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zu sagen. Dann kam sein rothaariges Frauenzimmer heraus und zog ihn hinein.
Belle saß über seine Arbeit gebeugt und lauschte verstohlen. Seine Erscheinung pflegte dämpfend auf die tollen Anfälle der„ Arche" zu wirken, aber hier hinein wollte er sich doch nicht mischen. Und niemals hätte er sich träumen lassen, daß Hannes Mutter so werden konnte. Sie war wie eine Furie, drehte den Kopf blitzschnell bald nach der einen Seite, bald nach der anderen und lauschte auf jeden Laut, bereit dagegen loszugehen!
Ach, sie verteidigte ihr Kind, jetzt wo es zu spät war! Einer fauchenden Kaze glich fie.
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" Der allerjüngste von den Grafen -" sangen die Kinder unten auf dem Hof, das war Hannes Lied. Frau Johnsen stand da, als wolle sie ihnen an den Kopf fliegen. Plötzlich schlug sie die Schürze vor das Gesicht und ging schluchzend hinein.
6]
( Fortsetzung folgt.)
( Nachdruck verboten.)
Er sah im Traume, wie er mit seinen tapferen Getreuen unter Gesang und lautem Kampfgeschrei:" Chadschi- Murat tommt!" gegen Schamyl losstürmte, wie er ihn samt seinen Frauen gefangen nahm, und er hörte das Schluchzen und Weinen seiner Frauen. Er erwachte aus dem Traume: das Kampflied" La Jllaha!" das Kriegsgeschrei: Chadschi- Murat kommt!" und das Weinen der Frauen Schamyls war in Wirklichkeit nichts anderes als das Heulen, Weinen und Lachen der Schakale, die ihn aus dem Schlafe
aufgestört hatten. Chadschi- Murat hob den Kopf empor, sah nach dem bereits zwischen den Baumstämmen hindurchschimmernden Morgenhimmel und fragte einen der Muriden, der ein wenig abseits von ihm saß, ob Chan- Mahoma schon zurüd sei. Als er bernahm, daß Chan- Mahoma noch nicht da sei, ließ er den Kopf von neuem sinken und schlummerte sogleich wieder ein.
Er wurde durch die muntere Stimme Chan- Mahomas gewedt, der mit Bata von seiner Sendung zurückgekehrt war. ChanMahoma sette sich sogleich zu Chadschi- Murat hin und begann ihm au erzählen, wie die Soldaten ihn empfangen und zum Fürsten felbst geführt hätten, wie er mit dem Fürsten selbst gesprochen habe, wie der Fürst hocherfreut gewesen sei und versprochen habe, mit ihnen jenseits des Migik, auf der Schamylskischen Richtung, two die Russen Holz fällen wollten, zusammenzutreffen. Bata unterbrach immer wieder den Bericht seines Gefährten und flocht
seinerseits allerhand Einzelheiten ein.
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die Trommeln herum lagen leere Flaschen, Zigarettenstummel und Papierhüllen, in denen die Offiziere ihr Frühstück mitgebracht hatten. Sie hatten sich durch ein Glas Branntwein und einen bour war eben dabei, eine neue Flasche zu entkorten. Boltorazkij Imbiß gestärkt und dann ein Glas Porter getrunken. Der Tamwar, obschon er nicht ausgeschlafen hatte, doch in jener ganz be sonderen, jorglos heiteren und gehobenen Stimmung, die ihn inmitten seiner Soldaten und Kameraden jedesmal überkam, sobald Gefahr ihn umwitterte.
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Die Offiziere unterhielten fich lebhaft über die letzte Neuigkeit den Tod des Generals Eljepzow. Keiner von ihnen sah in diesem Tode jenen wichtigsten Augenblick des menschlichen Daseins, in dem das Leben zu Ende geht und zu jenem Urquell, aus dem es hervorgegangen, zurüdfehrt alle sahen vielmehr nur die Tapferkeit des fühnen Offiziers, der mit dem Säbel in der Faust kühn auf die Bergbewohner losgestürmt war und verzweifelt auf fie dreingehauen hatte.
Zwar wußten alle diese Offiziere, namentlich diejenigen von ihnen, die selbst schon mit im Feuer gewesen waren, daß es wäh rend jenes Krieges im Kaukasus niemals und nirgends zu solch cinem Nahkampf mit dem Säbel gekommen war, wie man sich ihn gewöhnlich vorstellt, und wie er auch vielfach geschildert wird. Sie wußten, daß, wenn schon ein Nahkampf mit Bajonett und Säbel vorkam, diese Waffen höchstens den Rücken des fliehenden Feindes bearbeiteten. Gleichwohl wurde die Fiktion eines solchen Nahkampfes von den Offizieren aufrecht erhalten, und sie war es, die ihnen jenen ruhigen Stolz und jene Heiterkeit verlieh, mit der fie teils in malerisch feder, teils in vornehm reservierter Haltung auf den Trommeln saßen, rauchten, tranken und scherzten und sich nicht die geringste Sorge um den Tod machten, der jeden Augenblick an sie, ebenso wie an Sljepzow, plötzlich herantreten fonnte. Und wie zur Bestätigung der Erwartung, in der sie dafaßen, fiel plötzlich mitten in ihr Gespräch hinein links vom Wege her ein feder Büchsenschuß, und eine Kugel pfiff luftig durch den Nebeldunst, um irgendwo in einen Baum einzuschlagen. Ein paar laute, dumpf knallende Schüsse aus den Gewehren der Soldaten antworteten auf den feindlichen Schuß.
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mir
Vorpostenkette! Run, mein lieber Kostja," wandte er sich an Freese, " Aha", rief Boltorazkij in heiterem Tone, das war in der " Du hast wirklich Glück! Jezt geh mal zur Kompagnie werden gleich eine Schlacht haben, so wild und heiß, wie man sich fie nur wünschen kann. Das soll eine Galavorstellung werden." Der degradierte Baron sprang auf und begab sich raschen Schrittes nach jenem verqualmten Revier, in dem seine Kompagnie an der Arbeit war. Boltorazkij ließ sich seinen kleinen, gelbmäuligen, dunkelbraunen Kabardiner vorführen, setzte sich darauf, ließ seine Stompagnie antreten und führte sie in der Richtung, aus der der Schuß gefallen war, zur Vorpostenlinie vor. Die Vorpostenfette lag am Rande des Waldes, vor einer kahlen Schlucht, die sich niederwärts zog. Der Wind wehte nach dem Walde zu, und nicht nur der diesseitige Abhang, sondern auch die jenseitige Wand der reichte, trat gerade die Sonne aus dem Nebel hervor, und auf der Schlucht war deutlich sichtbar. Als Poltorazkij die Vorposten erChadschi- Murat fragte seine Boten ganz eingehend und genau gegenüberliegenden Seite der Schlucht, am Rande eines zweiten nach dem Wortlaut der Antwort, die Woronzow auf Chadschi- niedrigen Waldes, der dort begann, wurden in einer Entfernung Murats Anerbieten, zu den Nussen überzugehen, erteilt hätte. So- bon etwa dreihundert Schritten einige Reiter sichtbar. Es waren wohl Chan- Mahoma wie auch Bata antworteten einstimmig, der die Tschetschenzen, die Chadschi- Murat verfolgt hatten und sich Fürst habe versprochen, Chadschi- Murat als seinen Gast zu empfan- Einer von ihnen hatte nach den Vorposten hinübergeschossen, und davon überzeugen wollten, daß er wirklich zu den Russen ging. gen und aufs beste zu behandeln. Chadschi- Murat erkundigte sich ein paar Soldaten aus der Vorpostenkette hatten ihm geantwortet. noch über den Weg, und als Chan- Mahoma ihm versicherte, daß Die Tschetschenzen hatten sich zurückgezogen, und das Gewehrfeuer er den Weg ganz genau fenne und ihn sicher hinführen würde, nahm er Geld aus der Tasche und gab Bata die versprochenen drei war eingestellt worden, als jedoch Boltorazkij mit seiner Kompagnie Silberrubel. Seinen Leuten befahl er, aus den Quersäcken die anmarschiert fam, ließ er sogleich wieder schießen. Kaum war der foftbarsten, golddamaszierten Waffen und die Lammfellmüße mit Befehl erteilt, als auch auf der ganzen Linie alsbald ein ununterdem Turban hervorzuholen, sich selbst aber äußerlich so blank und brochenes tedes nattern und Knallen einsetzte und bald hier, bald dort zierliche Kleine Rauchwölkchen aufstiegen. Die Soldaten, die sauber zu machen, daß sie in den Augen der Russen wohl bestehen in der Schießerei eine willkommene Abwechselung sahen, luden in fönnten. Während sie die Waffen, das Sattelzeug, das Geschirr und die Pferde pußten, ward der Sternenhimmel bleicher und raschem Tempo ihre Gewehre und gaben Schuß auf Schuß ab. Die bleicher. Bald wurde es ganz hell, und der Morgenwind rauschte Soldaten, indem sie einzeln Mann für Mann vorsprangen. Einer Tschetschenzen waren nicht faul und schossen gleichfalls auf die leise durch die Wipfel der Bäume. ihrer Schüsse traf einen Soldaten. Es war derselbe Awdjejew, der mit auf dem Geheimposten gewesen war. Als die Kameraden zu ihm eilten, lag er mit dem Rücken nach oben da, hielt beide Hände auf die am Bauche befindliche Wunde, zudte von Zeit zu Zeit und stöhnte leise.
5.
Am frühen Morgen, noch in der Dunkelheit, waren zwei Kompagnien mit Beilen unter dem Kommando Poltorazkijs bis auf zehn Werft vor das Schachgirinische Tor hinausmarschiert, hatten eine Vorpostenkette vorgeschoben und sich, sobald es zu tagen anfing, an das Fällen der Bäume gemacht. Gegen acht Uhr begann der Nebel, vermischt mit dem dichten, stidigen Rauch der in den Lagerfeuern fnisternden feuchten Baumzweige, höher zu steigen. Die mit der Niederlegung des Waldes beschäftigten Soldaten, die einander vorher auf fünf Schritte nicht mehr gesehen, sondern nur noch gehört hatten, konnten jetzt sowohl die Lagerfeuer wie den von den Baumstämmen versperrten, quer durch den Wald führenden Weg deutlich unterscheiden. Die Sonne erschien von Zeit zu Zeit als ein leuchtender Fleck im Nebel, um dann für eine Weile wieder unsichtbar zu werden. In einer kleinen Lichtung, abseits vom Wege, saßen auf den Trommeln Voltorazkij und sein Subalternoffizier Tichonow, ferner awei Offiziere der dritten Kompagnie und ein ehemaliger Offizier der Chevaliergarde, namens Baron Freese, ein Bekannter Boltorazkijs vom Pagenforps her, der wegen eines Duells degradiert worden war. Um
" Ich war gerade dabei, mein Gewehr zu laden, als ich ein Bischen hörte", erzählte Awdjejews Nebenmann, und wie ich hinschaue, seh ich, daß er das Gewehr fallen läßt."
Awdjejew stand bei Poltorazkijs Kompagnie. Ms dieser die Soldaten zusammenlaufen fah, ritt er an die Gruppe heran. " Hast Du was abbekommen, mein Lieber?" fragte er. Wohin denn?"
Awdjejew gab keine Antwort.
"
Ich war gerade dabei zu laden, Euer Wohlgeboren", wiedera Holte der Nebenmann Awdjejews, als ich ein Bischen hörte, und wie ich hinjehe, hat er das Gewehr auch schon fallen lassen." Tss, tss", schnalzte Poltorazitij mit der Zunge." Tut's weh, Awdjejew?"
" Das nicht, aber gehen kann ich nicht. Um einen Schluck Branntwein möcht ich bitten. Euer Wohlgeboren."
Irgend jemand reichte eine Flasche mit Spiritus hin, wie ihn