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tommen. Mein lieber Junge, bitte, klopfe doch mal an jene Thür! Deine Schwester Klara ist dort drinnen und zieht sich an; sage ihr, sie möchte sich beeilen."
Ich komme schon, Mutter!" rief eine Stimme hinter der Thür, und gleich darauf trat eine Person von etwa dreißig Jahren ins Zimmer. Sie war hübscher als die andern Schwestern und modischer gekleidet. Auch die Art und Weise, wie sie ihren Bruder füßte und Esther die Hand reichte, bezeugte, daß sie in der großen Welt lebte. Klara war Directrice in einem großen Puzwarengeschäft in London . Den Sonnabendnachmittag und den Sonntag verbrachte sie stets zu Hause. Heute war sie etwas früher nach Hause gekommen als sonst.
Mrs. Parsons bot den Besuchern ein Glas Johannisbeervein an, und Lily brachte eine Flasche davon sowie Gläser zusammen auf einem Tablett herein. Klara fragte:
,, Wann wird heute das Mittagessen fertig sein?"
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wundern, der jenseits der Hügel langsam heraufgezogen fam und an dem dunklen, bleifarbenen Himmel stehen blieb.
Als sie ins Haus zurückfamen, sahen sie den alten Farmer, der ganz heimlich vor ihnen dorthin zurückgekehrt war. Er faß neben feiner Frau, hielt ihre Hand in der seinen und streichelte sie in einer rührenden, zärtlich altmodischen Weise. Die ganze Haltung des greisen Ehepaares drückte einen so be feligenden Frieden, ein so vollkommenes Glück aus, daß das Bild sich tief in Esthers Seele eingrub und sie zeitlebens nicht wieder verließ. Es wollte ihr scheinen, als hätte sie noch nie zuvor etwas so Schönes gesehen! So hatten die beiden Leute vor vierzig Jahren zusammengesessen, und so würde es zwischen ihnen bleiben bis an ihr Ende.
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Unwillkürlich mußte sie denken, ob wohl in vierzig Jahren von heute Fred auch so neben ihr ſizen würde?!
Als sie fort mußten, zündete der alte Vater eine Laterne an und ging selbst nach dem Stall, um Pferd und Wagen
Mary sagte, sie müßte noch ein wenig warten. Lily aber herauszuholen. Dann fuhren sie zusammen dahin über das flüsterte ihr zu:
" In einer kleinen halben Stunde." Nachmittags meinte der alte Bater, daß sie im Obstgarten weiter arbeiten müßten. Esther bot vergnügt ihre Hilfe an; aber als sie eben dabei war, den andern aus dem Zimmer hinaus zu folgen, hielt die alte Mutter sie zurück.
jetzt in abendlicher Dunkelheit daliegende Land, an den vereinzelten Lichtern des Dorfes vorüber. Ein Bauer kam ihnen aus der Dunkelheit so lautlos entgegen wie ein Geist. Er trat zur Seite und rief:„ Gute Nacht!" rief in hellem, freudigem Tone zurück: Der alte Vater brummte nur eine Erwiderung, Fred aber
„ Gute Nacht!"
Der Zug raste dahin, zuerst durch Feld und Thal, dann durch Vorstädte, dann über eiserne Brücken, tiefliegende Straßen und an endlosen Lichtreihen vorüber.
,, Willst Du nicht ein paar Minuten bei mir bleiben, mein Noch nie zuvor hatte Esther einen so langen, schönen Tag Kind? Es dauert nicht lange." Und sie zog einen Stuhl verlebt; einen Tag, in dem so alles und alles in vollster heran, und Esther mußte fich an ihrer Seite niederfezen. Ich Harmonie mit ihren Principien und ihrem Charakter gewesen werde Dich vielleicht eine lange Zeit nicht wiedersehen, ia war. Und das alles zusammen diente dazu, eine seltsame Bevielleicht niemals, denn ich bin eine alte Frau, und jeden wegung in ihrer Seele hervorzurufen, und freundlicher, zärtAugenblick kann es Gott gefallen, mich zu sich zu rufen. Darum licher als je zuvor horchte sie auf Freds Liebesworte. wollte ich Dir fagen, mein liebes Kind, daß ich das vollste Vertrauen zu Dir habe. Du wirst meinem Fred eine gute Frau sein, davon bin ich überzeugt, und Fred wird Deinem Kinde ein guter Vater sein; und wenn Gott Euch mit noch mehr Kindern segnen sollte, so wird er Dein erstgeborenes sicherlich niemals weniger gut behandeln, als die andern. Das hat er mir gesagt, und Fred ist ein Mann, der sein Wort hält. Du bist der Versuchung und der Sünde unterlegen, aber Du hast es bereut. Wir sind alle der Versuchung preisgegeben, und wir müssen unablässig zu Gott beten, daß er uns führe und leite, damit wir nicht straucheln."
„ Ich bin sehr zu tadeln, o, ich weiß es, aber-"
( Fortsetzung folgt.),
Ein ,, bakatiftifcher" Roman?
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den
Der ihrem großpreußisch angehauchten Soldatenroman„ Die Wir wollen jest nicht mehr darüber sprechen; wir sind acht am Rhein " allzu reichlich von der bürgerlichen Kritik gealle Sünder, selbst die besten unter uns. Du wirst die Frau lassen. Hatte sie dort das stetige Hineinwachsen der rheinischen Bestreute Lorbeer hat Klara Biebig nicht mehr schlafen meines Sohnes werden, darum bist Du jetzt schon meine völkerung in das 1870/71" geeinte" All- Deutschland auf einer Tochter und mußt dies Haus als Dein Heim betrachten und Art fultureller Basis zu schildern bersucht, fo sehen so oft hierher kommen, wie es nur irgend geht. Ich hoffe, daß wir die Schriftstellerin im neuesten Werke ihrer fräfdas sehr oft sein wird; ich habe meine Kinder gern um mich; tigen Feder: Das schlafende Heer") auf ähnund ich selbst kann nicht mehr viel hinausgehen, also müßt Ihr lichen Bahnen wandeln. Der befestigte Ruf einer unserer schon zu mir kommen. Es ist sehr traurig für mich, daß ich bewährtesten Heimatsdichterinnen genügte Frau Biebig nicht. nicht mehr zur Bibelstunde gehen kann. Seit letzten Weih- Sie strebte im Gefühl reicherer Gebekräfte weg von nachten bin ich nicht mehr dort gewesen; aber vom Küchen- Bezirken der rauhen Eifelberge, um neues Land zu suchen. Nach fenster aus kann ich die andern alle hingehen sehen und kann Observanz ihren Herensabbath feiert, äugte ihr Blid. Da winkte dem Osten, dorthin, wo die preußische Polenpolitik hakatistischer auch sehen, wie glücklich sie aussehen, wenn sie zurückkommen. brachliegender Acker. Da Harrten eines Epifers größeren Man sieht es ihnen dann so recht an, daß sie bei unserm Gott Stils würdige Probleme, die, mit schöpferfrohem Sinne gewesen sind. Die Heilsarmee kommt auch mitunter hier aufzusaugen und fünstlerisch zu gestalten sehr wohl reizen vorüber. Dann bleiben sie drüben auf dem Feldwege stehen konnten und um ihrer Aktualität willen gleichzeitig auch die und singen; ich kann die Worte nicht hören, die sie singen, aber Aussichten auf neuen schriftstellerischen Ruhm zu vermehren ich sehe es ihren Gesichtern deutlich an, daß sie mit unserm Gott geeignet schienen. So unternahm es denn Klara Wiebig, jene sozusammen waren. So, nun habe ich Dir alles gesagt, was ich wohl antipreußischen als antipolnischen Kräfte und Strömungen, die auf dem Herzen hatte, und nun lauf zu Fred hinaus, er wartet besonders in der Provinz Posen gerade jetzt im Werke wären, das " geeinte" Volt zu trennen", durch einen Roman aufzuzeigen. Es schon auf Dich." läßt sich nicht leugnen: sensationellen Stoff gab es da genug, wie ja der Fall" Willich , die Androhung einer Gewaltpolitik im preußischen Herrenhause und letthin der Major Endell- Prozeß zur Genüge lehrten.
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die,
Esther küßte die alte Frau herzlich und ging in den Obstgarten hinaus zu Fred; dieser stand auf einer Leiter und schüttelte die Zweige der Bäume; aber als er Esther sah, kam Wer nun vermeinte, im Viebigschen Roman diesen angedeuteten er herunter, und sein Bruder Harry ging nun an seiner Stelle träften" und" Strömungen" zu begegnen, würde aber doch sehr im hinauf. Esther und Fred füllten zusammen einen Korb mit Irrtum sein. Den strittigen Kernfragen der reaktionären preußischen Alepfeln, dann aber, wie von einem gemeinsamen Impulse ge- Solonisations"-Politik im polnischen Osten ist Klara Biebig aus dem Wege gegangen. Sie begnügte sich mit dem Anschneiden trieben, wanderten sie Hand in Hand durch den Garten und des Rassen Problems, infotveit die Verschiedenheit der blieben auf der kleinen hölzernen Brücke stehen. Sie sprachen Sprache, der Konfession sowie mancherlei oberflächliche Volks wenig, Worte schienen zwischen ihnen nicht nötig zu sein. Sie anschamugen in Frage kommen, ohne indessen die ursächlichen waren beide glücklich, so zusammen zu sein. Sie hörten das Zusammenhänge oder das innerliche Wesen des Polen - und DeutschWasser unter ihren Füßen plätschern, und von weitem hörten tums aus der Tiefe her aufzuhellen. Farbig das soll nicht be fie das dumpfe Geräusch der zu Boden fallenden Aepfel. Ein stritten werden ist das gegebene Bild trotz alledem. Die Ver Leichter Wind fuhr durch die Kronen der Bäume, und welfe fafferin hat sich mit Liebe und Eifer dem Studium von Posens Blätter flogen in Mengen herab. Die Stimmen der Obst- suggestible Schilderungsgabe und Dialektit, so daß es ihr wohl gelang, Land und Leuten hingegeben. Zudem verfügt sie über erstaunliche ſammler ertönten laut in der Stille der abendlichen Dämmerung; fie riefen einander zu, daß ihre Körbe nun voll wären. Dann kamen sie auch auf die kleine Brüde zu dem Brautpaar heran, und alle zusammen blieben noch einen Augenblick dort stehen, um den vollen, roten Mond zu be
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freise für sich einzunehmen. Auch die Stunst äußerst geschickten alle dem Schauplatz jener aufgeworfenen Vorgänge fernstehenden LeserLawierens zwischen gefährlichen Angriffspunkten sei ihr zugesprochen.
*) Egon Fleischel u. Co. Berlin. Preis 6 M.