Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 53.
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Mittwoch, den 15. März.
( Nachdrud verboten.)
Statt aller Antwort knöpfte er den dünnen Kittel auf. Ein offenes, schmutziges Hemd. Es hielt über der nackten Bruſt nicht zusammen.
" Jesus Maria!" sagte sie und starrte darauf hin. Ihre Stirn zog sich in Falten. So näherten sich die zueinander geneigten Brauen noch mehr.
Er schlug den Rock wieder zusammen. Soll ich absteigen, Pani?"
" Ich denke, Ihr wollt ins Dorf..
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Wenn Ihr mich mitnehmt" Er freute sich, daß er noch sitzen bleiben durfte. Sie aber dachte nur an die bloße Brust. Es wird noch kälter zum Abend. Wo schlaft Ihr?" Er zuckte die Achseln.„ Wer will das sagen?" Aber als sie wieder ein Ende weiter waren und das erste Haus vor ihnen lag, sprach er:
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Wollt Ihr Euren Namen nennen, Pani? Wenn man so geht, durch den Wind- und alles kalt, dunkel da denkt man vieles. Mehr Böses als Gutes, verlaßt Euch darauf! Aber nennt den Namen, daß ich dazwischen an was Gutes denken kann. Nur wie man Euch rust."
Gerade kamen zwei Burschen des Weges.
,, Wo habt Ihr den Bräutigam her, Andrea?" fragte der eine. Weil Julian Libelt heut' Verlobung hat?"
„ Eben deswegen," gab sie zur Antwort. Und zum Fremden:„ Da hörtet Ihr ja."
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Andrea Andrea- Andrea," sprach er vor sich hin. Da blieb auch Anton schon vor der Hütte stehen. „ Und hier wohnt Ihr!"
"
Er kletterte vom Wagen. Mögen die Heiligen segnen, Andrea. Man trifft wenig Gutes auf der Welt. danke Euch!"
Euch Ich
Er wollte gehen, ohne einen Augenblick nur zu zögern. Mit seinem dünnen Kittel durch Wind, Kälte, Abend... Es wird dunkel werden, er wird noch immer wandern. Das Eis im See wird krachen, und die breite bloße Brust ist nicht geschützt.
1905
Der Riese erhob sich. In seinem Gesicht war etwas wie Scham, eine stumme Qual. Aber der Hunger war stärker. Gebeugten Hauptes, einen Dank murmelnd, griff er nach dem Napf und aẞ.
Das Mädchen löffelte aus dem Topf, während die Alte schwätzte... dies und das aus dem Dorfe.
Auch das Holz ging zur Neige. Aus dem Walde mußte neues geholt werden. Viel verzehrte der Ofen in diesen kalten Tagen. Ach, Armut hatte bittere Sorgen!
Markus Kabat hörte es mit an. Er war fertig mit Essen . Dann langte er in die Tasche. Er mußte eine Weile fuchen, bis er zwei abgescheuerte Groschen zum Vorschein brachte. Arm zu arm, murmelte er. Ich habe hier noch gerade etwas, Pani... mun brauche ich keinen Schnaps." Und schob unsicher die Münzen über den Tisch.
wieder. Sie strich das Geld zurück. Da bekam die schöne Andrea ihr hochmütiges Gesicht Steckt es ein!"
„ Ein Wirtshaus haben wir nicht.
"
er an zu schimpfen. Wie Ihr wollt!" Das klang fast trozig. Und grob fing
vieh verkommt man. Am Wege frepiert- fragt kein Mensch Allen müßte es an die Gurgel gehen allen. Wie ein nach einem. Nur das Dorf schimpft, das einen verscharren nach einem. Nur das Dorf schimpft, das einen verscharren ,, Laßt das wüste Gerede," gebot die Alte.„ Alles tut Gott . Wir aber müssen tragen und arbeiten. Ihr seid ein fräftiger Mensch."
muß."
Er ging mit großen Schritten auf und ab, strich über die es Zeit wäre, weiter zu wandern. Hobelbank und sah dazwischen nach Müze und Felleisen, als ob
blickte Markus Rabat auf die Majern des Holzes und auf das Ein halbfertiger Tisch war in die Ecke gerückt. Prüfend ganze Stück, flopfte daran herum und schüttelte den Kopf. ,, Was gibt's da zu sehen?" fragte Andrea, die draußen ihr Milchgeld gezählt hatte. Sie nahm ihr Tuch um; sie wollte herumspringen und abliefern.
,, Keine Arbeit, brummte der Fremde. Wie von Anno
Toback."
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Gut genug für's Dorf."
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nicht" ab," fiel die Mutter böse ein. Bestellt hat er ihn. Und der Schuft, der Blutsauger, nimmt ihn überhaupt Se," rief sie. Ein Dienst um den anderen. Seid Ihrigen lassen. Der Tisch ist halb fertig, Holz foſtet Geld. ErPan Rezmian," sage ich, Ihr werdet zwei arme Frauen nicht gefahren, so helft mir auch die Kannen abladen."
Scheu sah er sie an. Doch gehorsam stellte er den Stock beiseite und nahm in jede Hand gleich ein paar der klappernden Blechgefäße, während Andrea dem Efel das Baumzeug abband. Immer nur hier hinein... erst Anton, dann wir." Und als sie ihn nachher in die Stube mitnahm, sagte sie: " Ich habe Hülfe, Mutter."
" Wen bringst Du da?"
Weiß den Namen nicht. Aber ihn friert." Der baumlange Kerl hatte die Augen eines geprügelten Hundes. Die dumpfe Wärme der bäuerlichen Stube umfing ihn. Halb sehnsüchtig starrte er nach dem Feuer.„ Kabat heiß ich... Markus Stabat," sagte er unbeholfen. Ich grüß' das Handwerk."
Denn er fah die Tischlergerätschaften vom Pan Falk selig, der im selbstverfertigten Sarge schlief, herumstehen. Grüß wieder," seufzte die Alte, aber es ist vorbei mit allem, mit Wiege, Sarg, Tisch und Stuhl. Hier geht kein Hobel mehr. Doch wärmt Euch, Pan... wärmt Euch. Wir frieren alle im Grabe noch genug."
Im Leben mehr, Pani... Gott segne Euch.. wenn Ihr erlaubt!"
Und im Nu war er beim brennenden Feuer, hielt die Hände davor, blies hinein, atmete auf. Daß der wärmende Hauch der Flamme auch sein Gesicht träfe, fauerte er sich nieder. Eine wohlige Müdigkeit überlief ihn... sie ging durch den ganzen Körper.
Die schöne Andrea hatte derweil den Suppentopf aus der Röhre genommen. Sie wechselte mit der Mutter einen Blick. Dann goß sie die Hälfte der Suppe in einen kleinen Napf, legte einen Zinnlöffel dazu und sagte:„ Arm zu arm, Pan Kabat, oder wie Ihr sonst heißen möget... Lagt jetzt das Feuer und wärmt von innen. Es wird besser schmecken als talte Milch."
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ſezt die Kosten!" Er aber lacht. Was soll ich mit einem dann ja!" Nun steht er hier im Winkel, daß Gott erbarm! Die Arbeitshalbfertigen Tisch? Laßt ihn fertig machen löhne in der Stadt sind zu hoch. Nichts würde für uns übrig
bleiben."
Markus Rabat hob die einzelnen Stücke. Seine Brust arbeitete; es ward ihm heiß. Die dumpfe Wärme war wohl schuld. Wenn alles hier ist, Pani wie wär's, wenn ich probierte?"
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„ Und ihn fertig macht? Richtig, richtig, Ihr habt das Handwerk gelernt. Aber die Zeiten sind schlecht, niemand will bezahlen. Was wollt Ihr dafür?"
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Nun wurde der Lange zornig. Gut, gut," schrie er und schlug mit der Faust auf den richtigen Tisch, daß er wackelte. Ich sehe, Ihr wollt mich beleidigen, Pani! Ich fahre mit Eurer Tochter, ich empfange hier Wohltaten, ich wärme mich, ich esse. Nun gut. Geld wollt Ihr nicht. Was soll ich tun? Ich will Euch die Arbeit machen. Ihr aber fragt, was ich dafür will. Nichts will ich nichts. Aber ich gehe schon, feine Furcht, Pani- ich gehe." In Zorn und Wut griff ev nach seinen Sachen.
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Die Alte war sprachlos.„ Nichts? nichts?" und am Rockschoß hielt sie ihn fest. Aber, wenn Ihr nichts wollt, warum lauft Ihr weg?"
"
Sie verstand es nicht.„ Seltsame Menschen hat Gott geschaffen. Dem einen fehlt es hier"( fie tippte auf die Stirn), dem anderen da-"( fie schlug gegen die Tasche). Und für sich: Euch, guter Freund, an beiden Stellen."
Andrea stand noch immer mit dem Umschlagetuch an der Tür, die Klinke schon in der Hand. Ich muß abrechnen, Mutter. Bis ich zurückomme, hast Du ja Unterhaltung."
Mit ihrem furzen, etwas harten Lachen ging sie. Der