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Sie schloß die Augen. Sie fühlte sich so sterbensmüde. I starr und weit. Paula, wenn De sein Frau bist- Sie Eine lange Weile lag sie so, während Frau Kamp leise weinte. hatte sich in den Kissen aufgereckt, nun sank sie zurück. Das Dann richtete fie fich plöglich auf. Aber es Baula!" is es ja," sagte sie, wenn er das erfährt, Paula, wenn eg sagte sie. Herrgott, ich vergeß alles!" Sie fuhr sich mit der hört, daß de trozdem daß de mit ihm gehst, auch noch... Hand über die Stirn. noch andere..." Draußen wühlte der Wind. Der Regen schlug gegen die Scheiben des Kammerfensterchens.

,, Gelt, Ihr gehen bei em vorbei, Mutter, und schicken's zu mer, eh hr auf die Haardt gehn!"

Sie faßte Frau Kamps Hand. Die nickte, steckte ihr Taschentuch ein und ging. Wenn's Paula da nit windelweich wird, dachte sie, dann müßt's en Stein statt eme Herz habe! Auf dem Küchentisch stand Frau Kamps Körbchen. Sie griff es und ging noch einmal in die Kammer zurück. Fast hätt ich's vergesse," sagte sie, holte ein paar Eier hervor und legte sie auf das Tischchen neben der Luis ihrem Bett.

" Da, die Marie soll der se koche, aber se sind für Dich allein, gelt...! Es Minche hat se heut morge geholt!" Dank schön!" sagte die Luis. Sie lächelte. Dann war Frau Kamp fort.

24.

Andern Tags kam die Paula zur Luis.

Sie fam in einem dunkelblauen Kleid mit stramm fizzendem Jäckchen und einem Hut mit Feder.

Die Luis war allein. Die Marie war wie gewöhnlich des Nachmittags, zu den Nachbarsleuten, maien" gegangen. ,, Tag, Luis," sagte das Mädchen und kam auf knarrenden Schuhen heran. Wie geht es Dich...?"

Oh, frank bin ich ja nit, nure en paar Tag liege muß ich."

So, hm... ja!- Na und mer gehen ja all aufs Früh jahr zu..1"

Die Luis nickte. Sezz Dich, Paula," sagte sie dann. Die tat wie ihr geheißen und dreht an ihrem Jackenknopf. Krank sein und im Bett liege müsse, brrr! dachte sie. Wenn mir nure das nit passiert!

Und wie mager die Luis war! Die Arm! Das war ja nur noch e bißche Haut um die Knoche, und Backe hatte sie auch keine mehr. Nee, nee... Wenn mir das nure nit passiert! Und dann dachte sie an den Christian.

Ha der...? Wenn mir der auch emal so daliege tät, wenn ich en geheiratet hätt? Es stieg etwas wie Abscheu in ihr auf. Aber sie überwand das Gefühl.

Der, der sieht ja eso gesund aus...! nee, nee! Aber mit dem wird's wohl was sein! Wege dem hat mich es Luis doch gewiß hole lasse! Was se nur will? dachte sie. Sie drehte noch immer an ihrem Jackenknopf und guckte in der Stube umher.

Wenn se nure was sage tät, wünschte die Luis und suchte

nach den Worten.

Paula, Du... ich wollt Dich all emal..." Der Luis schoß das Blut in die Stirn, wegen en Chrischan mein ich, Paula...!"

Was is mit em Chrischan?" fragte das Mädchen. reckte den Kopf und setzte sich gerader.

Sie

Paula, Du kannst doch de Chrischan nit heirate..." Die Quis zerrte an der Bettdecke. Sie hatte die Stirn ge­senkt und wagte nicht, die Paula anzusehen. De Chrischan nit heirate!"

"

So...? und warum denn nit!" fragte die. ,, Paula... weil de... weil de." die Luis sah das höhnische Lächeln auf den Lippen der Paula und sie konnte nicht weiterreden. Es drehte sich alles um sie im Kreise. Die Paula aber tippte mit dem Fuß auf. ,, Na...!" sagte sie.

,, Weil de.. Ich mein, mein... Tamme!"

,, Das müssen mir am beste wisse...!" Ja aber..." Der Schweiß stand auf der Luis Stirn. Der Chrischan, der muß für de Vater forge und für em Marie sein Kinder und für de Johann!"

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( Fortsegung folgt.

( Nachdrud verboten.)

Das Leuchten im Walde.

Nach Einbruch der Dunkelheit erscheint es nicht nur den fleinen Leuten, die voll Märchen- und Gespensterfurcht steden, sondern auch manchem Erwachsenen im Freien nicht recht geheuer. 3um mindesten, wenn nichts Schlimmeres passiert, tann man sich den Schnupfen holen. Nun aber gar eine Nacht, sei es auch die herrlichste Sommer- oder Frühherbstnacht, wachend im Walde vers weilen ach, auf dies Anfinnen hab ich schon so manchen Korb bekommen, daß ich lieber nicht mehr anfrage. Und doch ist gerade zur Nachtzeit der deutsche Wald so voller Zauber wie kaum jemals am Tage, und zu den schönsten Wundern, die er alsdann vor uns auftut, gehört das Leuchten im Walde, das lebende Licht, wie man's auch nennen könnte.

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Schon Plinius hatte die Glocken läuten hören, und berichtet uns daraufhin die Sage von dem nächtlicherweile leuchtenden Vogel. In Deutschlands herzynischen Waldgebirge, heißt es bei ihm, sollen ganz seltsame Vogelarten leben, deren Gefieder nachts wie Feuer leuchte. Leider läßt sich außer diesem durch die Ents fernung erzeugten Renommee nichts Nennenswertes von ihnen berichten. Wir sind also, wenn wir diese Notiz des alten Natur­forschers nicht ganz in das Reich der Sage verweisen wollen, hin­sichtlich dieser leuchtenden Vögel auf Vermutungen angewiesen, und da kommt unserem Bemühen eine neuere Nachricht zu Hülfe. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden nach glaubwürdigen Mitteilungen in einem Dorfe unweit Regensburgs in einer dunklen Nacht zufällig leuchtende Nester in den Chaussee­bäumen bemerkt. Das Erstaunen über die wunderbare Er­scheinung war anfangs nicht gering, bis einer den Mut fand, sich durch Hinaufflettern Gewißheit über die Ursache des Leuchtens zu verschaffen. Er fand Krähennester voll von Fischresten, die

phosphorartigen Schein ausstrahlten. Nahe gelegene Weiher waren gerade abgelassen und ausgefischt, was den Vögeln Gelegenheit zu einem billigen und ausgiebigen Fraße gab.

Nun ist aber bekannt, daß Fische, vor allem Seefische, aber auch Fleisch, Knochen, Eier und ähnliches infolge der Ansteckung leuchten. Wir können uns den Anblick dieses Leuchtens sehr leicht mit einem ursprünglich wohl im Meerwasser heimischen Bakterium verschaffen, indem wir den Knochen eines rohen Koteletts aus­lösen und zwei Tage lang in einer bedeckten Schale liegen lassen. Betrachten wir ihn dann in völliger Finsternis, so seht uns das besonders von den noch mit Fleischresten behafteten Knochenteilen ausgestrahlte milde, magische, bläulich- weiße Licht in Verwunde­rung. Da das Bacterium phosphoreum, die Quelle dieses Lichtes, auch im Binnenlande schon allverbreitet ist, so hat die Erscheinung der leuchtenden Krähennefter nichts Auffälliges an sich.

Wir sind also vom leuchtenden Vogel auf das leuchtende Nest, vom leuchtenden Nest auf die leuchtenden Fischreste und von diesen auf des Pudels Kern", das Leuchtbakterium, gekommen. Aber was hat das alles mit dem Leuchten im Walde zu tun? Nun, ab. gesehen davon, daß uns ja mohl auf einem nächtlichen Wald­spaziergange ein leuchtendes Nest erschrecken könnte, besitzt auch der Wald Stoffe, die zur Herstellung solcher phosphoreszierenden Niststätten beitragen könnten. Der Naturforscher Ofen hat darauf Eingdroffel bemerkt: Sie macht ein halbfugelförmiges Nest auf schon vor 70 Jahren hingewiesen, indem er bei Besprechung der niedere Baumäste aus Moos, Lehm, Kuhmist und feuchtem Holze, das vielleicht des Nachts leuchtet. Man vermutet daher, daß es zu der Sage der Alten vom leuchtenden Vogel im Harzwalde Ver­anlassung gegeben habe.

Man erkannte schon bald darauf, daß dieses Leuchten faulenden Holzes nicht dem verwesenden Holze selbst, sondern einem das Holz mit seinem Gewebe oder Mhzel durchwuchernden Pilz zukommt. Gelingt es uns, nächtlicherweile im Wald den vermodernden, von Pilzsträngen durchsetzten Stumpf einer Fichte Ihr passen nit zu- oder Weide zu treffen, so tönnen wir das prächtige Phosphores zenzlicht nicht nur an Ort und Stelle beobachten, sondern auch mittelst eines Splitters solcher Holzpartien nach Hause trans­portieren und hier, wenn wir das Holz ein wenig feucht halten, an den folgenden Abenden wieder aufglühen sehen. Ja die Natur veranstaltet mittelst dieser Pilze noch ein weit eigentümlicheres Feuerwerk. Als ein Greizer Botaniter, Profeffor Ludwig, ein mal mit Stücken leuchtenden Holzes versehen aus dem Walde heimkehrte, bemerle er auf dem Wege leuchtende, von anderen Personen verlorene Splitter am Boden und dazwischen eine Stelle, die sich durch ganz besonders starkes Licht auszeichnete. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, daß dieses Leuchten von einem Tausendfüßler ausging, von dem auch bald ein zweites, ebenso intensiv leuchtendes Exemplar gefunden wurde. scheinlich hatten die Tierchen von dem leuchtenden Pilzmyzel eder

" Für em Marie sein Kinder kann der Franz sorge...!" ,, und der Vater und der Johann?" ,, Das kann er ja meinetwege.1" ,, Aber Dein Staat!" Den...!" Die Paula lachte, für den kann ich mer schon selber..1"

"

Baula-!" Der Luis Geficht verzerrte fich, ihre Finger tasteten nach des Mädchens Hand. Ihre Augen waren