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Ir. 253. 16. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt, Sonnabend, 28. Oktober 1899.

Zu den Charlottenburger Stadtverordneten- Wahlen.

II.

früher Volksparteiler, jetzt Mitglied des freisinnigen Ueber die Parteispedition berichtet Scharnberg. Der Arbeitervereins, teilte mit, daß dieser Verein beschlossen habe, Ueberschuß in den ersten neun Monaten dieses Jahres beträgt 910 M., seine Mitglieder sollten in allen Kommunalwähler- Versammlungen die Zahl der Abonnenten auf den Vorwärts" beläuft sich auf 1315. gehen und angesichts des Kartells der verschiedenen liberalen Bedauerlich sei es, daß noch etwa 500 Abonnenten den Vorwärts" Eine Frage, die für die Arbeiterschaft besonders brennend ist und Gruppen für die socialdemokratischen Kandidaten eintreten.( Bravo !) nicht von der Parteispedition beziehen und daß so viele organisierte deren Lösung namentlich für Charlottenburg eine immer drängendere Er befürworte mit Freuden die Wahl des Herrn Wegner, denn Arbeiter Blätter wie den Lokal- Anzeiger" und die Morgenpost" Aufgabe der Kommunalverwaltung ist, ist die Wohnungsfrage. einen besseren Kandidaten tönnte er sich gar nicht abonnieren. Nach kurzer Debatte wird dem Parteispediteur auf Von Jahr zu Jahr nimmt die Wohnungsnot in Charlottenburg zu, wünschen. Die Parteigenossen Nöske, Schwarz. Antrag von Stiefenhofer Decharge erteilt. immer mehr macht sich der Mangel an tleinen Wohnungen Täterow u. a. wandten sich gegen die Beschönigungsversuche Die munmehr vorgenommenen Wahlen haben folgendes Ers bemerkbar. Die Hausagrarier haben naturgemäß ein weit des Herrn Schulz und legten die Sünden des Freisinns schonungs- gebnis: Es wurden gewählt zum Vertrauensmann Sellin , zu größeres Interesse am Bau großer Wohnungen. Wurde doch los bloß. Herr Schulz bemerkte dann persönlich, daß er Megner dessen Stellvertreter, da Patrik ablehnt, Liedtke, zur weiblichen nach den vom statistischen Amt veranstalteten Erhebungen im all nicht der Unwahrhaftigkeit habe zeihen wollen. Wenn er im Vertrauensperson Frl. Vogel; zu Revisoren Blank, Leder, gemeinen für das heizbare Zimmer um so mehr verlangt, je größer 16. Bezirk zu wählen hätte, würde er Herrn Megner wählen. Sabor, in die Zeitungskommission Görke, Schnell, die Wohnung ist. Bei einer zweizimmerigen Wohnung betrug In seinem Schlußwort betonte Genosse Metzner, daß das social Stiefenhofer, zu Vertretern für die am nächsten Sonntag der Durchschnittspreis pro Bimmer 178 M., bei einer zwölfzimmerigen demokratische Programm allerdings verschiedene alte liberale Forde stattfindende Kreiskonferenz Görte, Schnell und Frau Liedtke. 566 M. Anfangs Mai dieses Jahres standen in Charlottenburg nur rungen enthalte. Eine Resolution, die sich für die Wahl Metzners Nach Schluß der Tagesordnung ergreift Siegrist das Wort, 26 Wohnungen mit einem und 50 mit 2 heizbaren Zimmern leer, ausspricht, wurde einstimmig angenommen. während beispielsweise in Berlin die Zahl der leerstehenden eine um aus eigener Kenntnis der Verhältnisse heraus die Ursachen der Brandkatastrophe in der Gutenbergstraße zu zimmerigen Wohnungen im Januar sich auf 4323, die der zwei eine wählerversammlung im Englischen Garten statt. Der Kandidat Flamme Dampf angewendet, so wäre das Unglück wahrscheinlich ver­Für den 20. Kommunal- Wahlbezirk fand am Donnerstag schildern. Hätte man zum Anwärmen des Petroleum statt der offenen fenstrigen auf 1908 belief. Diese Wohnungsnot, die vom Verein der Haus- und Grund- des Bezirks, Dr. Friedeberg, legte den Standpunkt der Social- mieden worden. Nur dadurch, daß wichtige Schutzmaßregeln unterblieben befizer aus leicht ersichtlichen Gründen hartnädig geleugnet wird, demokratie zu den kommunalen Aufgaben dar. Er verwies darauf, find, seien drei blühende Menschen auf so entsetzliche Weise ums Leben findet selbst amtlicherseits ihre Bestätigung. In dem von der daß infolge des Dreiklassen- Wahlrechts die Stadtverordneten- Ver- gekommen. Es sei tein Zweifel, daß auch dieser Unfall dem Charlottenburger Armendirektion erstatteten sammlung teine Vertretung der Allgemeinheit, sondern eine Klaffen- apitalismus zur Last falle. Die gesamte Arbeiterschaft Verwaltungsbericht für das Jahr 1898/99 heißt es: Die vertretung ist, in der die besigende Klasse die Herrschaft hat und die möge Protest dagegen erheben, daß so leichtsinnig mit dem Leben Thätigkeit der Armenverwaltung ist in dem Berichtjahre im außer Interessen der Arbeiterklasse vernachlässigt werden. Der Redner der Arbeiter gespielt wird.( Lebh. Zustimmung.)" BIe et erblickt in ordentlichen Maße in Anspruch genommen worden. Die Ursachen führte diesen Gedanken weiter aus, indem er die gegenwärtigen den Verhältnissen auf der Brandstätte einen neuen Beweis dafür, laffen sich nach der Natur der Sache nicht mit voller Bestimmtheit, Verhältnisse auf dem Gebiet des Schulwesens und der Kranten wie notwendig der Bauarbeiterschutz- Kongreß gewesen sei. Die ſondern mir vermutungsweise angeben. Soweit este firforge besprach. Wenn man bebeult, daß, wie ſtatiſtiſch erwiesen Arbettenbig der Unterstützungen in der offenen Armenpflege, also den Hauptteil der ist, in Berlin jeder zweite Arbeiter an der Lungenschwindsucht, dieser denen teine Schutzvorrichtungen vorhanden sind; sie könnten in Fabriken zu gehen, in Thätigkeit der Armenverwaltung, handelt, ist auf der einen Seite mörderischen Proletarierkrankheit, stirbt, dann muß man fagen, die sich beschwerdeführend an den Vorsitzenden der am Ort be­das Auftreten zahlreicher schwerer Krankheitsfälle und Kommune hat die Pflicht, hier helfend einzugreifen durch Förderung stehenden Arbeiterschutzkommission, den Genossen Flemming, wenden, sodann der Mangel an fleinen Wohnungen von des Heilstättenwesens. In dieser Hinsicht aber steht Berlin weit der das Weitere veranlassen werde, ohne den Namen des Beschwerde­nicht unerheblichem Einfluß gewesen. Während von den zurück hinter anderen deutschen Städten. Auch das Krankenhaus- führers zu nennen. Mögen die Arbeiter auch hieraus wieder die für den ärmeren Teil der Bevölkerung fast ausschließlich wesen steht nicht auf der wünschenswerten Höhe. Es gilt Lehre von der Notwendigkeit der Organisation ziehen!( Beifall.) in Betracht kommenden Wohnungen von einem 8immer also, solche Vertreter zu wählen, die willens sind, daß auf diejen poerer hat die Gewerbe Inspektion erst in im Mai 1898 noch 221 leer standen, war diese Zahl im November Gebieten durchgreifende Aenderungen Blaz greifen. Auch die Kom- diesem Jahre auf die Notwendigkeit aufmerksam 1898 auf 87 gesunken und ist seitdem, wie die am 1. Mai d. J. er- munalwahl ist ebenso wie jede andere Wahl ein Stück Klassenkampf, gemacht, den Betrieb, auf dem der Unfall sich folgte Aufnahme gezeigt hat, noch weiter bis auf 30 herabgegangen. auch bei dieser Gelegenheit müssen wir zeigen, daß wir der Klassen- ereignet hat, zu inspizieren.( Bewegung.) Gudziasti So lange ein Ueberfluß an kleinen Wohnungen vorhanden war, herrschaft ein Ende machen wollen. Sowohl der dem Referenten teilt mit, daß die Arbeiter der betr. Fabrit vor Jahren schon gedrückt war es selbst im Falle der zwangsweisen Räumung der bisherigen gespendete Beifall, wie die Ausführungen der Diskussionsredner be- wurden. Als er sich bemühte, die Arbeiter zu organisieren, habe ihn einer Wohnung nicht schwer, eine neue zu finden. Der Rückgang des An- wiesen, daß die Anwesenden ohne Ausnahme die Ansichten des dem damaligen Besitzer denunziert, er halte geheime Versammlungen gebots und die bei dem unverminderten Zuzuge auch der Arbeiter- Referenten teilten, was übrigens auch durch einstimmige Annahme ab. Die Anklage mußte aber fallen gelassen werden. Die Fabrik bevölkerung nach Charlottenburg steigende Nachfrage hat dahin geführt, einer Resolution bekundet wurde, in der die Versammelten erfären, habe damals niedere Löhne gezahlt, es sei auch zum Streit ge= daß nicht genehme Mieter auch dann abgewiesen wurden, wenn die für die Wahl des socialdemokratischen Kandidaten eintreten zu wollen. kommen und das Gewerbegericht habe den Arbeitern recht gegeben. pünktliche Mietezahlung einigermaßen gesichert erschien. Familien mit einer größeren Kinderzahl gelang es vielfach abend in den Humboldt- Sälen" in der Hussitenstraße eine sehr gut verordneten Wahlen hingewiesen hat, schließt der Vor­Für den 38. Kommunal Wahlbezirk fand am Donnerstag- Damit ist die Debatte über diese Frage erschöpft. Nachdem Stiefen­Kommunal- Wahlbezirk hofer auf die am nur unter großen Schwierigkeiten, Aufnahme zu besuchte Versammlung statt. 7. November stattfindenden Stadt­finden. Diese Verhältnisse, die dahin geführt haben, daß die zur erörterte die Frage: Hat die Arbeiterschaft ein Intereffe fizzende die Versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie. Stadtv. Genosse Borgmann

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Unterbringung obdachloser Familien eingerichteten Räume nicht mehr zureichen und daher auf Beschluß der städtischen Behörden im Winter an einer Vertretung in den städtischen Verwaltungskörpern?" In Groß- Lichterfelde fand am verflossenen Sonntag eine 1898 die zur Aufnahme etwaiger Choleratranten bestimmten, unter lebhaftem Beifall der Anwesenden. öffentliche Parteiversammlung statt, in welcher Genosse Hirsch über: bis dahin leer stehenden Barracken zu zehn- jeitdem stets gefüllten Programm unserer Partei für die kommunale Vertretung, unter die Gründe, die die Inaugurierung der heutigen Socialgefeßgebung Gleinert besprach hierauf noch in einigen Ausführungen das Arbeiterschuß und Arbeitertruz" sprach. Referent erläuterte zunächst -Wohnungen für obdachlose Familien eingerichtet werden mußten, anderem die Sonntagsruhe, das Anschlagwefen 2c. Einen Kniff habe veranlaßten, beleuchtete die kaiserlichen Februar- Erlaffe, deren Durch haben naturgemäß die Armenverwaltung vor nicht leichte Aufgaben gestellt. Um die drohende Exmission abzuwenden, hat in man auch dadurch anzuwenden versucht, die Wahllokale mög- führung heute noch auf sich warten lasse und wies an der Hand einer großen Zahl von Fällen mit Unterſtügungen eingegriffen zurichten, um den Arbeitern bei ihrem Mangel an Zeit die Lust zum schutz- Bestimmungen nach. Das Untenehmertum, dem jede geſetz­licht entfernt von den Wohnungen der Wähler ein- reichhaltigen Materials die gänzliche Unzulänglichkeit der Arbeiter­werden müssen; in zahlreichen anderen Fällen haben Unterstügungen wählen infolge des langen Weges zu verleiden. Nachdem Lauschte liche Bestimmung, die der schrankenlosen Ausbeutung der Arbeiter gezahlt werden müssen, um bereits obdachlos gewordenen Familien die Genossen noch zu reger Agitation in Wertstätten und einigermaßen ein Ziel zu setzen suche, als ein Eingriff in seine die Aufnahme in eine neue Wohnung zu ermöglichen. Die Beteiligten Wohnhäusern aufgefordert, gab Borgmann in seinem Rechte erscheine, sei stets bestrebt, dieselben illusorisch zu machen. zu veranlassen, sich eine Wohnung statt in Charlottenburg in den nördlichen und östlichen Teilen von Berlin oder einem der nördlichen Schlußwort noch bekannt, daß erst auf seine Veranlassung Nach eingehender Beleuchtung der Schädlichkeit der Kinderarbeit in und einige erkrankte oder östlichen Bororte zu suchen, gelang nur in wenigen Fällen. Ueber Frauen, sowie einige Kinder entsprechend versorgt wurden, da sich ber in der berüchtigten Zuchthausvorlage feinen Seristallisationspunkt und völlig mittel hilflose Fabriken und Hausindustrie tam Redner zum Thema Arbeitertruz", wiegend handelt es sich um hier ortsangehörige, zum Teil lange alle hierfür in Betracht kommenden Beamten usw. unschlüssig, zeigten. habe. Der Vortragende unterzog dieſe neueſte Geburt deutscher Jahre hier wohnhafte Familien, die zu einem Verlassen von Char - Auch die Zustände in der Berliner Hausindustrie seien Gesezgebungskunst einer treffenden Kritik und forderte am Schlusse lottenburg nicht zu bewegen waren. Nicht selten mußten obdachlos einfach grauenerregend.-& reythaler als Vorsitzender macht seiner Ausführungen die Versammelten auf, sich politisch und ges gewordene Familien, die sich mit der Bitte um Gewährung von Unterkunft bei uns meldeten, mangels verfügbarer Räume abgewiesen zum Schluß darauf aufmerksam, daß die Wählerlisten bei Lorenz, werkschaftlich zu organisieren. In der Diskussion sprach Geisen­Voltastraße 43, zur Einsicht ausliegen, wo auch das Bureau Kersting im Sinne des Referenten. amander Geselligaftshaus", in der& wine- vertreter Lüde, als Revisoren Brademann und Küffner gewählt. Tage Wahl sich befindet. Das

hin

angablotal ist bas und mit den farbigen Einladungskarten bei der Stelle mit dem münderstraße 46, wo man bei der Wahl rechtzeitig erscheinen entsprechenden farbigen Plakat sich zahlreich einfinden möge.

A

Als Vertrauensmann wurde Borheimer, als dessen Stell. Lücke. Unter Verschiedenem" berichtete Schumann- Berlin , daß die Die Lokalkommission besteht aus Wachholz, Ferd. Lehmann und Gummifabrik Schwanis u. Ko. in Lichterfelde die bei ihr beschäftigten gewerkschaftlich organisierten Arbeiter maßregle. Nachdem noch ver­Arbeiter der Gummifabrik gerügt hatten, folgte Schluß der Ver­schiedene Redner das leider recht geringe Solidaritätsgefühl der

Welch eine Fülle von Not und Glend verbirgt sich hinter diesen trodenen Angaben des amtlichen Berichts! Aber unsere Hausagrarier, die ja in der Stadtverwaltung einen großen Einfluß ausüben, thun nichts, um diesem schreienden Mißstande abzuhelfen. Im Gegenteil, fie haben alle Veranlassung, mit diesen Zuständen zufrieden zu fein. Steigert sich doch der Grundwert der Stadt Charlottenburg fort und fort in rapider Weise! Allein im Jahre 1897/98 ist den 40. Bezirk fand am Donnerstag, den 26. Oktober, in der Nord­Eine öffentliche Kommunalwähler Versammlung für den Grundbefizern infolge Steigerung der Grundrente die deutschen Brauerei statt. Der focialdemokratische Kandidat, Genoffe sammlung. hübsche Summe von nahezu 24 Millionen mühelos in den Dr. Freudenberg, hielt einen Vortrag über das Thema: Schoß gefallen. Mit Leichtigkeit könnte dem Wohnungselend ge- warum darftein Wähler freisinnig wählen?" Gr Steglit. In einer am Dienstagabend bei Schellhase statt­ſteuert werden, wenn endlich der große Stadtteil jenseits der zeigte, daß in den meisten wichtigen Fragen- Wahlrecht, Schulwesen, gehabten Parteiversammlung erstatteten zunächst der Vertrauensmann Spree fanalisiert würde, damit dort Wohnungen werden können. Oder fürchtet man etwa, daß sich in diesem Stadt- usw.- die Thaten des Freisinns in feiner Weise seinen schönen Worten Jahre. errichtet Roalitionsrecht, Armenpflege, Behandlung der städtischen Arbeiter und die Lokalkommission Bericht über ihre Thätigkeit im abgelaufenen Die Abrechnung des Vertrauensmannes ergab eine teil eine Arbeiterbevölkerung ansiedeln könnte, die der Stadt ihren entsprechen, und daß deshalb schon fein Wähler dieser Partei Einnahme von 159,68 M. und eine Ausgabe von 160,30 M. Charakter als Bourgeois- und Beamtenstadt nehmen würde? Fast seine Stimme geben dürfe. Da leider der freisinnige Kandidat, Auf Antrag der Revisoren wurde Decharge erteilt. Die scheint es so, als ob politische Momente hier im Spiele sind und Architekt Lenz, der erhaltenen Einladung nicht Folge geleistet hatte, hierauf vorgenommenen Neuwahlen hatten folgendes Resultat: als ob aus Furcht vor dem Einfluß, den die Arbeiterschaft dadurch fand die beabsichtigte Aussprache nicht statt, sondern es beteiligten Vertrauensmann: Rettig; Lokalkommission: Fritsche, Fichter, gewinnen würde, wichtige Kulturaufgaben unerledigt bleiben. Der Wohnungsnot zu steuern und endlich einmal die Unter Arendsee , Borgmann sich an der Diskussion nur Parteigenoffen- I am med, Hinge, Haberland; Revisoren: Sutrow, Flügel, Kutscher. Als Delegierte laffungsfünden früherer Jahre wieder gut zu machen, ist die Pflicht den Vortrag ergänzten. die nach verschiedenen Richtungen zur Kreiskonferenz: Mohr, Kutscher, Näther. Hierauf nahm Nach einstimmiger Annahme einer Genosse Martwald das Wort zum Vortrage über:" Was lehrt uns der städtischen Verwaltung. Die Arbeiterschaft wird sich die bis: Resolution, welche die Agitation für den socialdemokratischen Stan- der letzte Parteitag?" Der Redner konnte leider den interessanten herige Vernachlässigung nicht länger gefallen lassen, sie wird nicht didaten allen Anwesenden zur Pflicht machte, schloß die ziemlich gut Vortrag nicht zu Ende führen, denn um 10 Uhr stellte einer der länger dulden, daß in Charlottenburg beschäftigte Arbeiter gezwungen besuchte Bersammlung mit einem Hoch auf die internationale, völler- überwachenden Gendarmen an den Vorsitzenden das Anfinnen, die werden, fich außerhalb der Stadt, weitab von ihrer Arbeitsstätte, befreiende Socialdemokratie. Versammlung zu schließen; da der Vorsitzende diesem Wunsche nicht ein Heim zu suchen und daß ihnen so ein Teil ihrer ohnehin schon spärlich bemessenen freien Zeit durch den weiten Weg von und zu nachtam, löste der Gendarm die Versammlung auf!- Gewiß ein der Arbeitsstätte genommen wird. rührendes Beispiel von behördlicher Fürsorge, daß den Genossen die Eine Gelegenheit, Protest gegen Nachtruhe nicht verkürzt werde. diese bisherige Zurüdsegung zu erheben, bieten aber die bevor ftehenden Stadtverordneten- Wahlen.

Dersammlungen.

nommen. Ueber die

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C. Nordmann. Von der Neuwahl eines Vertrauensmannes für Marienfelde nahm man Abstand; die Geschäfte wird daher der Ver­lebhafte Debatte über die Lotalfrage( bekanntlich steht den Genossen Lokalkommission von Tempelhof ihren Bericht. Es entstand eine trauensmann von Mariendorf mit übernehmen. Sodann gab die der genannten Ortschaften tein einziger Saal zu Versammlungen zur

Für Charlottenburg erfolgte die Berichterstattung über den Hannoverschen Parteitag in einer namentlich von Frauen gut besuchten Versammlung, die am Donnerstag in der Gambrinusbrauerei tagte. Von den drei Delegierten des Wahl­Marienfelde. Sonntag, den 22. Oftober, fand hier eine Bartei­treises hatte Genofie Sellin die allgemeine Berichterstattung über- versammlung der Genossen von Tempelhof , Mariendorf und Marien­ felde statt. Nachdem die Vertrauensmänner der genannten Ort­Angriffe auf die Grund­anschauungen referierte Schubert- Schöneberg, während der schaften einen furzen Rückblick über das verflossene Jahr nebst Ab­Für den 15. Kommunal- Wahlbezirk fand am Donnerstag und Zuchthausvorlage berichtete. Da wir über die Referate der ge- Thiele, für Mariendorf wieder den Genossen Senger. Für den 15. Kommunal- Wahlbezirk fand am Donnerstag dritte Delegierte oppe Rigdorf über die Punkte Militarismus rechnung gegeben hatten, wurde denselben Decharge erteilt. Bum eine öffentliche Wählerversammlung im Etablissement" Südost" statt, nannten Genossen bereits berichtet haben( vergl. Bericht über die Revisoren derselben für Tempelhof die Genoffen Apelt, Sterften, Vertrauensmann für Tempelhof wählte man wieder den Genossen Zu welche mäßig besucht war. Der Referent, Stadtverordneter Bruns, begründete eingehend die Forderungen der Socialdemokratie auf Rirdorfer Versammlung in der Donnerstags- Nummer), so kann an. Wildt; für Mariendorf die Genossen W. Otto, H. Lehmann, kommunalpolitischem Gebiete unter specieller Berücksichtigung des dieser Stelle darauf verzichtet werden. Diskussion fand nicht statt. Schul- und Submissionswesens, der öffentlichen Armen- und Gesund Es folgten die Berichte der Vertrauensleute. heitspflege. Besonders die schlechten Wohnungsverhältnisse im Osten Nach den Mitteilungen des Vertrauensmannes Sellin haben im und Südosten Berlins wurden im Referate des näheren beleuchtet. Von Die Agitation habe unter dem Mangel an geeigneten Lokalen zu verflossenen Jahre zehn öffentliche Versammlungen stattgefunden. einer Diskussion wurde Abstand genommen, worauf noch der Kandidat leiden gehabt. Die Einnahmen des letzten Jahres betrugen 3595,34 M., des Bezirks, Toltsdorf, in einer längeren Ansprache die Aus- darunter 638,60 m. auf Listen für die Löbtauer Verurteilten, 1110 M. mit voller Kraft in die Agitation einzutreten, damit am Tage der Bahlverein, 154 M. zu Agitationszweden von der weiblichen Ber in dieser Angelegenheit der Lokalfommission überwiesen. In diese ueberschuß der Zeitungsspedition, 300 W2. au vom Wahl der Kandidat der Socialdemokraten mit einer imposanten Majorität als Sieger aus der Wahlschlacht hervorgehe. Mit einem trauensperion. Unter den Ausgaben, die sich auf insgesamt 3231,45 m. wurden gewählt die Genossen: W. Wildt, H. Kersten, F. Müller. a aus belaufen, befanden sich 1050, M. Heberweisung, an den Wahlfonds Die Wahl der Lokalkommiffion von Mariendorf mußte leider ver­nochmaligen Appell an die Versammlung seitens des Vorsitzenden und 231,70 M. aur Landagitation. Der zweite Vertrauensmann tagt werden und wird dies erst in einer späteren Versammlung erfolgte Schluß der Versammlung. Petrit ergänzte diesen Bericht, ebenso die weibliche Vertrauens geschehen. Als Kreisdelegierte wählte man die Genossen W. Müller, In der Kommunalwähler- Versammlung für den 16. Be person Frl. Vogel. Die Frauen haben drei Versammlungen abge- Joh. Sterften, F. Müller für Tempelhof und die Genossen W. Otto, demokratische Kandidat Theodor Megner über die bevor- für die Krefelder Weber, und 84 M. Ausgaben gehabt. Auf Antrag Cyklus über das neue Bürgerliche Gefeßbuch stattfinden läßt( erſter zirk, die am Donnerstag im Meßpalast tagte, sprach der social halten, 166,95 M. an Einnahmen erzielt, darunter 30,15 M. Trebus und H. Lehmann für Mariendorf . Unter Verschiedenem gab stehenden Stadtverordneten Wahlen. Redner behandelte dann aus des Genossen Sabor, der die Revision vorgenommen hat, wurde Vortragsabend am 1. November, abends 81% Uhr pünktlich), und führlich den Stolz des Berliner Liberalismus", das Volksschulwesen, den drei Vertrauenspersonen Decharge erteilt. indem er die bekannten Mängel scharf beleuchtete und darthat, wie Im Anschluß an den von Blank erstatteten Bericht der ermahnte die Genosien zur regen Beteiligung. Mit einem Hoch auf ungleich besser es den Kindern der Befißenden in den höheren& otaltommission bringt Menge den Boykott gegen die die völkerbefreiende Socialdemokratie schloß der Vorsitzende die leider Schulen erging. Redner besprach dann weiter die von uns verlangte Bichelsdorfer Brauerei zur Sprache und giebt seinem Bedauern sehr schwach besuchte Versammlung. Reform der städtischen Verwaltung. Die Ausführungen des Redners darüber Ausdruck, daß die Arbeiterschaft Spandaus sich durch Ver- Briz. Am 22. Oftober sprach 8ubeil in einer öffents fanden lebhaften Beifall. Als erster Diskussionsredner nahm der sprechungen zur Aufhebung des Boykotts habe bewegen lassen. lichen Versammlung über die Vorteile des neuen Invalidengefezes. Volksparteiler Schulz das Wort, der sich als Demokrat vor- Petrif meint, daß keine Veranlassung vorliege, über diese An- Der Vertrauensmann gab darauf den Bericht. Die Einnahme beträgt stellte und mit erheblicher Zungenfertigkeit nachzuweisen suchte, daß gelegenheit zu debattieren. Wenn die Arbeiter Spandaus zufrieden 207 M. 57 Pf. und die Ausgabe 203 M. 65 Pf. Die Revisoren bes man zwischen Liberalen und Liberalen unterscheiden müsse. Auch sind, so tönnten die Genossen anderer Städte sich erst recht begnügen. fstätigten dies und wurde deshalb Decharge erteilt. Außerdem zwei meinte er, Megner hätte zu sehr grau in grau gemalt.-Herr Jakob, Dieselke Ansicht vertraten Sellin und Görke. Agitationstouren, sechsmalige Flugblattverbreitung und Vereins­

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