, daß Du ber ordnet. Der geprüfte Stein war ein gewöhnlicher Augit- Andesin, heiratet bist!" ein äußerst schwacher Wärmeleiter. Die Bruch oder Innenseite des Steines hat also nicht annähernd die Hiße, die man erwarten jollte, und wegen der langsamen Wärmestrahlung wird der Fuß daher nicht verbrannt, wenn er eine Sekunde oder weniger mit dem Stein in Berührung fommt. Der Fuß ist natürlich kalt oder fünst­lich gekühlt. Es ist aber eine bekannte Thatsache, daß man mit kalten Füßen bis zu einer Minute Hiße von einem Feuer ertragen kann, das bei gewöhnlicher Fußtemperatur nicht fünf Sekunden lang er­räglich wäre.

Technisches.

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Auf

- Kindermund. Bei Geheimrats ist große Gesellschaft; der Kleine Hans wird ausnahmsweise einmal hereingeholt. Beim Anblick der vielen dekolletierten Damen fragt er ganz erstaunt: Sind das lauter Ammen, Mama?"

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( zum Maler, der ihm ein Gasthofschild bringt):" Das soll ein Lamm Vorgethan und nachbedacht. Wirt zum Lamm fein? Das sieht aus wie ein Schwein."

Maler: Ich habe Ihnen ja gleich gesagt, Sie sollen Ihren Gasthof nicht eher benennen, ehe ich nicht das Schild fertig habe." ( ,, Meggendorfer Blätter ".)

Notizen.

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gr. Maschine zum Straßenreinigen. Im Straßen­reinigungswesen haben bisher maschinelle Vorrichtungen, wenn man von den Fegewagen mit den rotierenden Bürsten und den Spreng­wagen abjieht, teine größere Anwendung gefunden und die Haupt­arbeit muß daher durch Menschenkräfte bewirkt werden. Da ver-- Die Erstaufführung des Nittnerschen Schwankes dient mum eine selbstthätig arbeitende Straßenreinigungs- Maschine, Lorenzo de Medici " im Bunten Theater findet am Beachtung, die gleichzeitig das Besprengen, Kehren und Aufladen 14. Februar statt. des Straßenumrates bewirkt. Diese neue Straßenreinigungs- Maschine Die Moderne Bühne bringt am 15. Februar im Bunten besteht aus einem vierrädrigen Sprengwagen, der hinten zwei Theater drei Einafter zur Aufführung: Im Frühling" von rotierende Bürsten und eine elevatorförmige Vorrichtung zum Auf- Obstfelder, Kain und Abel" von Helge Rode und Der Traum eines nehmen des Schmuges trägt; außerdem führt die Maschine Herbstabends" von Gabriele d'Annunzio. - als Anhänger einen Stehrwagen zur Aufnahme des fort­gefegten Straßenumrates mit sich. Zur Bedienung dieser Vor­richtung, die von zwei Pferden gezogen oder auch als Automobil wagen ausgebildet wird, genügt ein Mann, der, vorn auf dem Bock fizend, mittels Stellspindel die runden Besen zur Arbeit so Die Amazone", eine Operette von Franz v. Blon, weit herunterschraubt, daß sie den Schmuz vom Straßenboden fort- Tert von M. Wulff und A. Stern, wird in der nächsten Saison im nehmen. Sind die Besenwalzen so weit heruntergeschraubt, so ist Magdeburger Wilhelm- Theater die Erstaufführung gleichzeitig der Ausrüdemechanismus der Hauptachse in die Arbeits- erleben. stellung gebracht, so daß die Maschine bei ihrem Vorwärtstransport- Der Bildhauer Josef v. Stopf ist im Alter von 75 Jahren arbeitet. Die beiden rotierenden Walzenbesen bilden einen offenen in Rom gestorben.

An­von

Jm Bunten Theater wird die Aufführung von Anzen­grubers Die um'kehrte Freit" vorbereitet. genommen ist ferner ein Einafter D' Weanerin" v. Stenglin.

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Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin . Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.