852- veradezn?dsniisch sind. Ans ähnlichem Wege Kurde nachgewiesen, vasi der homerische Bogen identisch ist mit dem sogenannten Tur- testan-Bogen, der keinen einfachen Holz- oder Nohrstab darstellt, sondern aus übereinander befindlichen Lagen von Holz, Horn, ge- trockneter Sehnenmasse und Knochen zusammengesetzt ist. Wilhelm Wundt hat festgestellt, daß die Anfänge der Philosophie nicht bei den ältesten griechischen Weltweisen, sondern bei den primitiven Völkern zu suchen sind; sie haben Vorstellungen, die die Antwort auf die gleichen Fragen enthalten, wie sie später die Philosophie stellt, natürlich in entsprechend primitivem Ausdruck. Diese kleine Orientierung mutzten wir voranstellen, ehe wir uns zur Besprechung eines neuen Buches wenden, das sich durch seine Billigkeit empfiehlt und weil es die erste moderne Zusammen- stellung der Art ist. Es handelt sich um dieIllustrierte Völkerkunde"(herausgegeben von G. B u s ch a n bei Strecker u. Schröder in Stuttgart , Seiten, 2,60 M., reichhaltig und gut illustriert). Was dem Buch fehlt, ist eigentlich die zusammenfassende Orientierung. Der populäre Leser, der von der Ethnologie wahr- haftig keine anderen Erinnerungen haben kann, als an die Kopf- schmerzen, die er sich beim Besuch eines Völkermuseums geholt hat, will vor allem erst mal wissen, welches denn die Beweggründe sind, die die Gelehrten veranlassen, dieses Tohuwabohu von Einzelgegen- ständen immer höher zu türmen. Es sollte zunächst der Gegensatz der Auffassungen zwischen früher und jetzt gezeigt werden; die Lehrabsichten, nach denen man neuerdings Sammlungen gruppiert; die Ideen, um derentwillen Forscher hinausziehen und bisher fehlende Erhebungen veranstalten und dergleichen mehr. Gewiß, der Fachmann findet das alle? im speziellen Teil des Werkes an- gedeutet; aber nur, weil er von vornherein weitz, bei welchem zu- fälligen Ausgangspunkt er diese oder jene theoretische Auffassung zu suchen hat. Der interessierte Kenner also kann das Buch ein- fach aufschlagen und benutzen. Der Laie aber mutz bei der müh­seligen Durcharbeitung des fremdartigen und oft sehr gelehrt ge- haltcnen Stoffes unbedingt erlahmen, bevor noch das wesentliche innere Interesse bei ihm geweckt ist, auf das eZ allein ankommt und das auch die Forscher allein reizt. Die Herstellung des Buches war unter sechs Fachleute verteilt. Die Einführung(von Dr. Lasch) ist in ihrer Art vortrefflich, aber im obigen Sinne zu kurz und reichlich exakt und abstrakt gehalten. Unter den Darstellungen der einzelnen Erdteile ist die Afrikas (von Prof. v. L u s ch a n) bei weitem die beste und entspricht dem Zweck des Werkes am meisten. Es mutz aus dem Grunde jedem Leser empfohlen werden, die Lektüre mit diesem Kapitel zu beginnen. Luschan verzichtet mit Recht auf Vollständigkeit des Details. Er legt daS Hauptgewicht auf die grotzen kulturhistorischen Zusammen- hänge und geht gerade auch auf die Probleme ein, die zurzeit noch der Lösung harren.Ebenso", sagt er selber,wie das wahre Wesen und der Hauptreiz jeder Wissenschast in der Möglichkeit deS Weiterforschens besteht, genau so erschien es mir auch für meinen Beitrag zu diesem kleinen, für weitere Kreise berechneten Buche nützlicher, Anregungen zu geben, als Dogmen aufzustellen." Es ist im Rahmen einer Besprechung ausgeschlossen, den Inhalt des Handbuches einer ganzen Wissenschaft irgendwie vorführen zu wollen. Ich begnüge mich daher mit dem allgemeinen Hinweis. Die Frage, ob die Anschaffung dem Arbeiter angeraten werden kann, ist zu bejahen, da ein gutes Register und Ouellenverzetchnis das Studium deS Werkes einigermaßen erleichtert. Alfred Kind. Scdacd. Unter Leitung von S. Alapin. akocksexk ab odefgb Alfred de Musset S-f- Die Idee des obigen Problems des berühmten französischen Dichters besteht in folgendem. Bekanntlich sind im Endspiel von> Eeräntw. Redakteur c Richard Barth , Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts«uwdruckcrei u.Val»g«anstÄlPautSmger aiEo..V«:lluL>V. König und zwei Springern gegen den blanken König Matt-Stellungen zwar möglich, jedoch nicht zu e r z w i n g e n. In der Diagramm» stellung hingegen, nach:'l ist 1...... SX<i7(wegen der Drohung 8kS-st) erzwungen, worauf bei 2. Soll I, Lftif(andere Springerzüge ändern«acht das Resultat). 3. LXköch. eine er» zwungene Mattstellung von Iii u. 28. gegen K. doch entstanden ist I Da im Verlaufe der Lösung sowohl ThS als Sb8 laut der Grundidee des Komponisten vom Brette zu verschwinden haben, wozu beiderseits je ein Zug nötig ist, wird cinleuchteud, daß die Idee des französischen Poeten nicht kürzer als in einem Dreizüge r dargestellt werden kann. Schachanchrichten. Am 6. Mai soll in Regensburg ein kleiner Match zwischen den bekannten Schachmeistern I. M i e s e I aus Leipzig und R. S p i e l m a n n aus München beginnen, zu welchem Zwecks der Regensburger Schachkkub 600 Mark für den Sieger und 250 Mark für den Besiegten ausgesetzt hat. Nebcr die sonstigen Bedingungen sowohl als über den Verlauf des Masche« werden wir berichten. S p i e l m a n n bat als junger Mann eine gewisse Frische und Elastizität deS Geistes dem Gegner voraus. Mieser gehört der' älteren Generation und dürfte an nüchterner Erfahrung dem Gegner überlegen sein. Jedoch hat sein Spieltypus seit jeher einen auSgesprockenen Hang gezeigt, die gesunde Kraft der zwingenden Logik zugunsten prickelnder, auf Üeberaimpeh g deS Gegner? angelegter List zu opfern. Dies bringt manchmal schöne, spannende Partien zustande, kostet aber im Großen und Ganzen zahlreiche Points. Spielmann hat im letzten grotzen Turnier(Petersburg 1909) den dritten Preis er« rungen, und seinen jetzigen Rivalen weit hinter sich gelassen. Nichts« deftoweniger ist er ein.Drauf zänger", der oft geneigt ist. den Wert von Opferkombinationen und Angriffsstellungen zu überschätzen. Eine richtige Prognose ist demnach nicht leicht zu stellen. Jedenfalls sind spannende Partien zu erwarten. Die St. Petersburger Partie zwischen den beiden jetzige» Gegnern hatte eine Eröffnung, die man.Damenbauer gessen Königsbauer" nennt, md nahm annähernd folgenden, auf» fallend kurzen Verlauf:(Spielmann, Weiß) 1. et, 65(dies gibt der Eröffnung de» Üd'men. Schwacz kommt hierbei nur schwer zum Dovpelscbritt deS anderen Zentrumsbauern); 2. oXä5, DXd5; 3. Sc3, Da5; 4. 64. sS; 6. Lo4, Leg; 6. Ld2, 8X64; 7. Sb5, Db6; 8. Le3, Da5t!; 9. Ld2, Db6; 10. L©3 usw. Remis durch Wiederholung der Züge.(Eine eventuelle Abweichung würde dem Schwarzen bei schlechterer Stellung den Mehrbauer kosten, de» Weißen aber im Minderbesttz des geopferten Bauer lassen. Denmach erscheint die frühzeitige Renris gerechtfertigt.) Französische Partie. Bor vielen Jahren in St. Petersburg gespielt. S. Winawer. (Weiß) 1.©2 64 2. 6264 8. Sbl c3 4. Lei g5 5. 64©5 6. Lg5Xe7 E. Schiffers. (Schwarz) e7 6765 Sg8 Lf8 e7 Sfö 67 D68Xe7 Bis hierher kennen wir die Spiel« weise aus unserer Spalte vom IS. April 7. D61 62...... DicS ist die ältere Spielart, die neuerdings von Dr. Em. L a s k e r als die besser« bezeichnet wird. Allerdings mit der Begründung, er sei zu dieser ErkenntmS erst dann gekommen, alsAlapin seine'.(in Franksurt 1887'.eingeführte) Neuerung 7. Sb6"(in letzter Zeit durch 7..... Sb6; 8. o3,»6; 9. Sa3, 16!) widerlegt bäte*. Wir glauben jedoch, daß weder die neuere noch die altere Wendung der Korrektheit derFranzösischen Partie* etwas an­haben können. AlapinS Neuerung von Franksurt 1887(in 7. 855 be­stehend) wurde eben zur Vermeidung der Schaltenseiten gebracht, die für Weih in gegenwärtiger Parti« sich herausstellten. Seither ist der Wert der Alapinschen Neuerung trotz der entgegengesetzten Meinung des Er. tinders so übertrieben worden, daß die meinen Koryphäen<Dr. Laster, Dr. Tarrasch zc.) hieraus gar die an­gebliche Inkorrektheit derFranzösilchen Partie* sür Schwarz schachliterarisch zu basieren suchten. Zur Bekämpsung dieses Irrtums sst Alapin in der Schachlileratur mit der in unserer Svalte vom 16. April zitierlen Wider- legung ausgewclcn, die L a s k e r S Anerkennung verlangt hat. 7....... 00 Nicht etwa sofort 7...,.. c5? wegen der 8. 855 mit de» Drohungen 8o7s oder 366s 8. Sc3 61 In Anbetracht deS drohenden Zuget o7 öS mutz Weitz die Deckung o2 d vorbereite» 8....... c7 c5 9. c2 c3 k7 56 10.£2£4 c5X64 11. c3X64 kSXsS 12. 54XöS...... 12....... De7 hlf 13. S61 f2...... 13....... Sb8 c6 14. Tal 61...... Falls 14. 3»?. so 14...... TXßl: 15.?Xk3, 3X64, drohend sowohl 3Xf3s als SXe5. Schwarz stünde auf Gewinn. 14....... 867X65 Stach bei e Irrer ruhigen Entwickelrnm mit 856 nebst ev. Lo8 67 e8 h6 usw. hat Schwarz ein gutes Spiel. 15. 64Xs5 Lo6X65 16. g2 g3...... 10....... Dh4 56 17. b2 b3...... Um Lg2 spielen zu können, ohne durch Lo4 den Bb2 zu verlieren 17....... Lc8 67 18. a2 a4...... Aus 18. Lg2 würde 18...... Lb6 die Rochade verhindern. 18....... Ta8 c8 19. Lfl g2 b7 b5 20. a4»5 b5 b4 21. Sgl h3 Ld7 b5 22. Dd2Xb4 23. Db4Xb5 24. Tbl 51 26. Db5Xd8 26. Lg2 e4 27. Kei 62 28. Dd3 c2 29. Kd2 e2 Gibt auf. Tc8 c2 Tc2Xf2 Se5 dSf D56 eöf T52X51t 66Xo4 e4 e3t DeS hßf