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Es fällt uns nicht ein, jeden einzelnen Arbeitgeber für einen bösartigen Vampyr zu halten, der seinen Arbeitern gegenüber tei- ikn andern Gedanken hat, als ihnen das Blut auszusaugen; allein die Thatsache steht fest und kann blos von Confusions- rächen oder Betrügern in Abrede gestellt werden: daß die Ar­beitgeber als Klaffe darauf angewiesen sind, ja den Berus haben, die Arbeitskraft ihrer Arbeiter möglichst auszunutzen. Es gibt unzweifelhaft Arbeitgeber, welche diese Ausnutzung nach Kräften mit den Geboten der Humanität in Harmonie zu setzen bemüht sind, aber Ausnutzung ist Ausnutzung, und dem Huhn kann es ziemlich einerlei sein, ob es sans faijou gebraten oder in einer philanthropischen Buttersauce geschmort wird. Die Federn muß es in beiden Fällen lassen. Und der Arbeiter die Haare. Kein Wunder daher, daß eS mit dem Philanthropismus der Herren Albeitgeber geht, wie weiland mit dem Interim�): das Ding sieht auf den ersten Blick ganz hübsch auS, hat aberden Schalk hinter ihm". Wir wollen nicht in Abrede stellen, daß es philanthropische Arbeitgeber gibt, von deren Philanthropismus sich dies nicht behaupten läßt; es sind uns nur noch keine vorgekom- men. Wie viel ist z. B. den deutschen Arbeitern über den huma- nen Hrn. Dollfus in Mülhausen vorgeredet worden. Leider, vielleicht auch glücklicherweise, wissen jetzt unsere Arbeiter, daß der Dollfus'sche Philanthropismus berechnete'» raffinirte Ausbeutung war und ist. Ungefähr dieselbe Bewandtniß scheint es mit dem Philanthropismus eines Hrn. Cornelius Hehl zu haben, der in Worms den Arbeiterbeglücker spielt und seine Verdienste um bie Menschheit im Allgemeinen und die Arbeiter im Besonderen, wie folgt, in süddeutschen Zeitungen an die große Glocke hängen läßt. Denn an die große Glocke muß der Philanthropismus seine Thaten hängen; das gehört zu seinem Naturell und unterscheidet ihn von der ächten Menschenfreundlichkeit, die im Stillen beschei- den wirkt. Der betreffende Zeitungspsalm lautet: Darmstadt , S.Oktober. Eine nachahmungswürdige Thätig- keit für das Wohl ihrer Arbeiter entwickelt, wie wir dem hessischen Gewerbeblatt entnehmen, die Firma Cornelius Hehl(Leder- fabrik) in Worms . Für die Herstellung von Arbeiter-Woh nungen sind 100,0(10 fl. verwilligt, die bloß zu 3 Prozent ver- zinSlick sind. Für Ausseher und ältere Arbeiter werden um das Etablrfiement herum, für das GroS der größteniheilS auf dem Lande wohnenden Arbeiter in den benachbarten Ortschaften Arbeitshäuser errichtet. Gegen mäßige wöchentliche Abschlags- Zahlungen wird der Arbeiter schließlich Eigenthümer. Weiter be- stehen zur Hebung des materiellen Wohls folgende Kassen und Vereinigungen: Eine Kranken- und Medikamententasse, wöchentlicher Beitrag 3 7 Kreuzer» im Erkrankungssall freier Bezug der Medikamente und wöchentliche Unterstützungen von ein und einen halben bis drei und einen halben Gulden. Eine Sparkasse, Minimaleinlage:(-Kreuzer; Verzinsung zu 5 Prozent. Dermaliger Gesamnitbetrag der Einlagen: 20,000 fl. Ein Pen- sionSfonds zur regelmäßigen Unterstützung arbeitsunfähig ge- wordener Fabrikangehörigen. Ein Consumverein zur Lieferung von Colonialwaaren, Käse und Butter, Bäckereiwaaren, Tabak und Cigarre», Seife, Lichter:c. gegen Baarzahlung selbst in den kleinsten Quantitäten zu Engrospreisen. Eme Suppenanstalt liefert eine reichliche Portion Suppe nebst Fleisch. Ein Bier- japs zur Essenszeit zum Selbstkostei preise. Auch für die geistige Ausbitdung und für die gesellige Unterhaltung der Arbeiter wird gethan, was nur möglich ist. Den Winter werden in der Fabrik über populäre Gegenstände Borlesungen gehalten, Broschüren gemeinnützigen Inhalts werden venheilt, Zeitungen gehalten und Bücher auS einer Bibliothek verliehen. Für die gesellige llnterhaltung wirken ein Gesang- und ein Instrumentalverein. Die Firma stellt das nöthige Personal zur Verwaltung der Vereine auf ihre Kosten, besorgt dieselbe unentgeldlich und dotirt jährlich alle Kassen mit entsprechenden Beiträgen. Allen Vereinen steht ein von sämmtlichcn erwachsenen Arbeitern gewähl- ter Vorstand vor, welchem die Leitung derselben und die Revision dir Kassenabschlüsse obliegt. ES sind dermalen 1034(269 weibliche) Arbeiter in dem Etablissement beschäftigt, die im letzten Jahre 230,000 fl. Lohn erhielten. Mit der fortsöhreitenden Steigerung aller Lebensbedürfnisse fand eine freiwillige successive Er- höhung der Löhne statt, im Mai l.I. eine solche von IVProzent. Sinke und Strikeversuche sind seit Gründung des Geschäftes nicht borgekommen." Wahrhastig, er versteht daS Handwerk nicht übel, der Mann, l'er uns daS schmetternde: Heil unserem Hehl! in die Ohren trompetet. Bloß EinS hat der Brave vergessen: nämlich die gute alte Regel, daß wenn man den Leuten ein X für ein U vormachen b>ill, man sich vor Ziffern in Acht nehmen muß. Sogar unser Freund Fauch er hütet sich vor Zahlen, wenn ein Stenograph in ber Nähe ist, und«rlaubt sich nur dann seinegenialen" Taschen- Ipielcreien mit Milliarden, Millionen, Tausenden, Hunderten(ohne Heller und Pfennige zu vergessens, wenn er weiß, daß unter iruiem Publikum Niemand ist, der ihm nachschreibt.! Der Dichter des obigen HymnuS hat seine, sonst treffliche Ar- °rit, durch eine einzige Ziffer verdorben. Herr Heyl, dieser Wohl- thäter der Menschheit, erfahre» wir, hat 1034 Arbeiter. Gut, bas mußten wir wissen. Ten Segen des glückspendenden Kapitals �er 1034 Arbeiter ausströmen welch' erhabene Mission! Aber b>as hinkt da unmittelbar hintendreiu für eine häßliche Zahl? .*1 Mcnschenfreundtichkeit(von Profession>; philanthropisch, menschen- Rundlich(meist in un achtem Sin»). ,**) Die lekannte interimistische(vorübergehende) Regelung de« Ler- » altntssk« zwischen Katholiken und Protestanten, im Jahre lb48. diese380,000"! Nach demSchalk", den der Heyt'sche Philan - Ihropismushinter ihm" hat, brauchen wir jetzt nicht länger zu suchen. Wir haben ihn bei den Ohren. 380,000 fl. daS Jahr an Lohn gezahlt; 380,000 fl. vertheilt unter die 1034 Gegenstände der Wohlthätigkcit des Herrn Heyl, ergiebt für den Kopf 377 Gulden 10 und einen halben Kreuzer per Jahr, oder 1 Gulden 2 Kreuzer(17 und einen halben Groschen) per Tag, oder 6 Gulden 12 Kreuzer(gleich 3 Thalcr IS Groschen) per Woche. Dies ist iaber, wie sogar dieFrankfurter Zeitung ", welche den Lobgesang abgedruckt hat, sich nicht enthalten kann, zu bemerken:nur ein sehr geringer Verdienst." Aber Hr. Heyl baut ja auch für 100,000 fl. Arbeiterwohnun- gen, hat Arbeitshäuser errichtet, einen Consumverein gestiftet, do- tirt verschiedentliche Kassen, sorgt für Borttäge und Zeitungen, kurz, nimmt sich des geistigen und leiblichen Wohls seiner Arbeiter an. Das muß in Anschlag gebracht werden!" Gemach, lieber Freund! WaS zunächst die 100,000 Gulden für Arbeiterwohnungen angeht, so sind sie, gleich dem in die Ar- beitshäuser und den Consumverein gesteckten Geld, einfach auf Zinsen angelegt. Drei Prozent wir wollen die Zahl unbe- sehen hinnehmen sind allerdings wenig, allein indem Hr. Heyl sich mit einem niedrigen Zins begnügt, wirft ec schlau mit der Wurst nach der Speckseite: er verzichtet auf einen kleinen'Bor- theil, um sich einen großen zu sichern. Durch die betr. Arbeiter- Wohnungen und Arbeitshäuser fesselt er die Arbeiter an sich, bindet sie an die Scholle, gleich den Leibeigenen des Mittelalters(gsiedue adsoripti), und schlägt indirekt aus dem so veranlagten Geld größeren Vortheil heraus, als bei der rentabelsten Häuserspekula- tion, die nicht geradezu auf Betrug hinausläuft. Ueber diese Art des PhilanihropismuS, die in England seit Ende des vorigen Jahrhunderts sehr stark grassirt, sind die Arbeiter, durch traurige Erfahrungen gewitzigt, längst in's Reine gekommen. Beispiels- weise sei erwähnt, daß die englischen Grubenbesitzer, deren Hab- sucht und Brutalität sprichwörtlich sind, diesen Philanthropismus im ausgedehntesten Um'ang üben, und daß bei jeder Differenz mit ihren so begnadeten Arbeitern die Drohung auftaucht:Fügt Ihr Euch nicht, so werdet Ihr zum Haus h nauSgeworfen!" Die, welche die Häuser als Eigenthum erworben haben freilich nur eine geringe Minorität, können allerdings nicht in dieser Weise bedroht weiden; es ist aber auch nicht nöihig, denn sie sind in einer weit schlinimeien Lage, volständig in der Gewalt des phi- lanthropischen Hrn. Heyl pardon, wir wollten sagen Gruben- [ besitzerS. WaS sollen sie mit ihrem Hans anfangen, wenn sie ihre Arbeit verloren haben? Fortwandern können sie nicht, gleich ihren Genossen, die so glücklich sind, kein Häuschen auf dem Halse zu haben; sie müssen eben, wohl oder übel, das Häuschen und das Joch des Hrn. Bourgeoisphilanthropen ans dem Nacken be- halten. Bei den sonstigen philanthropischen Einrichtungen, die Hr. Heyl mit dem Geld der Arbeiter in's Leben gerufen hat, aber großmüthigdotirt", verweilen wir nicht; sie sind zum Theil gewiß recht zweckmäßig, wären eS aber in zehnmal höherem Grad, wenn Hr. Heyl, ohne seine Finger hineinzustecken, die Ar­beiter selbst und ohne patriarchalische Bevormundung hätte haideln lassen. Patriarchalisch? Nein, polizeilich wäre ein rich- tigerer Ausdruck. Ist es nicht eine Beleidigung für die Arbeiter deS Hrn. Heyl, daß ihnen von diesemdaS nöthige Personal für die Veiwaltung der Vereine gestellt(!)" wird? Das ist ja mehr, alS sich die Btsutarck-Stieber'sche Polizei herausnimmt! Und zum Schluß dieVorlesungen", Lesezimmer:c. des Hrn. Heyl! Wohl Vorlesungen" über dieHarmonie von Kapital und Arbeit"? Vielleicht klärt uns ein Wormser Parteigenosse auf. Doch genug. Hr. Heyl sollte seinen Arbeitern höhtre Löhne bezahlen, anstatt sie mit einem Hundtlohn abzufinden und nebenbei durch ein Almo- sen an sich zu ketten. Durch ein Almosen, daS obendrein in Wirklichkeit nur einStrick.uin den Hals der Arbeiter! Almosen ist eine Beleidigung des Empfängers uuv keine Ehre für den Ge- der, zumal wenn der Geber, wie in dem vorliegenden Fall, in Gestalt des Almosens nur einen Theil dessen gibt, was er dem Gegenstand seinerMildthätigkeit" widerrechtlich vorenthalten hat. Ist Hr. Heyl der Mcnschenfteund, für welchen er gelten möchte, so zahle er seinen Arbeitern ihren vollen Lohn, und verschone sie mirAlmosen" und sonstigen philanthropisch-patriarchalisch-po- lizcilichen Kinkerlitzchen. Hr. Heyl wird dann nicht so rasch seinen Reichthum vermchren, aber seine Arbeiter werden sich besser stehen! Diebe. Anläßlich der aus Grund des neuen Wahlgesetzes bevorstehen- den Reichsrathswahlen ist eine heftige Polemik zwischen der Wiener TageSpresse", dem feudal- konservativ-demokratisch schillernden Or- gan desreinen OestreicherthumS" einer- und den Organen der Herren Giskra und(Gründer"-)Consorten andererseits entbrannt, die schon recht ergötzliche Dinge zu Tage gefördert hat. Jäter- essanl für uns ist ein Artikel derTagesprcsse", in welchem die Prätension(der Anspruch) der betreffenden Herren, daß sie Be- schützer und Vertreter des Eigenthums seien, einer unbarmherzi- gen Kritik unterworfen wird.Seit Proudhon , schreibt daS Blatt, mit seinem Ausspruch:Eigenthum ist Diebstahl" die besitzenden Klassen der Gesellschaft in Schrecken gesetzt hat, sind die Feinde der Freiheit und der Rechte des Volkes nicht müde geworden, der Bourgeoisie bei jeder Widersetzliebkett gegen dasstramme Regi- ment" das rothe Gespenst an die Wand zu malen. Das traurige Beispiel des Dezeurberverbrechers und der heutigen Königsmacher in Frankreich zeigt, mit welchem Erfolge. Und doch, fährt das Blatt fort, hat Proudhon mit jenem Ausspruch die Sache nur aus die Spitze gestellt, ohne daß es ihm eingefallen wäre, gegen das Prinzip des Eigenthums überhaupt zu Felde zu ziehen. Wenn er das Eigenthum des Einzelnen Diebstahl nennt, so meint er damit nur jenes selbstsüchtige, hartherzige Eigenthum, welches keine Pflichten gegen die Gesellschaft kennt, welches dem Arbeiter das Recht auf eine menschenwürdige Existenz abspricht, welches den Kranken und Hilflosen mit Berufung auf den Buchstaben des Gesetzes grausam zurückstößt. Keinem vernünftigen Menschen wird es jemals im Ernste beifallen, zu glauben, daß die menschliche Gesellschaft ohne die Institution des Eigenthums existiren, sich entwickeln und ihre Kulturzwecke erfüllen könne. Der Traum von einer allgemeinen Gleichheit im Besitze von Eigenthum ist längst zur verlachten Utopie geworden, und selbst bis in die unter- sten Schichten des Volkes ist schon soviel Bildung und Aufklärung gedrungen, daß mit dem Paradoxon:Eigenthum ist Diebstahl" Niemand mehr unter den Massen Propaganda machen kann. Von daher droht der Gesellschaft nicht die geringste Gefahr. Aber eine Gefahr droht ihr doch. Sie kommt nicht von Denjenigen, welche das Eigenthum für Diebstahl erklären, sondern von Denen, welche decretiren:Diebstahl ist Eigenthum!" Wir haben sie zur Genüge kennen gelernt in den letzten Iahren, jene Sorte von Ehrenmän- nern, lvelche den plötzlichen Aufschwung der volkswirthschaftlichen Bewegung zur Ausbeutung des harmlosen Publikums benutzt, auf Kosten geprellter Aktionäre und Geldeinleger ihre Taschen gefüllt und sich mit den sauer verdienten Spargroschen ehrlicher, arbeit- sanier Leute glänzende Existenzen geschassen und sybaritischen Luxus getrieben haben. Das Brandmal der allgemeinen Verachtung klebt ihnen zwar an der ftechen Stirn, jenenVerwaltungsräthen" und Gründern", aber sie bieten der öffentlichen Meinung Trotz, und in ihren Palästen lachen sie bei den Freuden der Tafel der Ent- rüstung, mit welcher daS Volk sich gegen ihr schäm- und gewissen- loses Treiben auslehnt. Der Börsenkrach hat wohl einige jener schwindelhaften Existenzen vernichtet, aber die Sippe besteht noch immer und hält mit Polypenarmen Staat und Gesellschaft um- fangen. WaS sie bis jetzt gestohlen und erschwindelt haben, genügt ihnen nicht. Sie wollen noch fortstehlen und erschwindeln, und indem sie durch das gemeinsame Interesse fest aneinander gekettet eine furchtbare Coalition bilden, sehen sie jede Mahnung zur Um- kehr, jede Warnung vor ihrem Tretben als unerlaubte Gewerbs- störung an. Steiniget ihn, steiniget ihn rufen sie Alle uuisooo, so oft es Jemand wagt, einen von ihnen an den Pranger zu stellen. _ Zum Schluß muß dieTagespresse" mit Bedauern konstatiren, daß ihre Hoffnung,es werde ein ernstes Strafgericht über die kecken Verächter des Gesetzes und die gewissenlosen Schänder der Moral hereinbrechen", sich als trügerisch erwiesen habe.Nur Einem der angesehensten Matadore der Geldmachergilde hat man das Handwerk gelegt, aber bei diesem Einen Fall blieb der lang- ersehnteReinigungsprozeß" stehn. Um desto dringender tritt deshalb an jeden Wähler die Pflicht heran, dafür zu sorgen, daß gas neue Parlament nicht wieder von dem Pesthauch der Corrup- tion vergiftet werde." So weit dieTagespresse". Die Mahnung, welche sie in dem letzten Satz ausspricht, wird wirkungslos verhallen. Wer sind denn die Wähler, an welche sie sich wendet? Ist es daS gesammte mündige Volk? Mit Nichten. DaS neue Wahlgesetz hat nur die indirekten Wahlen beseitigt, nicht aber den Census, welcher das arbeitende Volk von der Wahlurne ausschließt. Das Monopol de« Wahlrechts gehört nach wie vor den besitzenden Klassen, und im Interesse der besitzenden Klassen liegt dieserReinigungsprozeß" fehlt ihnen auch das klare Bewußtsein, so haben sie doch die Logik des Instinkts und werden sich wohl hüten, eine Linie zu ziehen, welche dasrechtmäßige",ehrliche" Eigenthum von dem Eigenthum trennt, das«Diebstahl" ist. DieTageSpresse" macht eS sich leicht; sie zieht die Linie an denVerwattungs- räthen" undGründern" her, die sie schlechtweg in daS Reich der Spitzbuben verdammt. Aber was ist ihr Kriterium(Merkmal)? Daß diese Leute sich das Eigenthum Anderer ohne ein Equivalcnt angeeignet haben? Aber das haben sie in höherem oder geringerem Grad mit der gtsrmmten besitzenden Klasse gemein. Wodurch unterscheidet sich der Fabrikant, welcher hundert, welcher tausend Arbeiterbeschäftigt" und ihnen den Ertrag ihrer Arbeit nur zum Theil in Gestalt von Lohn vergütet, den Rest aber ungenirt in die Tasche steckt, wodurch unterscheidet sich dieser Fabrikant von dem Verwaltungsrath" undGründer", außer dadurch, daß er die Aneignung fremden Eigenthums in etwas anderer Weise betreibt? Und das kleine Gewerbe, beruht es nicht genau auf denselben Grundlagen? Der kleine Meister, der von einem halben Dutzend Gesellen lebt, ist er nicht ein Aneigner ftemden EigcnthumS, wenn auch nur auf winzigem Maaßstab? Und der ganze Handel, Groß- Handel wie Kleinhandel, der Privateisenbahnbetrieb, der Privat- bergbau, kurz die gesammte industrielle Thätigkeit der heutigen Gesellschaft besteht in der Aneignung fremden Eigenthums ohne entsprechendes Equivalent. DenReinigungsprozeß", den dieTagespresse" fordert, würde sich also nicht aus dieVerwaltungsräthe" und«Gründer" be- schränken können. Entweder oder. Entweder unterbleibt er ganz, oder, wenn er denn einmal ernsthaft begonnen wird, so um- faßt er die ganze bürgerliche GesellschaftReinigung" der bürgerlichen Gesellschaft ist gleichbedeutend mit sozialer Revolution mit sozialistischer Umgestaltung der Ge- sellschast.