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produkten, unter Aufwendung ungebeurer Energiemengen ,, Nadium; 1 Die feine Analyse über den Dänen Bontopidban: zugleich ein und da dieses selbst eine Zwischenstufe ist, aus dem Radium das Abriß des Grundtvigianismus. Die Sfizze über den Schweizer Uran. So tofirde es erklärlich, daß auf der Sonne tein Nadium Widman tros antilyrischer Sachlichkeit ein poetisches Gebilde. Und bauernd bestehen kann. Wohl aber werden, von unserer wie bon die Abhandlung über Wilhelm Buich, in der er die Spaßmacher­allen Firstern- Sonnen radioaktive Strahlungen in den falten legende zerstört, tvenn der Vergleich nicht fo abgefchmadt wäre, man Weltraum und zu den dunkeln Weltförpern hin ausgesandt, könnte sagen: die Busch- Seele mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. tveshalb Nadium, wie auch die Untersuchung niedergefallener Man muß sich hüten, bei Hofmillers Bildtunft der Gleichnisse in Meteorsteine beweist, überall sich findet. In der Stälte zersetzt es Gleichnissen zu reden. Indeffen ist der mufitgetränkte Auffag über sich wieder und macht die gebundenen Wärmemengen frei, im ewigen Bartsch nicht ein Harfenschlagen? Wie weiß der Autor es flarzu Austausch des Weltgeschehens wechselnd. Die emanierten Alpha- machen, daß Wedekinds Knebel sein um das eigene Ich kreisender teilchen aber erfüllen als Helium in großen Quantitäten die Standpunkt ist; gelegentliche Brutalismen tönnen der Kultur des höheren Schichten der Atmosphäre unserer Sonne und vieler Fir- sprühenden Stils nichts anhaben, wenn sie so zweckdienlich sind, wie im Kapitel Wedekind. Nur die Seiten über Jбsen wollen fich mir sterne. nicht ganz in die Kunstform und Gedankenhöhe der übrigen Auffäße einfügen. Ihr innerer Umfang scheint mir zu flein. Bei Hofmanns­ thal hätte ich auch einen stärkeren Hinweis auf Goethe gern gefehen. Denn Hofmannsthal ist fein Goethetopierer wie viele seiner hohlen Epigonen, er hat Goethefches Gefühl. Die legte Abhandlung über Schröder geht wohl nur die artistischen Genießer näher an. Schröders Lyrik ist vor der Hand noch eine verrankte und verschüttete Welt. Aber was Hofmiller dabei von der Lyrik im allgemeinen J. V. fagt, ist eine Literaturgeschichte in nuce.

Bir dürfen uns ruhig gedulden, bis die Wissenschaft genauere Auskunft auf diese Frage geben wird, soweit das überhaupt im Bereich des Möglichen liegt. Recht wertvoll erscheint schon, daß die Tatsachen der Radioaktivität uns zugleich eine trostreiche Aussicht eröffnen und eine heilsame Lehre erteilt haben: daß wir nämlich noch lange nicht alle Hilfsquellen der Natur kannten! Auf Grund der Wärmetheorie würde sich ein Vorgang, den jeder kennt, das Ueberfließen der Wärme von wärmeren und fälteren Bezirken, auf das ganze Weltall erstrecken. Die Temperaturunterschiede zwischen und dem falten allen Sonnen, den dunklen Weltkörpern Himmelsraum würden sich, freilich erst im Laufe endloser Zeit­räume, ausgleichen. Das wäre das troftlose Ende, den das Entropie­geset" dem All prophezeit, der sogenannte Wärmetod", der in Wirk­lichkeit eine Stältetod wäre. Alles würde in starrer Ruhe neben­einander liegen wenn nicht eben die Natur über geheime Schaß­kammern, die Radiumatome, verfügte, aus denen bei ihrem Berfall neue Energie und junges Leben entströmen.

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Kleines feuilleton.

Literarisches.

W. B.

Aus der Vorzeit.

Ein neuer steinzeitlicher Mensch. In der französischen Landschaft Dordogne wurde bei dem Orte Ferraffte, der schon durch frühere Ausgrabungen eine gewisse Berühmtheit erlangt hatte, Ende borigen Jahres von Dr. Capitan der wichtige Fund eines menich­lichen Steletts gemacht, der jegt in der" Nature" näher beschrieben wird. Es haben sich an jener Stelle fünf scharf geschiedene Schichten erkennen lassen, deren jede menschliche Geräte und Tierreste geliefert haben. Zwischen der ersten und zweiten Schicht, Da bon unten an gerechnet, wurde das Skelett entdeckt. die darüber liegenden Schichten vollkommen ungestört waren, war ein Zweifel an dem hohen Alter dieser menschlichen Knochen nicht möglich. Zunächst tam ein Oberschenkelfnochen und ein Schien bein zutage. Dann wurde mit der größten Vorsicht weiter gegraben, Josef Hofmiller : Beitgenossen.( Verlag der Süd- und so konnte ein ganzes Stelett in seiner ursprünglichen Lage auf­deutschen Monatshefte". München .) Es ist leider Mode geworden, gedeckt werden. Es lag auf dem Rücken, den Rumpf etwas auf die daß Journalisten ihre in Preffe und Zeitschriften verstreuten linke Seite geneigt. Die Beine waren start gebogen, die Knie nach Auffäße fammeln und als Buch herausgeben. Sie berufen sich da rechts gedreht. Der linke Arm war an der Seite ausgestreckt, die bet auf ihren feligen Kollegen Leffing. Ich muß angesicht der hier Hand lag auf der Hüfte. Der rechte Arm war gebogen, so daß zum Buch vereinigten, bereits in der vornehmsten bayerischen sich seine Hand in der Nähe der Schulter befand. Der Kopf Revue, den Süddeutschen Monatsheften", erschienenen Essays bon nach links gewandt, der Mund offen. Der Fund Ihr Verfasser Josef Hofmiller eines Menschensteletts vornherein eine Feststellung machen. Un von solcher Vollständigkeit und ist von der Gilde der unproduktiven Soldschreiber in weite Distanz berührtheit gehört zu den allergrößten Seltenheiten. Um zu rücken. Zeitschriftenartikel haben eine kurze Blütezeit und fisken ihn zu erhalten, wurden die Knochen zunächst aufs pein­bald wie Laub von den Bäumen. Man schreitet darüber hinn g, lichste mit Staniol überzogen, dann mit Gips umgossen denn schon trägt der Blätterwald neue Blüten. Aber Hofmillers und erst in diesem Zustand fortgeschafft, nachdem ſelbſtver­Arbeiten erheben sich hoch über den flüchtigen Tageswert. Sie vor Verständlich zuvor eine genaue photographische Aufnahme der ursprüng­geffenheit zu bewahren wird zur instlerischen Forderung. Und Geist lichen Lage gemacht worden war. In der Umgebung des Skeletts wurde berpflichtet! Also war es unbedingte Pflicht des Autors, eine große Menge von Knochen und Zähnen von Bison, Nentier, feine feinsinnigen durchdachten Dichteranalysen in die Schöpfung Biegen und anderen Tieren ausgegraben, die steinzeitliche Menschen eines Buches umzusetzen. Das Gefchrei vom Schöpferischen, dessen zerschlagen hatten, um das Mark als Nahrung zu benußen. Außer­fich die Romanverfertiger und Dramenfabrikanten bedienen, wenn bem fanden sich Steinspißen, Schabmesser, Hämmer und andere Ge­es gilt, ihre Schwachhirnigkeit und festgenagelte Impotenz gegen räte. Das Alter des Skeletts wird auf zwanzigtausend Jahre den Esprit und das können eines Essayisten zu verteidigenivie geschäßt. bricht es sich an diesen in Jdeenfülle strozzenden, künstlerisch ge­bildeten, aus dem höheren und verfeinerten Geschmad eines enzyklopädistischen Kopfes herausgeborenen Aufsäßen, der gleich­seitig ein logischer Selbstdenter ist mit geniehaften Erleuchtungen und dem geschliffenen Stil eines rhythmischen Fühlens.

war

Medizinisches.

Die Einpflanzung von Zähnen. Das Bollkommenste, was sich für die Zahnheilkunde überhaupt denken läßt, wäre die Mög lichkeit, einen ausgezogenen Bahn nach geeigneter Behandlung der Wird die Vordergrundsstellung der fingerfertigen Schaffens etwa erkrankten Wurzelhöhle und nach Vornahme der etwa sonst noch männer nicht glänzend geschlagen durch die Betrachtungskunst eines notwendigen Reparaturen dem Menschen wieder einpflanzen zu können Georg Brandes , eines Hofmiller, die in ihren analytischen Unter- oder auch einen fremden Bahn zu gleichem Zweck zu benutzen. Das fuchungen Erschöpfer und Schöpfer sind? Geschwähigkeit macht zumeist Streben nach diesem Ziel ist heute mehr als eine Utopie, wenn es den Umfang der handwerksmäßigen Dichtererzeugnisse aus; Hof - sich auch noch nicht sagen läßt, wie weit die Kunst des Bahnarztes millers furze Arbeiten haben nicht die rednerischen Dimensionen, aber in Zukunft damit kommen wird. Einige Erfolge dieser Art hat ben Wesensgehalt, das geistige Format. Sein prägender, konzen- Dr. Reinmöller dem Aerztlichen Verein in Rostoc vorgeführt. trierter Stil gibt den Gedanken Gestalt, seinen literarischen Porträts Dieser Fachmann hat Versuche mit Einpflanzung von Zähnen Plastit, Leuchtkraft und Leben. Darum ist er ein Gestalter und als in etwa 60 Fällen gemacht, darunter fünfmal mit fremden ob D'Alemberts Wort auf ihn gemlinzt wäre, ein Anreger, ein Ent- Zähnen. Bei der häufigsten Art des Verfahrens wird der Zahn decker und Erwecker. Ein federnder Geist, aber fein Federgeist, wie gezogen, desinfiziert und in einer Kochsalzlösung bis zum Wieder­die Kritikusse, denen, den Wienern gleich, die Kritik Selbstzived wird, gebrauch aufbewahrt. Unterdes muß auch die Wurzelhöhle sorg­feuilletonistisches Feuer- und Blendwerk. Obwohl von kontrollierendem fältig desinfiziert und in geeigneter Weise behandelt werden. Dann Gewissen fällt er auch nicht in die andere Unart, in das Oberlehrerhafte wird der Zahn wieder eingepflanzt, muß aber mehrere Wochen lang ber akademischen Gründlichkeit, davor bewahrt ihn sein fultivierter Stiel fünstlich an seiner Stelle befestigt werden, damit er Zeit hat, seinen und seine gefiebte Denkart. Daß er nicht das indifferente Philologen- natürlichen Halt in der Höhle wiederzugewinnen. Wenigstens in einem gemüt hat und die Objektivität der Langweiler, daß er ein Feuergeist Teil der Fälle ist es auf diesem Wege gelungen, einen ausgezogenen ist und die Kraft des Miterlebens besigt, die Begeisterungsfähigkeit Zahn an Ort und Stelle wieder vollkommen gebrauchsfähig zu aber auch den anständigen Haß wer wollte das verurteilen? Man machen. Die Behandlung ist sowohl mit Vorder- wie mit Badzähnen Die Untersuchung des Gebisses mit Röntgen­Cefe die Kapitel liber Hauptmann und man wird inne werden, erprobt worden. wie ein anständiger Haffer die Schleuder führt. Diese losen Blätter strahlen liefert dabei wichtige Anhaltspunkte für die Möglichkeit und Auch künstliche offenbaren das Schaffen Hauptmanns treffender als ein Dutzend für den Erfolg dieser eigenartigen Behandlung. bidkleibiger Monographien mit pedantischer Weitschweifigkeit. Wurzeln aus Porzellan, Elfenbein oder Gold können in die sorg­fältig feimfrei gemachte Bahnhöhle eingepflanzt und dann fünfttiche Um der künstlichen Wurzel einen Stronen darauf gesetzt werden. ficheren Halt zu geben, fann fie mit der Füllung der Nachbarzähne Auch dies Verfahren scheint in lezter Zeit verbunden werden. erfreuliche Fortschritte gemacht zu haben. Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.

Wie viele der heuigen Literarästhetiker vermögen den Jn halt dichterischer Werke in der präzisen und dennoch mit eminenter Geistigkeit zergliedernden Form wiederzugeben, wie Hof­miller? In der Art, wie Hofmiller den Inhalt erzählt, ist schon die ganze Kritif gegeben, das Wesentliche ausgelöst und freigeworden. Berantw. Redakteur: Richard Barth , Berlin . Drud u. Verlag: