ging hin unS fühlte ihren Puls. Er schlug ganz schwach. Ab und zu blieb er ganz aus. Sie atmete in kurzen Stößen, die schwächer und schwächer wurden. Nach Mitternacht erwachte sie plötzlich, sah wirr UM sich tztnd rief mit einem heiseren Zischen: �Angelol Angela I Er ermordet Dich!" �Fortsetzung folgt.) ~.<NachdruS SetieUitJ 201 Huf Irrwegen. Von Jonas Sie. t?<chc!ln blieb Faste auf dem Hofplatz sieben und begrüßte Ditlef, i»er mit großer Anstrengung und wahrem Feuereifer beschäftigt war, eine straff gespannte Waschlcine zum Brummen zu bringen. Er nahm sie zwischen die Zähne und knipste an beiden Seiten da- gegen, als wollte er den Ton mit dem Innersten seines Gehirns in Einklang bringen. Von Zeit zu Zeit ließ er die Leine fahren und riefBumm, bumm" aus, als sei das der regulierende Kammerton.-->. Ten Kirschbaum, Mutter," sagte Faste, indem er eintrat, den plündern sie aber gründlich, gleichviel, ob ich mit dabei bin «der nicht. Er sieht schon ganz abgegessen aus." Faste war seit mehreren Tagen nicht zu Hause gewesen, er hatte sich ein Kontor eingerichtet und wohnte unten in der Stadt. Ja, Agnete und ihre Freundinnen" entgegnete Frau Forland. Faste sah sich mit einem eigenartig forschenden Blick um. Kirsten Torp und Hanna Brinkmann und Bera und Tina Wrcdcr? wohl noch die alten?" Nein, Bera nicht, die habe ich lange nicht gesehen, Tu tvcißt ja. Faste--" Daß sie eine. unbiegsame, eckige, steife Natur ist, ja? Wenn sie sich mit mir entzweit, so gilt das unserer ganzen Familie, dann heißt es nicht nur adieu Sölbi und adieu Agnete, sondern dann besucht sie selbst Dich nicht mehr, Mutter! Ich rannte heute wieder auf der Straße gegen sie an, wie gegen einen Pfahl, <m dem man ein Wagenrad kaput fahren könnte. Wenn man nur immer ihrer Ansicht ist, ja, dann ist sie liebenswürdig genug! Ihr geht geradezu das Verständnis für andere Menschen ab." Sie ist so echt und tief. Du," sagte Frau Forland in leisem Ton,so einfach und klar. Faste!" Ja, und ich bin leider so vielseitig. Deswegen kamen wir guch nicht mehr miteinander aus." Sie ist häufig bei Sölvi und sieht sich nach ihr um' Ja, das ist wahr, Sölvi, Sölvi? Was ist denn eigentlich INit der los?" Lieber Faste, Du weißt doch--" Ich weiß was soll ich wissen?" Daß sie erivartet!" Sölvi? Nein, davon hatte ich keine Ahnung!" Man hat es ihr doch schon lange ansehen können," erklärte Frau Forland. Nein, das habe ich wirklich nicht gesehen. Sie erwartet also? Wie? Die Familie setzt wirtlich eine Knospe in der nächsten Generation an. Sonderbar, ein Nachfolger.-- Wirklich ganz sonderbar, Mutter! Es ist mir eigentlich niemals eingefallen, an so etwas zu denken," es klang so, als wenn er. wie das seine Gewohnheit war, anfangen wollte, leise vor sich hin- zupfeifen und durch die Türen aus und einzugehen. Sich so selber von neuem wiederzusehen? Tarin muß ja eine Art von Freude liegen, sich selber wieder lallen und plaudern und in aller Kindereinfalt so kluge, treffende Dinge sagen zu hören, wie man es späterhin nie wieder fertig bringt, wenn einem Gehirn und Natur verdorben und verdummt sind.-- So etwas dauert, bis man vier, fünf Jahre alt ist, ja-- Aber will man dann auch die Prügel und die Schularbeiten und alle die Notlügen noch einmal durchmachen, und alle die eigene Bitterkeit und Kränkung und den Haß gegen die Erwach- senen, wenn die Welt auf die Sprache, die das zartfühlende Kind nur zu gut versteht, einen durchfühlen läßt, daß man nur ein höchst überflüssiger und unbequemer Lump ist--" -- Oder den Fall gesetzt, es würde so eines wie Ditlcf!" setzte er die Gedanken ober, auf seinem alten Zimmer fort. .Ob meiü Vater den hat in die Welt setzen wollen?--- -- Mit anderen Worten, das Märchen der Liebe kann einen Prinzen hervorbringen oher einen Bettler. EL kann gut und es Zaun schlecht gehen in dieser Welt-- Es kommt aus die Sieges- gufälligkeiten an Aber ein Mann will den Prinzen haben, der das Reich erben und fortführen soll-- Und seine Königin auch Verteufelte Menschheit!" Er schlug mitten zwischen die Papiere auf den Tisch und stürzte die Treppe hinab, steckte nur den Kopf zu der Mutter hinein:Ich gehe zu Doktors! Will mich mal nach Sölvi umsehen-- Laufe wohl nicht Gefahr, ßkra dort zu treffen?" 9. Faste sah plätzlich Laura Groth um die Ecke kommen und in die Papicrbaudluua verschwinden: er wußte, daß sie wieder zur Stadt gekommen war, und wurde immer zerstreuter, während John Berg von der Firma Berg u. Sohn auf ihrer Wanderung durch die Hafenstraße auf ihn einredete, auseinandersetzte und voller Be- geisterung berichtete. Es ist wirklich, als wenn sie da unten in der Strandstraß« Kämmerchen-Vermieten" spielen. Allein in dieser Woche sind Nummer sieben, Nummer neun und dreiundzwanzig in andere Hände übergegangen, und über Nummer zwei mit dem Bauplatz nach dem Vorstrand hinab liegen sich jetzt Anders Beck und Groß- Händler Müller in den Haaren-- denk Dir, Faste, der schmale Streif Moor mit dem Hügel darin, auf dem nichts als Wegerich und Löwenzahn wächst, und das alte zahnlose Gitterwerk rings- umher, das die Wäscherinnen mit ihrer Wäsche ausstaffieren, dafür würde doch niemand einen Heller geboten haben! Und jetzt bis auf drei, viertausend hinauf,-- Ja, man kann nicht leugnen, daß sich die Verhältnisse einigermaßen verändert haben! Ja, ganz unter uns, Faste, ich kann es ja gern erzählen, da ich jetzt das feste Angebot erhalten habe, ich spekuliere nämlich auch! Larsineulust draußen an der Bucht,-- Umgebaut und als schöne Villa ausgestattet, kann man wohl darauf rechnen, das Haus für den Sommer an wohlhabende Badegäste zu vermieten, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche! Es war zu zwanzigtausend Kronen angesetzt, und ich habe achtzehn geboten -- morgen muß ich mich entscheiden" Nun dann hast Du ja noch ein klein wenig Bedenkzeit, John," entgegnete Faste zerstreut ins Blaue hinein. Zum zweitenmal standen sie jetzt vor der Papierhandlung still. Ob Laura Groth etwas kaufte? Oder suchte sie ein Leih- bibliothckbuch da drinnen auf den Borten? Und sich einmal Faste, nur allein dieser Laden hier, sofort große Spiegelscheiben," demonstrierte John Berg. Er sah nicht ein, weshalb sie stehen bleiben sollten und zog Faste weiter Ich glaube, wir haben jetzt mindestens zwanzig Fenster von der Art in der Stadt, so groß, daß ein Bauer mit Pferd und Wagen hineinfahren kann, und obendrein gratis, denn sie sind versichert. Wenn ich daran denke, wie unsere armen Väter sich ckbquälen mußten, um einen Schilling zu verdienen, und wie schwer ihnen der Weg zum Verdienst gemacht wurde, so muß man sich nur über den Nebel von Unwissenheit und Borniertheit in bezug auf die einfachsten Handelsprinzipien wundern, in dem sie dahin- gelebt haben! Ich muß lachen, Du, noch im vorigen Herbst geriet der Alte ganz außer sich vor Schrecken, als ich ihm erzählte, daß ich zehn Aktien für die Zellulose und fünf für Deine Bade- anstalt gezeichnet hätte. Er war kurz davor, einen Schlaganfall zu bekommen! Aber einen noch sonderbareren Anblick gewährte er, als ich ihm erzählte, daß ich gleich darauf die Aktien zu einen» höheren Kurs verkauft hätte und ihm fünfhundert Kronen bar auf das Pult legte-- Seine Begriffe kämpften offenbar mit den« Gefühl, als ob das Geld eigentlich gestohlen sein müsse. Alte Zeiten und neue Zeiten, Du" Merkwürdig," räumte Faste ein.Ja, jetzt will ich Dir Adieu sagen, John, ich muß wieder umkehren," fügte er schnell hinzu: er hatte Laura Groth aus dem Papiergeschäft kommen und die Straße hinauf eilen sehen. Sieht man Sie denn auch einmal wieder hier in der Stadt, stolzes Fräulein!" begrüßte er sie,ich hörte übrigens schon gestern, daß Sie gekommen seien." Ja, Sie können mir glauben, es ist ein herrliches Gefühl, wieder hier zu sein," entgegnete sie strahlend,nachdem man bei Onkel und Tante von kleinen Beschäftigungen und kleinen Ge- danken umgeben war, ich habe Tee und Kaffee gemacht, Zwieback und kleine Kuchen gebacken, Fensterkisscn gehäkelt und gepflegt und gehegt: das ist ein anderes Leben hier! Es sproßt und keimt, als läge der Frühling selber in der Luft." Wie? Romane, Fräulein Laura, Sie?" unterbrach Faste sie, indem er ihr ein Buch halb aus dem Muff herauszog. Die ersten Sprößlinge des Dichters, Herr Forland I" neckte sie. Ach ja. Fräulein Laura, wie mancher hat nicht sein Gefühls- leben in die Leihbibliothek hineingeflüchtct oder es dort zu gründe gerichtet. Wenn die Wirklichkeit zu trocken und die Phan- tasie zu ausgehungert wird!" Ja, aber ich hoffe, auf mich paßte das beides nicht." Nein, Sie haben Ihre Leihbibliothek in sich. Ich fühle das immer, sobald ich Sie treffe. Sie stellten immer irgend jemand vor. Wer zum Teufel auch könnte wohl so auf der Ladentreppe stehen wie Sie heute und in die weite Ferne hinausschauen, bis Sie dann wieder in sich gingen und ganz einfach auf das Trottoir hinabschrittcn?" Könnten Sie nicht noch galanter den Ausdruckmit lange» Schritten ausholen" gebrauchen?" wies sie ihn mit verletzter Würde ab. Wollen Sie eingestehen, welche Rolle Sie da spielten Asta, die Königsmutter?" Ach nein, ein so frommes und fruchtbares und biederes Gesicht steht mir nicht zur Verfügung. Meine Züge müssen immer ein klein wenig schief und krumm sein, wenn Charakter darin sein soll." Tann etwa Sigrid Storrade ?" Wie sie den König in das Faß steckt? Darin wäre doch wenigstens noch Sinn! Aber im übrigen möchte ich von all diesen langweiligen Persönlichkeiten ap» liebsten Königin Gunhilds Ge-