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Als vor mehreren Jahren bedeutende, den Markt beherrschende Handschuhfabrikanten parfümierte Handschuhe in den Handel brachten, glaubte man auch, es mit einer Reuheit zu tun zu haben, doch zu Unrecht, denn die mit den verschiedensten Blumendüften parfümierten Handschuhe sind eine Erfindung der Renaissance, die aus Italien kam und ihren Weg nach England und Frankreich nahm. In Paris gab es im Jahre 1692 die Zunft der Gautiers par­fumeurs". Kräuterbäder, die wir allerdings mehr in medizinischem als fosmetischem Sinne anwenden, wurden von eitlen Damen im 18. Jahrhundert viel gebraucht. Man benutzte zu diesem Zweck Badewannen à la Dauphine Maria Antoinette . Die Bäder wurden mit destillierten Blumendüften und Milch oder Mandelpasten her­gestellt. Unter dem Direktorium machte besonders Madame Tallien Reklame für die Blumenbäder. Die Pariserinnen halten von den Blumenbädern noch heute sehr viel und stellen sie den Champagner­bädern an die Seite, da sie ihrer Meinung nach ebenso wie diese den Körper anregen und kräftigen. Die Sitte, Kleider zu parfümieren und sogar kleine Riechtissen aus farbiger Seide in das Futter der­selben zu nähen, war bis vor wenigen Jahren fast nur auf Frank­ reich beschränkt, ist aber auch zu uns gekommen. Die Industrie hat sogar Duftträger" in den Handel gebracht, fleine, runde, wohl­riechende Scheiben, mit Bändchen zum Befestigen in den Kleidern versehen. So hypermodern uns dieser Toiletteartikel erscheint, neu ist er auch nicht, denn das bereits erwähnte Legifon Amaranth gibt ein Rezept zur Bereitung von wohlriechenden Säcklein" an, welche das Frauenzimmer im Kleide trägt". Ein Mittel, Sommer­sprossen zu vertreiben, gibt Goethe in seinem" Faust", indem er den Mephistopheles einer Blondine raten läßt:

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Die Reichhaltigkeit der Toilettentische der römischen Damen ist I wissen grausamen, modernen Teintverschönerungsmitteln, die wie beinahe sprichwörtlich geworden. Unzählige Salben und Dele, sowie bei dem bekannten französischen Emailliersystem des Gesichts ein Schminken bedurften sie ihrer Meinung nach, um den Idealzustand gewaltsames Herunterreißen der Haut verlangen. Es liegt auf einer schönen Frau" zu erreichen. Viele der von den Römerinnen der Hand, daß die Prozedur sehr schmerzhaft ist, aber so wenig wie angewandten Toilettenmittel sind noch heute in vervollkommneter die Frauen der Vergangenheit die Glasabreibungen scheuten, so Form bei der modernen Damenwelt in Gebrauch, die es in den wenig fürchten die Frauen der Gegenwart aus der Haut zu fahren", meisten Fällen gar nicht ahnt, wie uralt die Verschönerungskünste weil die neue, nachwachsende sich durch besondere Zartheit und Frische ind, deren sie sich bedient. Die Moden haben im Verlauf der auszeichnet. Jahrhunderte auf kosmetischem Gebiete nur wenig gewechselt, auch der Maßstab für weibliche Schönheit ist mit geringen Wandlungen, die das Fortschreiten der Kultur gezeitigt hat, unverändert derselbe eblieben. Ein klarer rosiger Teint, üppiger Haarwuchs, und eine schlanke Gestalt, das sind Vorzüge des Weibes, die noch heute wie vor Jahrhunderten gelten, und von allen Frauen, die sie gar nicht oder mur in geringem Maße besitzen, heiß begehrt und, wenn not. wendig, mit fünstlichen Mitteln zu erzielen versucht werden. Man ist heutzutage bescheidener als früher in ihrer Anwendung, wenig­stens bei uns in Deutschland , aber wenn die Mode, wie zurzeit, übertriebene Schlauheit fordert und rotblondes Haar für chic erklärt, scheuen auch die deutschen Frauen nicht davor zurück, sich ein wenig in der Kunst de corriger la nature zu üben. Die modernen rot­blonden Haare sind auch keine solche Neuheit, wie vielleicht die Damen annehmen. Schon die Bürgerinnen des alten Roms wurden von der glühenden Sehnsucht danach erfaßt, als sie unter den weib­lichen germanischen Kriegsgefangenen die Frauen mit den herrlichen ro: blonden Haaren erblickten. Die Nuance, die sie mit beizenden Wässern und Prozeduren aller Art zu erreichen suchten, wurde in der Folge bei den Römerinnen modern. Wenn es gar nicht anders ging, ir griffen sie zu rotblonden Perücken, für die das Haar der gefangenen Germaninnen das Material liefern mußten. Die modernen roten Haare der römischen Kaiserzeit wiederholten sich in Italien in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, und verbreiteten sich jetzt über die ganze Welt, wie zahlreiche Bildnisse aus jener Epoche beweisen. Man sagte der englischen Königin Elisabeth nach, daß ihre rötlich- blonden Haare nicht Natur, sondern gefärbt seien, aber so wenig wahrhaft der Charakter der sogenannten jungfräulichen Königin sonst war, in bezug auf die Farbe ihrer Haare log sie nicht, die waren echt, eine Behauptung, die viele der gegenwärtigen Mode­damen nicht aufstellen dürften, indem sie wie die klassischen Röme= rinnen sehr oft de Anwendung von beizenden Wässern das viel= bewunderte Rotblond ihrer Locken verdanken. Da diese Nuance oft zu der natürlichen Gesichtsfarb nicht stimmt, so ist der Gebrauch bon ein wenig Schminke die Folge davon, obwohl man in Deutschland den Damen, die sich vorrichten", wenig Sympathien entgegenbringt. Bei der Italienerinnen und Französinnen ist das Schminken der Gesichter etwas ganz Natürliches, auch in Rußland , wo man fran= zösische Moden nachahmt, in Deutschland hingegen gilt das Schminken für nicht zum guten Ton gehörig, man überläßt diese Kunst den Lebedamen und begnügt sich mit der Anwendung von Puder. Die neuerdings sehr in Ausnahme gekommenen, speziell für die Reise praktischen Buderpapiere, die als Erfindung französischer Fabrikanten angesehen werden, hatten ihre Vorgänger bereits im Mittelalter. Geistes gegenwart. Mar:... Also ohnmächtig ist Es wird erzählt, daß die Frauen sich der berzetta rubra, auch Deine Frau geworden, als Du ihr ein neues Kostüm ver­tornia folis genannt, bedienten, die aus kleinen, mit Cochenille rot weigertest?... Und wie hast Du sie denn wieder zum Bewußtsein gefärbten reponfleckcher bestanden, mit denen sie sich die Wangen

rot schminkten.

Nehmt Froschlaich, Krötenzungen, tohobiert, Jm vollsten Mondlicht sorglich destilliert, Und wenn er abnimmt, reinlich aufgestrichen! Der Frühling kommt, die Tupfen sind entwichen!- Else Rema.

Kleines feuilleton.

Humoristisches.

- Doppeldeutig. Bewerber: Dame zu mir paẞt?" Heiratsvermittler:

für zweil"

gebracht?"

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Glauben Sie, daß die

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Vorzüglich die hat Verstand

Emil: In meiner Verzweiflung hab' ich auf ihren neuen Smyrnateppich gespuckt!"

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- Aus einem Kolportageroman( in Heften zu 5 Pf.) , lindo, der Ueberräuber" oder

Ein Teintverschönerungsmittel, welches sich momentan großer Beliebtheit erfreut und als besonders erfolgreich gepriesen wird, ist das Tragen einer mit chemischen Substanzen präparierten Gesichts­maste während der Nacht, um Falten, Runzeln und Unreinigkeiten der Haut zu beseitigen, deren Anwendung man ebenfalls vor mehr als 100 Jahren schon kannte. Das 1753 zu Leipzig erschienene Der Brautkuß auf dem Grabe um Mitternacht". Frauenzimmerlegifon Amaranth" berichtet:" Manche eitle Schöne und so lauschte lindo, der Schreckliche, dem friedlichen schlief in dem Masquin: Ist eine aus weißem Wachs- Froschleich- Schnarchen seines Nebenbuhlers Sachte, fachte rutschte er näher Waffer- Bomade, Wallrat und Campffer verfertigte und auf eine und näher und stieß dem Ahnungslosen sein Schwert zarte Leinwand gestrichene Masse, woraus die Damen Masquen über Leib bis ans Heft!. das Gesicht zu schneiden und zu verfertigen pflegen, welche ihnen zarte und weiße Haut machen soll."

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in den

Dies Heft wird wieder abgeholt.

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( Fliegende Blätter ".)

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Notizen.

Interessant ist eine Schilderung, welche Bocaccio von dem Puk einer florentinischen Kokette entwirft:" Sie hatte Fett von gewissen Tieren, um Salben darans zu verfertigen und gewisse Kräuter, um sie zu destillieren Das Haus war voll Destillieröfen, Töpfe, Flaschen und Büchsen." In der Nachbarschaft arbeitete man zumeist für sie: Der eine bereitete für sie sublimiertes Quecksilber, der Bäcker Wenn auswärtige Blätter recht behalten, wird Berlin in mußte Gierschalen rösten, alles dieses waren Ingredienzien zur furzer Zeit einige Tageszeitungen mehr befizen. Un­Schminke ihres Gesichts. Sie war eine vertraute Freundin gewisser stein und Scherl sollen Konkurrenten erstehen in Männern, die früher Weiber, deren Beschäftigung darin besteht, daß sie den Damen die ihre rechte Hand" gewesen. Haare an den Augenbrauen schneiden und von Stirn und Kinn aus­Gustav Frenssen hatte sich nach dem Erfolg von Jörn zupfen, und um eine zarte Haut zu verschaffen, Wangen und Hals Uhl" ein Bauerngut zugelegt. Jetzt hat er im Hamburger Villenort mit einem solchen Glase reiben." Die Weiber, deren Beschäftigung Blankenese eine Besizung erworben und wird sich hier ein Land­darin besteht, den Damen die oben erwähnten Dienste zu leisten, haus bauen. sind ohne weiteres als Vorläuferinnen unserer Manikuren" anzu-- Ernst Arndt hat vom Schauspielhause einen drei­sehen. Ebenso waren im Mittelalter Friseusen durchaus nicht un- jährigen Urlaub erhalten. Der Künstler ist für diese Zeit befannt; wir lesen in der Chronik damaliger Zeit von der Um- vom Neuen Schauspielhause" am Nollendorfplatz engagiert worden. bindefrau oder Mägdelein":" Ist eine gewisse Weibesperson, so Saint- Saëns neue Oper. Die Ahnfrau" machte wöchentlich in vornehmen Häusern herumzugehen pfleget, daselbst bei der Generalprobe im Opernhause von Monte Carlo großen Ein­dem Frauenzimmer die Haare aufflicht, auffämmt, durchbürstet, ein- druck. Das Stück behandelt die forfische Blutrache. udert und von neuem einflicht, und selbiges gehörige maßen accomo Im Institut für Meereskunde spricht am nächsten dirt, auch die Bräute durch den Haar- Kopff und Aufsatz bedient." Dienstag Kustos Stahlberg über Farbe und Spiege Das Abreiben der Wangen und des Halses mit Glas entspricht ge- lIungen auf dem Meer". Berantwortl. Redakteur: Hans Weber, Berlin.- Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdrüderei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.

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