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Nun schlägt es elf. Zwei Wachleute, die an dieser Straßenede| Stepanowitsch Dlgas Mama besuchte, was sehr oft geschah, naments ihren Dienst versehen, treten in den Bar ein und drängen zum Auf- lich wenn Bapa nicht zu Hause war, guckte Olga durch's Schlüsselbruch; es geht ohne widersetzlichkeit. Einige schwerere Fälle werden loch. Von diesem beständigen Gucken hatte Olga immer rote Augen von Freunden auf die Straße gebracht, mehr getragen als geführt. wie ein Kaninchen.
Ich zähle unter den etwa 100 Leuten, die den Bar verlassen. Die Kaninchen, liebe Kinder, dürft Ihr nicht mit den Hafen ver19 Frauen, 3 mit Kindern an der Hand, ein halbes Dußend mit wechseln. Die Hasen schlafen mit offenen Augen, und die Jäger Kindern im Arm. Es ist keine Uebertreibung, wenn ich sage, daß schießen sie mit Flinten. Die Hasen sind feige, die Löwen aber sind auch nicht eine aller diefer 100 Personen nüchtern war; die meisten tapfer und edel. Löwen kann man in Bilderbüchern oder im zoolowaren sogar schwer betrunken. Nun haben die letzten den Bar ver- gischen Garten an Sonn- und Feiertagen sehen, an denen man für Lassen, die Türen werden gesperrt. Kinder nur die Hälfte zu zahlen braucht.
Das Schöne an der Sache ist: allen ist Genüge geschehen. Die gesetzlichen Maßregeln wurden genau erfüllt: es wurde in einem lizensierten Bar sanitätspolizeilich geprüfte Ware getrunken und teine Minute länger als bis 11 Uhr abends. Diese Kleine Einschränkung muß sich das Publikum gefallen lassen es ist ihm genug Gelegenheit gegeben, von der Freiheit, zu trinken und sich zu betrinken, in den erlaubten Stunden Gebrauch zu machen.
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Olga durchstöberte beständig alle Taschen der Paletots, die im Vorzimmer hingen, in der Hoffnung, Buder, Konfett, Schokolade oder ähnliche Sachen darin zu finden.
Einmal sah Olga auf der Toilette ihrer Mama ein Büchschen mit einer, dem Anschein nach sehr appetitlichen Pasta. Neugierig und leckerig steckte sie sofort den Finger in diese Pasta hinein und begann fie mit großem Wohlbehagen zu verzehren. Die Pasta erwies sich als Lippenpomade, und die Naschkaze holte sich dieses Mal eine starke Magenverstimmung. Aber ihrer Mama sprangen, weil sie feine Lippenpomade hatte, die Lippen auf, worüber Vetter Nikolai Stepanowitsch sehr betrübt war.
Infolge ihrer Naschhaftigkeit und Gefräßigkeit wurde Olga schließlich schrecklich dick. Und als sie einmal im Walde spazieren
Nirgends so sehr wie in England, in diesem Lande eines jahrhundertelangen, mächtigen Kampfes gegen den Alkohol, in diesem Lande der Millionen von Abstinenten, nirgends so sehr wie hier versteht man, was das heißt: das Alkoholkapital der Brenner und Brauherren ist der Feind. Die Er kenntnis des Uebels ist allgemein. Wie könnte es auch anders sein! Aber jeder Versuch einer einer wirksamen Ab- ging, fraßen sie die Wölfe. wehr scheitert an dem einhelligen Widerstand des Alkoholtapitals und der von ihm gestützten Regierung. Im Laufe gerade dieses Jahres, in der eben abgelaufenen Session haben Brauer und Brenner durch die neue Licensing- Bill von der Regierung tatsächlich ein Millionengeschenk erpreßt, das natürlich der Bevölke rung aus der Tasche gezogen wird.
Tausend Fragen werden hier rege, aber nur eine Frage möchte ich aussprechen: kann man annehmen, daß Macht und Monopol gerade des Alkoholfapitals gebrochen werden können innerhalb Sieser kapitalistischen Ordnung der Dinge? Dr. Rich. Fröhlich.
( Nachdrud verboten.)
Das Belte den Kindern.
Von Wladimir Kirjatow.
In den Schaufenstern der Buchhandlungen sieht man oft Jugendschriften und Erzählungen in wertvollen Prachteinbänden mit Goldschnitt. Leider sind die Einbände dieser Bücher ungleich wertvoller als ihr Inhalt.
Ich möchte daher, um die Eltern vor unnüßen Ausgaben für minderwertige Bücher zu bewahren, ein paar Erzählungen für Kinder zum besten geben. Ich bin überzeugt, daß diefe Erzählungen ihrem literarischen Wert nach keineswegs tiefer stehen als die Mehrzahl der modernen Jugendschriften. Ich bin ferner überzeugt, daß sie die jungen Leser interessieren und ihnen vielleicht von Nutzen sein werden. I.
Wanja, der Sohn eines Architekten, welcher sehr schöne Häuser baute, war ein schrecklicher Faulpelz, Schmutzfing und Feigling. Statt zu lernen, bohrte er stundenlang in der Nase, so daß seine Nase schließlich wie eine große Honigbirne aussah.
Die Honigbirnen, liebe Kinder, wachsen besonders in Kleinrußland und bilden dort mit Käsekuchchen, Mehlflößchen und Fett eine Lieblingsspeise der Kleinrussen. Die Kleinrussen kennen einen sehr schönen Tanz, nämlich den Gopat.
Die Unsauberkeit Wanjas ging soweit, daß er sich nie wusch, sondern nur seine schmutzigen Finger ableckte.
Die Katzen belecken sich auch nur, obwohl sie sehr reinliche Tiere sind; sehr viel reinlicher z. B. als die Schweine, die sich niemals beleden. Infolge der Unsauberkeit entstehen bei den Schweinen die Trichinen, obwohl das Schweinefleisch im allgemeinen sehr schmackhaft ist. Die Kazen aber belecken sich deshalb, weil sie keine Hände haben, sich zu waschen, und kein Geld, um Seife zu kaufen. Außerdem war Wanja ein schrecklicher Feigling. Er fürchtete sich sogar vor Mamas Boa, die sie um den Hals trug, wenn sie ins Theater fuhr. Tag für Tag redeten die Eltern Wanja ins Gewissen, er möchte sich doch bessern, ein fleißiger, sauberer, mutiger Knabe werden. Mama pflegte bei solchen Gelegenheiten bitterlich zu weinen, dann zog fie, für den ganzen Tag verstimmt, das Korsett aus und legte sich mit einer Kompresse auf dem Kopf ins Bett, während Papa in den Klub fuhr. Aber nichts half.
Eines Tages faufte der Wirt des großen Hauses, in welchem Wanja mit seinen Eltern wohnte, einen ausgestopften Bären und stellte ihn statt eines Portiers in den Hausflur.
Ms Wanja den ausgestopften Bären erblickte, erschrad er so, daß er auf der Stelle taubstumm wurde.
Bald darauf stürzte das Haus, an welchem Wanjas Papa gerade baute, ein und unter den Trümmern tam Papa ums Leben. Wanjas Mama aber fing unversehens, als sie nahe der Spirituslampe ihre Haare träuselte, Feuer und verbrannte.
Seht! Dahin, liebe Kinder, kann Faulheit, Unsauberkeit und Feigheit führen!
II.
Die fleine Olga war sehr neugierig und zeichnete sich außerdem durch sehr große Naschhaftigkeit aus. So oft Vetter Nikolai
III.
Petja war der Sohn eines Kollegienassessors und ein sehr boshafter, ungezogener Junge. Seine Lieblingsbeschäftigung war es, den Kazen die Barthaare auszureißen, den Leuten die Zunge zu zeigen und Mamas Hüte auf den Ofen zu werfen.
Auf der Straße sprang er fleineren, schwächeren Knaben auf den Rücken und zwang sie, ihn zu tragen.
Einmal, als Betjas Mama Geburtstag hatte und viele Gäste im Saale waren, fing Petja Maitäfer und fezte sie unbemerkt den
Damen in die Kleider.
Ein andres Mal schnitt Betja den Draht der Korridorglocke durch, so daß Mama bei ihrer Rückkehr aus der Markthalle lange warten mußte, bis geöffnet wurde. Das Mittagessen verspätete sich an diesem Tage um zwei Stunden, worüber Papa sehr böse war.
Durch solche und ähnliche Streiche bereitete Petja seinen guten Eltern schrecklichen Kummer. Vor Sorgen begannen ihnen sogar die Haare auszugehen. Petjas Papa wurde fast kahlköpfig und Petjas Mama tämmte sich des Morgens beim Anziehen immer ganze Büschel Haare aus, die sie zu einem Knäuelchen zusammenrollte und schwer seufzend in den Ofen warf.
Einige Male wollte Papa Petja fogar prügeln, aber Betja tat dann immer, als hätte er Bahn- oder Leibschmerzen.
Doch nicht alle Streiche, liebe Kinder, laufen so ungestraft ab! Eines schönen Tages ging Petja, der mit seinen Eltern in der Sommerfrische war, auf dem Felde spazieren, als er plöglich einen schlafenden Riefen erblickte.
Betja beschloß, auch mit dem Riesen seinen Spaß zu treiben. Leise schlich er an den Schläfer heran, steckte ihm ein Büschel Heu in die Nase und setzte es mit Streichhölzchen, die er beständig bei sich trug, in Brand. Da begann der Niese zu niesen. Durch die starte Erschütterung der Luft wurde Petja sechs Meter weit fortgeschleudert und brach im Fallen Arme und Beine. Jetzt ist er ein verkrüppelter Bettler, der auf den Straßen um Almofen bittet.
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Kleines feuilleton.
gc. Der sibirische Wald wird von einem russischen Reisenden in nachstehender Weise beschrieben: Der Wald, die Taiga, beginnt, sobald man den Jenissei überschritten hat. Tannen- und Laubholzwälder ziehen sich längs der Fahrstraße hin; aber die Bäume sind weder ungewöhnlich dick, noch ist ihre Höhe staunenerregend; man empfindet eine Enttäuschung: das soll der sibirische Urwald sein! Man sagt, die Taiga sei lautlos und ihre Blumen dufteten nicht; Insekten summen und die Nadeln der Tannen würzen die Luft mit starkem Harzgeruch. Zuweilen hat menschliche Arbeit dem Walde ein Stück Bandes entrissen; die Felder und Raine sind mit gelben, blaßblauen und roten Blumen besät. So ist der sibirische Wald im Frühling. Jm Hochsommer mag es sein, daß düsteres Schweigen über ihn brütet. Das gleiche gilt von allen russischen Wäldern; die Taiga scheint endlos zu sein; die Zugvögel allein wissen, wo sie aufhört. Am ersten Tage wandert man gedankenlos zwischen diesen Baumriesen, aber je weiter man kommt, ohne ein Ende zu finden, desto höher steigt das Verwundern. Auf einem waldbedeckten Hügel halte ich; meine Blicke, ostwärts gerichtet, schauen nur Wald, unterbrochen von kleinen Erhebungen. Und das gleiche wiederholt sich am nächsten Tage. Hinter der östlichen Grenze des Waldes liegt endlich Jakutsk . Unbekannt jedoch ist, wie weit sich die Taiga nord- und südwärts ausdehnt. Kein Mensch weiß es zu sagen, selbst die im Walde ge= borenen Bauern nicht. Sie wissen nur, daß im Winter fremde Menschen auf Renntieren von Norden kommen, um Brot zu kaufen, doch kennt man diese Leute nicht genauer, weiß nicht, welchen Volkes sie sind oder von wo sie kommen. Die Bevölkerung dieses Waldes ist sehr gering, und sie bemüht sich nicht, Herr dieser Natur zu werden. Bären, Wölfe, Renntiere, Gemsen und Bobel hausen nach den Angaben der Leute in der Wildnis. Der Mensch teilt seine