Unterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 55. dar in mod zdani
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Freitag, den 17. März.insaltede adm 1905
( Nachdrud verboten.)
5] Die
Die fchöne Andrea.
Der Schnee lag noch überall. Aber auf den Wegen war er eingetreten und von harter Glätte, besonders dort, wo die Räder gegangen waren. Man mußte vorsichtig sein, um nicht auszugleiten.
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Im Walde war eine Menge Reisig. Aber Andrea ging vorüber. Das kommt zum Schluß," sagte sie. Dann holte sie die Stange vor, sette den Haken auf und wies empor. Versucht Eure Kraft!"
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Ordentlich erschrocken trat er zurück. Der dicke Ast da? Schön, schön, aber wenn der Förster es sieht--?" Der Förster fann nicht überall sein. Und wenn auch, laßt ihn kommen. Beide Augen macht er zu und geht vorbei." Ein guter Mensch, wahrlich!" Er lachte. Schon griff das Eisen nach dem Holz. Aber plötzlich:„ Geht er an jedem vorbei oder nur an Euch, Pani?"
" Ihr habt immer eine neue Frage," erwiderte sie achselzuckend.
Noch zweimal an demselben Tage fuhr der Karren hin und zurück. Dann war wieder Vorrat da.
Am Abend waren sie beide müde. Markus Kabat arbeitete nicht. Er rauchte eine kurze Pfeife und saß abseits auf der Bank. Das Mädchen gähnte und fühlte sich nicht recht. Wo tut's weh?" fragte die Mutter. Ach, der Kopf
Walde!"
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-zu viel gebückt beim Hacken im
Mache das Haar los alles wird leichter!"
Man wird ja bald schlafen gehen," erwiderte Andrea und zog die Nadeln heraus. Sie war wirklich schläfrig und bastelte lange. Dann seufzte sie auf und fing mit beiden Händen, rechts und links, das dunkle, schwere Haar und warf es nach rückwärts. Es war lang und ging wie eine dunkle Flut über die Schultern.
„ Der Pan Kabat ist heute auch stiller." Dabei gähnte sie wieder und fah ihn an. Doch als hätte sie jemand angepackt, machte sie eine Bewegung-- nach rückwärts. Ihr bräunlich Gesicht färbte sich röter.
Sie hatte einen ungezähmten, wilden, seltsamen Blick aufgefangen. Mit diesem Blick hatte der schweigende Tischler sie angestarrt. Und der Blick hatte solche Kraft, daß sie rot Und während er jetzt mit voller Kraft 30g, sprach er in und zornig ward, jäh ihr Haar aufnahm und es lose knotete. Abfäßen:„ Es ist... fein Geheimnis, daß er Euer Liebster Ich gehe schlafen. Gute Nacht!" Raschen Schrittes war. Nun macht er Hochzeit mit der anderen. Ihr aber tragt ging sie ins Nebenzimmer. Scharf schloß sie in der unwillkür. ihn im Herzen." lichen Erregung die Tür.f
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Krach, der Ast zitterte, brach. Er hing herunter, aber das Eisen war nicht eher zufrieden, als bis er in die Tiefe sauste. Hochauf flog der Schnee.
Die schöne Andrea griff nach dem Beil und hieb die Zweige ab. Sie schlug fräftiger, als es nötig war. Dann hob sie den Kopf. Sehe ich aus wie eine, die einem nachläuft, der sie nicht will?" fragte sie furz, herb.„ Man ist leicht in den Mäulern der Leute, doch schwer wieder heraus."
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Am nächsten Tage Markus Kabat trug ein bestelltes Stück abbastelte sie am Riegel. Alle Jahre über war dieser Riegel an der Verbindungstür zwischen den beiden Räumen nicht bewegt worden. Er war völlig eingerostet. big
Die Mutter schalt, ob sie nichts Besseres vorhabe. Da sagte sie:„ Nein" und holte aus der Werkstatt den Hammer. Mit ein paar wuchtigen Schlägen trieb sie den Riegel vor, fettete ihn ein, schlug ihn zurück, bis er sich leidlich schieben ließ. Am Abend hörte es Markus Kabat deutlich, wie er vorsprang.
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Markus Rabat nahm schon einen neuen, noch stärkeren Ast vor. Was wollt Ihr, Pani? Ich lebe schon bei Euch eine ganze Zeit. Aber keiner, der ums Haus schleicht wie der Marder, keiner, dem Ihr eigen seid! Und doch seid Ihr in den Jahren und schön, schön! Man könnte es nicht begreifen, wenn nicht einer dahintersteckte. Einer, den Ihr nicht vergessen jetzt der„ schöne Anton" genannt. Der Wirtssohn hatte es könnt. hr lebt wie eine Nonne und Heilige!"
Sie hatte nur ein kurzes Zucken des Hauptes gehabt, als er von ihrer Schönheit sprach. Es klang ehrlich. Er blickte sie nicht an, sondern immer nach oben. Der Haken wollte nicht recht fassen.
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macht.
Und die Liebe," fügte er hinzu, ist ein großes Glück." Der Ast war zerkleinert. Die Arbeit hatte sie heiß ge
" Ich brauche keinen," sagte sie abweisend.
Wohl, wohl," nun kam neues Holz herunter, biele Wunden schlägt die Liebe. Man begreift es nicht. Warum hat der Grünrock Euch verlassen? Ich mun ich muß jagen: das würde ich nicht verstehen. Nur weil die Schulzentochter schöner ist-?"
Nach dem Muster der schönen Andrea" wurde der Esel
aufgebracht.
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Aber er war gar nicht mehr schön, auch als Esel nicht. Er hatte seine Lebensarbeit geleistet, seine Höhe überschritten. Der Schwanz hing immer gleichgültiger herab, der Wedel unten zudte und ruckte kaum; tiefer sant auch der Kopf. Das Alter Trott langsamer ward. Zuerst hatte die schöne Andrea vermachte sich sichtbar. Vor allem darin, daß der gleichmäßige
sucht, ihren Anton aufzumuntern. Es half nichts. Da ließ _sie ihn gehen, wie er wollte, und we froh, daß sie vorwärts fam. Denn noch eine andere Eigenheit bildete sich bei dem Grauchen aus. Mitten auf der Chaussee blieb es mit einem Male stehen, als hätte ein gar zu tiefsinniger Gedanke ihm den Sinn für Pflicht und Beruf genommen. Nicht lange, gutes Zureden half schnell. Und der langsame Trott begann wieder.
Da fuhr das Mädchen auf.„ Schöner?" Ihre Augen blizten wieder. Barmherziger Himmel, es war ein Zorn in Gott, als er sie erschaffen. Aber Geld, Pan Kabat, Geld, Geld!"
Sie schrie es förmlich, doch merkte sie bald, wie sehr sie sich verriet. Da zudte sie mit den vollen Schultern: Was geht's mich an!"
,, Eben!" nickte er.„ Erregt Euch nicht!"
Lächelte er? Sie schielte, während sie den neuen Ait zerhackte, nach ihm hin. Aber erst als die Karre vollgepackt war, sagte sie:„ Man muß vorsichtig sein bei Euch, Pan Kabat!" Sie sah zu, wie er den Karren anhob. Keuchend schob er ihn vorwärts, das Rad ächzte, die Holzladung war zu groß. Das schlimmstedie hügelige Chaussee kam noch.
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Ruhig ging Andrea neben dem Karren her. Sie hatte den Griff des Beiles kurz gefaßt und trug es so. Sie erschien wehrhaft dadurch und von den anderen unterschieden.
Mechzend stellte der Tischler jetzt den Karren hin. Da blickte sie auf: Ihr seid müde? Man glaubt nicht, wie schwer das Holz wiegt! Ruht Euch ein paar Minuten."
Der Gedanke, zu helfen, kam ihr nicht.
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Da konnte die schöne Andrea nach Herzenslust nachdenken. Doch Herzenslust war nicht dabei, vielmehr dumpfes Drängen und Bedrängtsein. Sie dachte wohl oft an Julian Libelt, den Förster. Aber an etwas anderes noch.
An Markus Rabat?
Nein, nicht an ihn eigentlich. Was ging er sie an! Doch an den Abend, als sie das Haai aufgebunden hatte. Es war bei dem Blick, den sie gesehen, so viel Zorn in ihr aufgestiegen und und etwas wie Abscheu. Fortstoßen hätte sie ihn können.
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Und das war so seltsam. Es lag dahinter etwas, aber ihr Kopf war nicht beweglich genug, es flar zu erfassen. Sie war hier im Dorf aufgewachsen und die Schönste. Kannte also solchen Blick, pah, man drehte sich weg! Nichts einfacher! Hier jedoch
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Sie schüttelte den Kopf und quälte sich dumpf und stumpf. Warum war gerade gegen ihn Zorn und Abscheu so groß?
Da sah sie bei der Rückkehr von weitem einen Mann auf der Schwelle ihres Hauses stehen, etwas schräg, den ganzen