fruchtbar und schön, und die Menschen so undankbar, machen sich dieses Paradies zur Hölle! Auf einer Farm in der Nähe.Foxhills wohnte ein Neger, der sich durch Fleiß und Sparsamkeit ein kleines Permögen erworben hatte. Er lebte mit Frau und Kindern ruhig auf seinem Besitz und spendete manchem Kranken und Elenden in der Negergemeinde Gutes. Von seinem Nachbar, eine« Weißen, hatte er ein Pferd gekauft, und wollte es in einigen Wochen, wenn er zur Stadt kam und Geld holte, bezahlen. Nach zwei Tagen erschien der Weiße wieder und verlangte sein Geld, er brauche es. „Ich habe nicht so viel bei mir," entgegnete der Neger..Sie wollten doch warten, bis ich zur Stadt komme." „Nein, ich warte nicht." schrie der Weiße,„ich will mit Euch schwarzem Gesindel nichts mehr zu tun haben." „Tann nimm Dein Pferd wieder und verlasse mein Eigentum, wenn Du mich beschimpfen will." „Verkauft ist verkauft, ich will mein Geld." „Dann warte, bis ich es Dir bringe!" „Willst Du mich betrügen, schwarzer Hund," schrie der Weiße auf. „Verlaß mein Haus, oder ich jage Dich mit dem Hunde davon." Und der gereizte Neger machte Miene, nach dem Hund zu pfeifen. Da zog der Weiße seinen Revolver und schoß den Neger nieder. Diese Tat brachte eine unbeschreibliche Empörung unter den Negern hervor. Sie rotteten sich in der Nacht zusammen und drangen in das Besitztum des Weißen ein, mordeten ihn und seine Frau und brannten sein Haus nieder. Von herbeigeeilten, Farmern wurden ebenfalls drei erschossen, während es auch auf dei; Seite der Neger fünf Tote und Verwundete gab. Am anderen Tag, als die Schlacht in Foxhill bekannt wurde, stürmten große Menschenmengen in das Negerviertel, wo sie aber keine ängstlichen Neger antrafen, sondern gut bewaffnete, wild dreinschauende Männer, die entschlossen schienen, den Kampf auf» zunehmen. „Gebt uns die Mörder und Brandstifter heraus." rief ein älterer Amerikaner den Negergruppcn zu,„dann soll euch kein Haar gekrümmt werden; andernfalls brennen wir eure Duden nieder und hängen euch einen nach dem anderen auf." Ein Hohngelächter der Schwarzen ertönte als Antwort. „Hier sind keine Mörder." erwiderte ein Neger ruhig,„ge- mordet worden ist von eurer Seite. Wir sind Bürger wie ihr und lassen uns nicht mißhandeln." „Schlagt ihn zu Boden, an die Telegraphenshange mit ihm, schießt ihn nieder," so brüllte der Mob durcheinander. Ernste Worte konnten hier nicht mehr gewechselt werden� dazu war die Erregung zu groß. Ein Schuß fiel aus der Menge, und eine alte Negerin wurde leicht am Arm verwundet. Nun sielen Schüsse von beiden Seiten. Steine flogen in die Negerhänser, dafür schössen die Neger auf die johlende und schreiende Menge. Polizisten waren ziemlich spät auf dem Kampfplatz erschienen, sie wußten, daß sie nicht viel ausrichten konnten. Als ein Haufe von Männern versuchen wollte, in ein Hans zu dringen, rückten die Schwarzen geschlossen vor und schlugen die Angreifer mit Knütteln. Messern und Revolvern zurück. Schließlich gelang es der Polizei, die Menge zu zerstreuen. und es blieb für diese Nacht ruhig. Jeden, Abend wiederholte sich das tolle Treiben. Robert hatte von Bessie erfahren, daß Harry in der Stadt sei, daß die Ver- teidigungsmaßregenl von ihm geleitet wurden und daß er bereits eine Btttschrift an den Präsidenten gerichtet habe. Schritte zu tun, um das Aeutzerste zu verhindern. (Fortsetzung folgt.s. Renntkrjagcl.'* Jetzt nähert sich die große Zeit, wo die Flüsse und Seen auf- gehen und die Renntierjagd beginnt. Dies ist die unvergleichlich herrlichste Zeit für den Estimo. Er schwelgt in frischem Fleische Schon im Mai kommen die Renntiere nordwärts über den Jstmus von Boothia herüber; aber da ist«S nur ein Glücksfall, wenn ein einzelnes Tier mit Bogen und Pfeil erlegt wird. Erst wenn das Eis geht und der Kajak ins Wasser gesetzt wird, beginnt die große und eigentliche Renntierjagd. Wenn der Kajak für die Renntierjagd ausgestattet ist, hat der Fänger zwei. Renntierlanzen vor fich, die in einem kleinen Henkel aus Renntierhaut stecken, damit sie nicht über Bord fallen können. •) Wir entnehmen diesen Aufsatz dem nächste Woche in I. F. Lehmanns Verlag in München neu erscheinenden hoch- bedeutsamen Wer!„Die Nordwest- Passage" von R o a I d A m u n d s e n. Der kühne Polarforscher hat bei der Entdeckung der seit Jahrhunderten gesuchten Rordwest-Passage die erste Probe feiner Fähigkeiten gegeben, indem er mit ö Genossen in 3 Jahren mit einer kleinen Jacht den Seeweg zwischen Amerika und dem Nordpol erforschte. Das reich illustrierte Werk kostet elegant ge- Hunden 10 ffit. Im Frühjahr hat das Renntier einen festen Wechsel nach Norden, und wenn es an Netschjilli vorüberkommt, können die Eskimos es leicht ins Wasser hineintreiben. Die Jäger teilen sich in zwei Par- tien, die einen mit, die anderen ohne Krjaks. Die Kajakruderer nehmen ihre Stellung aus dem llser, das dem, von dem das Renn- tier kommt, gegenüber liegt. Wenn fich nun ein Rudel nähert, um- ringen die Eskimos es aus weiter Entfernung und treiben die Tiere ins Wasser hinein. Sobald die Tiere darin sind, springen die Kajakruderer in ihre Fahrzeuge und stechen ein Renntier, ums andere mit ihren Lanzen nieder. Die Tiere werden an Land bugsiert und dort von den wartenden Jägern in Empfang ge- nommcn. Später im Sommer, wenn die Renntiere sich über dag ganze Land verbreitet haben, wird die Jagd meistens an irgendeinen großen See verlegt, am liebsten dahin, wo sich eine Landzunge inS Wasser erstreckt. Zu dieser Zeit sind die Eskimos meistens nicht so zahlreich beieinander; und wenn sie die Rennticrschar auf die Landzunge hinaustreiben wollen, merken sie, daß sie nicht zahlreich genug sind, das auszuführen. Aber der Estimo weiß sich zu Helsen . In aller Eile errichten sie eine Menge kleiner Warten; wenn dann die Renntiere daherkommen, meinen diese, die Warten seien Men- schen, und die Absicht ist erreicht. Trotz ganz geringer Anzahl ge- lingt es den Eskimos sehr oft. auf diese Weise große Scharen Renn- tiere ins Wasser zu jagen. Und wenn sie erst im Wasser sind, dann sind sie verloren; nur ganz wenige kommen wieder heraus und ent- gehen dem Tode. Die Verteilung der Beute geht nach Aussage des Uhu folgender- maßen vor, fich: Von je fünf Renntieren bekommen die Kajak - rüderer vier und die Jäger am Lande das fünfte. Das hat indes nicht viel zu bedeuten, denn ihre sozialistische Gemein- s ch a f t erlaubt keine größere Anhäufung in einer Hand. Sie essen meistens alle miteinander von dem Fleisch, solange noch etwas da ist. Die Haut aber und gewisse Körperteile sind unweigerlich das Eigentum dessen, der das Tier getötet hat. Nach einem Massenfang von Rennticren essen die Eskimos sich zue»st auf der Stelle gründlich satt, während die Häute abgezogen werden. Bei dieser Arbeit gehen sie sehr sorgfältig zuwege, denn jedes Fell ist kostbar. Der größte Teil von dem Körper wird in einem Depot niedergelegt. Das Depot wird aus scharfen Steinen sorgfältig aufgebaut, damit der Fuchs nicht'daran kommen kann; aber es kommt trotzdem vor. daß dieser Halunke fich hineinschleicht, und es ist unglaublich, welche Verwüstunz er dann in kurzer Zeit anrichtet. Im Sommer geht das Fleisch natürlich sehr bald in Ber» wesung über. Aber was tut das! Es gleitet anscheinend gerade so gut den Hals hinunter; von dem herrlichen Blutpudding habe ich schon genug berichtet. Der Sommer ist also die Zeit für die Massen- Produktion dieser Ware. Was hauptsächlich von der Jagd mit nach Hause gebracht wird, gleich wenn dke Tiere erlegt sind, das sind die Häute, die Vorder- und Hinterkeulen, die Lenden, die Zungen und die Sehnen. Diese letzteren werden besonders sorgfältig behandelt. Die Rückensehnen sind die feinsten; sie geben den Nähfaden. Dis übrigen Sehnen werden als grobes Garn benützt, das unserm Bind- faden entspricht. Werm nun ein Jäger mit Siesel seiner Beute heimkehrt, werden Ht Sehnen rasch zum Trocknen ausgehängt. DaS Fleisch wird sogleich verzehrt, und als Nachtisch eine reichliche Portion Mark auSl den Knochen. Beim Zerschmettern dieser Knochen muß man sich aber hüten, nicht etwa einen Gegenstand aus Eisen zu benützen, er darf nur aus Stein sein, sonst fällt die Jagdsaison schlecht aus. Die übrig gebliebenen Knochen werden sorgfältig vergraben, damit die Hunde sie nicht herausbuddeln können, denn wenn so etwas ge« schähe, würde der Jäger am Ende in diesem Jahre nicht ein ein« ziges Tier mehr erlegen. Dasselbe gilt von den Fischgräten zu« Zeit des Fischfangs. Selbst Leuten ohne mathematische Vorbildung wird es klar sein, wieviel auf diese Weise für die Hunde übrig» bleibt..... � � Nach vollendeter Mahlzeit breitet sich Ruhe über das Lager» Die Hunde liegen drüben auf dem Moos und strecken sich an- scheinend mit großem Wohlbehagen, trotz ihrer leeren Mägen. AuS den Zelten ertönt an dem schönen Abend Lachen und Scherzen. Die Sonne ist a»f ihrenc niedrigste» Punkt angelangt und steht nun dicht über dem Horizont. Sie wirft lange rosige Strahlen auf die Landschaft; der große See in Netschjilli liegt spiegelblank, Die ans Ufer gezogenen und wegen der Hunde über die hohen Warten gestülpten Kajaks triefen noch von der blutigen Jagd. Alk- mählich wird ein Zelt nach dem andern geschlossen; Netschjilli schläst, und der tiefe Friede der Sonnennachk wird durch nichts gestört, als höchstens ab und zu durch den Schrei einer der nie ruhenden Eulen.—-- Hcpfel und Birnen» Wir stehen in der Zeit der Obstreife. Das Beerenobst hat seine Rolle allerdings fast ausgespielt und von dem Steinobst erscheine« erst einige edlere Pflaumensorten auf dem Markte, ober das Kernobst beginnt,, sich in seinen zahlreichen Arten zu präsentieren. Aepsel und Birnen— wie mannigfaltig in Größe, Gestalt, Färbung und Ge- schmack I Das sind die Resultate einer Kultur, die Jahrtausende alt ist. Der Apfelbaum(Limo malus) wurde schon in den frühesten Zeiten in den Gärten gepflegt;. aber die Nachrichten der Alten von seinen Früchten sind vielfach verwirrt und vermengt worden.
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29 (30.8.1912) 168
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