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Nr. 266.

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Erscheint täglich aufer Montags.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

16. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins­und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin"

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Die Einheitsmarke.

Sonntag, den 12. November 1899.

Es

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.

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die Fertigstellung je eines Linienschiffes auf der Helling, und die Tette große deutsche Werft, die für den deutschen Kriegsschiffsbau in Betracht kommt, die der Aktiengesellschaft Weser", hat seit dem vorigen Frühjahr auch nur einen kleinen Kreuzerbau in Arbeit. Die zweite Nate des Flottengesezes sieht nur weitere fünf Neubauten vor, unter denen sich zwei kleine Krenzer befinden, während acht große Werften mit Leichtigkeit zum mindesten je einen Neubau in Arbeit nehmen fönnen, selbst wenn dies sämtlich große Kreuzer oder Linienschiffe wären. Dabei kommt von der Elbemündung die Nachricht, daß der Vulfan" unweit Brunsbüttel neue Werftanlagen zu schaffen beabsichtige, während die Germania- Werft der Kruppschen Werke in den letzten Jahren fortgesezt eine Entwicklung des Etablissements bei Gaarden in die Wege geleitet hat."( sic!)

Wer nun noch nicht von der Notwendigkeit vermehrter genierter und ungeschickter sind die Pläne der industriellen Interessen noch nicht ausgeplaudert worden, als von diesem Herrn v. Alvensleben, der mit vollendeter Naivetät die Ge­schäfte der Krupp, Schlutow und Konsorten besorgt. schäfte der Krupp, Schlutow und Konsorten besorgt.

Bartikularismus ausrichten kann und was nicht. So lange der Handel zwischen Partitularismus und Partikularismus steht, kann er einen Der lede Husarenritt, den Herr v. Podbielski nach Stuttgart gewissen Widerstand enthalten, selbst wenn, wie im Falle der Einheits­und München unternommen hat, um eine einheitliche Postmarke für marte, der großstaatliche Partitularismus das historisch bessere Recht das Deutsche Reich zu erobern, hat in Stuttgart zum Ziele geführt, auf seiner Seite hat. So wie aber die Frage zwischen Bartikularis­aber nicht in München . So weit man sich in München aus Gründen mus und Nation gestellt ist, kann der mittelstaatliche Partikularismus des guten Geschmacks und Tatts gegen die borussisch- hohenzollernschen immer nur der getreue Gefolgsmann des großstaatlichen Bartikularis­Embleme gewehrt hat, mit denen die neuen Marken verziert werden mus sein. Was die einfachste Logik lehrt, das bestätigt die alltägliche sollen, verstehen wir den Widerstand schon, aber wir bewundern keines- Erfahrung. Man neune uns aus der unzähligen Reihe der wegs das triumphierende Gegader, das der bayrische Patriotismus Attentate, die der preußische Partikularismus seit dem Bestehen in Frack und Kutte über den eiligen Rückzug des des neuen Deutschen Reichs auf die Freiheit und das ungeschickten Angreifers erhebt. Am vernünftigsten scheint uns bei Recht der deutschen Nation gemacht hat, auch nur eines, der ganzen Affaire die württembergische Regierung abgeschnitten zu bei dem sich der bayrische oder überhaupt irgend ein haben, die sich im Interesse eines dankenswerten Verkehrsfortschritts mittelstaatlicher Bartikularismus ernsthaft widersetzt hätte. über alle dogmatischen und partikularistischen Empfindlichkeiten giebt nicht einen Fall dieser Art, und wird auch nie einen geben. Schiffsbauten überzeugt ist, dem ist nicht zu helfen! Un­hinweggesetzt hat, auch wo solche Empfindlichkeiten ihrem besonderen Dabei versteht sich von selbst, daß, soweit in den deutschen Mittel­Standpunkte sehr nahe liegen mochten. und Kleinstaaten freiheitlichere Institutionen bestehen, als in Preußen, So bald wird die Frage der Einheitsmarke nicht wieder auf diese Institutionen auch von der socialdemokratischen Partei geschützt tauchen, aber ehe sie für absehbare Zeit vom Schauplaze verschwindet, und nach Kräften in freiheitlichem Sinne weiter entwickelt werden; möchten wir ihr noch einige Lehren ablesen, die unter den gegen die Arbeiterklasse verschmäht teine Handhabe, die ihren Emanzipations­wärtigen Zeitläuften einmal wieder zu betonen ganz gut sein mag. tampf fördern kann. An dieser Taktik wäre höchstens dann etwas An den Präsidenten des deutschen Flottenvereins Neu sind diese Lehren keineswegs; speciell den deutschen Arbeitern auszuseßen, wenn man darüber vergäße, daß der entscheidende hat Kaiser Wilhelm II. , wie Wolffs Telegraphen- Bureau mit­sind sie schon vor einem Menschenalter recht nachdrücklich eingeprägt Kampfplatz nicht in Dresden , München oder Stuttgart , sondern in teilt, folgendes Telegramm geschickt: worden. Gerade jetzt vor dreißig Jahren, zu einer Zeit, wo sich die Berlin liegt, daß die Wettermacher des großstaatlichen Partikularis­preußische Junterwirtschaft noch unausstehlicher machte, als gewöhnlich, mus den etwaigen Sonnenschein des mittel- und kleinstaatlichen hegten manche Arbeiter die Hoffnung, der preußische Despotismus werde Partikularismus sehr bald in rabenschwarze Nacht verwandeln können. sich von dem freiheitlicheren Boden eines deutschen Mittelstaates aus Man denke an die schnelle Metamorphose des Königreichs Sachsen erfolgreich bekämpfen lassen. Darüber sind innerhalb des deutschen aus dem sozusagen freiheitlichsten in den reaktionärsten Staat Proletariats mehr oder minder heftige Stämpfe geführt worden, die Deutschlands ! Je gefährlicher der preußische Partikularismus ist, unter den damaligen Verhältnissen auch ihren guten Sinn hatten, umso weniger darf man ihm den Rücken kehren. so wenig sie heute verstanden werden würden. Denn der deutsche Mittelstaat, durch dessen liberale Einrichtungen dem leberwuchern des preußischen Junkertums ein Paroli geboten werden sollte, war kein anderer, als das Königreich Sachsen.

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Aber man darf auch nie den mittelstaatlichen Partitularismus gegen ihn ausspielen; kann man den Teufel nicht durch Beelzebub austreiben, so noch viel weniger Beelzebub durch den Teufel. Die bayrischen Reservatrechte sind in ihrer Art nicht minder reaktionär, als die preußischen Junkerprivilegien, nnd die Arbeiterklasse vertritt allemal die großen Interessen der Nation gegen den dynastischen Partikularismus, mag er mun schwarzweiß oder blauweiß oder sonst­

Die seitdem aufgewachsene Generation wird das kaum begreifen, aber trotzdem war es so, und es war auch dazumal viel vernünftiger, als wenn heute behauptet werden sollte, hinter den Wällen der bayrischen Reservatrechte ließe sich dem Vordringen des preußischen wie gefärbt sein. Junkertums ein siegreicher Widerstand entgegenseßen. Wir sind weit entfernt, zu behaupten, daß irgend ein deutscher Socialdemokrat diesen Aberglauben hegt, allein es läßt sich nicht leugnen, daß gerade in denjenigen bürgerlichen Parteien, die der Socialdemokratie noch am nächsten stehen, schon seit Jahr und Tag eine solche Meinung

es die preußischen Junker treiben,

um

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Politische Ueberlicht.

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Leglingen, Schloß. 10. November. Fürst zu Wied Durchlaucht, Berlin .

Für die zur Erwerbung der Samoa- Inseln namens des Kolonialrats mir dargebrachten Glückwünsche spreche Ihnen und fämtlichen Mitgliedern des Kolonialrats meinen innigen Dant aus. Mit Befriedigung können wir auf das Erreichte blicken und das Bewußtsein erfüllt uns mit freudigem Stolze, daß die braven Seeleute, die dort im Dienste von Kaiser und Reich ihr Leben dahin­gegeben, nicht umsonst das Opfer gebracht haben. Es soll dies aber zu gleich für uns eine Mahnung und ein Ansporn sein, nun auch unsrerseits die Opfer nicht zu scheuen, die notwendig sind, um unsere Wehr­fraft zur See so zu stärken, wie es zu einer fruchtbringenden Entwickelung unseres kolonialen Besizes und zur Hebung unseres nationalen Wohlstandes unerläßlich ist. Ich weiß, daß ich hierbei auf den treuen Beistand des Kolonialrats rechnen fam.

Wilhelm II , Die Offenherzigkeit, mit welcher der deutsche Kaiser die Erwerbung des Bißchen" Samoa mit der drohenden Flotten­vorlage in Verbindung und Zusammenhang bringt, kann von den Gegnern der uferlosen Flottenpläne nur begrüßt werden. Der Kaiser bestätigt, daß die winzige Erwerbung im Stillen Ocean zur Begründung der neuen Flottenforderungen dienen

Berlin , den 11. November. Warum neue Flottenbewilligungen notwendig sind. um sich greift, und zwar aus feineswegs unverständ- Außer von den Offiziöfen der Berliner Korrespondenz", soll, die hundertmal mehr Kosten bereiten werden als der lichen Gründen. Je unverantwortlicher und unverschämter der Norddeutschen Allgemeinen" und dem galizischen Herrn wirtschaftliche Vorteil von Samoa für alle Zeiten ausmachen so näher liegt die Schweinburg wird das deutsche Volk noch von einer ganzen kann. Dazu kommt, daß die Annexion von Samoa wirt­Schlußfolgerung: Gegen diesen gemeingefährlichen Landschaden müssen Anzahl geheimer Agitatoren für die Flottenvorlage bearbeitet. schaftlich keinerlei Vorteile bringt, die wir nicht auch ohne Bundesgenossen angeworben werden, wo sie irgend zu finden sind; Ein eklatantes Beispiel dafür liefert ein im Verlage von Annegion gehabt hätten, und politisch bringt sie nicht nur lieber noch der Regen der bayrischen Reservatrechte, als die Traufe Hugo Steinig zu Berlin erschienenes Wert eines Herrn teine Vorteile, sondern positive Nachteile, insofern sie der preußischen Junkerprivilegien. Allein mit solchen verärgerten St. v. Alvensleben: Was muß man von der Kriegsmarine bestimmt ist, einer uferlosen Welt- und Flottenpolitik Substanz Stimmungen macht man keine Politik, was gerade der sozusagen wissen?" Wer sich das Heft in der naiven Meinung kauft, und eine gewisse materielle Grundlage zu geben. radikale Spießbürger aus tausendfältiger Erfahrung wiffen sollte, eine objektive Darstellung der Verhältnisse unserer Kriegs- Alle unjere sogenannten Kolonien zusammengenommen und es wäre sehr zu beklagen, wenn seine verdrießliche Laune in marine zu erwerben, wird zu seinem Schmerze schon bei den fügen der Macht und dem Nationalreichtum Deutschlands diesem Punkte je auf Arbeiterkreise abfärben würde. ersten Zeilen merken, daß er sein gutes Geld für die nicht einen Mann und einen Groschen hinzu.

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Gerade der Zwischenfall mit der Einheitsmarke ist außerordent- Agitationsschrift eines Aegir- Enthusiasten geopfert Im Gegenteil, sie legen uns schwere Opfer auf, und würden, lich geeignet, flarzustellen, was mit den bayrischen Reservatrechten hat. Es heißt da gleich in der Einleitung: Unsere wenn sie unseren Marinisten die Verwirklichung ihrer durch gegen die preußischen Junkerprivilegien oder, um die Frage all- 3ukunft liegt auf dem Wasser", hat unser und durch reaktionären, nur dem Zuchthauskurs dienen. gemeiner zu fassen, was mit den mittel- und Kleinstaatlichen gegen Staiser gesagt und das deutsche Volk hat ihm zu den Pläne ermöglichte, unserem Vaterlande schwere Ge­den großstaatlichen Partitularismus auszurichten ist. Der groß gejauchzt. Diesem Enthusiasmus für die deutsche Kriegsflotte fahren bereiten.

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Deutsches Reich.

staatliche Partitularismus, der, eben weil er großstaatlich ist, sich kommt das vorliegende Buch entgegen". Das ist zwar sehr Unsere Vertreter im Reichstag werden dies zum Ausdruck den Verkehrsbedürfnissen der modernen Welt eher fügen muß, schön von dem vorliegenden Buche", die Sache mit dem bringen. Sie werden das deutsche Volk vor der Gefahr als der mittel- und fleinstaatliche Bartikularismus fich Enthusiasmus stimmt aber deshalb doch nicht ganz. Herr warnen und es zum äußersten Widerstand aufrufen gegen ein ihnen zu fügen braucht, plant einen erfreulichen Ver- b. Alvensleben freilich mag wohl nur ein Ohr haben für den System, das die schweren Mißstände im Innern über kehrs- Fortschritt, behängt ihn aber nach seiner Art mit Wasser- Enthusiasmus; deshalb sagt er auch bei der Erwäh- Scheinerfolgen nach außen vergißt. allerlei partikularistischen Schnurrpfeifereien. Wollte der mittelstaatliche nung der Heldenthaten von Kiautschou , wo die Chinesen Nicht auf dem Wasser liegt unsere Zukunft. Sie liegt Bartikularismus nun sein Einspruchsrecht in volksfreundlicher Weise teinen Widerstand leisteten":" Seitdem machte sich eine große auf dem Land, sie liegt in unserem deutschen Land; gebrauchen, so müßte er sagen: Schön, den Verkehrsfortschritt nehme Begeisterung für die Flotte im ganzen Deutschen Reich geltend, und wenn es nicht eine Zukunft der internationalen Verwick­ich dankbar an, aber weg mit euren partikularistischen Schnurr der gegenüber die Gegnerfchweigen mußten". lungen und Gefahren sein soll, müssen wir unser Vaterland pfeifereien! Statt dessen fagt er: So gut wie ihr euere parti- Nachdem dann der Verfasser ein klagelied darüber angestimmt von dem System der Kolonial, Flotten und tularistischen Schnurrpfeifereien habt, will ich meine partitularistischen hat, daß Deutschland auch nach dem Flottengesetz von 1898 Arbeitswilligen" Politik befreien.- Schnurrpfeifereien haben, und ehe ich darauf verzichte, vereitele ich noch viel zu wenig für seine Kriegsmarine thäte, meint er kurz lieber den Verkehrsfortschritt. Für diese heroische That sich zu begeistern, entschlossen:" Irgend welche finanzwirtschaftlichen Bedenken können nur deutsche Spießbürger fertig bringen, denen im demo- gegen die Vermehrung der deutschen Kriegsflotte liegen nicht tratischen Mannesbusen bei alledem ein königstreues Herz schlägt. vor, während die hohe Bedeutung und fortgesetzt rasche Die Verhandlung gegen Dr. Arons, die am 18. vor dem So aber, wie der bayrische Partitularismus gehandelt hat, Steigerung unserer See- Interessen so I che Verstärkung Disciplinarhofe für nicht richterliche Beamte stattfindet, hat nicht, mußte er seiner Natur und seinem Wesen nach handeln. Die unabweislich fordern und scheint ein rascheres wie vielfach angenommen wird, den Charakter einer entscheidenden bayrischen Reservatrechte sind niemals eine Magna Charta ber Tempo in Ausführung des deutschen Flottengesetes nicht richterliche Beamte stammt aus der Zeit der trasfesten Reaktion, Gerichtsverhandlung höherer Justanz. Das Disciplinargefeß für bürgerlichen Freiheit, sie sind immer nur dynastisch- partikula- dringend geboten". Trotz der grausamen Mißhandlung der aus dem Jahre 1852 und ist seiner Zeit gegeben worden, ganz be­ristische Vorbehalte gewesen. Als Bismard im Jahre 1868 die deutschen Sprache kann man dem letzten Satze das begeisterte fonders zu dem Zwecke, die Verwaltungsbeamten auf Gnade und Behauptung aufstellte, Preußen sei für die Süddeutschen zu Eintreten seines Urhebers für den allerneuesten Flottenplan Ungnade der Regierung zu unterwerfen und ihnen keine selbständige liberal, erweďte er allgeiaeines Hohngelächte r, allein die bayrische entnehmen. Dabei ist aber sehr interessant, daß das Werk Regung zu geftatten. Es hat neben manchen anderen Absonders Regierung hieb ihn zwei Jahre darauf einigermaßen heraus, indem spätestens Mitte Oktober bereits herausgegeben worden lichkeiten die, daß als entscheidende Behörde zweiter Instanz sie bei den Versailler Verhandlungen auch nicht den fleinen Finger ist, also noch vor der Hamburgischen Kaiserrede. rührte, um die so ungemein spärlich bemessenen Volksrechte in der deutschen Reichsverfassung zu erweiten, wohl aber mit beiden Händen daran arbeitete, das dürftige Maß von Freiheit, das der preußische Bartikularismus zu gewähren bereit war, zu Ehren und Gunsten des bayrischen Partitularismus zu beschneiden. Bekanntlich wollte der damalige Kronprinz, der in seiner Art ein bürgerlich­der in seiner Art ein bürgerlich deutscher Ideologe war, den bayrischen Widerstand. durch den Druck einer nationalen Bewegung brechen, allein Bismard war dagegen und bewilligte lieber die bayrischen Reservatrechte, aus dem triftigen Grunde, daß der eine Partikularismus nur auf die Gefahr des eignen Unterganges eine nationale Bewegung gegen den andern Partikularismus entfesseln kann.

Diese Entstehung der bayrischen Reservatrechte zeigt zur Genüge, was der mittelstaatliche Partitularismus gegen den großstaatlichen

Eine Erklärung dieser mindestens recht auffälligen Vor­ahnung dürften vielleicht die folgenden Zeilen enthalten. Der Verfasser spricht davon, daß die Staatswerften mit leichter Mühe mehr Schiffe herzustellen vermöchten, und fährt dann fort:

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nicht ein unabhängiger Gerichtshof, sondern das Staats­ministerium selbst fungiert, also dieselbe Behörde, gegen deren wichtigen Fällen die Anklage direkt veranlaßt haben muß. Die alte Willen die Anklage nie erhoben werden kann, und die in allen Inquisitionsmarime also, die man aus dem gerichtlichen Verfahren glücklich herausgebracht hat, daß Ankläger und Richter eine Person sind, ist in diesem vortrefflichen Disciplinarverfahren ausdrücklich aufrecht erhalten.

Auf unseren Privatwerften(!) ist auch nicht Ueberfluß au Arbeit. Das große Etablissentent des Stettiner Vulkan ist schon Aber einen Schein von Garantie einer unabhängigen Rechtsa seit Monaten nicht mehr am deutschen Kriegsschiffsbau beteiligt. pflege hat man auch den diesem Gesetze unterworfenen Beamten ge­nachdem der letzte Streuzer Hanja" zur Ablieferung an die lassen. Er besteht in der Einrichtung des Disciplinars Marineverwaltung gelangte. Die Germania Werft der ho fes. Diese Behörde ist zusammengesezt aus einem Präsi Firma Krupp wird demnächst nur einen kleinen Kreuzer auf denten und zehn Mitgliedern, von denen nach dem Geseze Stapel haben, sobald in einigen Wochen der Ersatzbau für den mindestens vier Mitglieder des preußischen Obertribunals sein König Wilhelm" zu Wasser gelaffen sein wird. Die Werften von müssen. Seitdem durch die Neichs- Justizgesetze dieser Gerichtshof Schichau zu Danzig und. Blohm u. Voß in Hamburg be- aufgehoben ist, müssen die vier richterlichen Mitglieder dem Kammer­schränken ihre ganze Thätigkeit im Flottenbau gegenwärtig auf gerichte angehören. Die übrigen Mitglieder sind Verwaltungs­