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untertauchten; die Kirche war nicht mehr sichtbar, fie war schon ganz von der Finsternis verschlungen. Melancholische Gedanken über das fläglich Heine Menschenleben gingen mir durch den Sinn: wie das zusammenhanglose Spiel eines Petrunkenen auf einer schlechten Harmonifa fam es mir vor, wie ein schönes Lied, das ein tauber, stimmlofer Sänger jämmerlich entstellte. Ein tiefer Senfzer entringt sich der Seele, und ein unwiderstehlicher Drang er= füllt fie, in zorniger Entrüstung wider alles Böse für die Menschen­brüder einzutreten, in flammender Liebe alles Lebende auf der Erde zu umfangen und die Herrlichkeit und Schönheit der Sonne zu preifen, die diese Erde mit ihren Strahlen umhüllt und sie liebe­voll kosend und befruchtend durch den unendlichen Weltenraum ent­führt. Ermutigende Worte möchte ich den Menschen zurufen, daß fie die Köpfe höher tragen lernen, und wie von selbst formen fid) im Kopfe jugendlich unbeholfene Reime:

Daß alle wir in Glück und Freude wandeln, Hat Mutter Erde uns hervorgebracht; Um ihr zu Schmuck und Zierde zu gereichen, Sat ihr die Sonn' uns zum Geschenk gemacht!

In diesem hellen, hohen Sonnentempel Sind Götter wir und Priesterschaft augleich. Wir selber find es, die das Leben wirken

Rein, wir danken."

Konew schritt behutsam in ter Richtung, aus der die Stimme fam, vorwärts.

so

Oder ein Stüd Brot?" fragte er. Weizenbrot, so weich und füß... wie Du

Die andere bat im Tone einer Bettlerin:

#

Gib mir Brot

Na also! Wo steckt ihr denn?"

Auch ein Stück Melone möcht' ich haben..."

"

Wo bist Du eigentlich? Ich seh' Dich nicht...

Oh!" schrie die Frau aus Rjäsan schmerzlich auf. Wohin reitet Dich denn der Teufel, Du Galgenstrid?"

Schrei doch nicht. Es ist so dunkel hier..." " So zünd' ein Streichholz an, Du Teufel!"

Ich hab' keine Streichhölzer, Du Teufelin. Was ist schon groß dabei, wenn ich Dich mal tneife? Dein Mann ist ganz anders mit Dir umgesprungen! Hat Dich wohl gehörig verdroschen, wie?" Was geht's Dich an?"

Na, ich möcht's eben wiffen. Ein Frauchen wie Du..." Hör' malfaß mich nicht an, sonst..."

Was sonst?"

Sie feiften und stritten sich lange, immer böser flangen die furzen, spigen Redensarten, mit denen sie sich bewarfen. Endlich rief die Frau mit halb eritidender Stimme:

Mitten aus dem Dunkel, aus jener Ede, in die sich die beiden Ach, Du räudiger Hund was fällt Dir ein?.. Frauen zurüdgezogen haben, tönt wie ein ununterbrochen rieseln= des Bächlein leises Geflüster an mein Ohr. Ich horche gespannt Schlägen, die auf etwns Weiches trafen, ließ sich vernehmen.. Ein Ringen im Dunkeln begann, und ein Klatschen, wie von und suche die Worte zu verstehen und die Stimmen zu unter- Stonem ficherte lüstern, und die Frau aus Bensa sagte stammeind: scheiden.

So zeig's doch nicht, daß er Dir wehtut!..." sagte fest und bestimmt die Frau aus Rjäsan.

a- a, wenn ich's nur ertragen fönnte!." antwortet, sich schneuzend, mit näselnder Stimme ihre Freundin.

" Du mußt Dich eben verstellen. Laß ihn ruhig schlagen und tu, als ob Du gar nichts fühlteit, als ob's Dir sogar Spaß machte. " Dann schlägt er mich tot

Lachen mußt Du dazu, recht freundlich mußt Du ihn an­lächeln..."

Man sieht, daß Du feine Schläge bekommen hajt... weißt nicht, wie das tut...

Du

Ich weiß es schon, meine Liebe!. Auch ich habe Schläge be­lommen, und nicht wenig. Hab' teine Angst, er wird Dich schon nicht totschlagen!..."

Irgendwo in der Ferne schlug dumpf ein Hund an, schien einen Augenblid zu laufchen und brach dann in ein wütendes Bellen aus, auf das sogleich andere Hunde Antwort gaben. Wohl awei Minuten lang hörte ich nichts von der Unterhaltung der Frauen, dann verstummten die Hunde, und das Geflüster der beiden rieselte weiter.

Bergiß nicht, meine Liebe, daß die Männer es auch nicht leicht haben. Wir armen Leute haben es alle schyver im Leben, man muß aber so fun, als ob's einem leicht fiele

"

Ach, du barmherzige Muttergottes!..."

Es macht sehr viel aus, daß die Frau immer ein freundliches Geficht zeigt. Die Frau soll dem Manne, wie auch dem Liebhaber, die Mutter ersehen. Versuch's nur mal; wirst schen, daß er es sehr bald mertt! Und dann wird er vor den andern Männern prahlen: Ich hab'' ne Frau," wird er sagen, die ist immer so mild und freundlich, wie der Monat Mai was ich auch mit ihr anstelle! Nichts bringt sie aus der Ruhe, wenn ich ihr selbst den Kopf abschlage. Nein wirklich?"

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Laßt doch den Unsinn, schämt Euch was!

Ich zündete ein Streichholz on, ging zu ihnen hin und zog schweigend Konew von ihr weg. Er nahm es nicht weiter übel, sondern schien nur abgekühlt; prustend und spuckend saß er zu meinen Füßen und räfonnierte:

..Man erlaubt fich' nen Spaß mit Dir, dumme Gans, und Du wirst gleich grob! Als ob Du davon Schaden hättest

Ede.

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Versuch's doch noch einmal Schädel entzwei!"

Hast Du Dein Teil bekommen, ja?" tönte es ruhig aus der Wenn weiter nichts ist! Die Lippe hast Du mir blutig gea schlagen, weiter nichts.. dann schlag ich Dir auch den Schafsgesicht! Dummes Bauernweib! Und auch Du," wandte er sich au mir, padit an, wo es trifft, und schleppit mich fort Den Rock hast Du mir zerriffen!" Du sollst niemanden beleidigen!" Sonderling Du

für ein Weib?"

beleidigen! Jit denn das' ne Beleidigung lind mit zynischem Grinsen begann er zu erzählen, wie gut fich die Weiber aufs Sündigen verstehen, und wie geschickt sie ihre Männer betrügen.

Schämt euch, ihr Zotenreißer!" näfelte die Frau aus Pensa verschlafen.

Zähnefnirschend richtete der Bursche aus Pensa sich auf, saß, den Kopf mit den Händen umfassend, da und sagte finster: ..Morgen geh ich fort... nach Hause will ich!.. O Gott, wie zuwider ist mir das alles.

Dann warf er sich wieder auf sein Lager, als hätte ihn ein Schlag auf den Kopf getroffen.

Ein zu dummer Kerl!" sagte Konew. Im Dunkel erhob sich eine schwarze Gestalt und glitt geräusch­los, wie ein Fisch im Waffer, nach der Tür hin. Sie will wohl hinaus," meinte Konew. Ein strammes

"

" Ja, was denn sonst? So ist nun mal das Leben, mein Weibchen! Wärst Du nicht dazwischengekommen, ich hätt' fie, bei Töchterchen.

Von der Straße her lassen sich unsichere Schritte vernehmen, deren Geräusch mich am Hören behindert. Kennst Du den Traum der Muttergottes"?" tönt es dann wieder leise.

Rein.

Gott , herumgekriegt!"

( Forti. folgt.) " Dort findet sie

..Gch ihr doch nach, versuch's noch mal..." Rein," sagte er nach kurzer Ueberlegung. einen Knüttel, einen Ziegelstein oder sonst was und schlägt damit Schadet nichts, ich komm schon noch ans Zie! Hättest Dich nicht einmischen sollen... aus Neid hast Du's wohl getan.?"

" Den mußt Du Dir mal erzählen lassen, die alten Weiber 31 wissen ihn. Du fannst wohl nicht lesen?"

" Nein. Wie ist denn dieser Traum?" Hör zu

Draußen vor dem Fenster läßt sich Konews Stimme vernehmen: Seid ihr's, meine Lieben?" fragt er vorsichtig." Nun, Gott sei Dank! Ich hab' mich nämlich verirrt, Bruder, hab' die Hunde rebellisch gemacht und beinahe Prügel gekriegt Da, halt mal!"

Er reichte mir eine große Wassermelone und wälzte sich dann felbst schwerfällig durchs Fenster.

Auch Brot hab' ich mitgebracht, einen ganzen großzen Nanft. Meinst vielleicht, ich hab's gestohlen? Gott bewahre! Warum soll ich stehlen, wenn ich's erbettein kann? Ich versteh' mich darauf, weiß an die Leute heranzukommen! Ich geh und sehe: in einem Hanse ist Licht, und die Leute fißen beim Abendbrot. Wo viele Beute sind, ist immer einer darunter, der ein gutes Herz hat Na, und da hab' ich denn tüchtig gegessen und getrunken und euch noch etwas mitgebracht... Heda, ihr Weibchen!" Sie antworteten nicht.

Schlafen wohl schon, die Surentöchter? Se, ihr da!" Was willst Du?" fragte die Frau aus Rjäsan troden. Wollt ihr ein Stück Wassermelone?"

Er begann wieder mit seinem Glüd bei den Weibern zu prahlen und verstummte dann plöglich, als hätte er die Zunge verschluckt. ( Forts. folgt.)

Kleines Feuilleton.

Der Dirigentenfilm". Als Knabe war ich außerordentlich naiv, so naiv, daß ich in jener Zeit manchen Gedanken gefaßt habe, der mir später wertvoll geworden ist. Wenn meine Eltern mit mir vor 30 Jahren Sonntags nach Pankow zu Lindner pilgerten oder nach Neu- Weißensee zu Sterneder , dann tauchte immer wieder das alte Problem in meinem feinen Gehirn auf, das sich schließlich vor dem Militärorchester einmal in der Frage entlub: Warum wackelt denn der eigentlich so mit dem Stod?"

Jezt sind die Militärdirigenten in der Beziehung schon etwas fultivierter, sie wenden dem Bublifum den Rücken zu und beschäf tigen sich während des Spieles mitunter sogar mit dem Orchester. Damals aber präsentierten sich alle mit der medaillengeschmüdten