Nr. 62. 1916.

Unterhaltungsblatt des Vorwärts

Marie von Ebner- Eschenbach .

Marie von Ebner- Eschenbach ist am Sonntag, den 12. März, den Folgen einer Lungen­entzündung im 86. Lebensjahre erlegen. In den föstlichen Grinnerungsblättern über ihre Jugend Weine Kinderjahre", in denen sie uns mit herzerfrischender Natürlichkeit und Unbefangenheit von ihren ersten Eindrücken und von vielerlei Berfonen erzählt, berichtet Marie von Ebner auch von ihren ersten dichterischen Versuchen und wie sie bei diesen Versuchen ihrer Er zieherin das Geheimnis jubelnd ins Ohr schreit, sie wolle bie größte Dichterin aller Zeiten werden. Es wird nicht nur jugendlicher Üeber­schwang gewesen sein, der sie zu diesem Ausruf verführte, vielmehr ein dunkles Ahnen und Fühlen, ein unermeßliches Drängen der Seele, das sich in diesen Worten auslöfte, das um Betätigung rang und hier einen Ausweg sah. Die Dichterin aller Zeiten, bas ist allerdings zu viel geiagt, aber daß sie unter den lebenden Schrift stellerinnen die bedeutendste Dichterin war, ist unbestreitbar.

Dienstag, 14. März.

auch darin erweist sie sich als die echte Mutter, zeigt sich die Kinder- der Artillerie der Fall. Ich war immer sehr froh," lose in echter Mütterlichkeit, daß sie sich nicht in wohlmeinenden Rat- fagt Dietsch, der Batteriefommandant ist, wenn unter der Mann­schlägen und Trostreden ergeht, sondern die Erlösung in uneigen- ichaft möglichst viel Industriearbeiter waren". Der Arbeiter ist ber­nügiger Aufopferung und Singabe erblickt. Bei ihr gibt es feine traut mit der Handhabung von Werkzeugen und Maschinen, versteht Idealmenschen, und wie der Freiherr hat auch der Bauer und der die Behandlung von Holz und Metallen und vor allen das ist Taglöhner feine Schwächen und Fehler. Sier wie da ist Härte, Eng - besonders wichtiger lernt verhältnismäßig rasch mit den so hoch herzigkeit, lebelwollen, Unnachsichtlichkeit, Eigenfinn und Rücksichts- entwickelten modernen Striegswaffen umzugehen. Der Industries lofigkeit. Ueberall die gleichent Menschen in der Eigenart ihres arbeiter bedient im Striege Geichüge, Waschinengewehre, Be Landes. Die Krönung bebeutet die ergreifende Geschichte Das Teuchtungsapparate, wie er im Frieden Drehbänte, mechanische Maschinen Bediente. Gr fann sich Gemeindefind", die Erzählung von dem niebergetretenen Waisen Hämmer oder raicher Inaben Pawel Holub, die bei ihrem Erscheinen dann auch einiges bei leichten Störungen, tule fie immer vorkommen, Aufsehen erregte.

"

Helfen, er hat gewohnheitsmäßig die Geduld waſchinen he

In ihren Stadtgeschichten führt uns die Dichterin in die stille feit erworbent, die nötig ist, Stube der Ladnerin, wo man der Sonne und dem Mond nahe ist, größten Ertrag herauszuholen. in die Mansarde des fleinen Angestellten mit seinen fchriftstellerischen an das Zusammenleben und Zusammenarbeiten mit anderen Menschen Qualen, in die im engen hof liegende. aber bligfaubere Wohnung gewöhnt ist, die im Striege so wichtige Kameradschaftlichkeit und zweier jüngferlicher Rentnerinnen, die sich in ihrer Unbeholfenheit Berträglichkeit verhältnismäßig leicht. An törperlicher Leistungs­plöglich arm wie Kirchenmäuse sehen. Der Kampf des Alten mit fähigteit mag er wohl hinter dem Landarbeiter etwas zurücstehen, dem Neuen ist das Grundthema, bas sie immer wieder anschlägt aber er gewöhnt sich rasch auch an diese Forderungen im Felde. und zum Ausgang ihrer oft humorvollen Schilderungen nimmt. Deshalb tommt der Verfasser auf Grund seiner ausgedehnten Er­Von der Stille ihrer Wohnung, aus dem reinen Glück einer un fabrungen zu der Feststellung, daß die Industriearbeiter sich als vor­getrübten Ehe sieht sie auf das mühevolle, ernste Ringen, das treffliche Soldaten bewährt haben. überall, in der großen wie der kleinen Welt, den Tag ausmacht. Man sieht, ihr Herz hängt an dem Alten, und nur mit Be dauern läßt sie es entschwinden und nimmt Abschied von ihm. Aber über alles strahlt eine rein menschliche Güte, die auch das Neue liebevoll empfängt und es gelten läßt.

In ihren Jugendfahren sammelte sie einen unerschöflichen Born von Erfahrungen. In einem stattlichen Herrenhause im Mährischen geboren am 13. September 1830- wuchs fie auf, lernte Tanzen und Reiten und im Unterricht waren Französisch und Religion die Hauptfächer; die Muttersprache sogar wurbe gänzlich vernachlässigt. Um ihre Erziehung mühten sich die grundverschiedensten Personen, eine große Bahl von Erzieherinnen, Lehrern und Verwandten. Aber das doch meist ungezwungene Leben in Haus, Garten und Feld brachte reiche Abwechslung und Anregung und schließlich kam noch Sie sucht die befcheidenen und unscheinbaren Menschen auf, die das Leben in den Hütten des Dorfes hinzu, wo sich die fleine Marie fleinen Helden des Tages. Den Schein hast ste, und nicht selten bald so zu Hause fübite wie im Schloß des Vaters. Im Hause und geht sie mit ihren Standesgenoffen nicht fanft um und führt sie und mit den Lehrern wurde französisch gesprochen, im Dorfe lernte sie ihre Welt uns vor in all ihrer Lächerlichkeit und Hohlheit. Nie das Bauerntschechisch. Das Deutsch fonnte sie faum und das Bauern- wendet sie sich durchaus gegen die Aristokratie, sie weiß ihre Vor­tichechiich war feine Sprache der Dichtung, da dichtete sie ihre fran- alige ins rechte Licht zu rücken, aber mit unerbittlicher Strenge deckt zösischen Napoleonoden, bis ein älterer Wetter sie auf die Mutter- fie falschen Schein auf, entschleiert sie halbheit und falschen Stolz. Sprache verwies. Dann wurde der Sänger aus Desterreichs vormärgs Biggang und versteckte Gemeinheit. Weit töftlichem Sumor erzählt Itcher Zeit Anaftafius Grün ihr Vorbild und schließlich begeisterte sie sie bie Geschichte der Freiherren von Gemperlein", von denen sich sich an Schiller und Shakespeare und hing ihnen an. ber eine nach dem Adelsfalender eine Gefährtin sucht und sich dabei in einen Druckfehler verliebt.

Lange Jahre der Dramendichtung brachten der Dichterin nichts als Enttäuschung, aber ein halbes Menschenalter der Erzählfunst ge widmet, ließ ihr die Mädchenträume reifen. Zuerst freilich tam auch hier der Erfolg nicht. Aber mit Beharrlichkeit fegte fie sich durch, und als es ihr endlich gelang, für ihre Stunft, eine einfache Geschichte gut zu erzählen, Verständnis zu finden, war sie auch bald eine ge­feierte Dichterin, der Anerkennung folgte denn auch das Gefeiertſein. Ihre Kunst ist nicht sauber und fein gemeißelt, ist teine elegante nicht. Ihr Wesen ist strenge und gradlinige Sachlichkeit, Natürlichkeit und Wahrheit, eine stille, leuchtende, aber auch tiefe Freube.

A. R.

Das Phenazetin.

( z)

In einem Raffeehaus Unter den Linden trifft sich jeden Nach mittag eine ebenso große wie geräuschvolle Gesellschaft. Vor ein paar Tagen vernahm ich am Nebentisch die folgende Unterhaltung: Tag Cohn, na, was tut sich?"

nich

"

Was wird fich tun heutzutage, fragen Se mich?"

" Sagen Se, Cohn, haben Se Bohnen?"

Wo soll ich Bohnen herhaben?"

" Nu, der Mensch kann doch Bohnen haben. Warum soll ä Mensch Bohnen haben?"

Haben Se was?"

" Sab ich? Db ich hab?"

"

Nu also?"

Phenazetin." Wieviel?

Steben."

19nggiT mlodliW

" Bahl ich auf keinen Fall Höchstens fechs."

Sagen Se fechseinhalb, und das Geschäft is gemacht."

" Gut, sechseinhalb. Schicken Se mir alles, was Se haben.

Nun, fagen Se mer aber- was ist Phenazetin?

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Notizen.

( Simpliciffimus").

Die Sonderausstellung für ünstliche Glieder und Arbeitshilfen in der ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt( Charlottenburg , Fraunhoferstr. 11/12, in ber Nähe des Snies") hat wieder eine wertvolle Bereicherung erfahren burch die preisgekrönten Wettbewerbe des vom Verein Deutscher Ingenieure erlaffenen Preisausschreibens für fünftliche Arme. Die Ausstellung ist Sonntags von 1-5 Uhr und wochentags von 10 bis 3 Uhr( mit Ausnahme des Montage) unentgeltlich geöffnet, außer dem Dienstags und Donnerstags bon 6-9 Uhr abends."

Sie fühlte sich für die dramatische Dichtung berufen, fchrieb nicht ohne Glück einige Gesellschaftsbramen und beschäftigte sich in Anlehnung an Schiller mit großen historischen Dramen. Eines da bon tam zur Aufführung. Shren dramatischen Arbeiten war der Er­folg nicht beschieden und in dieser Erkenntnis fühlte sie fich den Aermsten verwandt, fie fas sich übergangen und gescheitert. Nun find es nicht mehr die großen Persönlichkeiten der Geschichte, die sie anziehen, sondern die Menschen des täglichen Lebens. Jetzt verlangt es ihr nicht mehr nach dem Ruhm der größten Dichterin aller Zeiten, fie bescheidet sich mit der Aufgabe, Geschichten von einfachen Beuten Filigranarbeit, denn hierfür taugt die Marte von Ebner- Gichenbach einfach zu erzählen. Sie schöpft aus ihrer Umgebung, von ihren Er­fahrungen, und zuerst ist es da natürlich der eigene Schmerz. Der Spätgeborene" ist ein um Erfolg ringender Dramendichter; seine - Musikchronit. Dienstag, den 14. März, findet das Eine Reihe von den besten Schöpfungen der Erzählerin haben letzte Stonzert von Therese und Artur Schnabel im Beethoven­fünfzehnte Tragödie kommt und auch nur durch Zufall auf die Bühne, bringt ihm aber nur Unheil. Seitdem ist das Dichterlos, das Los im Laufe der Jahre im Unterhaltungsblatt" ihre Stätte gefunden faal statt. der Berkannten und Uebergangenen ihr Lieblingsthema, und das( u. a.: Die Spipin"," Der Muff"," Der Vorzugsschiller", Er läßt die Leiden der Künstler wie das Leiden der Aimen erschließen ihr das Hand füssen " und vor allem Das Gemeindekind ". Morgen bringen von mütterlichem Mitgefühl erfüllte Herz. Und was uns da diese wir Die Sünderin" zum Abdruck, die dem erst füngst erschienenen Dichterin, die Aristokratin als die Dichterin der fleinen Leute, ge- Bande Stille Welt"( Verlag Gebr. Paetel, Berlin ) entnommen ist. boten, das gehört zu dem Besten unserer zeitgenössischen Literatur. Da ist ein einfaches Dienstmädchen Bozena", das da meint, ein fleines Versehen mit einem Leben voll Aufopferung und unermüd­licher Arbeit fühnen zu müssen. Neben Dienstboten sind es Buch­halter, Staufleute, Stapitalistinnen", mährisches Kleinstadtleben, aber auch Gutsbefizer, Dffiziere und Ablige, die sie uns vorführt. Der Industriearbeiter als Soldat. Und sie fennt sie alle aus Dorf und Stadt, aus Hütte und Palast - Ein Lehrstuhl für ungarische Sprache und und weiß sie so trefflich zu schildern, daß wir mit ihren Gestalten Bersönliche Erfahrungen von besonderem Wert über die Eignung Geschichte an der Berliner Universität wird von einer Reihe von zu leben glauben. Jhr Jugendleben ersteht in den Dorf des Arbeiters zum Soldaten bietet ein seit vielen Monaten im Felde Politikern und Wirtschaftlern in einer Eingabe an das preußische und Schloßgeschichten". Da ist die Bildungsgefchichte eines jüdischen stehender österreichischer Genosse, der unter dem Pseudonym Julius Abgeordnetenhaus verlangt. Arztes, der sich von der Eigenfucht zur tätigen Menschenliebe ent- Dietich schreibt, in einem auch sonst sehr beachtenswerten Auffas Gin neues Element Canadium" ist von 1, Canadium widelt. In Jakob Szela" treffen wir die lernhafte Bauerngestalt Der Arbeiter als Soldat", der bei Eugen Diederichs in Jena era. G. French in Glasgow entdeckt worden, ber es in Mengen von aus den galiziichen Aufständen vor 1848 und in der Novelle" Er scheinenden Monatsschrift Die Tat". läßt die Hand tüffen" zeigt sie uns die krankhaft veranlagte Guts- Vor dem Kriege war die Meinung allgemein verbreitet, daß die wenigen Gramm pro Tonne in den Felfen des Distriktes Nelson( in herrin, die sich einmal als feinfinnig und weichherzig erweist, dann moderne Induſtriebevölkerung den hohen Anforderungen des Heeres British Columbia ) gefunden hat. Canadium gehört zur Platingruppe und dürfte für Juwelierarbeiten geeignet fein. aber auch und nur aus Laune einen Bedienten prügeln läßt. Der dienstes im Striege nicht werde genügen können. Im Gegensatz dazu langen Reihe der feudalen Gestalten stehen noch bedeutender als haben sich die Industriearbeiter als Soldaten auf das glänzendste Gin Prozeß gegen bie Claque wegen Erpreffung diese, noch lebenswahrer und augenfälliger die des stillen Dorfes bewährt. Der Krieg wird ja heute mit allen Mitteln der Technit ist in Mailand im Gange. Durch Haussuchungen wurde das Be­gegenüber. Die Liebe, mit der hier die Dichterin all die fleinen geführt; jedes Gewehr, jebe Stanone ist ein technisches Wunderwerk stehen vollständiger Claquefirmen festgestellt, von denen einige int Büge zeichnet und aufdeckt, zeigt uns der Dichterin Mitgefühl für und jeder Schüßengraben mit seinen Holz- und Steinbauten, seinen lezten Jahre zwischen 50 000 bis 60 000 Lire Einnahmen hatten. die von Not und Sorge heimgesuchten, um ihre Griftena Maschinengewehren, Beleuchtungsapparaten und Minen eine technische Eine ganze Reihe von Bühnentünstlern erklärten übereinstimmend, ringenden Menschen, zeigt uns ihr Verständnis für die Lei- Anlage, die von einer Fabrit nicht allzu sehr verschieden ist. Die daß sie wohl oder übel dem auf sie eingeübten Druck hatten nach­denden, Verstoßenen und Ünverstandenen. Die Not der Verlassenen technischen Fertigteiten, die der Industriearbeiter von Haus aus mit geben müssen. Auch die gefeiertsten Künstler tonnten sich der und Ausgestoßenen, die immer strebend sich bemühen und sich doch bringt, leisten ihm nun ihm nun bei der Bedienung der Kriegs- erprefferischen Claque nicht erwehren und mußten ihrer Stellung nicht erheben tönnen, nimmt ihr mütterliches Herz gefangen. Und maschinen bie besten Dienste. Besonders ist bies bei gemäß entsprechend hohe Beträge entrichten.

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Der Sang der Sakije.

Ein Roman aus dem modernen Aegypten.

Kleines Feuilleton.

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Endlich erhob sie mühevoll die Lider und sagte: Ber- schläge. Er stiftete im Laufe des Jahres 800 Pfund für einen zeihung. Derartige Szenen führe ich zuweilen auf." wohltätigen Zweck, die Société el Drva el Wooka", und schickte 100 Pfund als Beitrag für den jährlichen Staabateppich nach Stambul .

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Heftig atmend besann sie sich und sprach dann mit reiner und ruhiger Stimme weiter: Die Zirkassierin, mit der Sie sich vorgestern vergnügten, teilte mir nun mit, was Sie ihr Dies und einige ihm unbekanntere Verwendungen der Von Willi Seidel. erzählten... Es ist nicht der geringste Zweifel, daß der alte rätselhaften Frau hatten zur Folge, daß er am Jahrestag der Fellache Ihnen damals die Wahrheit berichtet hat, besonders Bedschasfahrt den Bey- Titel erhielt. AIS er mich damals entführt hatte, gab ich mir feine was die Worte des Effendis betrifft, der Sie brachte. Was Es war der Tag seiner Ernennung. Es war niemand Mühe, ihn darüber zu täuschen, daß ich keine undurchbohrte ich von Achmed- Abd- el- Gawad gelernt habe, ist Spekulation. bei ihm, als er das Ministerialdekret bekam. Perle mehr sei. Ich wußte, daß er um der Vorteile Weiß Gott, ich hatte Gelegenheit, mir Kenntnisse anzueignen, Er las es mit Genugtuung. Er befand sich gerade im dieser Heirat willen nicht wagen werde, mich zu brand- insbesondere wenn er sich betrant und geschwäßig wurde. Seit marten und zurückzuschicken, und zudem hatte er ja bereits er tot ist, mache ich auch kleine Geschäfte es zerstreut mich. mit meiner Entführung das Aeußerste riskiert. Er hatte sich Es ist das einzige, was ich noch vom Leben habe." als einen ansehnlichen Menschen von leidlichen Manieren ge- Sie steckte sich eine Bigarette an. zeigt, dem ich nicht ganz wider Willen gefolgt war. Aber als" Ich engagiere Sie als meinen Agenten. Ich hätte das er die bewußte Entdeckung machte, wurde er vulgär." Sie ja tun können, ohne Sie in alles einzuweihen. Aber ich nahm streifte den Aermel zurück und zeigte auf dem mattglänzenden, an, Sie würden mich weniger betrügen, wenn Sie wissen, daß mageren Arm eine riesige Narbe, die sich vom Handgelenk bis ich Ihre Mutter bin. Nun leben Sie wohl." Sie reichte zum Ellenbogen hinzog. Ihre Stimme gewann an Heftigkeit; ihm die Hand. Ehe sie es verhindern konnte, hatte er einen ihr Französisch nahm rauhe, trächzende Nasentöne an, wie sie heftigen Stuß darauf gebrüdt, so heftig, daß er sich an den nur die Hafensprache tennt... Edelsteinen die Lippen rigte.

,, Er warf mich hin und her wie ein Stück Holz. Er Sie entzog ihm die Hand sehr schnell. Er verbeugte sich brüllte wie ein Viehtreiber. Er gebrauchte unaussprechliche stumm. Beschimpfungen... Und als ich Sie gebar- ich wundere An der Tür drehte er sich noch einmal um und warf ihr mich, daß ich Sie überhaupt lebend zur Welt brachte! einen dunkel grübelnden Blick zu. Sie erwiderte ihn nicht, verschwand er mit Ihnen. Ich nahm damals an, daß er Sie fondern blieb zusammengesunken, klein und zerbrechlich figen, wie eine Stage erfäuft habe. Jhretwegen habe ich Undent so, als habe sie nicht einmal mehr die Straft, den Stopf bares erduldet. Gewiß, Hassan Muharram- Sie sind nicht zu erheben.

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schuld daran. Aber Sie gestatten mir wohl, Ihnen zu Er wartete noch kurz, und dies Warten erschien ihm sagen, daß ich Sie nicht gern geboren habe. Ja, damals endlos. haßte ich Sie und war einverstanden damit, daß ich Sie nicht Endlich hörte er eine tonlose Stimme: Wenn ich Ihnen zu säugen brauchte... Er ersparte mir nichts. Er nahm keine dienen fann, bitte! Ich habe Einfluß... zweite Frau; aber ich war auf das Mitleid seiner Mätressen lassen Sie mich allein." angewiesen!" Sie erhob sich jetzt und schwenkte die Hände über dem Kopf; sie treischte aus voller Lunge und wankte im Zimmer umher...

Das Detret.

Rauchzimmer feines üppig ausgestatteten fleinen Palastes auf Gezire. Als ihm die Ernennung gebracht wurde, unterbrad) er die Lektüre der Daily Mail" und des Blattes El- Mokattam" und versant in behagliches Brüten, wobei er den Blick starr auf die geschlossene Meschrebije richtete, durch deren Gitteriverf das Blau flammte.

Er war noch etwas fetter getvorden. Seine blaßbraunen Wangen drängten sich marmorblant und überladend auf den turzen Stragen. Sein Hals hatte sich, während er zusammen­gesunken auf dem Divan saß, ganz versteckt. Seine Brauen saßen noch höher, noch zugespitzter auf der Stirn, da deren Falten sich für ständig angesiedelt hatten; diese Tatsache gab dem Gesicht den Ausdruck eines stereotypen Erstaunens. Eine fohlschwarze, sehr knapp geschnittene kleine Bürste saß auf der Oberlippe; der negerartige Schnitt des Mundes hatte sich leicht vergrößert. Eine der zierlichen Hände, die herabhing, spielte mechanisch mit den grünseidenen Duasten einer Bern­ſteinkette.

Er gähnte jetzt, so daß seine runden, bläulichen Augen sich mit Wasser füllten, und flaschte dann in die Hände, nach­bem er die Spielkette in die Tasche versenkt. Ein feucht Nun blickender Knabe in einer grünen Kelabije tam das Treppchen herab, das in das Rauchzimmer führte, und tauschte des Ge­bieters grüne Hauspantoffeln gegen knappe Lackschuhe um. Dann schwebte er voraus und brachte mit weicher Unter­würfigkeit den Tarbusch und einen Stock mit dickem, goldenem Knopf. Draußen regten sich die Bauwabs: heisere Weisungen pflanzten sich durch den Garten fort, und nach fünf Minuten stand das Gefährt bereit.

Waren nicht zufällig eilige Angelegenheiten in der In diesem Augenblick erschien der graue, dice Mann Schwebe, so zog man schriftlichen Verkehr vor. wieder; von der Eile schwer feuchend, rollte er herein und Der nächste Anlaß war der, daß Hassan für seine Mutter injizierte ihr, wiewohl sie um sich schlug, eine Dosis Morphium einen außergewöhnlich günstigen Terrainverkauf an ein großes in den Oberarm. Hassan erkannte flüchtig, daß die blaßgelbe Magazin in der Stadt vermittelte. Als Gebühr gab sie ihm Haut dort von blauen Punkten besät war. Der Verschnittene 25 Prozent der sehr hohen Summe. Die Briefe trugen bie wartete noch eine Weile, apathisch blinzelnd, bis sie sich be- Anreden:" Madame" und zunächst Monsieur". Später dann ruhigt hatte. Sie fegte sich mit geschlossenen Augen. Der und wann Monsieur et ami". Dicke verschwand. Außerdem gab die Seijide thm als Zugabe gute Rat­

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Es war erst vier Uhr nachmittags, aber es drängte den neugezimmerten Ben, seine junge Würde spazieren zu fahren. Noch auf der Brücke zögerte er, wohin er sich zunächst wenden solle, dann befahl er:" St. James".

( Forts. folgt.)