312
bie Tochter Olga wegen Uebertreti ng des Hausiersteuergesebes beftraft." Das ist die Wirklichkeit der in den Bars, wo Bigeuner Capellen fideln, auf der Bühne, in Oper, Roman und Lyrit, auf Zahrmärkten und in den malerischen Lagern im Walded umschwärmten freien Zigeunerromantit.
( Nachdruck verboten.)
Das Leuchtgas.
wird dadurch entfernt, daß man es mit Wasser in Berührung bringt, da es die Eigenschaft hat, sich in demselben in großen Mengen aufzulösen. Nach diesem Reinigungsprozeß ist das Leuchtgas, das an sich auch noch ein kompliziertes Gemenge von etwa 46 Proz. Wasserstoff, 32 Proz. Methan( Grubengas), 8 Proz. Kohlenoryd, ferner Aethylen, Benzol, Naphtalin, Kohlensäure usw. darstellt, verwendungsfähig. Es gelangt nun in große Sammelbehälter, die Gasometer, um von dort je nach Bedarf den Konsumenten zugeführt zu werden.
Und wenn uns dann am Abend in den Städten und Fabriken ein Meer von Licht umflutet, so haben wir eine augenscheinliche Bestätigung der Dichterworte:
Was im Strahl der Sonn' erwuchs zu grüner Pracht Und verschüttet ward ins starre Grab der Erde, Wird heraufgeholt aus tausendjähr'ger Nacht, Daß es wieder uns zu Licht und Wärme werde.
Kleines Feuilleton.
not 1/308
Geologisches.
Die Gasanstalten und vor allem die Kokereien ziehen außer aus dem Leuchtgas noch aus der Verarbeitung der Neben produkte Gewinn. Das wichtigste Nebenprodukt ist der Teer, aus Wir alle haben uns in der Jugend köstlich über den Streich dem die moderne Chemie die wunderbarsten Dinge( Farben, der Schildbürger amüsiert, die mit Töpfen, Säden, ja jogar Medikamente, Genußmittel usw.) hervorzaubert. Das Ammoniat einer Mausefalle auszogen, um das Licht einzufangen. Und doch wird auf wertvollen Stickstoffdünger, der Chanwasserstoff auf hatten die armen Schildbürger im Kerne recht, nur mit der Art Blutlaugensalz und Berliner Blau verarbeitet, während der der praktischen Ausführung haperte es. Denken doch heute ernst Schwefel als solcher aus der Reinigungsmasse wiedergewonnen zu nehmende Erfinder daran, in geeigneten Affumulatoren das wird. Der Koks wurde früher als Brennmaterial abgesetzt. Heute Sonnenlicht, das uns in so reicher Fülle zu Gebote steht, aufzu- verwandelt man ihn stellenweise in Wassergas , das dann das Speichern, um es am Abend wieder erstrahlen zu lassen. Doch fängt Leuchtgas vertritt. Es geschieht dies durch einen einfachen Prozeß man das Licht nicht direkt auf, sondern wandelt es erst in eine indem man Wasserdampf über den glühenden Koks leitet. Dabet andere Energieform, am besten in eine chemische, um. Bon zersetzt sich der Wasserdampf( H2O ) in Wasserstoff( H) und einigen Spielereien( Fluoressenz und Phosphorefsenz) abgesehen, Sauerstoff( O). Der Sauerstoff geht mit dem Kots eine unvollHat die Menschheit es aber in dieser Hinsicht noch nicht weit über ständige Verbrennung ein und verwandelt ihn in Kohlenoryd die Schildbürgerstücke hinausgebracht. Hier ist uns selbst die( CO). Das Wassergas besteht also aus gleichen Teilen Wasserstoff und leinste Pflanze ale Lichtakkumulator weit überlegen. Sie nußt Kohlenoryd. Nach Reinigung ist es sofort als Heizgas verwendbar. Das das Sonnenlicht dazu aus, um in ihrem winzigen Laboratorium, Wassergas erzeugt beim Verbrennen eine heiße, aber völlig unden Blättern, die aus der Luft ausgeatmete Kohlensäure in leuchtende Flamme. Für Leuchtzwecke muß es entweder durch Kohlenstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Letteren atmet sie wieder Beimischung leuchtender Gafe, das sogenannte Karburieren, ges aus, während ihr der Kohlenstoff als Baustein für die herrlichsten eignet gemacht werden, oder es müssen die heute überall gebräuchKunstwerke, wie Stengel, Blätter, Blüten usw., dient. In dieser lichen Glühstrümpfe angewendet werden. Weise hat die Pflanzenwelt schon seit vielen Jahrtausenden die Energie des Lichtes aufgespeichert. Wurden etwa größere Vegetationen infolge geologischer Prozesse bergraben, so tamen diese Bichtakkumulatoren als Steinkohle, Braunkohle, Petroleum und Erdgas auf unsere Tage, wo sie der Mensch nach vielen Jahrmillionen aus ihrem Banne wieder löst, um durch RückverwandTung des Kohlenstoffes in Kohlensäure Wärme und Licht zu erzeugen. Während Petroleum und Erdgas nach eventueller Reinigung sofort für Beleuchtungszwede geeignet sind, muß die Steinkohle zu diesem Zwede zuerst in Gasform übergeführt werden. Dies geschieht in den Gasfabriken und den Kokereien unserer Bechenanlagen. Ursprünglich nußte man nur die bei der trodenen Destillation entstehende Gasmenge, das Leuchtgas schlechthin, in bieser Weise aus, während der gleichsam als Nebenprodukt ab- Der legte Netnaausbruch. Profeffor Ricco, der Leiter fallende Koks zu Heizzwecken gebraucht wurde. Heute hat man aber auch gelernt, den Koks zu sogenanntem Wassergas" zu ver- Bulletin der italienischen Gesellschaft für Erdbebenforschung einen des Observatoriums in Catania am Fuße des Aetna , hat jetzt im gasen. Die Steinkohle besteht nicht, wie in weiten Kreisen ange bei dem legten Ausbruch des großen Bulfans im vorigen September Bericht über die wissenschaftlichen Beobachtungen veröffentlicht, die nommen wird, nur aus reinem Kohlenstoff, sondern aus Verbindungen des letteren vor allem mit Wasserstoff und Sauerstoff. 27. Mai begonnen, denn an diesem Tage scheint sich auf der nordausgeführt worden sind. Danach hatte die Eruption schon am Bei der trockenen Destillation, das ist die Erhizung der Kohle in östlichen Flanke des Mittelfraters etwa 100 Meter unterhalb des geschlossenen Gefäßen, den sogenannten Retorten, spaltet sich ein Randes ein neuer Schlot gebildet zu haben. Er wurde zunächst Teil der Verbindungen in Gasform ab, während der Rest als nicht besonders beachtet, weil er nur Dampf, aber keine festen Stoffe ziemlich reiner Kohlenstoff in Gestalt des Koks zurückbleibt. Das auswarf. Dann wurde im August zuerst ein Rumpeln im Mittelso erhaltene Gas ist aber zur Beleuchtung noch nicht geeignet. Zu- frater und in dem neuen Schlot gehört, und aus beiden drangen nächst enthält es Teerdämpfe, die sich bei der Abkühlung des nun auch Steine. Dieser Zustand dauerte bis zur Nacht auf den Gases auf normale Temperatur in dickflüssiger Form wieder ab- 10. September, in der ein sehr starkes Erdbeben eintrat und eine scheiden. Dadurch ist die Art ihrer Entfernung aus dem Leucht- große Radialipalte von 8 Kilometer Länge gebildet wurde, die von gas von selbst gegeben. Ein Teil des Teers wird direkt nach dem dem neuen Schlot in nordöstlicher Richtung verlief. In der BeAustritt des Destillationsproduktes in einer besonderen Vorlage obachtungswarte von Catania , die 30 Kilometer von dem Krater aufgefangen, die man auch Hydraulik nennt, weil das sich dort an- entfernt ist, geriet der Erdbebenmesser in eine fast unaufhörliche sammelnde flüssige Teer im Verein mit dem sich gleichzeitig aus Bewegung, die sechs Stunden anhielt. Gleichzeitig mit dem stärksten Scheidenden Wassergehalt der Kohle einen Flüssigkeitsabschluß der Stoß öffnete sich wieder ein neuer Schlot in einem Abstand von Retorte bildet und so das Zurücksteigen von Gasen in die Retorten vier Kilometer vom Mittelfrater, aus dem Dampf, Asche während der Nachschickung berhindert. Um den Rest der Teer- Steine und Bomben hervordrangen. Im Verlauf des 10. September dämpfe niederzuschlagen, leitet man das Gas nach dem Verlassen bildeten sich noch 3 Schlote, und am folgenden Tage waren bereits der Hydraulik in Kühler oder Kondensatoren. In ihnen wird 16 in Tätigkeit, von denen zwei auch Lava ausströmten. Am die bei Austritt des Gafes aus der Hydraulik noch 80 bis 100 12. September vermehrte sich die Zahl der neuen Schlote noch mehr, Grad betragende Temperatur mittels Luft und Wasserkühlung auf und zwar folgten sie hauptsächlich der neuen großen Spalte. Diese 10 bis 15 Grad Celsius herabgesett, so daß sich die dabei konden- parasitischen Krater, wegen der der Aetna berühmt ist, lagen meist in fierten Produkte, nämlich Teer und Wasser, in Behältern am Gruppen von 4-6 zusammen. Im Südosten des Monte Nero befand Boden abseßen. Aber nach der Kühlung bleibt noch ein Teil des fich sogar eine Reihe von 30 Schloten, von denen der tiefste einen Teers in Form von feinen Tröpfchen zurück, die leicht die Gas- mächtigen Lavastrom aussandte. Im ganzen wurden sieben Gruppen Leitungen und Brenner verstopfen könnten. Zu ihrer Entfernung solcher Ausbruchstegel unterschieden. Am 15. und 16. Dezember läßt man das Gas nunmehr durch sogenannte Teerscheider strömen. tamen aus dem Mittelfrater und dem im Mai gebildeten Schlot Diese bestehen aus einer Glocke, die mit ihrem unteren Rande in nur noch große Rauchmassen. Mehrere der Eruptionstegelgruppen die sich ansammelnden Teermassen eintaucht und so hydraulisch ab- aber waren noch in heftiger Tätigkeit und hatten streckengeschlossen ist. Die Wände der Glocke bestehen aus 2 bis 4 fon- weise loses Auswurfsmaterial bis zu 10 und 30 Meter zentrischen durchlochten Blechen, und zwar sind die Oeffnungen so hoch aufgeschichtet. Aus einer floß die Lava immer noch mit angeordnet, daß sie geschlossenen Teilen der nächsten Wand gegen- der außerordentlichen Geschwindigkeit von drei Metern in der überstehen. So wird das durchströmende Gas fein verteilt und durch den öfteren Anprall an die Wände gezwungen, die sonst schwer niedersinkenden Tröpfchen an dem Blech abzusetzen, von wo sie zu Boden rinnen.
Sekunde aus. Als beendet konnte der Ausbruch erst am 23. September gelten. Am 1. Oftober wurden die Eruptionsstellen aufs neue besichtigt und erhebliche limgestaltungen beobachtet. Die eine Gruppe der Schlote hatte sich in vier große Krater vereinigt, während Aber auch nach der Entfernung der kondensierbaren Bestandteile eine andere aus nicht weniger als 42 einzelnen Segeln bestand. Noch des Teers und Wassers enthält das Leuchtgas noch schädliche, ja andere waren unter den Labaströmen verschwunden. Ueber der giftige Substanzen in Gasform, nämlich Ammoniat, Chanwasser- Eisenbahnlinie, die um den Aetna herumführt, lag die Lava streckenStoff und Schwefelwasserstoff. Der größte Teil des Ammoniaks weise 30 Meter hoch.
Berantwortl. Nedakteur: Albert Wachs, Berlin . Drud u. Verlag: VorwärtsBuchdrucderei u.Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,