atten Beitungstor, inter bem wie

fich fchlägt, lagerte glei Dicht dahinter hausten, und ba batten sie wohl in Erfahrung gebracht, daß wir sehr schmackhaftes Sauertraut in den Fässern hatten. Das stellten sie bei der Einladung zur Bedingung, daß sie eine Schüssel voll fie brachten eine mit, und sie war nicht flein von dem frischen Sauerkraut bekämen.

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auf bene

Mein Vater fonnte manches Mal guter Laune sein. So be­famen sie ihren ansehnlichen Bunzlauer Napf gehäuft voll. Ein noch ganz fleiner Zigeuner fuhr gleich mit den braunen Fingern in den Napf hinein und ließ dann die gelben Fasern des über den offenen Mund gehaltenen Krautes verschwinden, wie so ein kleiner Neapolitaner seine Maffaroni futtert. Mutter durfte nichts von dem Igelgelage wissen. Ich ging mit Water ziemlich still aus dem Haus hinaus.

Raum im Bett, he ich, ba ber Senfet am

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Toiletteneimer beweglich ist und der Dedel barauf ebenfalls. Auch auf den Tisch! Bugleich noch eine Spiritusflasche und eine Blech dose für Pinsel, die einen beweglichen Dedel hat. Endlich Ruhe! Aber es stiebt etwas unternt Belt hervor und geradeswegs in den Kohlenkasten hinein und scheint dur die Kohlen sich einen Aus­weg ins Freie graben zu wollen. Sie fallen überall im Zimmer nieder, wie aus einem Vulfan geworfen. Auch den Kohlenkasten auf den Tisch und den Ofenvorsatz! Ich hülle mich in eine Kamelhaardecke und warte auf einem Stuhl der Dinge. Eine Viertelstunde friere ich- gehe wieder ins Bett mit schläfrig summendem Schädel. Wie abgepaßt, beginnen nun dunkle Töne faut zu werden. Wie Funken von gezogenen Sprungfedern flingt's aus der Gegend des Sofas. Das auch auf den Tisch? Endlich kommt mir der erlösende Gedanke: die Tür sperrangel weit offen und nun hinter dem infernalischen Tier her geheẞt, bis es draußen ist. Gleich hebt Erdmann, eine mir befreundete Teckelhündin, im oberen Hausflur ein giftiges Gefläff an. Der Tag dämmert schon. Das Gefläff gellt nun ununterbrochen in den wütendsten, ingrimmigsten und empörtesten Tönen, oft in ein kläg liches Winseln übergehend, aus dem letzten Ende des Korridors hervor. Bald sehe ich den Schatten des Wirtes, der etwas wie einen Revolver drohend vor sich in der Hand hält, über das Milchglas meiner Tür gleiten. Am folgenden Mittag begude ich mir mein Bratenfleich mit Chemikeraugen.

Ja, er war sehr wehrhaft, dieser arme Igel, der da an einem Spieß über dem Feuer schmorte. Man hatte dem tapferen Kerlchen jein Fell voller Banzen auch nicht im Tode auszuziehen gewagt. Oder war es nur das Feinschmederraffinement dieser seltsamen Köche? Ein ganz alter Zigeuner, der einer ausgegrabenen ägyp­tischen Mumie etwas ähnlich sah, hielt den Braten. Scine tadderige welte Hand ließ den unseligen Igel, auf den Hunderte von Augen der ehrsamen Pfahlbürger aus der Stadt gerichtet waren, öfter mitten in die fnisternde Glut fallen, daß ein bestialischer Gestank von seinen schmorenden Stacheln ausging. Das verdarb mir dann etwas den Appetit. Es war eine ungeheure Volksmenge vor dem Tor um den tadderigen Zigeuner und seinem schmorenden Igel versammelt und als nun der Alte uns als unseren Anteil das versengte gelfell brachte, gab es überall ein merkwürdiges Aufschen - an einigen Stellen ein helles, herzliches Gelächter.

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Es ist zum Heile des Jgels, daß er, wenn er es nicht mit 3i­geunern zu tun hat, gewöhnlich selbst mehr Jäger als Wild ist daß er geradezu ein großer Nimrod vor dem Herrn ist, wenn ihm Grillen, Küchenschaben, Mai- und Misttäfer, Heuschrecken und Regenwürmer, Wald- und Feldmäuse, Nacktschnecken und Keller- Teil explodiert über das Gitter weg in den Gemüsegarten hinein. affel, überhaupt der ganze Wildpark des Herrn Swinegel in das Gehege seines Stachelpelzes geraten. Aber er geht nur nachts auf Jagd. Das ist seine ungemeine Schlauheit denn er weiß, daß fast alles andere Getier nachts schläft, und ehe es von dem Schreck sich recht besonnen hat, den sein im Laube raschelnder Panzer den fleinen erwachsenen Schläfern verursacht, hat die Filounase des Borstentierchens sie schon gerochen und der Miniaturschweinerüffel sie bereits geschnappt.

Welche Vorteile die nächtliche geljagd noch weiter hat, erfuhr ich, als ich meine dritte Bekanntschaft mit ihm machte. Ich war fchon Student und ich schäme mich fast, zu gestehen, daß mich meine Swinegelpassion immer noch nicht verlassen hatte. Eines Abends gehe ich im blauen Lichte der Dämmerung von einer Wald­schänke in der Nähe der Universitätsstadt heim. Am Waldrande neben einer buschigen Hecke fahre ich etwas nervös zusammen. Ein lautes Rascheln neben mir im Laub an der Erde! Ein ganz un verschämt lauter Spektakel! Meine Menschenwürde empörte fich fast dagegen, daß irgendein Viech so unverfroren sich gleich neben meinem Fuß wichtig zu machen wagte. Im nächsten Augenblick trippelt etwas wie eine Ratte in den Weg hinein macht linksum fehrt, schnüffelt spißnäfig in die Luft, wittert meine Schuhspiße, wadelt frech drauflos... ich stoße mit dem Stock zu: die Ratte ist eine Kugel, und dann habe ich ihn auch schon im Hut, den Herrn Swinegel, der seine passive Wehrhaftigkeit mit den gespreizten. Stacheln mir recht anschaulich vor Augen führt.

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Gin vorübergehendes Bäuerlein steckt seine windgerötete Nase in meinen Hut und begutachtet dann: Na, Häär, dei hedd ower wahne( mächtig) Läuse!" Als ich auf einem bekannten Gutshof im Halbdunkel noch eine Tasse Stippmilch esse, sagt mir das paus bäckige Milchmädchen: Bestellen Sie morgen nur den Kammer­jäger nicht für den Igel, für die Läuſe!" Aber meine unjelige Swinegelpassion war stärker und ich nahm ihn mit, tupfte ihm ab und zu auf die Nase und setzte ihn in meinem Zimmer aus, einem Gasthauszimmer, in dem ich damals logierte. Milch bekam er Wurst und Semmel-, die Mädchen aus der Küche brachten ihm noch ein Stück Hühnerbraten. Aber da war er schon nicht mehr zu sprechen, trotzdem eine Blondine dazwischen war, die jeden Abend als Magnet am Büfett strahlte. Nichts lockte ihn mehr aus der tiefsten Ede unter meinem Bett hervor.

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Endlich, als ich einzuschlafen begann, machte er sich zu meiner Genugtuung an der Tasse Milch unterm Bett zu schaffen, die laut flapperte. Aber es flapperte nun ununterbrochen! Ich hörte die Stunden schlagen hörte die Tasse Klappern! Endlich springe ich auf und reiße den klappernden Scherben unterm Bett weg muß aber durch eine Schmiere von Milch, Fett, Brotfrumen, Hühner­Beinen und Wursipellen mich schieben, um ihn zu erlangen. Knurrend und schnaufend fährt die unsichtbare Macht rings durch das Zimmer.

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Ich habe keinem Swinegel mehr Gastfreundschaft erwiesen auch sie ihm nicht aufgedrängt. Nur einmal in meinem Leben mußte ich ihm noch begegnen. Wir faßen bei einer Förstersfamilie am Rhein auf der Terrasse unter rot sich färbendem herbstlichen wilden Wein. Dicht am Haus zog sich ein gut gepflegter Gemüse­garten hin, hinter dessen Gitter eine Herde Hühner auf dem Hof vor den Kuhställen sich sonnte. Plöblich aber stiebt der ganze Hennenschwarm wie vom Teufel besessen auseinander. Der größte Aber auch hier kommen sie nicht zur Ruhe und jagen stürmisch mit flatternden Flügeln und vorgestreckten Hälsen unter gellendem Ge­gader über die Mohrrübenrabatten, die grünen Petersilienbeete, über die Kohlköpfe und zwischen einem Streifen Herbstaftern durch, daß die blauen, roten und violetten Blumensterne nur so herum­prasseln. Es scheint, daß die Tiere von irgendeiner unsichtbaren Macht verfolgt werden zu sehen ist nichts! Jetzt aber, wo der ganze gadernde Chorus im Marschmarsch wieder den Hauptweg des Gemüseterrains zurückstiebt, sieht man etwas wie eine sehr fette Ratte hinter ihm dreinjagen mit einer Schnelligkeit, die nur der Hase hatte, als er von dem bekannten Swinegel so dämlich über­tölpelt wurde. Dies, was da auf der Hühnerjagd war, war der Herr Swinegel in persona. Ein wunderseltsam Schauspiel, diese blizschnelle Stachelbürste hinter dem um seine Eristena besorgten Hühnerhof. Der Förster saß still dabei und lachte des possierlichen Anblids, zumal es wirklich drollig anzuschauen war, wenn Swin­eget glaubte, jetzt habe er eine der freischenden Hennen, sie dann aber plöblich geradauf in die Höhe flog und das Borstenvich samt seinem Blutdurst fünf bis acht Schritt übers Ziel hinausschoß und fich in der Wucht des Angriffs sehr lustig überfollerte, herumpurzelte und dann etwas ernüchtert wieder auf seinen kurzen Pfötchen stand, herumschnüffelte und nicht übel Lust hatte, das Hühnervolk wieder auf dem laufenden zu erhalten.

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Es war fein fremder Igel, sondern ein königlicher Forstigel, weshalb er denn auch seine Hühnerjagd" hatte, die der Förster für harmlos hielt, die dann aber jedenfalls mit allem Schein des Ernstes gespielt wurde. An einem der nächsten Tage brachte der Förster eine lebendige Kreuzotter mit heim. Die giftige Bestie wurde in einen engmaschigen Drahtkäfig gesteckt und der tapfere Igel dazu. Die Otter richtete sich gleich etwas auf und züngelte gegen den Borstenträger an. Der kam ganz gemächlich heran, sagte ihr unter freundlicher Beschnüffelung Guten Tag, erhielt aber zum Dank verschiedene Bisse in den sehr sachlich schnüffelnden Rüssel. Das fümmerte ihn weniger ledte mit dem roten Züngelchen über die kleinen Wunden und beleďte dann auch die boshafte Schlange, die den Tapferen, wo sie eben fonnte, mit Bissen trattierte. Jählings schnappte der Swinegel nach ihrem Kopf, zermalmte ihn und im Nu fraß er die ganze halbe Otter gleich hinterher. Nach einer Stunde den Rest. Das Giftmahl bekam ihm gut- andern Tags war er wieder auf der Hühnerjagd.

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Kleines Feuilleton.

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Die Kunst, ein Narr zu sein. Nicht alle Narren verstehen sich auf die Kunst, mit Anstand und Würde eint Narr zu sein. Zu diesem Schlusse gelangt man, wenn man die in der Zeitschrift ,, Les soirées de Paris " erschienenen Artikel von Maurice Raynal über modernes Narrentum gelesen hat. Wer es in der Narretei zu etwas bringen will, muß nach Raynal vor allem originell zu werden suchen. Bu richtiger inalität gehört aber in erster Linie Widerspruchs­geist: Man darf es nicht so machen wie es die anderen Menschen finder machen, sondern muß sich von der großen Herde abheben und in jeder Hinsicht aufzufallen suchen: durch extravagantes Benehmen, durch komische Bosen, durch Schrulle; und, wenn es gar nicht anders Auch geht, durch flegelhafte Manieren Sonderbarkeiten dieser Art er

Nun schlafe ich trotzdem bald ein und träume wunderschön: Winterlandschaft feierlich still füßes verschneiter Wald Schellengeflier jähres Erwachen! Aus der Ecke, wo der Trumeau mit den kostbaren Nippes in der untersten Etage steht, klingt das Schellengeflirr her! Gleich bin ich auf dem klirrenden Schlachtfeld. Der Sieger hat es schon verlassen. Alles wird auf den Tisch ge­schafft, ob mit oder ohne Kopf, mit oder ohne Arme und Beine. Wieder ins Bett!- Ein paar Bierflaschen, die von einer Zecherei auf dem untersten Bücherbrett lieger. gebiieben sind, bekommen helles Leben und poltern daraus hervor- bergnügliches Grunzen.

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