durch energische Maßnahmen steuern, wenn sie von socialem
Gegen den Buchhändler Brand aus Neu- Rahnsdorf, von
Konferenz der Holzarbeiter der Provinz Brandenburg . Blichtbewußtsein beſeelt wäre. Brandenburg . Blichtbewußtsein beseelt wäre. Aber freilich, wo soll dieses dessen Attentat auf den Reichstags- Abgeordneten Dr. Lieber wir
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in einer tapitalistisch gesiebten Körperschaft wie der Stadtver- türzlich berichtetent, hat die Staatsanwaltschaft wegen Körperverlegung Der Gautag des Gaues VI des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes ordneten- Versammlung herkommen, die von Rechts wegen" schon mittels eines gefährlichen Werkzeuges und wegen thätlicher Betrat gestern, Mittwoch, in den„ Fortuna- Sälen" zusammen. Für die zur Hälfte aus Hausbesizern bestehen muß! leidigung das Strafverfahren eingeleitet. In der Vernehmung vor Berhandlungen sind zwei Tage in Aussicht genommen. Auvesend Einer besonders gemütvollen Hauswirtin erfreuen sich die dem Untersuchungsrichter am legten Freitag wurde festgestellt, daß find 52 Delegierte von 43 Bahlstellen und der Gauvorstand. Als Bewohner der Häuser Ramlerstraße 23 und 24. Sämtliche Mieter das Attentat eine wohlüberlegte Handlung war, die den Zweck verVorsigende wurden Stusche und Maaß und als Schriftführer dieser beiden Häuser, in ganzen 37 fleine Leute, erhielten gerade folgt, ein Strafverfahren gegen Brand zu erzwingen. Herr Brand Nessen und Geserich gewählt. Nach Festsetzung der am heiligen Abend von der Wirtin, einer Rentiere A. Troll, hofft in diesem Verfahren die Entmündigungsangelegenheiten des Geschäftsordnung und der Tagesordnung erstattete der Kassierer den ihre Kündigung zugesandt. Die Dame motivierte ihre Maßregel Dr. Sternberg und des Dr. Brozeit diese sollen nach Brands Staffenbericht. Danach betrugen die Einnahmen der Gaulasse inkl. damit, daß sie mehr Miete aus ihrem Besitztum herausschlagen Ueberzeugung zu Unrecht entmündigt worden sein zur Erörterung des alten Bestandes von 369,76 M. insgesamt 3029,31 M., die wolle; und in der That sind die Mietspreise für die Wohnungen bringen zu können. Ausgaben für die Agitation 3016,44 M., so daß ein Sassenbestand bis zu 100 m. gesteigert worden. von 12,87 m. verbleibt. In der Diskussion wurde von einigen Die Weihnachtstage sind dahingegangen, ohne daß ihr Friede Delegierten bemängelt, daß der Berliner Werkstatt- Kontrollkommission durch besondere Ereignisse unterbrochen worden wäre. Mildes Winter aus der Gaukaffe Mittel zur Agitation zur Verfügung gestellt worden wetter lockte namentlich am zweiten Festtage die Jugend ins Freie find. Demgegenüber wurde darauf hingewiesen, daß die Zahlstelle auf die Eisbahn, während der erste Tag mit seinem unwirschen Berlin wie alle übrigen Zahlstellen den bestimmten Prozentjaß für Schneegestöber die Menschen aus Haus und an die häusliche Nuhe den Gau abführt und mithin auch Ansprüche an die Gaukasse bannte. Und diese war nach den jauren Wochen wahrlich wohl vermachen kann, was auch den Abmachungen mit dem Hauptvorstande dient. Hatte doch selbst der Sonntag, der goldene, kaum eine Spur entspricht. von Heiligung“ an sich, sondern im Gegenteil die Last zweier und Dem Bericht des Gauvorstandes, den Stusche erstattete, war dreier Arbeitstage gebracht. Erst zu später Abendstunde, als in dem zu entnehmen, daß im Laufe des Jahres 125 Agitationsverfamm- Etagenfenster längst die Lichter des Tannenbaums erloschen waren, lungen in der Proving stattgefunden haben. Die Versammlungen, winkte auch den Sklaven und Sllavien des Ladentisches die lang etwa 300, die in Berlin abgehalten worden sind, sind hierbei natür- entbehrte Ruhe.
lich nicht mit einbegriffen. In verschiedenen Orten konnten feine Wohl denen, die das Wort„ Saure Wochen, frohe Feste" auch Versammlungen stattfinden, da kein geeignetes Lokal zur Ver- bei bescheidensten Ansprüchen auf sich anvenden konnten. fügung stand. Der Gouvorstand hat auch auf andere Weise eine Tausende führt uns die Großstadt vor Augen, die nicht haben, wo rege Agitation entfaltet, eine ausgedehnte Korrespondenz ge- fie ihr Haupt hinlegen können, und denen auch der Glanz des führt und zur Erledigung der Geschäfte 15 Sigungen abgehalten. Weihnachtsbaumes, den die öffentliche Wohlthätigkeit ihnen anzündet,
Differenzen sind in einer großen Anzahl Orte im Laufe des die Trübsal des Daseins nicht zu erhellen vermag. Jahres ausgebrochen. Teilweise sind dieselben darauf zurück
gunsten für die Arbeiter verlaufen ist.
trieben werden.
Für die Ausgabe der Postkarten für 1900, die heute, Donnerstag, beginnt, hat das Reichs Postamt angeordnet, daß an die einzelnen Käufer die neue Karte mit der Germania - Marke nur in fleineren Mengen bis zu 10 Stück abgegeben werden soll. Wit dieser Maßregel soll jedem Handel und jeder Preistreiberei mit den Starten vorgebeugt werden. Die Ober- Posidirektion Berlin hat ferner bestimmt, daß bei sämtlichen Verkehrsaustalten ihres Bezirks eine möglichst große Zahl von Verkaufsstellen für die Karten eingerichtet wird. Auch die Schalter für die Abfertigung der Pakete, die jezt nach Bewältigung des Weihnachtsverkehrs weniger in Anspruch ges nommen werden, sollen sich mit dem Verkauf der Postkarten für 1900 befassen.
Für den Vorortverkehr in der Silvesternacht sind auf der Viele Wannseebahn und der Anhalter Bahn besondere Vorkehrungen getroffen. Auf der Wannseebahn werden zwischen Berlin und Behlen dorf Sonderzüge von Berlin um 12.50 und 1.5 fer und auf gefehrt von Zehlendorf um 1.20 und 2.20 nachts nach Berlin und auf allen Zwischenstationen halten. Vom Anhalter Bahnhof gehen zuführen, daß die Unternehmer Lohnreduzierungen oder eine Ver- am Sonntagnachmittag 4 Uhr statt. Schon am Mittag vermochten umgekehrt von Groß- Lichterfelde nach Berlin um 1 1hr so vagi Die Weihnachtsfeier in den städtischen Wärmehallen fand Sonderzüge um 1 Uhr und 1.45 nach Groß- Lichterfelde ( Oft) und tritt aus der Organisation verlangt haben. oder gar den Aus- trotz der gelinden Witterung die geräumigen Stadtbahnbögen die und um 2 Uhr 15 min. Leider scheint die Stadt- und Ringbahn Fällen sind die Differenzen zu Gunsten der Arbeiter beendigt schmückten Tannenbäumen hielt der Oberinspektor der Wärmehallen, zu wollen, In den meisten Menge der Besucher nicht mehr zu fassen. Unter den großen, ge- sich auch diesmal dem Beispiel der andern Bahnen nicht anschließen und ist es gelungen, vielfach durch die Vermittlung des Gau- Herr Tarlowski, den Anwesenden, deren Zahl etwa tausend betrug, Zur Warnung vor Silvesterskandalen veröffentlicht das vorstandes eine Lohnerhöhung bezw. eine Verkürzung der Arbeits- eine Ansprache. Dann folgte der Gesang eines Männerchores; die Polizeipräsidium folgende Mitteilung: Um dem Unfug in der zeit zu erzielen. Mehrere Streiks find verloren gegangen, lediglich" Festrede" hielt Pastor Schaarschmidt. Jeder der Besucher erhielt Silvesternacht zu steuern, werden seit Jahren die dabei vorinfolge des unsolidarischen Verhaltens der in Betracht kommenden einen Teller mit Alepfeln, Pfefferkuchen und Nüssen sowie einen gefonumenten Uebertretungen nicht durch polizeiliche Straffeſtſetzung Arbeiter; zum Teil auch, weil dieselben nicht genügend vorbereitet Stollen, auch wurden den Besuchern unentgeltlich Speisemarken für erledigt, sondern der königlichen Staatsanwaltschaft zur gerichtlichen und die bestehenden Bestimmungen nicht beachtet worden sind. die Weihnachtsfeiertage verabreicht. Wiederholt ist dem Gau- und Hauptvorstand vor Eintritt in Verfolgung übermittelt. In der letzten Silvesternacht wurden in die Lohnbewegung keinerlei Mitteilung zugegangen, sondern erst angenehm auf, daß man die Gäste der Wärmehalle nicht fühlen ließ: heit, Schlägerei, Bettelns usw. teils wegen Verübung groben uns Dem unbeteiligten Beobachter dieser Weihnachtsbescherung fiel es Berlin im ganzen 193 Personen festgenommen, teils wegen Trunkennach Ausbruch des Streits find Gelder zur Unterstützung Ihr seid arme Leute, denen wir Wohlthaten erweisen, wofür ihr fugs oder rubestörenden Lärmens. Von den wegen Unfugs und verlangt worden. In einigen Orten wurde schon nach ganz unterthänigst zu danken habt. In dieser Hinsicht unterscheidet sich värmens dem Gerichte überwiesenen 82 Personen wurde nur eine kurzen Bestehens der Zahlstelle in einen Streit eingetreten, der dann die Weihnachtsfeier in der Wärmehalle sehr vorteilhaft von den Be- freigesprochen, die 81 anderen wurden aber bestraft, und zwar 17 zumeist, weil die Organisation am Orte zu jung und zu schwach und scherungen armer Leute, wie sie zum Zwecke der Selbst- mit Freiheitsstrafen von vier Wochen bis zu zwei Tagen, weil nicht alle Umstände genügend berücksichtigt worden sind, zu Un- bespiegelung„ ebler Wohlthäter" zur Weihnachtszeit sportmäßig be- 60 mit Geldstrafen von 60 Mart bis 2 Mart, vier mit VerDem Bericht folgte eine längere Diskussion, in der die Ursachen weisen. In der Hauptmasse waren die Bestraften Arbeiter oder und der Verlauf der verschiedenen örtlichen Lohnbewegungen ge- zu nußen gemacht. Da es ihr nicht möglich war, für den Hunde- burschen. Das Elend der Obdachlosen hat sich die„ Große Berliner" Handwerker, 13 waren Kaufleute, Schüler, Lehrlinge oder Laufschildert wurden. Hierbei wurde festgestellt, daß in einer ganzen Anzahl lohn, den sie für Schneeschippen zahlt, solche Arbeiter zu bekommen, der zum Gau gehörigen Orte die Löhne außerordentlich niedrig find, denen das Messer noch nicht an der Kehle sitzt, suchte sie sich mit Sonntag der Firma Pfingst u. Comp., Königstraße 33, gestohlen 12 000 Mark sind bei einem Einbruch in der Nacht zum die Arbeitszeit sehr lang ist und die Unternehmer die Organisation Erfolg in den Wärmehallen billige Arbeitskräfte. der Arbeiter mit allen Mitteln zu bekämpfen suchen. Des weiteren worden. Diese Warenhaus Firma hat in diesem Hause den Keller, wurde angeführt, daßz Arbeiten, die bisher von Männern ausgeführt findlichen wohmungslosen Familien wurde am heiligen Abend gegen find ausschließlich Verkaufsstellen, während sich im Keller sie Den in dem städtischen Obdach an der Danzigerstraße be- die Parterregeschosse und die erste Etage inne. Die oberen Räume worden sind, von Frauen gemacht werden, und daß neuerdings 4 Uhr seitens der Stadt Berlin eine Weihnachtsbescherung bereitet. Vorratsläger und das Comptoir befinden. Der Haupteingang gelernte Arbeiter bei einem größeren Ausstand durch unge- Die Zahl der unglücklichen Obdachlosen betrug 357. lernte zum Teil ersetzt wurden, ein Umstand, mit dem in liegt an der stumpfen Ede der König- und Neuen FriedrichZukunft mehr gerechnet werden muß. Mit der Thätigkeit des Gau - in der Andreasgemeinde, besteht ein Oberlin- Verein, der in Hofe aus zu erreichen. Eine chriftliche Weihnachtsparade. Im Osten der Stadt, straße, der zweite Eingang für das Personal ist vom borstandes erklärten sich fast alle Reduer einverstanden und wurde Er befindet sich in dent nach der nur von einigen Delegierten gewünscht, daß einzelne Zahlstellen in der Stoppenstraße eine Kleinkinderschule unterhält. Die Schule wird Neuen Friedrichstraße zu belegenen Flügel. Die Thür ist mit der Niederlauftz bei der Agitation durch Stellung von Referenten Arbeitsverhältnisse es nicht gestatten, daß sie sich am Tage mit Der Zugang von der Königstraße wird stets verschlossen gehalten; von drei bis sechsjähigen Kindern solcher Eltern besucht, deren startem Eisenblech beschlagen und mit einem Kunstschloß versehen. besser unterstützt werden. ihren Kleinen beschäftigen. Diese armen Kinder werden infolge dessen ist der hintere Eingang zu dem Warenhause nur von gegen ein Einen Geldschrank monatliches Schulgeld von 75 Pf. von der Neuen Friedrichstraße aus zu erreichen. Oberlin Schwestern = für das Christentum dressiert. befißt die Firma nicht. Ihre Bücher befinden sich in einem in die Eine solche Anstalt muß natürlich auch zur höheren Ehre Wand eingelassenen Holzschrank, in dem auch das Geld aufbewahrt der frommen Leiter des Vereins ihre Weihnachtsfeier haben. wird. Dieses lag in einer Kassette von 42 Centimeter Höhe, fönnen wir es beim besten Willen nicht nennen Wir hatten Gelegenheit, dieser Weihnachtsparade eine Feier 50 Centimeter Breite und 40 Centimeter Tiefe. Die etwa 3 Centner beizuwohnen. In schwere glatte Stassette war in dem Schrank festgeschraubt. In der der Aula eines Realgymnasiums in der Langestraße saßen unter staffette wurde stets die Tageslofung aufbewahrt, die am Sonnabend zwei riesigen Weihnachtsbäumen auf besonderen Plätzen die Herren ca. 12 000 M., bestehend aus Papier, Gold und Silber, betrug. Am und Damen vom Oberlin- Verein, rings an den Wänden das Sonnabendabend wurde das Geschäft gegen 10% Uhr geſchloſſen. Publikum, meist Arbeiterfrauen und größere Mädchen. In der Mitte Als am Sonntagmittag um 12 Uhr ein Buchhalter den Schrank des Saales standen die Bänkchen für die Kleinen. Diese selbst wurden öffnen wollte, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß dieser erbrochen Gänsemarsch herein- und einigemal von den Schulschwestern unter Abfingung eines Weihnachtsliedes im war und die Kassette fehlte. Die Schrauben, die den Geldbehälter im Saale herumgeführt, hielten, waren abgedreht und lagen lose im Schrank. Sonstige dann in die Bankreihen hincindirigiert und zum Niedersetzen kom- Spuren von Gewalt waren nicht sichtbar, die Thüren zum Ges mandiert. Nun folgte eine längere Examinierung der Kinder. Die schäftslokal wie zum Comptoir müssen mittels Nachschlüssels ganze Weihnachtsgeschichte, wie sie die Bibel erzählt, wurde den geöffnet worden sein und die ganze Art, wie der Diebstahl Kleinen abgefragt, und dazwischen mußten die Kinder, teils einzeln, ausgeführt worden ist, deutet darauf hin, daß die Thüter teils im Chor, entsprechende Lieder auffagen und fingen. Diese um mehrere Personen muß es sich handeln, da einer unmöglich Vorführung flappte so präcis, daß wir von tiefem Bedauern für die die schwere Kassette allein tragen konnte genau orientiert waren. armen Kleinen erfüllt wurden, die sich gewiß wochenlang plagen Am Sonntag früh um 3/48 Uhr hielt vor dem Portal in der Neuen mußten, um alle die Verse und Lieder, deren Sinn ihnen ganz un- Friedrichstraße eine Droschte zweiter Klaffe. Da feſtgeſtellt ist, daß verständlich ist, ihrem Gedächtnis einzuprägen, und die sich nun, an- Hausbewohner diesen Wagen nicht benutzt hatten, so ist nur anzu gesichts der strahlenden Weihnachtsbäume und der bunten Gabentische nehmen, daß die Diebe die Droschke zur Fortschaffung der Kassette eines dreiviertelstündigen Examens unterziehen mußten. Für Kinder in gebrauchten. Merkwürdigerweise ist die Kassette bisher noch nicht diesem Alter eine Geduldsprobe, die mehr Anerkennung verdient, als die gefunden, die Diebe haben demnach kaum Gelegenheit, sich derselben Dressurleistung der frommen Schulschwestern. Aber damit war der zu entledigen. Die geschädigte Firma hat auf die Ergreifung der Angriff auf die Nerven der zarten Kinder noch nicht beendet, sie Diebe und die Herbeischaffung des Geldes eine Belohnung von mußten noch so lange stille sigen, bis Prediger Bitthorn auch den 1000 M. ausgesezt. anwesenden Erwachsenen etwas von der christlichen Weihnachts- In Erstickungsgefahr gerieten in der Nacht vom Sonntag botschaft verkündet und den wohlthätigen Sinn der Vorstandsdamen zum Montag die Bewohner des Hauses Simeonstraße 2. Aus bisher in üblicher Weise gerühmt hatte. Nachdem der Geistliche mit den nicht ermittelter Ursache strömte das Gas in so beträchtlichen Mengen Worten: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! aus, daß die Bewohner in der Frühe unter Krankheitserscheinungen geschlossen hatte, bekamen die kleinen Mädchen Puppen, die Jungen erwachten. Durch sofortiges Oeffnen aller Fenster wurde die Gefahr aber Helme, Säbel und Schießgewehre. beseitigt. Andauernde Schädigungen der Gesundheit der Hausbewohner find glücklicherweise nicht eingetreten.
Die Diskussion über den Geschäftsbericht ist noch nicht beendet und wird heute fortgejegt werden.
Lokales.
Zur Lokalliste. In Reinickendorf stehen die Lokale von Wilh. Stechert, Spandauer Weg, Guſt. Gerbsch, Restauration und Saal" Zur Eisenbahn- Haltestelle Schönholz" der Arbeiterschaft zur Verfügung. In Waidmannsluft ist das Lokal„ Schweizerhäuschen" frei. Die Lokalkommission. J. A.: Karl Scholz, Brangel
Straße 110.
Die Stadtverordneten- Versammlung wird, da die Wahlen des Rentiers Runge und des Gewerkschaftssekretärs Millarg für ungültig erklärt sind, zunächst aus 142 Mitgliedern bestehen und in socialer Beziehung folgende Zusammensetzung zeigen: 30 KaufLeute, 25 Rentiers, 20 Fabrikanten, 5 Bankdirektoren und Bankiers, 6 Aerzte, 1 Privatdocent, 1 Direktor der Charité, 1 Direktor des Aquariums, 1 Brauereidirektor, 3 Schulmänner, 3 Apotheker, 4 Schriftsteller und Redacteure, 8 Rechtsanwälte, 2 Buchhändler, 7 Baubefliſſene, 3 Ingenieure, 1 Zahnkünstler, 2 Bildhauer, 3 Destillateure, 6 Schantwirte, 1 Drechsler, 2 Tischler, 2 Bildhauer, 1 Glaser, 1 Uhrmacher, 1 Kassenbeamter.
Berliner Grundstücks- und Wohnungs- Statistik. Ende 1898 waren in Berlin , wie der neueste Bericht der städtischen Steuerdeputation angiebt, 24 970 benugie Grundstücke vorhanden, davon waren 24 345 bebaut und 625 unbebaut. Außerdem wurden 1513 grundbuchlich eingetragene unbenutte Grundstücke( Baustellen) gezählt. Von im ganzen 503 240 Wohnungen oder Dienst-, Geschäftsusw. Räumen standen 13 495 leer, das sind 2,7 Proz. Der Prozentfaz der leerstehenden Wohnungen ist seit Ende 1894, wo er mit 6,8 Proz. den höchsten Stand des laufenden Jahrzehnts erreicht hatte, ununterbrochen zurückgegangen. Mit 2,7 Proz. ist er fast wieder bis auf den niedrigsten Stand des vorhergehenden Jahrzehnts( Ende 1886 2,1 Proz.) gesunken.
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Das nennt sich Christentum!
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Im Weihnachts- Bäckereiverkehr wurden[ heuer bei dem Kaiserlichen Batetpostamt insgesamt 626 054 Pakete zur Bestellung in Berlin eingeliefert. Es sind dies etwa 31 000 Pakete mehr als im Vorjahr, wo 595 087 Pakete während der Zeit vom 12. bis zum 25. Dezember eingegangen waren.
Die Zufuhr von Weihnachtsbäumen ist, wie sich nunmehr deutlich zeigt, in diesem Jahre viel zu groß gewesen. Während die Händler in einigen Stadtgegenden bis zum Schluß des Marktes die Breise hoch hielten, fuhren sie in anderen mit Wagenladungen durch die Straßen und boten ihre Bäume ohne Unterschied am Heilig abend für 10 Pf. das Stück an. Auf vielen Verkaufsstellen sieht man heute noch zahlreiche Bäume unverkauft stehen, auf den Bahnhöfen aber stehen noch viele Wagenladungen, die gar nicht ausgepackt wurden.
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Einen furchtbaren Tod hat die Frau des am Schauspielhause beschäftigten Hofichauspielers Hartmann in ihrer Wohnung. Kurfürstendamm 29 I, erlitten. Sie stürzte infolge eines Versehens in eine Badewanne, die mit siedendem Waffer gefüllt war und vers brühte sich so unglücklich, daß fie Sonntagmittag unter furchtbaren Qualen starb.
hat eine Formermeisterfrau W. aus der Reinickendorferstraße ihrer Mit Drillingen( Knaben) am Weihnachts- Heiligabend befchenh Ehemann. Mutter und Kinder befinden sich wohl und munter. Herr 28. lebt zum Glück in sehr auskömmlichen Verhältnissen.
Zu dem Selbstmord des Dienstmädchens Bertha Binder, worüber wir am Sonntag berichteten, teilt uns der Onkel des Mädchens, Herr Schüße, Zimmerstr. 85, mit, daß die Nachricht, wonach Bertha Binder mit einem verheirateten Manne Umgang gehabt habe, unrichtig ist.
Göttliche Weltordnung. Ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Mark besigen in Berlin 14 Personen, die zusammen 813 400 M. an Einkommensteuer zu entrichten haben. Der Krösus unter diesen Jahresmillionären hat jährlich ein Eintommen von 2 200 000 M. und Steuern 87 800 M. zu zahlen. Zwei andere Berliner, die ebenfalls über 2 Millionen einnehmen, bilden mit ihm das Triumphirat der reichsten Leute Berlins . Geht man abwärts", so finden sich immer noch 27 Personen mit einem Eintommen von einer halben bis zu einer Million, und 88, die sich mit 250 000-500 000 m. begnügen müssen. Die Zahl derer, die 100 000 bis 250 000 M. Einkommen haben, wächst bereits auf 435, während 970 ein Ginfommen von 50 000 bis 100 000 m. verſteuern. 2244 Personen haben ein Einkommen von 25 000-50 000 m. und 7421 bon 10 000-25 000 m. 10 517 verzeichnen in ihrem Etat eine Jahreseinnahme von 6000-10 000 M. und 22 844 haben 3000 bis Traurige Weihnachten. Am Weihnachtsbaum verstorben ist 6000 M. Einkommen. Insgesamt sind 45 017 Personen mit mehr die in der Schönhauser Allee wohnende, seit längerer Zeit frante als 3000 M. Einkommen veranlagt; fie bringen 18 214 348 M. Steuern Sentiere Auguste Friede. In der Festesfreude achteten die im auf. 297 097 Berliner verdienen 900-3000 m. und zahlen im Bimmer anwesenden Personen nicht darauf, daß die Patientin, die schieden, denn gegen 30 Alarmierungen hatte sie am Heiligabend und Wenig Weihnachtsruhe war diesmal unserer Feuerwehr bes ganzen 4 154 717 M. Steuern. Weit höhere Summen finden sich in in einem Rollstuhl an dem Weihnachtsbaum saß, plötzlich in die am ersten Festtage zu verzeichnen Greifswalder str. 38 tam den Stenertabellen bei den Einkünften der nicht physischen Personen. Stiffen zurückfiel. Erst als eins der Kinder an die Frau herantrat, Sonntag früh 7 Uhr in der im Quergebäude befindlichen EngrosDas Maximum beträgt hier in zwei Fällen 10 685 000 m. und um für die von ihr gespendeten Gaben zu danken, wurde man inne, Wäschefabrik von Richard Ackermann aus nicht ermittelter Ursache 11 415 000 M. Noch stattlicher ist die Jahres einnahme von drei daß sie plößlich am Herzschlag gestorben war. ein Schadenfeuer aus, das sehr spät bemerkt wurde, so daß es bei juristischen Personen in Berlin , die es auf 12270 000 m., 14 585 000. M. und 14 950 000 M. bringen. Wie übt man Rücksicht auf die Verkehrsverhältniffe? Ankunft der Wehr bereits großen Umfang angenommen und die Das Polizeipräsidium läßt den Zeitungen folgende wunderliche Mit- Decke vom zweiten zum dritten Stock schon durchschlagen hatte. Mietssteigerungen find jetzt an der Tagesordnung. Die teilung zugehen: Mit Rücksicht auf die besonderen Ver- fonnte zwar bald zum Stehen gebracht werden, doch erleidet die Hauswirte treten zur Beit vielfach mit einem Uebermut auf, wie er tehrsverhältnisse werden in der kommenden Silvesternacht Firma erhebliche Verluste, da über 100 Dugend Hemden und andere seit dem Anfang der siebziger Jahre nicht mehr erhört war. Sie von 10 Uhr abends ab der Lustgarten und die Schloßfreiheit nach Wäschestücke vernichtet wurden. Da sich in demselben Gebäude eine tönnen es sich ja auch leisten, denn in einzelnen Stadtteilen läßt sich, Bedarf für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt werden." Als Pappfabrik und eine Drechslerei befinden, hätte die Gefahr leicht wenigstens soweit mittlere und kleinere Wohnungen in Betracht Pendant wäre etwa zu empfehlen, mit Rücksicht auf die bekannten große Dimensionen annehmen können. Vorber war Hagels, tommen, geradezu von einer Wohnungsnot reden. Die Beleuchtungsverhältnisse der Silvesternacht von Zeit zu Seit jämtbergerstraße 15 im Lagerfeller des Kolonalgeschäfts von Karl Gemeindeverwaltung müßte je früher je besser dieser Kalamität liche Straßenlaternen auszudrehen. Liebe ein Brand zu beseitigen, der das Haus bis zu den obersten
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