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auch Eindruck und Form bedeutet. Die Formen spielen bei den Printen eine hervorragende Rolle, wenigstens bei denen von Köln , ivo man sie benutzt, um der Printe die Gestalt des hl. Nikolaus, des finderfreundlichen Bischofs von Mira, zu geben, der an jedem fünften Dezember in der Nacht seinen Umgang hält, um die fleißigen Buben und Mädchen mit Näschereien, hingegen die faulen und un­gezogenen mit einer Rute zu bescheren.

Der schon erwähnte Kölner Spekulatius ist ein mürbes, füßes Gebäck, das den Cakes ähnelt und in verschiedenen Formen verkauft wird. Seinen Namen trägt er vielleicht von dem lateinischen speculor", englisch to speculate", veil man nachgrübeln muß, um die Figuren zu erkennen. Heilige Gestalten, Wickelfinder, Sterne, Hähne, Eber, Pferde, Steinböde werden im Spekulatius mit Vorliebe nachgebildet.

Von erheblichem Alter ist auch der Marzipan, der in Königs berg seine vornehmste Pflege gefunden hat. Sein Vorkommen ist schon im Mittelalter nachweisbar. Aus dem Anfange des acht zehnten Jahrhunderts lautet ein Rezept, Marzipan zu machen, wie folgt: Auf ein Pfund Mandeln nimm ein Pfund Zucker, stoße die Mandeln ganz klein, und denn nimm den Zuder und die Mandeln, auch das Weiße von Ehern, mache einen Teig daraus, formire was und wie Du es haben wilt, mache einen Rand daran, und fneip es gany frauß, trodne es an der Lufft, so ist es recht." Und weiter heißt es über den Goß auf die Marcipanen":" Nimm Eherweiß so viel als Du wilt, schlags mit einem kleinen Besgen erst recht trohl, und denn das Wassergen unter den Schaum genommen und Buder, rühre es wohi unter einander, thue ein wenig stark Mehl dran, so ist es recht." Georg BuB.

Kleines feuilleton.

Tanzstunde.( Nachdruck verboten.) Die Behnminutenpause ist zu Ende. Das Gaslicht, das zur Hälfte abgedreht gewesen ist, brennt nun mit voller Flamme.

Der Klavierspieler zupft feine Krawatte zurecht und seht sich mit einem Grinsen, das ein paar wachsgelbe Zähne zeigt, vor sein Instrument.

Ein garstiges Männchen, selten nüchtern, mit ungewöhnlich großen, horneingefaßten Gläsern vor den Augen. Zuerst flimpert er mit einer Hand und präludiert hierauf pianissimo.

Die Mädchen, welche Arm in Arm im Tanzfaale promeniert haben, nehmen ihre Bläße auf den mit Plüsch überzogenen Bänken ein.

In der Mitte, unter dem Spiegel mit dem breiten Gold­rahmen, stoßen sich zivet fichernde Badfischlein mit dem Ellbogen, um sich so auf irgend etwas riesig Interessantes aufmerksam zu machen. Die Blonde stopft sich hastig eine Hand voll Zuckerln in den Mund, während Gusti ihr Lachen, so gut es eben geht, hinter dem Japanfächer aus Papier zu verbergen sucht. Hihihi... hi... ' s ist wirklich zu komisch.

Du Fanni, die dumme Ganz schau Dir nur an. Die schneuzt fich alle fünf Minuten, damit sie ihr neues Battisttaschentuch zeigen Hehehe... hihi.

fann.

Na, die braucht sich nichts darauf einzubilden. Die hat uns gerade noch hier gefehlt."

Und was diese Person für eine Gretelfrisur hat, geradezu efelhaft.

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Und das Cremefleidt ist ihr auch viel zu kurz." Sie zivintern sich mit den vor Schadenfreude blibenden Augen verständnisinnig zu, schlenkern mit den Füßen und lachen.

Das Fräulein im Cremefleid sist feierlich, wie bei einer Sonntagspredigt da. Was nur diese blöden Fragen fortwährend zu Lachen haben," denkt sie.

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Unter einem verstaubten Makartbouquet tauert ein nicht mehr junges Mädchen. Klein von Gestalt, hektisch rote Fleden auf den Wangen. Sie hat eine blauschwarze Sammelbluse an, die sie äußerst amvorteilhaft fleidet, und ist viel zu sehr geschnürt. Ob sie wieder den ganzen Abend hier hocken wird? Sie möchte am liebsten weinen.

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Neben ihr hat sich die Mizzi niedergelassen, das Hausmeister mizzert", wie sie genannt wird. Ein Gefichtel, wie man es den Porzellanpuppen malt. Sie trägt ihr Firmungskleid, das de folletiert wurde und welches. bereits etwas zu eng die für ihr Alter sehr entwickelten Formen reizend durchschimmern läßt. Mizzi fummt ein Lied vor sich hin. Tändelnd läßt sie dabei das Ende ihres Zopfes durch die Finger gleiten. Sie ist nicht im geringsten aufgeregt. Man wird sich wie immer um sie reißen, trotzdem fie ungeschickt ist.

wir zur Polfa Mazurka. Sie ist fast so wie die gewöhnliche Polfa, nur ist hinter dem dritten Schritte allemal ein Sprung zu thun. Also: eins- z- ei- ci, dr- ei.** .. Hops! Eins, zwei, drei, hops! Unwillkürlich beginnen ihre Schüler mitzuhüpfen: Eins, zwet, drei, hops! Eins, zivei drei hops... Eins zwei, drei,

hops.

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Sie probieren vorläufig jeder für sich selbst.

Es geht schon. Bei den Mädchen rascher, bei den jungen Herren etivas langsamer.

Da fällt mit einem Male voll das Piano ein.

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Die Steffi tanzt mit dem Gymnasiasten, die Mizzi mit einem Einjährigen" von den Jägern und die Fanni mit einem Braftifanten. Sie wollen für einige Minuten wenigstens alle heute abend selig werden. Alle, alle: die Betti, die Fanni, die Gusti, die Steffi und das Mizzerl, die Therese, die Bertha und Anna. alle... Nur eine, mit einer schwarzblauen Sammetbluse, die wird wieder mit der Lehrerin tanzen müssen. Die Wangen glühen, der Atem jagt. d Staub fliegt auf.

die

Man beginnt zu schwißen.

Dreimal wird schon die Mazurka wiederholt. Bergebens sucht Tanzmeisterin das Tempo au mäßigen.

Wie die Paare wirbeln!

Sie find ja alle so überglücklich!

Und sie tanzen und tanzen..

Eins, zwei, drei, hops! Eins, zwei, drei, hops..

Humoristisches.

Eugen Schid.

- Gaunerei. Bas! Sie gehören dem Temperenzlere Berein an und trinken solch' ne Menge Bier?"

Wissen S', im Vertrauen, mir hat's der Vorstand erlaubt... wenn d'Leut' an' dicken Temperenzler fehgen, nacha treten s' lieber bei."

Raffiniert..: Warum lassen Sie denn Ihre Mandanten immer im Schaufelstuhl Play nehmen?" Rechtsanwalt: Das thue ich deswegen: so lang mein Mandant die Wahrheit spricht, sist er ruhig und der Stuhl steht still; fängt er aber an zu lügen, so wird er unruhig und dann schaufelt der Stuhl."-

Naheliegend. Dame( dem Vogelhändler den Papagei zurüdbringend):" Sie haben mich da mit dem Bogel schön angeführt; er spricht ja gar nicht!" Vogelhändler( beleidigt): Na, Sie werden ihn halt nicht zu Wort kommen lassen!" ( Meggendorfer Blätter ".) 1999Notizen. Seris

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Mar Drehers neue Bühnendichtung Venus Ama­thusia" ist vom Schauspielhaus zur Aufführung erworben worden. -Ferdinand v. Saars Volksschauspiel Eine Wohl­that" hatte bei der Aufführung im Wiener Burgtheater nur einen mäßigen Erfolg.

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-Siegfried Bagners Oper Der Kobold" wird im Januar im Hamburger Stadttheater, nicht, wie es erft hieß, im Leipziger Stadttheater, die Erstaufführung erleben.-

t. Der Pariser Chemiker Henri Moissan hat gemeinsam mit einem Fachgenoffen ein neues Mittel zur Gewinnung von Argon gefunden. Das Gas ist in verhältnismäßig außer ordentlich geringen Mengen in der Atmosphäre enthalten und hat wegen der Schwierigkeit der Gewinnung bisher noch nicht gründlich untersucht werden können. Moissan zieht es aus der Luft, indem er fie durch ein rotglühendes Rohr durch Kupferfpiralen streichen läßt. Dabei wird der Sauerstoff der Luft verzehrt, und das austretende Gas besteht aus Stidstoff und Argon. Der Stidstoff wird dann zum größten Teil durch eine Mischung von Magnesium und Stall be seitigt, der Rest durch Calcium, das bis zur Rotglut erhitzt ist. Auf diesem Wege ist es möglich geworden, einen Liter Argon in einem Tage herzustellen.

Eine Höhe von 18 000 Meter erstieg dieser Tage ein in Zürich aufgelassener unbemannter Ballon; die Registrier apparate zeigten eine Temperatur von 58 Grad unter Null. -Aus Wladivostok wird russischen Blättern geschrieben: Der Kamtschattabiber ist so selten geworden, daß in diesem Jahre unter den aus dem Norden des Küstengebietes in Bladivostok ein­getroffenen Belztvaren nur neun Biberfelle waren. Auf einer Auktion, bie im September in Petropawlowsk stattfand, wurden fünf Biber­felle für je 1000 Rubel verkauft, während noch vor fünf Jahren der Preis solcher Felle 300 Rubel betrug. Jezt ist der Kamtschatkabiber fast nur noch am Stap Lopatka zu finden. Sein Verhältnis. Aus einem Artikel über Mag Liebermann: Als ihn( Liebermann) einmal ein bekannter Die Tangmeisterin flatscht in die Hände.( Sie war früher Mäcen fragte, warum er denn in einem Jahre so wenig fertige Balletteuse. Ungefähr 45 Jahre alt, übermäßig gepudert, purpur- Bilder produziere, warum er nicht dies und das male, da er ja gefärbte Lippen, verstärkte Augenbrauen, viel falsches Haar.) Sie schöne Preise für seine Arbeiten erzielte, antwortete Liebermann­trägt einen furzen schwarzseidenen Rock und gelbe Sommerschuhe. und der ganze Mensch und das Wesen seiner Kunst drückt sich in der Die Damen " und" Herren" bilden einen Kreis um sie. Ihre Antwort aus-: Wissen Sie, lieber Herr, ich bin nicht mit der Stimme flingt verschleimt: Heute, meine Herrschaften, kommen Kunst verheiratet. Ich habe ein Verhältnis mit ihr."- Berantwortl. Redakteur: Julius Kalisti in Berlin . Drud und Berlag: Borwärts Buchdruckerei und Berlegsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW

Die beste Tänzerin von allen, das ist die dunkeläugige Steffi. Gie ist neugierig, ob man endlich einmal die vierte Figur der Quadrille lernen wird.

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