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Und weitum erschütternb, fuhren da hinten im alten Bau die harmlose und weniger widerstandsfähige Batterien, mit denen Ver Wände mit Gefrach hernieder in den schweigenden Grund, daß der suche angestellt worden sind, haben eine beträchtlich größere Lebensa flimmernde Staub sich mit Gebrüll durch die Schluchten drängte. fähigkeit gezeigt, wenn die Lufttemperatur niedriger war. Für die Hallo horrido! Wie die berstenden Gewitterwolfen vom grimmigen fräftigeren Diphtheriebazillen trifft dieser Umstand in noch höheren Wetterschlage zerstieben. Grade zu, und es ist anzunehmen, daß die Ansteckungsgefahr in der Uebergangsjahreszeit, wo selbst ein Strankenzimmer taum noch ge heizt wird, größer ist als sonst. Ueberhaupt scheint die stärkere Ver breitung der Diphtherie in den kälteren Jahreszeiten eine Tate sache zu sein, die in der längeren Lebensfähigkeit der Reime vec mutlich ihre wichtigste Erklärung findet.

Huschten die fliehenden Mäuse wie eine Erinnerung durch die Mitternachtsruhe des fäumigen Alien? Drangen die fleinen grauen Warngeister mit leisem Zip zip in die versunkenen Gedanken des stillen Mannes? Ho, ho! Da sprang der Feuerwart entsetzt auf bie wankenden Füße, ergriff fein Licht und floh in den Laufberg hinein, zur Tiefe hinab, wo der sichere Felsengang war.

Und hinter ihm her im morschen Verge, in den ausgeraubten Klüften das grollende, stürzende, prasselnde Geröll und Gebröll, daß bie Beste unter den Füßen des Fliehenden erzitterte und das Eisen­und Holzgewerk schaudernd erdröhnte.

Wie aus Riefenblasbälgen schnoben die Wolken des fliegenden Malms, Sparren brachen, Malfolosse lösten sich und rollten plump aufeinander. Scherben flirrten, Rohre frümmten sich. Wasser floß und Tropfen trommelten.

Drunten aber, in der geschüßten engen Sandsteinfelsenhalle faß ber alte Feuermann, vor Angst bebend, und schrieb unterm Datum in sein grau verknittert Meldebuch: Nachts halb eins sind die öst­lichen Pfeilerbaue Mausegatt zu Bruche gegangen.

Morgen früb, das wußte er, würde beim Rapport der Steiger wettern und fluchen: Gottverdammi! Nun gibt's feine Kohlen! Nun ist der ganze Monat belämmert!!

Und die Häuer und Schleppleute würden das gewahr werden, wenn sie am Babltage ihren ausgerechneten Sollohn auf dem Schaufel­blatte überschlugen. Ja, ja!

Kleines Feuilleton.

Schadow. Gleichzeitig mit dem 200. Todestag des großen Andreas Schlüter kann man eines anderen Hohenzollerischen Hof­tünstlers gedenten, Johann Gottfried Schadows, der am 20. Mai vor 150 Jahren in Berlin als Sohn eines Schneiders geboren wurde. Er hat drei preußischen Königen gedient", hat noch die Revolution und sogar noch die Reaktion erlebt. Er ist 86 Jahre alt geworden und hat in dieser Zeit eine unübersehbare Menge von Bildwerken und Zeichnungen geschaffen. Am bekanntesten ist seine Vittoria auf dem Brandenburger Tor . Theodor Fontane nennt diesen griechischen Berliner doppellebig, eine Verquickung von Derbheit und Schönheit, von Gamasche und Toga, von preußischem Mili­tarismus und klassischem Idealismus.

Auch Schadow hatte Grund, sich über die Wandelbarkeit hohen­zollerischer Hofgunst zu beklagen. In einem Entwurf von seiner Hand aus dem Jahre 1820 heißt es: Nachdem ich früher vielfache Gnade von dem Könige genossen, bin ich von Allerhöchstdemselben nachher gewissermaßen vergessen worden; daraus kann ich die Zu­rückhaltung herleiten, die man mich erdulden läßt. Vom Jahre 1789 bis 1806 machte ich die Entwürfe und Modelle zu allen Stulp­tuven der föniglichen Bauten.... Auch ziehe ich noch davon ein Gehalt; doch habe ich seitdem nichts zu leiten gehabt als die Restau­rationen am hiesigen Zeughause... Obwohl mir nun jene Ar­beiten mancherlei Erfahrungen in der getriebenen Kupferarbeit verschafft haben, so hat man doch vermieden, mich von den neueren Arbeiten der Art das geringste Wissen zu lassen.... Was hilft es mir, wenn ich Mitglied so vieler auswärtiger Akademien bin, wenn ich in meinem Vaterlande vergessen werde, während ich, Gott sei Dant! eine Fülle der Gesundheit genieße, die mir in meinem Kunstfache ttäig zu sein, wohl noch gestattet."

Heilkunde.

Diphtheriegefahr und kattes Wetter. Obgleich das Licht und die Wärme der Sonne unzweifelhaft die ursprünglichste Nährmutter aller Lebewesen sind, so ist die wärmste Jahreszeit nicht immer auch die gesündeste. Namentlich in Verbindung mit großer Feuchtigkeit wird eine übermäßig warme Witterung gefährlich. Wer aber glauben sollte, daß der kalte Frühling dieses Jahres, der auf den milden Vorfrühling gefolgt ist, wenigstens die gute Seite hätte, einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand zu bewirken, täuscht sich sehr. Es handelt sich dabei nicht nur um eine größere Gefahr ber Erkrankungen, die man mit dem eigentlich ungreifbaren Namen der Erkältung belegt, sondern auch um eigentliche ansteckende Krant heiten. Kälte. Dunkelheit und Feuchtigkeit sind die Bedingungen, bie das Leben und Wachstum der Bakterien am besten unterhalten, während umgekehrt große Wärme, Trockenheit und ganz besonders helles Licht die stärksten Feinde dieser lauernden Kleinwesen sind und sie entweder ganz vernichten oder doch in ihrer Entwicklung aus­halten und schwächen.

Wölferkunde.

Die lebten Kannibalen . Ueberall auf der Erde sind die Tage des Kannibalismus gezählt. Er wird schneller vor der Wüsten wie Urwälder durchdringenden Kutlur erlöschen als etwa die Sklaverei und die verschiedenen Formen der Hörigkeit, die selbst unter europäischer Schuhherrschaft noch nicht überall aufgehoben sind. Wohl können bei den Stämmen der Kongowälder, in den australischen Buschsteppen, unter den Papuas der Bergwildnisse Neuguineas und vielleicht bei manchen brasilianischen Indianer horden hin und wieder Fälle von Menschenfresserei festgestellt wer den. Das sind aber nach dem Urteil besonnener langjähriger Kenner von Land und Leuten im Affekt, in der plößlich ausbrechen­den unberechenbaren Leidenschaft der Naturvölker erfolgende Rüd­fälle in den sonst überwundenen Brauch der Ahnen. Unter diesen Umständen ist es sehr interessant, daß es noch eine, zum Teil jeder Zivilisation völlig entrückte wilde Völkerschaft gibt, wo der Kanui­balisnius nicht nur heute noch blüht wie seit Jahrhunderten, son­dern sogar als gerichtliche Strafe eine ständige Rechtseinrichtung ist: es sind die Batafstämme auf der südasiatischen, zum hollän dischen Kolonialreich gehörenden Rieseninsel Sumatra , die uns erst neuerdings durch die Forschungen des deutschen Geographen Professor Wilhelm Volz näher befannt geworden sind. Sie werden mit Recht die lebten Kannibalen genannt. Bei ihnen werden nicht nur verwundete oder getötete Feinde beim fest­lichen Siegesmahle verspeist, sondern auch Diebe und Ehebrecher trifft nach uraltem Urwaldgeset dasselbe Schicksal( wogegen un­Tönnen oder in die Sklaverei verkauft werden). verwundete Kriegsgefangene, Frauen und Kinder sich loskaufen Es geht dabei zuerst merkwürdig leidenschaftslos zu: in feierlicher Gerichtssitung wird die Schuld des Verbrechers festgestellt, wobei dieser sich frei verteidigen und das Urteil durch allerhand Winkelzüge hinziehen darf, und alle Förmlichkeiten werden so streng beobachtet, daß z. B. bei Abwesenheit des Dorfoberhauptes stets seine Rückkehr abgewartet wird, da fein Stellvertreter die Entscheidung über Leben und Tod fällen darf. Ist das Todesurteil ausgesprochen, so wird es sofort vollstreckt, init Lange oder Schwert, ohne vorhergehende Quälereien, wie sie etwa bei den Papuas auf Neuguinea üblich waren, wo das lebende Opfer mit gebrochenen Armen und Beinen ein paar Tage lang ins Wasser gelegt wurde, um das Fleisch zarter zu machen". Auf die Geheimnisse der fannibalischen Küche weiter einzugehen, ist eine für europäische Nerven zu widerliche Sache. Das Fleisch wird meistens entweder in großen Stücken gebraten oder klein geschnitten auf Bambusstäbchen geröstet oder auch im Reistopf ge­focht, wobei die Maus der Hände und die Baden als höchste Deli­fatesse gelten

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Eine eigentümliche, als Verschärfung der Strafe gedachte Vor­schrift bestimmt, daß alle Dorfbewohner, auch die nächsten Ander­wandten, am Mahle teilnehmen müssen; wer sich weigert, wird gezwungen, bei fortgesetter Weigerung gefesselt und kann schließlich selbst getötet und gegessen werden. Eine besondere Befriedigung. ist es für jeden Bataf, einen persönlichen Feind verzehren zu helfen, so daß Privatzwiste geradezu Anlaß zum Kannibalismus werden. Manch einer läßt es sich 50 oder 80 Dollar kosten, zu der Ver. schmausung eines ihm recht Verhaßten in einem Nachbardorfe ein­geladen zu werden. So recht bezeichnend für diesen Urwaldhag über den Tod hinaus ist die kleine Geschichte von dem Batat, der einen Bahn eines verabscheuten aufgefressenen Feindes auf seine zum Beteltauen gebrauchte Kalkbüchse befestigt hatte, um so jedes­mal, wenn er die Büchse zuschlug, noch seinen Feind zu schlagen! Da ferner Menschenfleisch als große Delikatesse gilt, benußen Feinschmecker" jebe Gelegenheit, wann und wo es auch sei, mit zufreffen. Aus solchen Gesellen hat sich ein richtiger Typus fahren­der Landsknechte gebildet, die, sobald irgendwo eine Fehde aus­bricht, zur Stelle sind fie fechten nur, um nachher ein paar Stüde abzubekommen. So einen Gemütsmenschen hatte Professor Volz eine Zeitlang als Führer: er hatte nach seiner eigenen An­gabe bereits über 50 Menschen verspeisen helfen, und es mochte dem deutschen Reisenden nur eine geringe Genugtuung sein, zu wissen, daß die Verspeisung weißer Leute in Sumatra aus aber Auch die Tage der gläubischen Gründen nicht beliebt ist Unkultur dieser lebten, echten Kannibalen der Erde sind gezählt, Mit Bezug auf die Diphtherie, die doch noch längst nicht so schon leuchtet das Abendrot des Unterganges ihrer altererbten un gründlich niedergekämpft worden ist, als man nach der Einführung menschlichen Sitte. Eine Militärstation nach der anderen schiebt der Jmpfungen erhoffen wollte, ist eine größere Gefährdung die holländische Verwaltung in die noch unabhängigen Urwaldlaube im Gefolge fühlen Wetters sicher festgestellt worden. Die Keime der vor wenige Jahrzehnte noch, und auch die junge Generation Diphtherie werden nicht nur beim Husten, sondern auch beim bloßen der Batak wird mit Staunen und Grauen die paar überlebenden Sprechen aus dem Munde der Kranten ins Freie befördert, und sie Alten betrachten, die einen Dieb oder Ehebrecher einfach auf die können sich dann, wie wenigstens durch Beobachtung erwiesen sein Speisekarte setzten. Aufgabe der Völkerkunde aber ist es, das Ana soll, über einen Umkreis von etwa 600 Metern verbreiten. Selbst denken an diese leßten Menschenfresser naturwahr festzuhalten. Berantw. Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW

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