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bem rheinhessischen Dorfe Schimsheim( Kreis Oppenheim) stehende gelben Giern die ersten Larven aus, die bald den ganzen Baum alme, im Boltsmunde Effe" genannt, unter den Denkmalsschutz überfluten und sich nun allmählich durch einen komplizierten Um­gestellt und beabsichtigt nunmehr, den Alten oder die Alte", so wandlungsprozeß zum fertigen Ziere entwickeln. Ende August etwa, gut wie es eben geht, au renovieren, indem die Hauptäste mit nachdem die Larven vorher eine Häutung durchgemacht haben, um Eisenwert verankert und der ganze Baum mit einem Eisengitter geben sich zuerst die männlichen Individuen bermittels gewisser umgeben werden soll. Das Alter des Riesen wird auf etwa tausend Hautdrüsen mit einem eiförmigen, aus schneeweißen Fäden gebil= Jahre geschäßt, und man glaubt, daß er sowohl der stärkste als auch deten Kokon, und dieser ist es, der das tostbare Wachs liefert. Die der älteste Baum Deutschlands sei. Der Umfang des Stammes Entwickelung der weiblichen Tiere vollzieht sich im großen und beträgt 15% Meter, diesen Umfang behält der Stamm bis zu einer ganzen in der gleichen Weise. Höhe von ungefähr 5 Meter bei, die zwei Hauptäste, in die sich der Stamm teilt, haben einen Umfang von 10, bezw. 5 Meter, während diese wieder Nebenäste oder Zweige" von 1 Meter Um fang aufweisen. Aus der Geschichte des Baumes sei mitgeteilt, daß ber Stamm in den 60er Jahren fast ganz hohi brannte und zu be­fürchten stand, daß er absterben werde. Die Höhe des Baumes, die früher ungefähr 30 Meter betrug, wurde damals auf die jetzige Höhe von 17 Meter reduziert, und zwar geschah dies, um den Baum zu erhalten. Der hohle Baumstamm hatte bis vor einigen Jahren zwei Oeffnungen als Zugänge. Bei einem Dorf­feite wählte einst eine aus 15 Mann bestehende Musikkapelle diefes Baumstamminnere als Musikpavillon. Der hohle Stamm ist jetzt amit Sand ausgefüllt; 22 Rubitmeter waren dazu nötig. In Rhein­Heffen spricht man von dem Baume als dem Schimsheimer Rathaus", weil sich unter seinem Schuße gegen Regen und Sonnenschein des Sonntags die Schimsheimer Männer zu ver­Sammeln pflegen, um über die Tagesneuigkeiten und die Gemeinde­angelegenheiten zu debattieren, während an Wochentagen die Schimsheimer Schuljugend sich die Effe" zum Tummelplab und des Abends die freiende Jugend zum Stelldichein zu wählen pflegt.

Geographisches.

Merkwürdigerweise wollen aber die Schildläuse häufig an den Bläben, an denen die Eiablage stattgefunden hat, nicht recht ge­deihen, unterlassen die Wachsausscheidung und sterben frühzeitig ab. Die Züchter wissen sich jedoch vor Schaden dadurch zu schüßen, daß sie bereits Anfang Mai die weiblichen Tiere vorsichtig von den Zweigen ablösen und sie sorgfältig zwischen Blätter verpackt in großen Bambuskörben viele Tagemärsche weit über Land in ganz veränderte flimatische Verhältnisse bringen. Hier werden dann die Tiere auf andere Nährpflanzen gebracht und belohnen die auf­gewandte Mühe dadurch, daß sie sich rasch und kräftig entwickeln. Der Transport ist deswegen besonders beschwerlich und unangenehm, weil man wegen der für die Larven schädlichen Tageshize nur während der Nacht marschieren darf, am Tage aber die kostbaren Sörbe vorsichtig vor den Sonnenstrahlen verbergen muß.

Menschen.

An dem Bestimmungsorte angelangt, werden die Zweige mit den Weibchen auf die einzelnen Nährpflanzen verteilt und nicht lenge, dann wimmeln diese von Schildlauslarven. Im September kann dann gewöhnlich schon die Ernte beginnen, sind doch jetzt die Zweige oft mit einer zwei bis drei Zentimeter dicen zarten Wachs­schicht überzogen, die nur abgeschabt und eingeschmolzen zu werden braucht, um zur Verwendung zu Beleuchtungszwecken oder zur Her­stellung von Tempelbildern bereit zu sein. Von dieser mert­Gine natürliche Brücke über den Russisi, würdigen Industrie leben in den beiden Reichen viele Tausende von ben dem Kiwusee entströmenden Grenzfluß zwischen Deutsch - ft- Doch nicht nur die Wachsschildlaus bringt den Menschen Vorteil, afrika und dem Kongostaat, beschreibt Major Wangermée, Bize- sendern auch mehrere verwandte Arten müssen unter die Rubrik gouverneur des Kongostaates, in einem Vortrag über eine Reise der nüßlichen Tiere gestellt werden. An der Spike verdient da vor Durch das Kiwuseegebiet. Nach dem Bericht im Mouv. géogr." bom allem die berühmte Gochenille Laus genannt zu werden. 22. April 1906 strömt der Russisi in tiefen Schluchten mit fast über Auch bei diesem Tierchen, dessen ursprüngliche Heimat Meriko ist, all senkrecht abstürzenden Wänden dahin, und erst ein wenig ober­halb der Ausmündung in den Tanganita öffnet sich das Tal, und der herrscht zwischen den beiden Geschlechtern im Aussehen ein großer Fluß wird für Kanus einigermaßen benutzbar. Weiter oberhalb be- unterschied. Das Männchen ist auch hier ein kleines, mit Flügeln versehenes Tierchen von 1,5 Millimeter Länge. Besonders zeichnet Steht außer einer Ueberfahrtsgelegenheit mit Kanus in den ruhigen es sich durch seine karminrote Farbe und seine hellen, fast weißen Gewässern am Kiwu nur ein Uebergang, eben jene Steinbrücke. Flügel aus. Ganz anders das weibliche Tier. Dieses ist ungefähr An dieser Stelle verengert sich der Fluß, der auf einer Strecke von Seppelt so groß, von nahezu kugeliger Gestalt und erinnert in seinein einigen hundert Metern 50 bis 60 Meter Breite und den Charakter Aussehen eher an eine Beerenfrucht als an ein lebendes Tier. Die eines Bergstromes hat, auf 6 oder 7 Meter und verschwindet plöglich Nahrungspflanze dieses Tierchens ist der bekannte Feigenkaktus, im Boden unter einer Art von natürlichem Damm von 10 Meter Opuntia coccinellifera. Früher nur in Meriko bor Breite. Er fließt wie durch einen Heber und kommt auf der anderen kommend, wurde die Cochenille- Laus später, als ihr hoher Wert Seite mit gewaltigem Sprudel wieder zum Vorschein. An dieser mehr und mehr erkannt wurde, mit gutem Erfolge nach Spanien , Stelle ist das Ostufer 200 bis 300 Meter senkrecht abgeschnitten, Nordafrika , Java usw. verpflanzt und bildete hier bald, wie in und das Westufer bietet als Pfad nur eine Felsgeröllmasse, über die ihrer Heimat, eine wichtige Erwerbsquelle. man hinwegflettern muß, sei es, um zum Flusse hinunterzusteigen, Lei es, um an ihm entlang zu gehen.- ( Globus.")

Aus dem Tierreiche.

Die Tiere liefern bekanntlich den schönen roten Karmin- Farb­steff. Zu diesem Zwede werden sie gesammelt und langsam auf einem heißen Blech getrocknet. Da 140 000 fso gedörrter Tierchen erst ein Kilogramm ausmachen, und in der Blütezeit der Cochenille­th. Nübliche Schildläuse. Ueber einen bei uns noch Bucht aus Merito allein jedes Jahr etwa 450 000 Stilogramm Schild­fast ganz unbekannten Erwerbszweig der beiden großen ostasiatischen läuse ausgeführt und für annähernd zwanzig Millionen Mark ver­Reiche macht Dr. Alberts in der bekannten naturwissenschaftlichen kauft wurden, kann man sich ein Bild von dem Umfange der Zucht Halbmonatsschrift Aus der Natur" sehr interessante Mitmachen. Später, als erst die anderen Länder dem merikanischen teilungen. Der Wachsbau, wie er dort betrieben wird, stellt ent- Handel Konkurrenz zu machen begannen, nahm natürlich die Auss schieden eine fast mühelose und dabei recht einträgliche Industrie fuhr erheblich ab; immerhin besaß sie noch bis in die Mitte des dar; wird doch die ganze Arbeit ohne jede Beihülfe oder besondere vorigen Jahrhunderts einen Wert von etwa zehn Millionen Mark. Pflege des glücklichen Besizers von zahllosen Scharen winziger In- Jeht jedoch, feit die Verwendung von Teerfarbstoffen immer Tekten aus der Verwandtschaft unserer Schildläufe geleistet. Die mehr um sich greift, ist die Cochenille- Bucht allerorts in starkem Tierchen leben in ihrer chinesischen Heimat auf gewissen Eschen- und Rüdgange begriffen, ja selbst in dem Heimatlande Meriko wird sie Ligusterarten, die ausschließlich zu diesem Zwecke auf weiten Land- faum noch in nennenswertem Umfange betrieben. Streden kultiviert werden.

Zu erwähnen bleibt endlich noch die sogenannte Gummi­In dichten Scharen, fast aufeinander sitzend, findet man die Iad- Schildlaus, welche in ihrer ostindischen Heimat durch Beige und Blätter der Weidebäume von den weiblichen Exemplaren Anstechen ihrer Wirtspflanzen, verschiedener Feigenarten, ein Aus­dieser Wachsschildlaus übersät. Es sind dieses plumpe, annähernd fließen des Gummifaftes bewirkt, der zur Bereitung von Siegellad, fugelrunde Geschöpfe, bon ungefähr 11 Millimeter Länge. Die Schellack, Kitt und Firnis Verwendung findet.- Rückenseite der Tierchen weist einen dunkelbraunen Ton auf, während die Unterseite gelblich weiß gefärbt ist. Auf dem Rücken bemerkt man noch mehrere dunkle Flecken, denen zuweilen eine zähe, Schleimige Flüssigkeit entquillt, die vielleicht als efelerregendes Ab­Schreckungsmittel gegen Feinde dient.

Beim Herannahen der herbstlichen Jahreszeit zu Ende Sep­tember oder in der ersten Hälfte des Oktober treten mit einem Male geflügelte Männchen auf, die an Größe ihren Frauen erheblich nach­stehen. Diese haben nur, wie se vielfach im Insektenleben, die eine Aufgabe, die Befruchtung der Weibchen auszuführen, um dann bald zugrunde zu gehen.

Notizen.

Liliencron wird aufgeführt. Das Friedrich Wilhelmstädtische Schiller Theater will es in der nächsten Spielzeit mit Sen ut der Herr" und" Die Nantow und die Pogwisch" wagen.

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" Herr Olaf reitet", ein neues Märchendrama von Holger Drachmann kommt zum 60. Geburtstag des Dichters, am 9. Oftober in Kopenhagen zur Aufführung. Rudolph Lenoir, Oberregisseur am Stadt- Theater in Nürnberg , ist für das Lessing Theater verpflichtet worden. Er über­Direktor Barnowsky ist sein Theater zu flein. nimmt die Spezialitätenbühne in der Passage, tauft sie in Linden. Das Meine Theater um und macht eine Luftspielbühne daraus. Theater behält er.

Im Mai des nächsten Jahres, also etwa sieben Monate nach der Befruchtung, beginnen die Weibchen ihre Eier abzulegen. Und zwar berbirgt die Mutter die Eier alle unter ihrem eigenen Körper. Die Bauchfeite schrumpft nämlich allmählich immer mehr und mehr zu­sammen, so daß unter dem Rückenschild, der dem Zweige fest an­liegt, ein verhältnismäßig großer Hohlraum entsteht, welcher bis­Aine Marei", eine abendfüllende Oper von Kuhlen­weilen mehrere Tausende von Eiern umschließt. Ungefähr einen tamp, erlebt im November ihre Uraufführung im Theater des Monat nach der Eiablage schlüpfen aus den winzig kleinen hell- west en 3.

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Berantwortl. Redakteur: Hans Weber, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.