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tft, als fte überhaupt bei Möbeln eintreten tann. Von diesen Möbeln| beitskräften verdanken der Puppe, diesem beliebtesten Spielzeug der werden vom selben Stüd ftets Auflagen von 100 auf einmal angefertigt. Die Arbeiten zeigen echtes Holz im Aeußern und Innern, find frei von allen Duzendverzierungen, haben guten Beschlag und gute Schlösser, find von ansprechender, dabei aber feineswegs auf bringlicher tünstlerischer Form und fonkurrieren im Preise mit den mittleren Magazinmöbeln. Die meisten Möbel sind zusammen legbar und können so zu einem billigeren Tarif verfandt werden als sperrige Stüde . Die Herstellung dieser sogenannten Maschinenmöbel ist vielleicht der erste Schritt allerdings nur ein fleinwinziger Schritt aur bölligen Gesundung unseres modernen funstgewerblichen Betriebes. Die auf diefem Gebiete arbeitenden Künstler haben bisher fast ausschließlich Brunkstücke für Millionäre gefchaffen. Die neue fünstlerische Kultur, die sie anbahnten, konnte daher nicht ins Bolt dringen und blieb auf wenige fleine Kreise beschränkt. Was aber vor allem not tut, sind billige, geschmadvolle und stilgerechte tunstgewerbliche Produkte für die große Maife. Darauf sollten die Führer der Bewegung ihr Hauptaugenmer! richten. Ich glaube, die Künstler würden damit auch für ihre Person besser fahren, indem das Arbeiten für den Massenbetrieb erheblich einträglicher sein dürfte, als die Herstellung von relativ wenigen Eliteftücken, deren Abnehmerzahl stets sehr eng begrenzt bleiben muß.
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fleinen Mädchen, ihre Existenz. Ja, die Puppe ist ein großer Han deleartikel geworden. Nicht nur für das Deutsche Reich. Auch das Ausland bezieht die fleinen buntgeputzten Körper millionen weise. So hat sich die Produktion der Puppe ungeheuer gesteigert. Und mit der Vergrößerung der Produktion spezialisierte sie sich auch. Es gibt heute große Etablissements im Puppenfach, von denen fich die einen nur mit der Herstellung von Rohteilen, mit Fabritation von Rümpfen und Gliedmaßen, andere nur mit Bekleidung und wieder andere mit Beschaffung von Zubehörteilen befassen. Nur in einer der ältesten Fabriken in Schneeberg im sächsischen Erzgebirge kann man die Entstehung der Puppe vom ersten Stadium bis zum fertigen Spielzeug verfolgen. Die Gründung der Fabrik ist typisch für die Entwickelung zum Fabriksystem. Die Frau eines Arztes hatte vor etwa 60 Jahren eine kleinere Anzahl Buppen zu eigenem Vergnügen und für die armen Kinder der Stadt angekleidet; das sah ein Kaufmann, der zur Messe reifte. Die Puppen gefielen ihm, er nahm sie mit und sie hatten einen folchen Erfolg auf der Leipziger Messe, daß die Frau Sanitätsrätin von Jahr zu Jahr immer mehr Frauen und Mädchen beim Anleiden von Puppen beschäftigen mußte. Aus diesem Anfang ist die heutige große Fabrik entstanden, die an hundert Menschen im Fabrifgebäude und und mehrere hundert Hausindustrieile zur Gra ledigung der Bestellungen gebraucht. Es muß doch auf dem Markt das Bedürfnis nach fertigen Puppen bestanden haben; biele Mitter haben eben nicht die Zeit zum Ankleiden der Körper. Aber ihrem Liebling wollen sie doch das ersehnte Spielzeug auf den Weihnachtstisch legen. Nur so ist es zu erklären, daß sich aus einer Spielerei ein Fabritzweig entwideln fonnte.
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femmt in den Raum, wo es mit Rumpf und Kopf zusammengefügt wird. Das besorgen häufig junge Burschen. Nur wenige Hand. griffe find nötig, um die Berbindungsdrähte durchzuschieben, um zubiegen und abzukneifen. Der edelste Teil der Puppe, der Kopf erfordert allerdings ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Zeil bei seiner Herstellung. Er will besonders geformt und behandelt sein.
Man wird vielleicht einwenden, eine Popularisierung des modernen kunstgewerblichen Stils sei ja schon längst und auf breitester Bafis unternommen worden. Billige Möbel und andere Gebrauchs gegenstände im Jugendstil" und Sezessionssti I" würden überall feilgeboten. Aber diese Produkte haben mit dem modernen Kunstgewerbe nicht das geringste zu tun. Sie geben mur Die Glieder und Körper der heute so beliebten Gelenkpuppen gewisse oberflächliche, leicht in die Augen fallende Eigentümlichkeiten werden aus einem zementartigen weichen Teich geformt. Jeder des neuen Stils in geist und geschmackloser Verhunzung wieder. von den Formern bekommt einen runden, tüchtig durchlneteten Shre Hersteller begeben genau denselben Fehler wie die Kunst- Kuchen der Masse, nimmt ein Stück davon, rollt es mit den Händen industriellen der früheren Verfallzeit: fie versuchen Modelle, aus und legt es in eine harte Form, die das Bild des Rumpfes, die für die Handarbeit geschaffen sind, im maschinellem Betriebe des Beines oder des Armes vertieft zeigt. Die beiden Hälften der nachzuahmen und bringen daher nichts weiter zustande als unsinnige Form werden zusammengepreßt in wenigen Sekunden ist das Verzerrungen der ursprünglichen guten Vorbilder. Die moderne Glied entstanden. Nun fommt es auf Trockengerüste, wo es lang tunstgewerbliche Bewegung ist ein tulturgeschicht- sam zu fester Masse wird. Ist das Glied trocken, so wird es von licher Faltor, die Jugendstil- Industrie lediglich den Formrändern befreit, mit Farben gestrichen und ladiert und Modefache. Schon heute verkünden die Fachblätter des Kunstgewerbes, der neue Stil" habe abgewirtschaftet, in den Koffern der Handlungsreifenden finde fich in diesem Jahre fein einziges " modernes Muster" mehr. Für die Industrie, die mit Saisonneuheiten" arbeitet, war der Jugend- und Sezessionsstil eben ledig lich eine vorübergehende Mode wie jede andere. Die Entwidelung des modernen, von ernsten Künstlern geschaffenen und gepflegten Kunstgewerbes geht trozdem unbeirrt ihren Weg. Bedauerlich ist nur, daß das große Bublifum die Schöpfungen der Kunst von den Kunstindustriellen Schleuderwaren nicht unterscheiden kann. Den weitesten Kreisen auch der sogenannten Gebildeten fehlt noch jedes innere Bedürfnis nach ästhetisch einwandfreien Erzeugnissen, und selbst diejenigen, bei denen die etwaige Preisdifferenz feine Rolle spielt, begnügen fich mit fünstlerisch wertlosen Surrogaten, weil sie den fundamentalen Unterschied zwischen diesen und jenen gar nicht empfinden. Der Grund liegt in der trostlosen fünstlerischen Unfultur des Publikums, die ihrerseits eine Folge der langen Verfallzeit ist, aus der wir uns erst seit lurzem mühsam herausarbeiten. Um die Grundlagen einer neuen Künstlerischen Kultur zu schaffen, bedarf es daher nicht nur einer Erziehung der Künstler und Kunstgewerbler, sondern auch des Publifums. Diese ist vielleicht noch wichtiger als jene; denn wenn erst das allgemeine Bedürfnis nach Besserung gewedt ist, so werden die Mittel und Wege zur Befriedigung bald ge funden sein.
Welche Anfäge zu einer Kunsterziehung im modernen Sinne bei uns in Deutschland während der letzten Jahre gemacht worden sind darüber wollen wir uns in einem zweiten Artikel orientieren. John Schitowsti.
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( Nachdruck verboten.)
Es flingelt an der Tür. Ein Bote bringt ein Päckchen. Die Mutter nimmt es ihm ab, geht geheimnisvoll in ihr Zimmer, öffnet das Patet und widelt eine fertig angekleidete Buppe heraus, die auf dem Weihnachtstisch unter dem strahlenden Baum liegen wird. So ist es jetzt in den meisten Familien. Nur wenige Mütter taufen, wie einst alle, einen Balg, krönen ihn mit einem Porzellantcpf oder einem solchen aus unzerbrechlicher Masse und schließen fich in den erwartungsvollen Wochen vor Weihnachten ab, opfern wohl gar noch die Nachtstunden, um aus dem Balg ein zierlich angeputtes Fräulein zu machen. Kleiderstoffreste, alte Seidenbänder und Spizenüberbleibsel, die verachtungsvoll in einen Beutel gestopft worden waren, feiern in diesen Tagen eine frohe Wiederkunft. So war es früher, als es noch keine Puppenfabriken gab, in allen Familien.
Die lebten zwei Jahrzehnte haben diese Vorfreuden fast gana dem Familienkreis geraubt. Die fabrikmäßige Herstellung der fertigen Buppen überwiegt jetzt. Große Industrien haben sich der Buppenfabrikation bemächtigt, und Tausende von fleißigen Ar
Das Bestreben nach Dauerhaftigkeit, nach Unzerbrechlichkeit hat nun eine ganze Auswahl von Köpfen neben den immer noch nicht ganz verschwundenen Köpfen aus Porzellan oder Wachs in die Welt gefeßt. Da gibt es solche aus geftanztem Blech, andere aus Bapiermache, wieder andere aus Zelluloid. Die letzten Jahre haben nun noch Gummoid auf den Markt gebracht. Das ist eine sehr haltbare und billige, gummiähnliche Masse, die nur an falten Tagen geformt werden kann und die bis auf die halbe Größe der ursprünglichen Form eintrocknet. In die Köpfe werden erst, nach dem sie bemalt sind, Augen und zierliche Porzellanzähnchen eina gegipit, die aus den roten geöffneten Lippen so blank und frisch blinken.
Die zusammengesekten Puppen kommen in den Zuschneidesaal. Dort wird allerdings nicht mit solch fleiner Schere an Resten oder alten Lappen herumgeschnitten wie im Familienkreis. Eine große Maschinenschere schneidet Rödchen und Hemdchen, Jäckchen und Mäntel, alle Zutaten der Ober- und Unterkleidung aus zwanzig- bis dreißigfach aufeinandergelegten Stoffen aus. Ja, da werden große Stoffstücke verbraucht, die eigens zu diesem Zwed gewebt, deren Muster für Puppen berechnet sind. Mehrere Mädchen tun nichts weiter, als nur immer neue Muster, neue Moden zu sammenstellen. Ja, auch die Puppen haben ihre Moden! In den letzten Jahren machte sich, besonders im Erzgebirge , die Rich tung bemerkbar, die Puppenmode der Kindermode anzupassen in dem richtigen Gefühl, daß die kleinen Mädchen sich zur Puppe wie eine Mutter zum Kinde stellen.
Das zugeschnittene Material wird nun mit schmalen, feinen Puppenspitzen und Puppenkanten und kleinen Knöpfen besetzt und werden in einer Stunde fertig. Mit großer Sicherheit wird das zusammengenäht. Dußende von den zwerghaften Kleidungsstüden in wenigen Minuten vollbracht, wobei sich sonst manche Mutter Die Auger in nächtlicher Stunde wund sah.
Die genähten Stücke werden mit den Körpern aus dem Haus gegeben. Vielfach wandern auch gleich die Zutaten in die Hände der Haus industriellen, die an bestimmten Tagen ihre Körbe voll angekleideter, nahezu fertiger Puppen zurücbringen.
Das Ankleiden ist nämlich nicht das letzte. Jede Mutter, die einmal selbst eine Puppe für den Weihnachtstisch angekleidet hat, wird wissen, daß dabei die Frisur der Puppe zerzauft wird. So bekommen denn auch die Puppen in der Fabrik ihr Haar zuleht. Die Perücken, die ja fast nie aus wirklichem Haar, sondern fast immer aus präparierter Wolle eines erotischen Tieres bestehen, werden aufgeleimt. Und zwar nicht ganze Perücken, sondern nur einzelne Lockenwickel, die vorher über Glas gerollt sind und nun arsgekämmt werden. Da wird im Handumdreben mit Binsel, mit